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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-07-31 · 31 (31.7.1914) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
31 (31.7.1914)
Date
1914-07-31
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 31 Dr. Bloch's Wochenschrift Verte 541 Diese ist eine von ftraft und Temperament strotzende Komposition, die auch der „Moderne" Rechnung trägt. Das Werk ist im oratorischen Stile geschrieben, und wir finden im Komponisten einen vorzüglichen Vertreter dieser Kunstform. Die geistreiche Ausnützung des hauptsächlich aus der aufsteigenden Tonleiter gestützten Motives finden wir sowohl anfangs als auch im Schlußsätze. Selbst in den eingeflochtenen a < ap< ll -Sätzen ist dieses Motiv in hübschester Modifikation durchgeführt — ein Kennzeichen eines reifen musikalischen Könnens. Wie richtig der Text im Largo illustriert wird, beweisen die abwärtsstrebenden Sequenzen. Nach dem zum Teil musikalisch-lyrischen Inhalte könnte man dieses Produkt eine Kantate nennen und hervorheben, daß der Komponist der überlieferten alten Reinheit auch modern zu empfinden und zu gestalten imstande ist. Dieses „Emes" ist eine herrliche Komposition von reizender Melodik und zeichnet sich sowohl durch einwandfreie Stimmführung als auch durch vorzügliche Kontrapunktik in dem Orgelpart aus. Ein jubelnder zuversichtlicher Chor: „W'attoh" schließt die effektvolle Nummer. Und so könnten wir ähnliches Lob vielen prächtigen Kompositionen mit gutem Gewissen — spenden. Allein dir Würdigung all dieser mehrstimmigen Werke — etwa 100 — würde die Grenzen des uns zu Gebote stehenden Raumes weit überschreiten. Und nur flüchtig wollen wir noch der markantesten Arbeiten gedenken: „Mechalkel chajim", sehr sinnig ausgestaltet: „Meloch", ein Rezitativ herzerquickenden Chasanus; der Wechselgesang „Owinu Malkenu" charakterisiert das Motiv durch den abwechselnden Schluß des «T8 und n. Ein grandioses Werk ist auch das vierstimmige „En komaucho". Viel modernen Eeschnrack verrät auch das Kantorsolo „B'rosch-Haschono II", das kein Kantor, dem ein gediegener Organist zur Seite steht, im Hohenfeiertags-Eottesdienst wird missen wollen. Ein Prüfstein des Chasanus ist bekanntlich das „Sagen" des „Umipne", als auch „Malchios", „Sichronos", „Schofros". Hier wird nicht nur der Kantoratseleoe reiche Kenntnis schöpfen, auch der erfahrene Kantor wird vollauf Anregung finden. Der ganze Kol Nidre-Gottesdienst hat im „Kol T'hilloh" meisterhafte Ausgestaltung gefunden. Auch hier begegnen wir dem alten Chasanus im prächtigen Seidentalar. Sowohl das „Kol Nidre" selbst mit dem Herrlich-schöneu Orgelpart als auch die darauffolgenden mehrstimmigen Kompositionen sind von feierlichster Stimmung getragen. „Wcal chatoim" tilget den würdigen Abschluß des weihevollen Äbendgottesdienstes. Mit Wehmut und aufrichtiger Anteilnahme betrachten wir das Eedenkblatt, das der hartgeprüfte Komponist Heller dem Andenken seines einzigen teueren dahingeschiedenen Kindes, der kunstsinnigen Frau Dr. Elsa Stern seligen Andenkens, widmet. Die Gebete und Lieder, sie alle klagen um ein verlorenes Paradies. Wir wünschen Herrn Oberkantor Heller: seine Musenkinder, die wohlgeraten sind, mögen ihm einen Teil seines Verlustes ersetzen Und nun zum Schluß. Herrn Oberkantor und Chordirektor Josef Heller in Brünn braucht um die Existenz und Zukunft seines synagogalen Werkes „Kol T'hilloh" nicht zu bangen! Es ist eine Arbeit von bleibendem Werte. Wer das moderne Chasanus zu seinem Lebensziel sich machen will, wird nie und nimmer Hellers Werk übersehen können noch dürfen. Dem Komponisten aber rufen wir ein kräftiges Jejascher koach! zu. The Jewish Review. Edited by Dr. Joseph Hochman. Vol. U. No. 26. July, 19!4. — Geo. — Routledge&Sons, Lond n. Contents: Edi torial Notes The Jews in Russia; The Roumanian Bondage; The Return to Spain; The Work of the »Hilfsverein«. — Israel Cohen: Modern Jewry in Bondage. — L. G. Montefiore: Anglo-Jewry at the Gross-roads. — Robart B. Salomon; Gerasa (Gilead). — H. C Franklin: Jerusalem and Zionism. — Salis D a i c h e s: Salomon Maimon and His Relation to Judaism. — Reviews of Books. — Schriften, herausgegeben von der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums. — Die religiösen Bewegungen der Gegenwart. Ein Vortrag, gehalten von Professor Dr. Hermann Cohen, Geheimer Regierungsrat. — Leipzig 1914. Buchhandhandlung Gustav Fock, E. m. b. H. Le Traducteur, The Translator, Jl Traduttore, drei Halbmonatsschriften zum Studium der französischen, englischen, italienischen und deutschen Sprache. - Diese Publikationen sind vorzügliche Hilfsmittel für Deutsche zum Weiterstudium der. französischen, englischen und italienischen Sprache, sowie auch für Franzosen, Italiener oder Engländer zur Erlernung' des Deutschen. Der sorgfältig gewählte Lese- und Uebungsstoff macht sie zu einem ausgezeichneten Förderungsmittel im Sprachstudium für den einzelnen sowohl als auch im Familienkreise. — Probenummern für Französisch, Englisch oder Italienisch kostenfrei durch den Verlag des „Traducteur" in La Chaurde-Fonds (Schwey). Benjamin Wechsler, Frankfurt a. M. Iudenstaat und Iudensaat. Preis 30 Pfg. Im Selbstverlag. Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden. Herausgegeben vom Bureau für Statistik der Juden. Berlin C. 2, An der Spandauer Brücke 15. Schriftleitung: Dr. Bruno Blau, Berlin. 10. Jahrgang, Heft Nr. 7 8, Juli August 1914. Inhalt: I. Abhandlungen: I),- publ Jacob Sega II, Berlin: Die Leistungen der Armenkommission der jüdischen Gemeinde zu Berlin. - Dr. Bruno Blau, Berlin: Zur Statistik der Juden in Hannover. — Horator und Marimilan Paul-Schiff: Die statistischen Ziffern für Austritte aus dem Judentum und Mischehen. — II. Statistisches Archiv: Aktiengesellschaft zur Beschaffung billiger Wohnungen in London, t b’our p< r Cent rnluslni D\v. l.ings- C'»mj any. London.) — Aus der Statistik der Israelitischen JReligionsgemeinde zu Dresden für das Jahr 1913. Statistik der Juden in Leipzig. — III. Mitteilung. Die Missionsfrrge in der Generalversammlung des internationalen Pro-Falascha-Komitees. Sonderdruck aus dem Israelitischen Gemeindeblatt, Köln a. Rh. Herausgegeben vom Eeneralsekretäriat des Internationalen Pro-Falascha-Komitees, Frankfurt a. M., Palmstraße 11. Ein jüdisches Gemeindeblatt in russischer Sprache. In Petersburg erscheint seit kurzem unter dem Titel „Wjestnik Iewreiskoj Obschtschimni" (Jüdisches Eemeindeblatt) eine Zeitschrift in russischer Sprache, deren Aufgabe es ist, die Interessen der jüdischen Gemeinden in der russischen Bevölkerung und bei den russischen Behörden zu vertreten und andererseits alle Anregungen wegen Konsolidierung der jüdischen Gemeinden in Rußland zu besprechen. Kriefkasterr. Rückschau. Die Stelle in dem Briefe, den Kaiser Joses II. rm Jahre 1787 an Van Swieten gerichtet hatte, lautet: „Der Fanatismus soll künftig in meinen Staaten nur durch die Verachtung bekannt sein, die ich dafür habe; niemand werde mehr seines Glaubens wegen Drangsalen ausgesetzt, kein Mensch müsse künftig genötigt sein, das Evangelium des Staates anzunehmen, wenn es wider seine Ueberzeugung wäre und er andere Begriffe von der Glückseligkeit habe. Die Szenen der abscheulichen Intoleranz müssen ganz aus meinem Reiche verbannt werden." W. A. in E. Der in die französische Akademie gewählte Finanzschriftsteller Raphael George L 6 v y ist der Neffe eines in der theoretischen und praktischen Finanz berühmten Brüderpaares, des verstorbenen deutschen Parlamentariers Ludwig B amberg e r und des Bankdirektors Henry Bamberger, des Begründers der Banque de Paris. B. F. Es ist bekannt, daß die Juden auch im Flugsport ihren Mann gestellt haben. Der von jüdischen Eltern stammende Professor Arthur Berson, der erste Observator am Kgl. aeronautischen Observatorium, wohl der älteste von den bekannten lebenden Luftschiffern, hat am Viktoria-Nyansa den noch bis heute unbestrittenen Höhenrekord von 10.800 Metern erreicht. Unbestritten ist ferner, daß das System der Zeppelin-Luftschiffe zum großen Teil auf den Erfindungen des ungarischen Ingenieurs und Luftschiffers David Schwarz beruht, der den ersten lenkbaren Aluminium-Ballon baute und bei der ersten verunglückten Probefahrt einen schweren Sturz davontrug. Bei der jüngsten Wettfahrt der deutschen Freiballons hat der Luftschiffer Berliner, der in Schweden-Norwegen landete, die weiteste Strecke durchmessen und den ersten Preis erhalten. In dem Jahrbuch des deutschen Luftschifferverbandes von 1911 — ein späteres Exemplar liegt uns noch nicht vor — werden unter den Luftschiffern, die das amtliche Führerzeugnis erhalten haben, nahezu ein volles Dutzend mit jüdischem Namen aufgeführt. Erst vor wenigen Wochen hat der französische, aber aus einer alten jüdischen Familie der Hagenauer jüdischen Kultusgemeinde stammende Aviatiker Pierre Gouguenheim, Pilot bei Farman in Etampes, einen neuen Weltrekort ausgestellt, indem er mit vier Passagieren aus einem Farman-Doppeldecker 1120 Meter hoch stieg. Die beiden an einem Tage verunglückten Flieger Elia Dunetz und Abramowitsch sind Juden, der letztere allerdings getauft, aber ein Enkel des bekannten russischen Rabbiners Abramowitsch. A. R. in Leipzig. Die Aeußerung, wegen deren Frau Rosa Luxemburg von dem Frankfurter Gericht zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden ist, ist, wie wir in einem Artikel des demokratischen „Freien Volk" aus der Feder des Herrn Karl o. Ossietzky entnehmen, dem Staatsanwalt von dem bekannten Antisemiten Dr. Ernst Henrici denunziert worden, der, wie erinnerlich, vor zwei Jahren in Leipzig den Vorsitzenden einer Versammlung bei dem Rektor der Universität angezeigt hat, weil er auf ein von ihm nach einem Vortrage des sozialdemokratischen Abgeordneten Bernstein ausgebrachtes Kaiserhoch nicht sofort reagiert hat und der jetzt nach Frankfurt a. M. übergesiedelt und dort Redakteur eines „evangelischen" Wochenblättchens konservativantisemitischer Tendenz geworden ist. I. B. in Brünn. Besten Dank für Ihre interessante Mitteilung, die wir gelegentlich verwerten werden.

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