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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-08-14 · 33 (14.8.1914) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
33 (14.8.1914)
Date
1914-08-14
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 33 Dr. Bloch's „Vielleicht bist du um eines solchen Tages willen Königin geworden, o Esther!" Was immer dein Reichtum ist, deine Fähigkeit, deine Kraft, wodurch immer du emporragst über die andern, — es ist nicht mehr dein eigen, wenn du w a h r h a f t die Gefahrdeines Volkes empfindest. Von allem gehört dem Volke, von allem Reichtum, von aller Kraft. „Vielleicht bist du um eines solchen Tages w i l l e n K ö n i g in geworden, o E st h e r!" Aufruf! An die Mitglieder der Vereine „Kaiser Franz Josef- Ferienheim" und „Oesterreichisches Seehospiz" in Grado. Euer Hochwohlgeboren! Wir fühlen die moralische Verpflichtung, Ihnen als unser treues Mitglied ergebenst mitzuteilen, daß wir in diesen schweren Zeiten unsere Tätigkeit einer Hilfsaktion züwenden, welche einerseits die notleidenden Kinder der Reservisten und andererseits den Familien, in welchen der Ernährer durch den ftrieg Posten- und dadurch arbeitslos wurde, Freitische und andere Zuwendungen verschaffen wollen. Dieselben werden bezirksweise verabfolgt. Zn dieser Aktion ist uns die persönliche Mitwirkung jedermanns willkommen; deshalb fordern wir hiemit alle unsere treuen Mitglieder zur Mitarbeiterschaft an diesem Werke auf! Helfen Sie uns, Freitische in Familien, Gast- und Kaffeehäusern oder jene Gönner zu finden, die durch eine Ablösung von 9 Kronen für eine Monatsa u s s p e i s u n g, rcsp. von 30 Heller für eine Tage sa n s s v c i s u n g, den Hunger der armen Kinder stillen. Auskünfte erteilt das Bureau IX., Türkenstraße 17, Tür 20. täglich zwischen 10—12 und 4—6 Uhr. Tel. Nr. 17705. Hochachtungsvoll Für das Komitee der Hilfsaktion: Sofie Grünfeld, Präsidentin des „Ferienheims" und „Oesterr. Seehospiz" in Grado. Anschließend au diesen Aufruf sei hervorgehobeu, das; das „Ferienheim" schon in voller Tätigkeit und Organisation war, ebenso der mit ihm koalierte Verein zur Errichtung von Volksküchen nach israelitischem Ritus, XX., Kluckvgasse 7, II., Krinumbauingnsse 3. als die Reichsorganisation ihre große Sitzung am -10. August einberief. Es freut uns, konstatieren;u können, das; unsere Frauen, wie ich es in meinem Aufruf erwartet, ihren Mitschwestern an Aufopferung voraneilen werden. C. Benedikt. Patriotische Widmungen. Der Vereinsvorstand des Kaiserin Elisabeth-Lehrmädchen- und Arbeiterinnenheims hat in einer Sitzung unter Vorsitz seines Präsidenten kaiserlichen Rates Doktor S. Krüger einstimmig beschlossen, das aus drei Stockwerken bestehende Heim (2. Bezirk, Leopoldsgasse 15) mit einem Belegraum für 100 Betten, Baderäumen, geräumiger Küche und Nebenräumen für das Wartepersonal sowie sein gesamtes Dienstpersonal unentgeltlich dem Roten Kreuz zur Verfügung zu stellen. Außerdem wendet der Verein 1000 Kr. für die eventuelle nötige Einrichtung und für Spitalszwecke. Die ärztliche Leitung übernimmt kaiserlicher Rat Dr. Krüger. Die bis nun im Heime untergebracht gewesene;; Schützlinge stehen auch weiterhin unter dem Schutze und der Obhut des Vorstandes. Dieselben werden auf Kosten Wochenschrift Seite 565 des Vereines in verläßlichster Weise untergebracht und von dem Vorstande jederzeit in gewissenhaftester Weise beaufsichtigt werden. Herr Josef L. Herzl, Wien, 6. Bezirk, Stümpergaffe Nr. 19/21, schreibt: „Für Beauartierungszwecke stelle ich in meinem Hause, 14. Bezirk, Ullmannstraße 1 (Ecke Gürtel, an zwei Stadtbahnhöfen und drei Straßenbahnlinien gelegen) im ersten Stock große Säle zur freien Verfügung." Herr Mar Eckstein, handelsgerichtlich protokollierter Uhrmacher und beeideter Sachverständiger, 1. Bezirk, Wildpretmarkt Nr. 5, erster Stock, schreibt: „Ich habe in meinem Hause in der Postgasse 3 inr Mezzanin eine leerstehende Wohnung. Ich halte es für die beste Verwendung, sie dem Roten Kreuz für seine Zwecke, Verwundete möglichst gut und bequem unterzubringen, zur Verfügung zu stellen." Der Vorstand der israelitischen Kinderbewahranstatt hat beschlossen, den vorschulvflichtigen Kindern aus solchen armen israelitischen Familien, deren Ernährer zu Kriegsdiensten einberufen wurden, nach Maßgabe des vorhandenen Platzes Schutz und Verpflegung zu gewähren. Eine wackere Gtautzensgenossin. In Tulln wurde am Bahnhofe eine Organisation geschaffen, damit den durchfahrenden Kriegern Labung und Rauch;eug gegeben werden könne. An diesem Dienste beteiligt sich unsere Glaubensgenossin Frau <2 ch ö n - feld in der Rudolfstraße in hervorragender Weise. Fast alltäglich findet sie sich am Bahnhofe ein und verteilt an die Einrückenden Milch. Kaffee. Brot, Suppe und Kartoffeln, die von ihr in großen Kübeln zum Bahnhofe gebracht und von ihr und ihrem kleinen Mädchen unentgeltlich in die Waggons verabreicht werden. Die Lebensmittel beschafft die Frau vollständig aus eigenen Mitteln und sucht als Lohn nur die Dankesworte unserer tapferen und begeisterten Krieger. Von einem israelitischen Unbekannten sei ihr auch an dieser Stelle der Dank abgestattet, in dem die Leser dieses Blattes gewiß mit einstiinmen werden. für i Uder der Eiierinen und die Kriegsverwundeten! Familien, die ein oder mehrere Kinder von Einberufenen täglich unentgeltlich zu beköstigen, ferner solche, die einem oder mehreren Leichtverwundeten in ihrem Hause ebenfalls ohne Entschädigung Kost und Quartier zu gewähren bereit sind, wollen ihre Adresse einsenden an: DAS RABB1NAT FÜR DEN II., III. UND XX. BEZIRK Wien, II., Ferdinandsstrasse 23. :: Rituelle Kost bitte besonders zu vermerken. Unserem Aufruf in Nr. 32 d. Bl. folgten bisher: Herr Julius Haber (1 Kind zur Beköstigung) Herr Dr. I. Hellmann (1 Kind zur Beköstigung) Herr Erster Kantor Jurberger (2 Kinder) Frau Dr. Sophie K 0 h n (1 Kind) Frau Veronika K 0 h n (2 Kinder) Herr Viktor Lampl gibt 50 Kindern täglich Jause oder Nachtmahl, eventuell den entsprechenden Betrag. Herr Sekretär Julius Rosen feld (1 Kind) Herr Hermann Schlesinger (1 Kind)

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