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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-08-07 · 32 (7.8.1914) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
32 (7.8.1914)
Date
1914-08-07
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Ee te 552 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 32 fühl unserer Wiener Frauen und Mädchen werden die Vereine alle ihre Kräfte bis aufs äußerste anspannen. Die „Fürsorge" eröffnete am 4. August im Bureau IX-, Türkenstraße 17, Tür 20, 2. Stiege, 6—8 Uhr abends, eine Auskunftsstelle für die angeschlossenen Vereine, wo auch Hilfskräfte, Privatwohltäter, Recherchentinnen und die schon angemeldeten freiwilligen Hilfen der „Fürsorge" Auskünfte erhalten. Die Vereine werden auch hauptsächlich gebeten, dahin zu wirken, daß die nach polnischem Ritus Getrauten unter ihren Schützlingen, so weit dies noch möglich ist, rasch Notehen bei den Räbbinaten ihrer Bezirke schließen, da die Frauen und Witwen gegen gesetzlich Getraute im großen Nachte ne sind. Der Verein zur Errichtung von Volksküchen nach israelitischem Ritus versendet nachfolgenden Ausruf zu einer Hilfsaktion für die arme Bevölkerung. Die Ernährer sind in den Krieg gezogen! Zur Sorge um den Mann, der im Felde steht, gesellt sich bei den Zurückgebliebenen das Gespenst der Not. Mütter, Frauen, Greise und Greisinnen, sie alle bangen bei der ständigen Steigerung der Lebensmittel vor der Beschaffung des Notwendigsten. In unseren Volksküchen, XX., Kluckygasse 7, sowie II., Krummbaumgasse 8, haben wir Gelegenheit, die anwachsende Not der armen Bevölkerung kennen zu lernen. Für einen großen Teil der sonst ständigen Besucher unserer Anstalt ist selbst der geringfügige Betrag von 28 Heller oder 34 Heller, den wir für ein Mittagmahl einheben, nicht mehr erschwinglich. Viele hungern, weil sie den Betrag von 8 Heller für Suppe und Brot oder 10 Heller für Gemüse und Brot nicht mehr aufbringen können. Wir haben deshalb zur momentanen Linderung des Notstandes 1000 Freimarken für je eine komplette Mahlzeit an Wohltätigkeitsvereine zur Verteilung an Hilfsbedürftige ohne Unterschied der Konfession bereits zugewiesen. Mit Rücksicht auf unsere beschränkten Mittel sind wir jedoch außerstande, allen an uns herantretenden Ansprüchen um Freimarken zu entsprechen. Wir richten an Vereine und Privatwohltäter die dringendste Bitte um Zuwendung von Geldspenden zur weiteren Beschaffung von Freimarken oder Erwerbung von Markenblocks zur Selbstocrteilung. Durch Aufwendung geringer Beträge kann jedermann auch eine beliebige Anzahl von Speisemarken erwerben und durch deren Abgabe an Bedürftige beitragen, die Not zu lindern. Spenden werden entgegengenommen in der Zentrale des Vereines, II., Krummbaumgasse 8, Markenblocks werden abgegeben bei Frau Hermine Kadisch, VII., Lindengasse 32, und bei Frau Jenny Bunzlau, I., Salzgries 16. Hilfsaktion des „Fortschrittlichen Bürgervereines Donauklub". Der gesamte Vorstand des „Fortschrittlichen Bürgervereines Donauklub" hat sich am 28. Juli d. I. sofort nach erfolgter Kriegserklärung an Serbien versammelt und sich im Hütblick auf die allgemeinen Lage in Permanenz erklärt, um gemäß seinen Traditionen seit seinem 43 jährigen Bestände, überall dort gleich mithelfen zu können, wo es gilt, die für Kaiser und Reich notwendigen Aktionen im Bürgertum zu fördern. Gleichzeitig hat der Vorstand beschlossen, zu beit im Zuge befindlichen Sammlungen für die Verwundeter: eine neue Sammlung für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen einzuleiten und diese Sammlung Mit einem Betrage von Kronen 300.— zu eröffnen. Der „Donauklub" richtet nun zunächst an arbeitssreudige und wohltätige Bürger die Bitte, seinem diesbezüglichen Organisations-Komitee beizutreten. Gleichzeitig richtet der „Donauklub" hiermit an alle Bürger die dringende Aufforderung, beizeiten der am schwersten Betroffenen, nämlich der Familien der gefallenen Krieger, zu gedenken. Beizeiten muß also jeder Staatsbürger, der auch nur einen Heller entbehren kann, sein Aeußerstes tun, um eine dauernde Fürsorge für die unglücklichen Hinterbliebenen organisieren zu können. Mitbürger! Wir fordern Euch, alle Edeldenkenden auf, diesen Fonds durch reichliche Beiträge, die man an uns direkt oder an die verehrliche Redaktion dieses Blattes richten wolle, begründen und seinem Zwecke entsprechend ausgestalten zu helfen! Wien, II., Praterstr. 8, 31. Juli 1914. „Fortschrittlicher Bürgerverein Donauklub", Gemeinderat Professor a. D. Goltz, Obmann. Kriegsdienstleistung des jüdischen Wanderbundes „Blau-Weift". Im Anschluß an die Anregungen der Tageszeitungen hat sich laut Beschluß der Führerschaft wer jüdische Wanderbund „Blau-Weiß" verpflichtet, seine Wanderer für Feldarbeiten der Behörde zur Verfügung zu stellen. Alle Wanderer und Wanderinnen der Wiener Ortsgruppe haben sich vorläufig beim Frühappell, 9. Bez., Garnisongasse 22, um 9 Uhr zu melden. Andere arbeitsfähige junge Juden können sich ebendaselbst zur Feldarbeit anmelden. Für die Führerschaft: ' Dr. R. Waltuch, 1. Bez., Maria Theresienstraße 24, dz. Oberführer. Med. Julius Josef Gerstl, 16. Bez., Fröbelgafse 27, dz. Schriftführer. Budapester Hilfsaktion. Der Vorstand der Budapester Religionsgemcindc stellte dem k. ung. Landesverteidigungsministerium im israel. Spital hundert Betten für verwundete Soldaten und zwanzig Betten für verwundete Offiziere zur Verfügung, während in dem gleichfalls in Verwaltung der Kultusgemeinde stehenden „Adele Brodyschen Kinderspital" 36 Verwundete Aufnahme finden. Für das „Rote Kreuz" bewilligte der Vorstand 4000.— Kronen. Ebenso wurden bezüglich der Unterstützung der notleidenden Familien eingerückter Reservisten entsprechende Beschlüsse gefaßt. Der Budapester israelitische Frauenverein hat mit Rücksicht auf die Notlage vieler Familien einberufener Reservisten seine Volksküche wieder eröffnet. Dieser Verein stellt auch das Gebäude des „Alice Weißschen Wöchnerinnenheims" dem Ministerium für Spitalszwecke zur Verfügung. Der Budapester israelitische Ferienkolonien-Verein hat beschlossen, das aus 14 Zimmern bestehende und von! einem großen Parke umgebene Gebäude in Diosjenö, in welchem bisher schwächliche jüdische Schulkinder Budapests sich erholt hatten, der Kriegsverwaltung zur Verfügung zu stellen. Es haben da 200 Verwundete Platz. Krakau, 27. Juli. Die Aufregung in Galizien spottet jeder Beschreibung. Das herzzerreißende Weinen der Mütter und Frauen an den Bahnhöfen, wo sie Abschied von Söhnen und Gatten nehmen, wird laut übertönt von den begeisterten patriotischen Ausbrüchen der Ab-

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