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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-07-31 · 31 (31.7.1914) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
31 (31.7.1914)
Date
1914-07-31
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite $38 Dr. Bloch's tragen, daß er fest überzeugt war, eine besondere Anerkennung zu finden und konnte es nicht begreifen, warum er dafür noch zurückgefchickt wird. Der russische Rechtsschutzverein hat es abgelehnt, zu seinen Gunsten den Rekurs zu ergreifen. Das verschlechterte „Los". Der russische Minister für Unterricht, Kasso, hat sich wiederholt als unermüdlicher Erfinder neuer Mittel zur Erstickung des Bildungsdranges der russischen Juden erwiesen. Von chm stammt auch das Auskunftsmittel, durch das Los bestimmen zu lassen, wer von den zahllosen jüdischen Petenten innerhalb der vorgeschriebenen Prozentnorm zu den einzelnen Bildungsanftalten zugelassen werden soll. Nun droht eine neue Erfindung Kassos, selbst dieses bittere „Los" der jüdischen studierenden Jugend noch zu verschlechtern. Während nämlich bis jetzt allgemein die Praxis geübt wurde, daß die. jüdischen Studenten, welche um Aufnahme in eine Anstalt ansuchten, zunächst zum Examen zugelassen wurden und das Los entschied unter den Schülern, welche das Examen bestanden, verfügt nun eine neue Verordnung Kassos, daß die Losbestimmung so zu verstehen sei, daß durch das Los diejenigen festgestellt werden sollen, welche zum Examen zuzulassen seien. Die Bedeutung dieser Verordnung ist klar. Die Prüfungskommission hat es auf solche Weise in der Hand, die Zahl der zum Studium zuzulassenden jüdischen Schüler noch zu verringern. Gegen diese kulturmörderische Verfügung haben bis jetzt schon mehrere russische Schuldirektoren und Hochschulrektoren Stellung genommen. Vermischtes. Wien. Der k. k. Bezirksschulrat hat der Lehrerin an der Ster n'schen Mädchenschule, Fräulein Helene Friedmann, für chr eifriges und erfolgreiches Wirken die Anerkennung ausgesprochen. Wien. Herr Ludwig Münz, Sohn des Vizepräsidenten der „Concordia", Redakteurs des „Neuen Wiener Tagblatt" Herrn Bernhard Münz, i^t zum Doktor der Rechte promoviert. Anitritte aai dem Judentum. Vom 19. Juli bis 25. Juli 1914 Dr. Josef Bamberg er, geb. 16. September 1890, Wien, VI. Bezirk, Mollardgasse 17. Elise Blechner geb. Heunann, Modistin, geb. 13. Juni 1871, Tabor, Böhmen, III., Mohsgasse 8. Ludwig Fuchs, Privatbeamter, geb 1. Feber 1882, Wien, III. Bez., Rudolf von Alt-Platz 3. ' Paul Gorodetzky, Student, geb. 5. Feber 1896, Rostow, Rußland, 11., Weintraubengasse 14 Harle Halasi, Private, geb. 15. Jänner 1891, Kemecse, V., Reinprechtsdorferstraße 33. Sigmund Halasi, Privatbeamter, geb. 11. Juli 1885, Nagyvärod, V., Reinprechtsdorferstraße33. Robert Kraus, Student, geb. 12. November 1894, Wien, XVIII., Julieasträfie 34. Erna Mandl, Private, geb. 3. Mai 1891, Wien, XVIII., Antonig. 88. Johann Aladar Revi, Realschüler, geb. 6. Juni 1898, Budapest, I., Neuer Markt 10. Berta Sänger geb Scheiber, Private, geb. 29. April 1870, Bukarest, 111., Obere Weißgärberstraße 10. Heinrich Siegfried, Kommis, geb. 8. März 1892, Wien, IIL, Rennweg 94 Egon Steinitz, Ingenieur, geb. 28. November 1891, Wien, III., Löwengasse 29. Berta Task geb. Ko'.esker, Hebamme, geb. 16. Dezember 1894, Kiew, Rußland, III., Radetzkystraße 14. . Wochenschrift Nr 31 Froim Talk, Millelschullehrer, geb. 16. Juli 1890, Bender, Rußland, 111., Radetzkystraße 14 Katharina Wengraf geb. Platzer, Private, geb. 30. August 1884, Wien, VI., Gumpendorferstraße 31. Max Wittmayer, Geschäftsdiener, geb. 1. September 1880, “Wien, XIV., Sechshauserstraße 49. Nikolsburg. In der am 15. Juli l. I. abgehaltenen Sitzung des hiesigen Kultusvorstandes wurde Herr Heinrich Kunstadt, Kantor des Schönlaternbethauses zu Wien, mit Stimmeneinhelligkeit zum Oberkantor gewählt. Ang.-Ostrau. Durch besonderen Fleiß und Eifer unserer Herren Rultusbeamten Oberkantor M. Eibenschütz und R. Rornsein ist es gelungen, eine Ferienkolonie von 41 Rindern des Wiener Vereines „Rinderstütze" für zwei Monate hier unterzubringen. Die Leitung dieser Kolonie liegt in den Händen der obgenannten Herren. Es ist wirklich eine Freude und rührend, das Treiben dieser Rinder, die die Freiheiten am Land noch nicht genossen haben, zu betrachten. Für eine sorgfältige Verpflegung ist gesorgt und bei den täglichen Spaziergängen werden die Rinder von einer Aufsichtsdame begleitet. Es ist Pflicht, den Vorstand der hiesigen Kultus- und Stadtgemeinde, die bereitwillig das Schulgebäude zur Bequartierung der Rinder überließen, öffentlich zu danken. Gleicher Dank gebührt Herrn Adolf Hahn, der in seinem Hause eine Wohnung zur Rüche und Speisesaal der Leitung überließ. Mustergültig ist die Aufopferung und uneigennützige Hingabe des Vereines „Rinderstütze", Wien, XVI., Hubergasse 8, der keine Mühe scheut, um das Wohlergehen der Ferienkolonie zu fördern. Mähr.-Weißkirchen. Bei der am 15. d. M. in M.-Weißkirchen stattgefundenen Wahl in den Kültusausschuß wurden folgende Herren gewählt, und zwar: Herr Samuel Kober, Sigmund Benisch, Rudolf Haus, Dr. Edm. Baß, Distrikts-Tierarzt David Donnebäum, Leopold Riesenfeld, Julius Geßler, Karl Baron, Offizial der k. k. Nordbahn Alfred Hein. Bei der am 22. d. M. stattgefundenen Konstituierung wurden gewählt: zum Kultusvorsteher Herr Samuel Kober, zum 1. Beirat Herr Sigmund Benisch, zum 2. Beirat Herr Dr. Eduard Baß. Stuhlweißenburg. (Verlobung.) Fräulein Rosa S t e i n h e r z, Tochter des Herrn Oberrabbiners Dr. Jakob Steinherz, hat sich mit Herrn Geza Singer, leitendem Sekretär des Verbandes der Privatbeamten aus Budapest, verlobt. Prag. (Eine Zutun fts stiftun g.) Ein Anonymus hat dem Präsidenten der Prager israelitischen Kultusgemeinde, Herrn Dr. Arnold Rosen buch er, ein auf 15.000 Kr. lautendes Sparkassenbuch mit der ausdrücklichen Bestimmung übergeben, der Betrag solle nicht früher behoben werden, als bis er auf 3l/2 Millionen Kronen angewachsen sei. Dann soll ein Institut zur Heranbildung von Rabbinern, Predigern und Lehrern errichtet werden. So sonderbar auch die Bestimmung anmutet, sie liegt immerhin im Bereich der Möglichkeit, denn die angestrebte Summe kann bei vierprozentigrr Verzinsung in 138 Jahren erreicht werden. Feuilleton. Die KtWeralhrr und der Jude. Da wo die Salm, die durch ein tiefes und enges Felsental des Eifelgebirges fließt, in die Mosel einmündet, liegt das Dorf Klüsserath. , Hier ereignete sich vor mehr als 100 Jahren ein Vorfall,, welcher im Jahre 1853 in der W. O. von Horn'schen „Spinnstube" veröffentlicht wurde und heute noch verdient, der Vergessenheit entrissen zu werden. „Am 28. Februar waren infolge eines plötzlich eingetretenen. Tamvetters die mächtigen Schneemassen der Eifel so. rasch geschmolzen, daß die Salm über ihre Ufer

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