Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 31 (1914)
- Issue
- 33 (14.8.1914)
- Date
- 1914-08-14
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3020846-3022089-3022123--23365-3048560- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
/ Seite 566 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 33 Frau Rosa Schlesinger (2 Kinder) Herr Heinrich Schramm gewahrt einem Kinde ohne Entgelt Kost und Quartier. Herr Moritz Steiner (1 Kind) Herr Julius W e i s z (2 Kinder vollständig tagsüber) Herr Josef Z e l l n i k (1 Kind) Frau Veronika K o h n stellte sich außerdem zu jeder Art von Hilfelei st ung zur Verfügung. Herr Theodor Kraus bot uns an, 20 würdigen Familie - zurückgebliebener Rcservistenfrauen mit Kindern Fleisch zu liefern. An Tempel'p enden für die Familien der Einberufenen gingen am 8. d. im Leopoldstädler Tempel ein: Josef Frisch 20 Kronen; Dr. Ad. Herzfeld 10 Kronen; Alfred Landsberger 20 Kronen; zusammen mit dem Beitrag des Unterzeichneten 70 Kronen. Für alle diese Beweise edler Menschenfreundlichkeit sei auch an dieser Stelle herzlichst gedankl! Der Humanitäts-Verein für die westlichen Bezirke Wiens eröffnet seinen Freitisch für arme Schulkinder mit Rücksicht auf den Ausbruch des Krieges heuer ausnahmsweise nicht erst mit Beginn des Schuljahres, sondern schon am 17. August. Ausgenommen werden in erster Linie Kinder von durch den K r i e g crwerblos Gewordenen. Ferner beabsichtigt der Vereinsvorstand in diesem Jahre angesichts der gesteigerten Notlage weiter Kreise erhöhte Beträge für Geldunterstützungen zu verwenden, und richtet zu diesem Zwecke an seine begüterten Gönner die dringende Bitte um Widmung von Spenden. Anmeldungen zum Freitisch sind an den Präsidenten Herrn Dr. Carl Löwy, VII., Mariahilferstraße 96, Geldspenden an den Kassier Herrn Hermann König, VII., Seidengasse 28, zu senden. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Mistelbach hat an die ihr unterstehenden Kultusvereine, ferner an die Mitglieder der Kultusgemeindevertretung und ihre Vertrauensmänner in dem zu ihrem Sprengel gehörigen politischen Bezirke Mistelbach und den Gerichtsbezirken Zistersdorf und Wölkersdorf nachstehende Zuschrift gerichtet: „Aus Anlaß der allgemeinen Mobilisierung und des Kriegszustandes werden die Leitungen und die Mitglieder der Kultusvereine dringendst ersucht, sich in den Dienst der Wohlfahrtsanstalten zur Unterstützung der Einberufenen nnd zu Kriegsdienstleistungen Verwendeten und ihrer Familien ohne Unterschied der Nation und Konfession, dann der Sanitätsanstalten des Roten Kreuzes zu stellen und zu veranlassen, daß das Gleiche seitens aller Glaubensgenossen Ihres Sprengels geschehe, sowie daß dieser Aufruf entsprechend verbreitet werde. Die bei den Glaubensgenossen gesammelten Beträge wollen entweder unmittelbar an die bezüglichen Anstalten oder an die Kultusgemeinde eingesandt werden, welch letzterer das Ergebnis der Sammlungen und der sonst eingeleiteten Aktionen mitgeteilt werden wolle. Weiters wollen bezüglich der zurzeit im aktiven Militärdienste stehenden nnd der einberufenen Glaubensgenossen in Ihrem Sprengel mit möglichster Beschleunigung nachstehende Daten anher bekanntgegeben werden: Namen und Alter, Wohnort, Stand, Beruf, ob aktiv dienend oder anläßlich der Mobilisierung einberufen, womöglich mit Angabe des Truppenkörpers und der Charge, Anzahl und (womöglich) Alter dev Kinder, und ob unterstützungsbedürftig. Gut nnd Blut für unseren Kaiser, Gut und Blut fürs Vaterland! Der Kultusvorstand." An die deutschen Anden wird von Berlin folgender Anfrnf versendet: In schicksalsernstcr Stunde ruft das Vaterland feine Söhne unter die Fahnen. Daß jeder deutsche Jude zu den Opfer» an Gut und Blut bereit ist, die die Pflicht erheischt, ist selbstverständlich. Glaubensgenossen! Wir rufen Euch auf, über d a s M a ß der Pflicht hinaus Eure Kräfte dem Vaterlande zu widmen! Eilet freiwillig zu den Fahnen! Ihr alle — Männer und Frauen — stellet Euch durch persönliche Hilfeleistung jeder Art nnd durch Hergabe von Geld nnd Gnt in den Dienst des Vaterlandes! Berlin, den 1. August 1914. Verband der deutschen Juden. Jentrakverein deutscher Staatsbürger jüdischen Klaubens. x * Der Verband der Deutschen Inden versendet nachstehende Aufforderung zur Mitteilung jüdischer Heeresangehöriger: Das deutsche Heer ist unter die tabuen gerufen; zahlreiche Glaubensgenossen gehören ihm an, zahlreiche werden sich frei” willig zum Dienst melden. Wir haben das dringendste Interesse daran, daß Umfang und Art der Beteiligung der deutschen Juden an dem sich entwickelnden Feldzuge zuverlässig festgestellt wird. Dies ist aber nur durch unverzügliche Maßnahmen möglich. Wir bitten Sie deshalb, unter freundlicher Aufwendung j glicher Bemühung — mit Hilfe Ihrer Vertrauensmänner an den andern Orten Ihres Bezirkes — jeden zu ermitteln und dem Bureau des Verbandes der Deutschen Juden, Berlin W. 35, Potsdamerstraße 45, schriftlich zu nennen, der in irgend einer Eigenschaft der Armee oder Marine angehören wird, sei es, daß er bei der Mobilmachung schon unter der Fahne stand, freiwillig Eintritt oder mit den Reserven, der Landwehr oder dem Landsturm einberufen ist oder wird oder in irgend einer Eigenschaft in der Wehrmacht Verwendung lindet, sei es als Soldat, Matrose, Maschinist, Spielmann, Unteroffizier, Deckoffizier, Reserveoffizier, Sanitätsoffizier, Krankenpfleger (oder Pflegerin), Intendantur-, Proviantamts-, Feldpost- oder Kriegsgerichtsbeamter oder sonstwie. Wir bitten, möglichst genau Namen, Vornamen, Truppenteil bezw. Schiff, Standort, Einstellungsart, Dienstgrad, Zivilberuf, Familienstand, Alter und Adresse anzugeben, jedenfalls zunächst alle die Einzelheiten, die Ihnen zuverlässig bekannt werden. Wir wiederholen unsere Bitte um möglichst genaue Ermittlungen, die Ihnen sowohl die in Frage kommenden Behörden wie die Gemeindeverwaltungen bei Nachfragen sicher erleichtern werden. Verband der Deutschen Juden. Ikorrespondenzen. Gottlieb Bettelheim. Ein Nachruf von Dr. Heinrich Schreiber. Fast siebzigjährig ist er gestorben. Diese Zahl der Jahre hat man ihm nicht angemerkt. Nur der Bart war etwas gebleicht; die hohe Stirne war noch immer reichlich von rötlich-blondem Haar beschattet, das etwas spitze Profil durch helle Augen gemildert, das Antlitz in jugendliche Frische getaucht. So steht er vor meiner