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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-08-07 · 32 (7.8.1914) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
32 (7.8.1914)
Date
1914-08-07
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 32 Dr. Btoch's Wochenschrift Seite 551 hält sich weitere Leistungen zu dem Hilfswerke, insbesondere Maßnahmen wegen Pflege der Verwundeten vor und weist die Kasse der Kultusgemeinde (Wien, I., Seitenstettengasse 4, 1. Stock) an, Beiträge entgegenzunehmen. Kein Jude wird sich der patriotischen Pflicht entziehen! Wien, 29. Juli 1914. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien: Dr. Emil Adler, Dr. Alfred Stern, Sekretär. Präsident. Familien, die bereit sind, ein oder mehrere Kinder von Einberufenen täglich unentgeltlich zu beköstigen, wollen ihre Adresse einsenden an: DAS RABB1NAT FÜR DEN II., III. UND XX. BEZIRK -='~= Wien, II., Ferdinandsstrasse 23. Rituelle Kost bitte besonders zu vermerken. Fürsorge für die Verwundeten. Das Präsidium der israelitischen Kultusgemeiude Wien hat folgendes Telegramm an das'Kriegsministerium gerichtet: „Das Präsidium der israelitischen Kultusgemeinde Wien stellt dem k. u. k. Kriegsministerium in seinem in Wien, 18. Bezirk, Gürtel Nr. 97 und 99, befindlichen Krankenhaus einhundert Mannschaftsbetten und zehn Offiziersbetten zur Pflege von Verwundeten zur Verfügung. Die Verpflegung, Wartung und ärztliche Behandlung wird unentgeltlich beigestellt. Nebstdem erbietet sich das Kaiserin Elisabeth-Institut für israelitische Krankenpflegerinnen, mehrere Pflegerinnen für den Kriegsschauplatz zur Verfügrrng zu stellen. Außerdem werden im Spital der israelitischen Kultusgemeinde von den Abteilungsvorständen Prof. Dr. Zuckerkandl und Dr. Fleischmann über die erste Hilfe und Pflege Verwundeter unentgeltliche Kurse gehalten. Das gefertigte Präsidium bittet namens der israelitischen Kultusgemeinde Wien, vorstehendes Anerbieten als Zeichen seiner patriotischen Einpfindungen entgegennehmen zu wollen." Hilfsaktion des jüdischen Vereines „Einheit". Aus Anlaß der kriegerischen Ereignisse und der mit ihnen Hand in Hand gehenden weiteren Lebensmittelverteuerung hat dieser Verein gestern seine Vorstandsmitglieder zu einer dringenden Beratung einberufen. Ueber Vorschlag des Obmannes Herrn Bernhard Hofbauer wurde beschlossen, den Wohltätigkeilstraditionen des Vereines entsprechend, an den Hilfsaktionen für unsere braven Soldaten teilzunehmen. So wendet sich denn diese wirklich humane Vereinigung opfernrütiger Männer an die Bevölkerung mit folgendem Aufruf! Noch hat das blutige Ringen nicht begonnen und schon stellt sich eine traurige Folgeerscheinung ein, welche den Jammer des Krieges zu vervielfachen geeignet ist. Bereits sind die unentbehrlichsten Lebensmittel, wie Brod, Mehl, Kartoffeln, Gemüse, Fleisch, Fettstoffe, Kaffee, Zucker re., rapid gestiegen, ohne daß abzusehen wäre, was gewissenlose Lebensmittelwucherer in dieser Beziehung trotz strenger gesetzlicher Strafbestimmungen noch Vorhaben und ausführen könnten. Der humanitäre Verein „Einheit", welcher seit vieleu Jahren durch die Opferwilligkeit edler Männer tagtäglich durchschnittlich 1500 Menschen mittags mit Suppe, Fleisch und Beilage, Gemüse, Mehlspeise uub Brod für 34 Heller ausspeist, der jahraus jahrein Tausenden dieses Essen ganz umsonst verabreicht, hat nun beschlossen, zur Linderung der herrschenden Not vor allem dadurch beizutragen, daß er trotz all der Steigerungen der Lebensmittelpreise diese vorstehenden billigen Einheitspreise für sein wirklich vorzügliches, reines und frisches Essen bis auf weiteres nicht erhöht. Der Verein hat im Hinblick auf die kriegerischeil Ereignisse weiters beschlossen, den Frauen und Kindern aktiv d i e u e n d e r uub ein berufen er Soldaten und Landsturmmä u n c r für die Dauer des Krieges obiges Mittagessen für bloß 40 Heller und obiges Abendessen für bloß 30 Heller zu verabfolgen. Den Nachweis des aktiven Dienstes des Familienoberhauptes haben die Betreffenden von den Regimentskommanden und den Beweis der Einberufung von den Gemeindeämtern beizubringen. Der Verein richtet hiermit an alle edlen Menschen' freunde und Wohltäter die Bitte, derer zu gedenkell, die nun im Dienste für Kaiser und Vaterlalid auch noch mit der schweren Sorge um die Erhaltung ihrer Angehörigen zu käinpfen haben und derer, die eben ihrer Ernährer entbehren müssen. Mitbürger! Nehme jeder von Euch, der es nur irgend tun kann, an der Fürsorge für Frauen und Kinder von Soldaten in der Weise teil, daß er der „E i n h e i t" Beträge für bestimmte Frauen und Kinder zuivendet oder es der „Einheit" selbst überläßt, sich von den kom- Petenten Gemeindeämtern die den geleisteten Sperldell entsprechende Anzahl von Frauen und Kindern von Einberufenen zuweisen zu lassen. Mitbürger? Greifet ein, denn mir leben Schicksalsstunden, in welchen die Wohltätigkeit so viel Helsen und to rettend wirken kann, wie niemals sonst! Volksspeifehalle-Verein „Einheit", Wien, II., Malzgasse 12. Kriegssitzung der „Weiblichen Fürsorge". Das Arbeitskomitee der „Weiblichen Fürsorge" hat am 2. August eine Sitzung der ihr angeschlossenen Vereine einberufen. Vertreten waren die Vereine Ferienheim, Seehospiz, Frauenhort, Povidentia, Zuflucht, <s>m sinnenfürsorge, Verein zur Errichtung von Volksküchen nach israelitischem Ritus, Jubilüumsverein, die Bezirksvereine der Innern Stadt, Hietzing, Floridsdorf, Brigittenau, Döbling und viele freiwillige Hilfskräfte an Frauen und Mädchen. Die einzelnen Vereine gaben ihre vorläufigen Leistungen bekannt: das Ferienheim stellt sein Kaiser Franz Josefs-Ferienheim in Tischnowitz und der F r a u e n h o r t sein K a i s e r Franz I o s e f s - A r b e i t e r i n n e n h e i m in S erben st e i n dem Roten Kreuz zur Verfügung; F e - rienheim und Seehospiz haben 10.000 Kr. für die Ausspeisung und Kinderfürsorge von Refervistenkindern zur Verfügung gestellt; desgleichen 1000 Kronen für die Reservistenkinder in Grado; die Providentia speist ab 4. August 33 Kinder in ihrem. Heim Darwingasse aus: der Verein zur E r r i ch - tung von Volksküchen nach israelitischem Ritus, II., Krummbaumgasse 8 und XX., Kluckygafse 7, speist täglich 1000 Personen mehr aus als sonst und stellt den Vereinen 1000 Freimarken für vollständige Mahlzeit zur Verfügung: d e r F r a u e it Hort, B r i ■ gittenauerverein und Iubiläumsverei u stellen ihre Reservefonds den Familien der Einberufenen unter ihren Schützlingen zur Verfügung: unter den Anwesenden haben sich viele zur freiwilligen Krankenpflege gemeldet. Im Vertrauen auf das patriotische Ge-

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