Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 31 (1914)
- Issue
- 30 (24.7.1914)
- Date
- 1914-07-24
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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SettechSL MvWS^Wvchenschrrft Nr. 30 kl»G-;H-g?rch ÜMüPkchsdMsi-HichO-rttEÄKe^.Mdich^wieher räfeii. E« gMnß Mir; 'ich briHte' mM ^Herz^ zum'Schwaigen; ich 3%ir*nnr fein mAr-um aittifi* otno WnXiiV« ' ' ’* mir*«* titir; Afrif'!;‘»i <►' zuinir fein, wär-M Räumlichkeit um muh' hchülm. eine ändere. Meine Eltern hattenvier Wochen nach dem 'tätlichen .Zusammenstotze mit dem Sohne des Gutsherrn den Pacht verlassen müssen und mieteten sich im Dorfe in ein anderes Bauernhaus ein. Zchre Eristety war geschädigt. Nur langsam schritt meine Genesung vorwärts, trotz der zärtlichen Sorgfalt meiner Mutter und Schwester, denn im Orte war fein Arzt, und die damäligen Verhältnisse meiner Eltern war wieder nurder' Arzt: ' Stumpfsinnig fuhr ich nun durch das länge, morastige Dorf. Es war wie äusgestorben. Vor. dem' Edelhofe, in welchem mein Logis bestimmt war,' hielt der Wagen. Ich sah wie mit gläsernen Augen die hohen Pappeln, an die sich meine jugendliche Phantasie anschmiegte, das Judenhäuschen, in welchem ich meine Kinderjahre verlebte und vertrauerte. Eine alte Magd, Nachdem sie mir ehrfurchtsvoll die Hand erlautten ihnen nicht, einen von der ZrM^^zu Holen. Mein gekützt, half mir vom Wagen und bat mich, .nur schnell zum Väter zeigfe mir feinen fr^ndsiHen PWMM;. er hielt mich gnädigen Fräulein hineinzNgohen, dasselbe , sei vor einer Viertel- <lls die Ursache seines Unglücks.' Kaum^ hergestellt, führte : ich stunde von der' Krankheit befallen'worden, meinen auf dem SchmerzenÄager mir zurechtgelegten Plan aus.^ Vor mir lag der'' Gegenstand ''meiner ' zwöyjäMen.. Rache-. Ich oerlietz mein Elternhaus. Mutter und Schwester begleiteten mich Egefühle, aber — verführerisch und sinnberückend, wie.mirnoch eine Strecke weit unter Tränen, mein Vater lietz mich ohne seinenZikein Weib geschienen. Ich war verwirrt. Vergangenheit und Segen wegziehen, er wollte nichts mehr von mir wissen W Gegenwart stritten um meine Gefühle. Nach einigen Augenblicken Das Ziel meiner Reife war Tyrnau. Daselbst war. eben dieAschweren Kampfes erteilte ich der Magd meine ärztlichen An- HerhHnesse, an welcher, neben hohen Wagenladungen von Rinds¬ und Hchafhäuten lange Rechen von kaum der Volksschule ent-j wwchsenen jüngen Leuten wie auf einem Sklavenmarkte zum Ver-i dingen an einzelwohnende Israeliten aus den Dörfern als' Lehrers und Schächter ausgestellt sind. Das Glück war mir hold. Ich kam um den Lohn von fünfzehn Gulden über den Winter in ein flovakisches Dorf. Der* evangelische Geistliche des Ortes, welcher durch meinen Herrn erfßchr, daß. 4ch gut uügnrisch spreche,' zogMichm sekn-Hüus zu ssinem kränllichen Knaben in meinem Alter, mit dem er die ersten. Gymnasialklassen privat machte. Er lietz mich an dem Unterrichte teilnehmen. Durch Fleitz suchte ich das Versäumte nachzuholen, und nach anderthalb Jähren war ich fürs Obergymnasium reif.- Ich machte dies öffentlich am Pretzburger LyMM vier.. lange jordnungen. ... Ohne mich zuerst aus mein mir angewiesenes Zimmer zu bekgeben, wollte, ich sofort dieubrigen Kranken des Ortes 'besuchen, iMit dem Kleinrichter, der bereits draußen zu meiner Verfügung 1 stand und den Medifementenkasten, den ich mitgebrachf, unter dem I Arm, trat ich den^ifraMgen Rundgang. an. Die Seuche wütete lfurchtbar; sie hattvckrfästl.fedes Haus heimgesucht, 85 Personen' lagen an' ihr darnieder.' \ ' Außerhalb des Dorfes, in einer elenden ~ Zigsunerhütte, lag auf halbverfaultem Stroh ein Mädchen, bereits mit dem Tode trügend — es war meine > Schwester! Ich Hatte sie feit einer Stunde gesucht. _ f WUches WEffehen! ' |]j, :;. . _ Ich eMückte >rgewaltsam ndie hervorbrechenden Gdfühle, steckte Jähre mitHinget ünd HMHuu^Ä aller Ekämpfiuch^Oon/ der -Mlichen ZMeunerineinige' Guides in ^-die Aütre KäNd^ und': meinem Elternhause, erfuhr ich inzwischen- -7denn Briefe wechselten ' bestellt^ hie mit 'Dershrechungen als 'Wärterin, Piedergedrüät oon^ wir nicht — dey Tod meiner Mutter gleich im ersten Jahre meiner den . wechselnden Gemütserregungen feit zwei Stunden ging ich - Mwefenheit,- bikZHeMH'Mmüt'Uw^^Me^'in' Ä cher ,Muhs!/>machte^ er sich aus VerMeifl^ng dem Trünke ergab, und die gänzliche ich in stockfinsterer Nacht zum zwMeiiMl den'Ründgcchg, den rH? Verwahrlosung meiner Schwester. Für beide war ich tot, während bei dem Edelfräulein begann und bei meiner Schwester beschloß, mein Herz warm für sie schlug und ich nur auf den Moment wartete, mit einer Tat hervortreten zu können. Nach abgelegter Maturitätsprüfung ging ich nach Wien. Seitdem, seit sechs Jahren, kennen Sie mich,, mein Freund, wissen Sie, wie ich in. fast asketischer Enthaltsamkeit. nur meinen ältlichen Studien lebte, gewappnet gegen die Torheiten meiner Kommilitonen, wie . gefeit gegen den Zauber süßer Fraüenblicke. Sie wissen aber nicht warum? Es war nur ein Gedäröe, der mich beherrschte, der Eebaiiffe, einmal groß in mein Hermatsdorf. zurüchukehren und zu, helfen, wo noch zu helfen möglich und — mich zu rächen für diel Schmach meines Stammes, für das Unglück meiner Eltern, für! die Freudlosigkeit niemer Jugend. Liebe und Hatz zogen mich! nach dem elenden Neste meiner Geburt, und ich habe mich mtt| fettem Blute für die 'Betätigung -beider vorbereitet ' Die 'Mheimnisvöllen Wege, des Schicksals!' Wenige Wochen .nach. Meiner Promotion, las ich den Aufrufi Der, ungarsschrn Regierung Anstellung jünger Aerzte. Ich! offerierte mich in aGmngsvolter Erwartung, meinem Lebensziels^ «ä^er. r^en Und tzekaM als7Posten angewiesen — mein Heimats-- 3SC 7LC Hertschastsröägeü', der insch an sim" Ort/meiner BestiylmÜW zu'I bringen hätte. Nach ' Mn^e .M.lt her Kirchturm- -dön-JOre ryaren vepfloffen, seitdem ich mich: zum Mtztenmal nach ihm numwandte. In schwermütigen Gedänfen versunken, gelangte M an das Gehölz, welches harf am. Dorf«: lag- Einige. Schritte rrom Wege senkten zwei Israeliten ^ohne-..jede Zeremonie eine Leiche ins Grab. Wer den zwei Polen von der Achse meines Lebens. So ging es Tag für Tag, wochenlang. Ich hattelölück' in meiner PrariS. Die Sterbefälle naHiäen seit meiner Ankunft kn erfreulicher ,WeM ab, ..«obwohl. neue Erkrankungen hmzukamen. Man verehrte mich allgemein als den Schutzgeift des-r Ortes/ Die Wiedergenesenen brachten mir ihren Dank in WMen .AÄ^DÄd. Das Fräulein ver-, folgte mich nach ihrer Genesung, auf Schritt, und Tritt, sie machte mit mir Krankenbesuche, sie ließ sich herab, in die elende Zigeunerhütte zu dem armen Judenmädchen einzütreten, sie brachte stundenlang auf meinem Zimmer zu, wenn ich zu Hause war. Ich las;n ihren Augen die Erfüllung meiner — Rache, ihre Liebe, ich entnahm aus ihren Reden die Eifersucht auf — das Juden? Mädchen in der Zigeunerhütte. Dieses konnte sich nur schwer erholen trotz der sorgsamsten Pflege, die ich ihr ängedeihen lietz. i: Nach sechs Wochen war in St-. . . . kein Eholerafall mehr zu verzeichnen. Zur völligen Herstellung meiner Schwester mutzte fchjedoch noch einige Zeit dort verweilen. Vor drei Tagen hielt ein Wagen vor dem Edelhofe, den ich mir zur Fahrt nach der "Bahnstation © ./. . bestellt hatte. In meinem Zimmer beschäftigte sich meine Schwester, der ich mich-erst am letzten Tage entdeckt habe, mit dem Packen meiner Koffir.^Ttzi, stürzte bleich und zitternd das Edelfräulein Kefein....... \.. i ,,'Was habest,"Sie vhr^ Herr..Doftor?" ,^Jn einer Viertelstunde -rnfe '-ich äb/ meine Mrfswn ist hier ' beendet." '' - . „Sie . abreisen?. Wollen . Sie - mich. töten?"»? Ätrd. schluchzendwarf-sie sichvor mir nieder- und umklammerte-täMe Kstie, Sei 'stark! riefen mir die Manen meiner Eltetü zu, ünd' ich bedurfte" göttlicher Stärke, um nicht zu unterliegen. - ., „Fräulein!" sagte ich mit stolzem Selbstbewutztsein, „wissen. e!" . '' ’’ ' ' ' '? ist dieses Opfer?' fragte ich meinen Kutschers klnd ich bekam Sie, ich bin ein — den Mämen mein« Bäters 'hi^ü^ke * mxiuer^.'.., ^Zch liebe hich, - sei, . wäs^ du seiest!" jamMerfe „sie;! zu-..>mix ganzen zu bemeWe,rch„ itÄ Mich-Wcht.zu. cher?, entporblWnd.. .:.- ..i l