Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 31 (1914)
- Issue
- 30 (24.7.1914)
- Date
- 1914-07-24
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 30 2)r: Dloch's Wochenschrift Seite öl? schärfte l Aüfni^rksämkeit, und -Äs die Missionäre wieder inder Judenstadt erschienen/ würde ihnen daselbst in einer Weise heimgeleuchtet, daß sie es für ratsam hielten, fluchtartig die Ktadt zu verlassen. Hoffentlich vergeht ihnen die Lust,: diese altehrwürdige Gemeinde mit ihren Verführungen jemals wieder zu belästigen. Jüdische Bewerber für landwirtschaftliche Betriebe. Bei den. zunehmenden Schwic'igkeiten, denen die jüdische Berufswahl unter den heutigen Zeitverhältnissen ausgesetzt ist, ist seitens des Verbandes der Arbeitsnachweise der Großloge für Deutschland an eine große Anzahl jüdischer Gutsbesitzer die Anfrage gerichtet worden, ob sie geneigt wären, in ihren Betrieben — und war sowohl in landwirtschaftlichen als häuslichen — jüdische Bewerber für gehobene wie untergeordnete Stellen anzunehmen. In Frage kämen Eleven, Inspektoren, Portiers, Wächter, Erzieherinnen, Stützen der Hausfrau, Vorleserinnen, Dienstmädchen rc. Eine Anzahl der angefragten Gutsbesitzer hat bereits bejahend geantwortet. Von einigen Gutsverwaltungen ist der Wunsch ausgesprochen worden, ihnen geeignete jüdische Eleven zu empfehlen. Der Zweck dieser Zeilen'"ist nun, jüdische junge Leute auf die vorliegende -SiLuMon aufmerksam zu, machen und, soferne sie Interesse für die Landwirtschaft haben, sie zu veranlassen, ihren Namen bei dem Verband der Arbeitsnachweise der Großloge sür Deutschland, Berlin W. 62, Kleiststraße 12, anzugeben, woselbst die näheren Bedingung eül'zu erfahren sind. , Die Szekler ein alter' jüdischer Volksstamm? 'Ist', der „Frankfurter Zeitung" veröffentlich^ Franz Bäbinger (München) unter Hinweis auf einest Fingerzeig Könrad Müllers' die folgenden interessanten Mitteilungen über die Herkunft „des , rätselhaften Volkes sdex. Szpklex. iE^üngariWü'GMesthurgett"!UBte hie wesUürkischen' Khäsaren völkisch durchaus Mischlinge gewesen sind, so zählen sie auch in ihrer religiösen Entwicklung zu einer, der disparatesten Erscheinungen der Geschichte. Es steht fest, daß eine große Anzahl von ihnen im siebenten und, achten Jahrhundert zum Judentum übergetreten ist. Wistbesitzen darüber.eisten .aufschlußreichen Briefwechsel zwischen dem jüdischest ^Gelehrten und Diplomaten Chasdai in Kordova - und .einem der letzten mächtigen Khasarenkhane, worin dieser seine Bekehrung zum Judentum genauestens darlegt und bezeugt. Die scharfsinnigen Arbeiten des greisen Petersburger Gelehrten Adam Jakowlewitsch Harkavh haben darüber längst Helles Licht verbreitet und alle früher entgegengehaltenen Bedenken beseitigt. (Vgl. „Russische Revue", 7. Band, S. 71 ff., u. hierzu H. Graetz: „Gesch. d. Juden", V., S. 213 ff. u. S. 364 ff.) Andere Teile der Khaüren rahn en da egen" den .Islam an. Es scheint, daß von dieser religiösen Spaltung auch die von dem byzantinischen Kaiser Kon? stantin VII. (in seiner Abhandlung „Ueber die Staatsverwaltung") erwähnten Kabären, die späteren Szekler, mitberührt worden Md und daß sie, ehe sie nachher christlich wurden, noch auf Ungarischem Boden sich in mosaische und mohammedanische Bekenner schieden. Anders lassen sich wenigstens zwei bedeutsame..Hinweise bei dem zuverlässigen byzantinischen Geschichtsschreiber Johannes Kinnamos, die, soweit Wan sehen kann, nur auf. die Szekler Bezug haben können, nicht verstehen. Er hat in feinen siebest Geschichtsbüchern mit geradezu militärischer 1'Grädheit, Treue und Knappheit besonders die Regierungszeit des von ihm bewunderten Kaisers Manuel geschildert/den er auf seinen Feldzügen in Europa und Asien als sein Geheimschreiber begleitet hat. Er besitzt also viel Ähnlichkeit mit ' seinem Vorgänger Prokop. Im dritten Buche, wo er den Einfall des Kaisers in Dalmätkeü beschreibt, sMchk ' er auch ' von ungarischen Hilfstruppen, die der bekannte König Geisa dem dalmatinischen Oberherrscher Archizupan sendet. Es wird längere Zeit ihr Eintreffen erwartet. Endlich melden ihm Späher atemlos und bleich vor Schrecken, daß am jenseitigen Flußufer eine zahllose Feindesschar aufgestellt sei, nicht nur aus hunnischen (d. h. ungarischen) Reitern, sondern auch von den. chnen verbündeten „Chalisioi", obwohl diese anderen Glaubens wären. Denjn während die „Hunnen" das christliche Bekenntnis hätten, richteten sich diese „noch jetzt nach den mosaischen Gesetzen" (also im zwölften Jahrhundert). Und im sechsten Buche, da wo Manuel Ungarn, die er aus einer eroberten Stadt fortgesührt hatte, in einem neugegründeten Kastell ansiedelt, kommt Johann Kinnamos nochmals auf die Glaubensverschiedenheit bei den „Chalisioi" zu sprechen und nennt . sie mit den Persern „Tautooronountes", also mohammedanisch. Der Name „Chalisioi" könnte als eine byzantinische Umkehrung des Szeklernamens angesehen werden; auf jeden Fall erscheinen hier als Verbündete und Mitstreiter der Magyaren aufs neue diese rätselhaften Fremdvölker, die noch im zwölften Jahrhundert nach ihrer alten khasarischen Ueberlieferung teils Juden, teils Mohammedaner sind. Die Annahme des Christentums muß bei ihnen viel später als bei den Ungarn erfolgt fein. Das ist ein beachtenswerter Zug ihres Sonderdaseins und mag auf seine Weise auch zur Erhaltung der köktürkischen Runenschrift mitgewirkt haben. Die portugiesische Regierung für Angola. , Mit Rücksicht darauf, daß die internationale Konferenz der Jto im September d. I. als den wichtigsten Berätungsgegenstand die Frage des Angola-Projektes auf die Tagesordnung gestellt hat, wird es interessieren zu erfahren, daß laut einer. der. Londoner . Firnes" aus Lissabon zugekommenen Meldung die portugiesische Regierung in den Etat, für das kommende Jahr 40 Millionen Kronen für verschiedene der Entwicklung Angolas gewidmete Ausgaben ausgenommen hat. Der zehnte Teil dieses Betrages wird für agrikulturelle und kolonisatorische Zwecke, der Rest für Eisenbahn- und Straßenbauten verwendet werden. Juden als Kulturförderer. Aus Konstantinopel wird berichtet: Der im Orient wegen seiner zahlreichen großen Wohltätigkeitsakte bekannte Großkaufmann Elis Kadoorie in Hong-Kong hat der Universität in Hong-Kong zur Errichtung einer Lehrkanzel für Physik für die Dauer von vier Jahren einen jährlichen Betrag von 16.000 Dollar zugesichert. Herr Kadoorie hat auch in Konstantinopel mehrere große Stipendien für jüdische Schüler und Schülerinnen gestiftet und auch in vielen anderen Städten des Orients durch reichliche Zuwendungen kulturfördernd gewirkt. Erfolge jüdischer Emigrantenkinder in amerikanischen Lehranstalten. Sämtliche amerikanischen Blätter widmen je^t dest '^ ErgeWrsfen des soeben beendeten Schuljahres ausführliche Artikel. In allen diesen Artikeln wir8 je nach der Parteistellung auf die interesfante Erscheinung hingewiesen, daß in Älen'sHochschulen die Preise und Stipendien auf Grund eines geistigen Wettkampfes van Juden, und zwar von jüdischen Emigrantenkindern, errungen wurden. Selbst in der Bostoner berühmten Harvard-College sind von den zehn Preisen, welche die Universität zu vergeben hatte, acht von jüdischen Hörern gewonnen worden, die vor nicht allzu langer Zeit mit ihren Eltern aus Rußland eingewandert sind. Die interessanteste Erscheinung jedoch ist sicherlich die Tatsache,