Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 31 (1914)
- Issue
- 30 (24.7.1914)
- Date
- 1914-07-24
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Nr.: 30 M WüDnschrift Seite 531 Dynastie Mb tzärn:rninM' £ÄT und ''Verehrung der Juden fui> Se.'- Majestät den Kaiser gestalteten. / . Jüdische Erntearbeiter-in NnMrn. Aus Budapest wird uns gemeldet: Der Großpächter Jakob Schwarz, der in Ungarn ein 3000 Joch großes Gut bewirtschaftet, ist dadurch, zu einer gewissen Berühmtheit gelangt), daß er nicht nur für seine Person sich strenge an das Gebot der Sabbatruhe hält, sondern diese strikte' Sabbatruhe auch von allen seinen Angestellten und Bediensteten fordert und selbst das Vieh an diesem Tage ruhen' läßt. Schon seit vielen Jahren beschäftigt Herr Schwarz eine große Anzahl jüdischer Feldarbeiter, welche die großen Kartoffelfelder gegen ein Drittel der Fexung bebauen. Seit heuer beschäftigt Herr Schwarz auch eine Anzahl jüdischer .Erntearbeiter, mit denen er 'außerordentlich zufrieden ist. Diese Erscheinung . ist eilte Errungenschaft der Schomre-Schabbos-Bewegung, -und 'man darf wohl hoffwtz'wäß das Beispiel des Herrn ' Schwarz auch auf ändere indische Gutsbesitzer und Gutspächter nachahmend wirken wird.'- Verbot jüdischer Einwanderung Mch1dem Rheinlarid. Die „N. I, -K." berichtet : Nach ' einer-. .ministeriellen Anordnung soll auf Grund' bön Erhebungen,, die über die Einwanderung galizischer und russischer Juden angestellt worden find, in den Stäben des rheinischen Jndustriebezirkes zukünftig die Niederlassung von jüdischen Alttrödlern uud.Handlexu^UWtz mehrgeftpttet werden. Bereits aMvesenbe'Juden soMn ausgewiefWMrden, Ein bedeutüngsvhller Entschluß der anlerikaßisch^^üdeü. S’i- 'r,.j —. ... ‘ Au? Nelvyork erhalten. wir die folgende bedeutungsvoll /rÄMMtzy JejvichdCsmiteü-siwÄchüs - die älteste Repräsentanzder ämerikanischen' Juden ist, hat den Beschluß, gefaßt-, das hebräische Polytechnikum in Haifa,'.welches sowohl von diesem Komitee .als-auch von Jakob H. Schiff und anderen jüdischen Philanthropen bedeutsame Zuwendungen erhalten ahat, von,nun flb in keiner Weise/zu subventionieren und alle Meziehungen zu demselben zu lösen. Diesem Beschlüsse hat sich auch der. angesehen^-Philanthrop Jakob H. Schiff, sowie seine übrigen Ipllegen' .angeschlossen. Ueber Anfrage eines Journalisten begründete Jakob H. Schiff diesen seinen Entschluß mit den unschönen Vorkommnissen, vor und nach dem Sprachenkampf in Palästina, insbesondere aber mit dem Boykott der Schulen des Hilfsvereines der Deutschen Juden durch die Zionisten. Aber noch größere Bedeutung als 'die Lösung dieses Verhältnisses zu dem Polytechnikum in Haifa besitzt die Erklärung Jakob H. Schiffs aus diesem Anlasse, daß sowohl er als auch andere jüdisch-amerikarfische. Philanthropen überhaupt nubmehr auft dem Standpunkte stehen, daß alle Mittel, welche von. amerikanischen Juden aufgebracht werden können, ausschließlich zur Erhaltung bestehender amerikanisch-jüdischer Anstalten oder zur Gründung inoch. fehlender jüdischer Einrichtungen in Amerika pMwendet werden mögen. Es ist wohl überflüssig, auf die große Bedeutung dieser Erklärung hmzüweisen.. ' . Die Folge Der WsWMung.der Juden aus den rns- _ ... /j fischen Märkten. r - ' Von gMüfdrinierter Seite' wird uns/ aus,Petersburg gemeldet: Die gesetzwidrige Wüsschließung' der Juden von der berühmten Nischnii-Nowgörvder Messe hat. .die russische Handels'welt in höchstem Mäße erregt, um so mehr, als diesem ungesetzlichen Beispiele folgend, auch von anderen größeren Marktplätzen. über durchgeführte Ausschließung von -Juden Nachrichteft voriliegen, -wobei ' ''.HD' Marktes infolgeder Fernhaltung . ber rftssischen Kstufmannschaft Mit einemkläglichen Fiasko schlossen,'. .Infolgedessen Haben, sich verschiedene Depu- ' tationen an die kompetenten Mitglieder der Regierung gewendet, um diesem Zustande, welcher geeignet erscheint, dem russischen Handel den letzten Stoß zu versetzen, so rasch als möglich ein Ende zu bereiten. Die Minister, bei denen diese Deputationen vorsprachen, haben trotz .entgegengesetzter Meldung die sichere Zusage gemacht, die ganze Frage betreffend das Wohnrecht der Juden auf . Marktplätzen während der Marktzeit in der kürzesten Zeit in neuerliche Behandlung zu ziehen und hierbei die Wünsche der russischen Kaufmannschaft zu berücksichtigen. Die Rabbinerkrise in Neugriechenland. Von eingeweihter Seite wird uns aus Saloniki geschrieben: Der unabänderliche Entschluß des Großrabbinexs Jakob Meir, seine Demission aufrecht zu er- . halten und nach seiner Rückkehr aus Marienbad, wohin . sich der Großrabbiner vor einigen Tagen begab, Saloniki zu verlassen, hat die Juden dieser Stadt wie auch der übrigen griechischen Städte in eine arge Situation versetzt. Gerade die Persönlichkeit dieses hervorragenden Mannes sollte,- wie aus dem Gange der Verhandlungen mit der Regierung in Athen gefordert werden konnte, diese veranlassen, als den Sitz des zu schaffenden Großrabbinates für Griechenland Saloniki zu bestimmen. Durch die Demission Jak. Meirs ist es nunmehr fraglich ge- .Worden, ob dieser Standpunkt länger wird aufrecht er- (Mlten werden "können. Dazu kommt noch, daß für die ^Besetzung des so überaus wichtigen Postens in Saloniki weder in Saloniki selbst, noch auch in einem anderen Teile von Mazedonien oder Rußland Nachwuchs vorhan- . dLU' -ist: - - Zur. Behebung^ dieses r Uebels rwerden nüw zwei Projekte ins: Äuge gefaßt.' Ein'' Teil der Vorstandsmitglieder der Salonikier Gemeinde schlägt vor, zwei junge, hervorragende Talmudisten in die Rabbinerschule nach Paris zu entsenden, um sich dort auch moderne Wissenschaft anzueignen. Der andere Teil schlägt ein viel radikaleres Mittel vor, und zwar ■ die Gründung einer Rabbinerbildungsanstalt in Saloniki selbst. Welches der -beiden Projekte zur Ausführung gelangen soll, hängt wesentlich von der Stellung der griechischen Regierung zu denselben ab, wobei es nicht ausgeschlossen erscheint, daß beide Vorschläge zu gleicher Zeit durchgeführt werden können. Arbeitermangel infolge der Judenbedrückung. In einem in den „Nachrichten für Handel, Industrie ..und Landwirtschaft" des Reichsamts, des Innern erschienenen Bericht des kaiserlich deutschen. Generalkonsuls 'in Jassy über die Lage der industriellen Unternehmungen in . seinem Konsulatsbezirk wird u. a. darauf hingewiesen, daß die Industrie trotz stetig steigender Löhne über den Mangel an ständigen und geschulten Arbeitern klagt. Worauf, dieser Ärbeitermangel vielfach zurückzuführen ist, ergihh.Hch.xäus den Mitteilungen, die der deutsche! iGene> ralkMsul. irw^einzelnen Wer die Jassyer Fabriken macht. So werktet' Kber die. JesutuMHrft, l eimy.Fabrik von .Bäumwollwartzn,... böfe/fi^&ei. eiqern -Durchschmttsbedarf von 300 Arheite^p.MMft, nur: etwa NO Arbeiter,: meist . weibliche ’pi; Kmder,/ befchMgt und daß die Arbeitevbeschafsuntz Mueroings durch gesteigerte >Judenauswawderung erschwert sei. Wenn die rumänische Regierung in ihrer ,,Fremden"politik, die die jüdische Arbeiterschaft zur Auswanderung treibt, schon nicht gn die wohlbegründeten . Rechte der .Juden denkt, sollte - sie sich doch, wenigstens, durch die Rücksicht auf die.Industrie des Landes zur Umkehr bewegen lassen.