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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-07-24 · 30 (24.7.1914) · page 4

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
30 (24.7.1914)
Date
1914-07-24
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 516 Dr. BloKs erachtet und von ihr reichen Nutzen erwartet. Auch die Präger Mitglieder setzen Hoffnungen in, die Schäffung einer engeren Organisation und halten sich verpflichtet, sich an ihr zu beteiligen und zu beweisen, daß nur durch solidarisches Vorgehen und mit vereinten Kräften etwas erzielt werden kann. Die Gründung einer Zeitung, die unsere' Sache fördert und unsere Interessen vertritt, das ist die Haupt--, sache und sehr löblich und begrüßenswert für unsere. Bestrebungen. Der Prager Verband interessiert sich sehr warm für eine selbständige Zeitung. Herr LiNnemann vermittelte die Grüße des Kattöwitzer Vereins. Die reichsdeutschen Vereine besitzen schon seit 4—5 Monaten einen Zentralverband mit Zeitung, deren Besitz außerordentlich wichtig ist. „Sie in Oesterreich sind besser daran, weil hier das Handwerk aus gesünderer Grundlage (Oho-Ruse) ruht, während es bei Uns ärger zugeht und wir einen außerordentlich schweren Stand haben, wo wir in Kattowitz heftigen Widerstand erführen und selbst in der jüdischen Gemeinde unseren Platz uns schwer erkämpfen müssen, aber ich glaube, wir werden doch in absehbarer Zeit einen Faktor in der.Gemeinde bilden. Ich wünsche Ihnen, daß Ihre Verhandlungen einen recht schönen Verlauf nehmen und der neue Zentralverband Sie fest zusammenschließen werde, auf daß Sie Ihre Ziele erreichen." Als man in die Diskussion der Einrichtung des Zentralverbandes eingetreten war, sprachen dazu die Herren Thaussig-Prag, Bodenstein und Landes- Ostrau, M. Fröhlich-Bielitz, Joses Rose nb e rg - Bielitz und Rabbiner Dr. S t e in e r. Herr B odenstein proponierte eine Resolution über, die Grün-: düng des Zentralverbandes, zu der von mehreren Seiten'' das Wort genommen wurde, bis Herr Pros.. Feuerste in die etwas uferlos werdende Debatte wieder in dc^ eigentliche-'Fahrwasser brachte.- - ‘ v Auf Grund einer von B o d e n st e i n *vorgelegten Resolution wurde schließlich die Gründung eines ZentralveEandes der Wischen Handwerkervereine in Oesterreich einstimmig beschlossen und ein Komitee eingesetzt, bestehend aus 3 Herren des Ostrauer, 2 des Präger, 2 des Bielitzer Handwerkervereines mit den Herren k. ki Professoren F e u e r st e i n und Erber als Beiräte. Die Obmann- und Schriftsührerstelle wurde dem Ostrauer Vereine überlassen. Um alle bestehenden Vereine an dem Werke zu interessieren, sollen auch die Organisationen von Wien und Brünn herangezogen werden. Der Zusatz Th au ssig-Feuer st ein, die Gründung eines Verbandsorgans dem eingesetzten Komitee zu überlassen, fand Annahme. L Nach erschöpfter Tagesordnung und Sicherung des Zentralverbandes erklärte Bodenstein -M.-Wrau es^ als eine Pflicht der Versammlung, bei so wichtigem An-7 lasse des obersten Schirmherrn der Gewerbe, Sr. Majestät des Kaisers, zu gedenken, worauf sich die Versammlung ' erhob und ein Hoch aus den Monarchen ausbrächte und die Absendung einer Depesche mit Versicherungen der Treue und Anhänglichkeit an die kaiserliche Kabinettskanzlei beschloß. .. Y-Hiin/- Herr Bo den st ein brachte weiter MankesäWattungenfür HArn . Kust e l - )als Leiter -8er heutigen Versammlung, dem ' israelitischen Knltusvorstande als . Hausherrn des Beratungslokäls und .den Herren Dr.' Steiner, Braunste rg,. F e u er sie in und.Erber für ihre tätige Mitarbeit an dem begonnenen Werke. Herr K e st e l wiederum dankte für den Besuch in Bielitz den, Pragern, Ostrauern und Kattowitzern, trug ihnen die besten Grüße an die Kollegen daheim auf und teilte eine begluchvünschende Zuschrift des altbewährten Freundes und Wohltäters des Bielitzer israelitischen Handwerkervereines, Herrn k. k Schulrat Benzion B a r- Wochenjchrist. Nr. 30 m aper in- Men Mit, - ohne. Hessen , Unterstützung'.der Bielitzer Verein schon wiederholt der Insolvenz verfallen! wäre, und brachte., ein Hoch auf Schulrat B a rmapejr aus. ' , . , .... . :; , . Herr Th au ssig -Prag dankte namens des vyn ihm vertretenen Vereines und versicherte, alles zu tun. und kein Opfer zu scheuen, wo es die Hebung des Handwerkerstandes gelte. . ' ' Herr Professor Feuerstein erklärte, wenn sich jüdische .Handwerker in - Bielitz versammeln, sei eseine erste Ausgabe, die. hiesige herrliche neue f. . t Staatsgewerbeschule kennen zu lernen, und lud die versammelten Herren für 2 Uhr nachmittags zu deren Besichtigung ein, wobei er die Führung zu übernehmen versprach. - Mit der Einladung, um halb 2 Uhr inr, Garten des israelitischen Gemeindehauses zur photographischen Ausnahme eines Gruppenbildes der Teilnehmer der, für den jüdischen Gewerbestand in Oesterreich so wichtigen. Tagung erscheinen zu wollen, schloß Herr Rudolf. Kestels die Versammlung. ,,. *. .. .v; Oom Jahrmarkt des Lebens! Der neue Mekt0r§der Czernowitzer Universität, Professor Caesar Pomeränz, wurde am 5. April 1860 zu Husialyü in Ostgalizien als Sohn des dortigen Arztes Philipp Pomeränz geboren, widmete sich nach .Absolvierung des Untergymnäsiums der Pharmazie, erlangte 1881 an der Wiener Universität den Magistergrad der Pharmazie,^ $?iig 1883 die Maturitätsprüfung nach- und promovierte . 1889 an der Czernowitzer Universität; zum Döktoff der Märmazie (Chemie)., 1889 wurde er Assistent: am '2!^ chemischen Untversitätsläboratoriüm in Wien,,. 1893 . habilitierte er. sich, an der Wiener. Universität für Chemie, würde1896 ^'AdjüM.. mm.Memischen, Zahyra-fs: ratorium der deutschen Universität in. Prag und '4897s) in derselben Eigenschaft an die Wiener Universität, zurüch berufen. Im Jahre 1904 wurde er. .zum .Extraordinarius an her Wiener Universität (exrra statum) ernäftrft. Im' Zähre 1906 übernahm Professor Pomeränz die''Lehrkanzel für Chemie an der Czernowitzer Uni- , versität nach Hofrat Professor Richard Pribram. Mischehen und Tänfen in Ungarn. Die ungarischen Juden haben wieder einen , traurigen Rekord gefchlagen, Laut dem soeben erschienenen, amtlichen Ausweis sind nämlich im Monate Mai in Ungarn zwischen Juden und Christen.76 Mischehen geschlossen worden. Es ist dies die höchste Monatszifser, welche Ungarn bisher auf diesem traurigen Gebiet auft zucheisen hat. In 39 dieser 76 Fälle war die Braut, in' 37 Fällen der Bräutigam der jüdischen Konfession angehörig. Nicht minder traurig klingt ein Ministerialausweis über den Religionswechsel in den letzten 15 Jahren, wobei konstatiert wird, daß in diesem Zeiträume 5822 Juden in Ungarn zum Christentume übertreten sind. Dies entspricht rund .365 Austrittsfällen im. Jahre. . dm* Berechtigte SelbWlse. - f C (Verjagte Missionäre.) , Das Missionsunwesen gebärdet sich;,in letzterer Zeit so frech und aufdringlich, daß man es) dM.jPreßburger- Juden sicherlich nicht verübeln kann, wenn sie sich dieser Seelensänger - auf drastische Weise entledigen,.!- Seit einiger. Zeit wurde im Judenviertel von Preßvurg die Beob-achtung gemacht, daß dort Missionstraktätchen verteilt und selbst die Schüler der altehrwürdigen Preßburger Jeschibah) von den Missionären behelligt, werden,-... Einige beherzte.Männer widmeten diesem. VoxgeherrMr^ 7

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