Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 31 (1914)
- Issue
- 30 (24.7.1914)
- Date
- 1914-07-24
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 514 - ’ <; Dr.BlpEs Teilen Rumäniens, Moldau und Walachai, bekunden, noch großer. Der. Kabbalist Delniodego erzähll uns, daß bei feinetz DnrHreP ich Aüftlttge' jfcäMtJ'ZDyhKrMM'in Jassy: einen großen Kabbalisten, > där? RHUntzt s und ArztMabbi SÄomü bWArawst -vorgefstichM HMeH Äuch die ersten jüdischen Friedhöfe, wo man Grabsteine mit Inschriften aus dem Jahre 1467 bereits gefunden hatte, bekunden die Anwesenheit der Juden , in diesem Lande' in nicht geringer Zahl?) ' Unter Chmielnitzki hatten auch die rumänischen,Juden ' vieles zu erdulden, und der Reisende Paul d) Al.eppo erzählt ausführlich über die Gefahr der Vernichtung, die über die Juden dortselbst damals schwebte?) : Da Rumänien bis zum russisch-türkischen Krieg Vasallstaat der Türkei war-, so erlangten die Juden einen gewissen Einfluß'auf die Politik des Landes vermittelst ihrer Brrcher in Konstantinopel, die bei der Hohen Pforte vieles vermochten. - - - Aus den Chroniken der rumänischen Wojewoden erfahren wir, daß '4—5 . Fürsten der Moldau und Walachai mit Hilfe der Juden auf den Thron gekommen sind. Im Jahre 1573 finden wir einen Juden namens Jesaja ben - Josef als Sekretär des Fürsten Alexander Mircea?) Besonders interessant ist es, zu erfahren, daß im Jahre 1591 ein Jude namens Emanuel auf hem Throne der Moldau, auf die Verordnung des Sultans, saß oder, sitzen sollte?) Zu bemerken, ist noch, daß nach der geschichtlichen Ueberlieserung der Vertreter Englands in Konstantinopel dieser Sache für denselben Eingetreten ist und gewirkt hat. Am Ende des 1. Jahrhunderts war in Fokschani Rabbiner der jüdischen Gemeinde der jüdische Gelehrte Rabbi Nathan Nata Hannover, Verfasser des Buchest „Schaare Zion'"-- . Aus verschiedenen Quellen ersehen wir, baß in den letzten. 3 Jahrhunderten viele Juden aus' der Türkei, Galizien und Rußland nach Rumänien eingewandert sind, und zwar auf Einladung der rumänischen Fürsten. Ganz ausführlich zeigt uns dies ein Dokument aus dem Jahre'1768, in dem der Fürst Gregor Johann Kalimach seiner Freude darüber Ausdruck gibt, daß, seinem Ruse Folge Leistend, viele. Juden nach Rumänien gekommen seiem Viele Ghronllen erzählen uns von den Beschäftigungen . der Juden , in Rumänien, aus denen, hervorgeht,, daß. die Juden dortselbst Kaufleute, Bankiers und Gewerbetreibende waren. Aber auch an Verfolgungen hatten die rumänischW Juden nicht wenig zu leiden. Ein Dokument , aus dem Jahre 1579 besagt uns, daß der damals regierende Fürst Peter der Hinkende sogar die Ausweisung der Juden - ' aus der Moldau beschlossen hatte.w) Die Ursache zu. diesem seinem Vorhaben ist uns nicht bekannt, doch , scheint es mehr als sicher, daß die Ausweisung nicht stattgefllnden hat. . . Die Juden hatten auch bis zu Beginn des. 19. Jahrhunderts eine Judensteuer zu entrichten, und sie dursten ihre Bethäuser nur als Holz bauen. Die Erteilung'von Erlaubnissen, jüdische Bethäuser zu errichten, oblag überhaupt dem Fürsten. ' Bei Gericht hatten sie auch eine andere Gerichtsbarkeit als die Nichtjudett. Doch war'das Los der Juden im allgemeinen ein ziemlich gutes. 6) Psanier, Chronik d. Juden in Rumänien. 7) Magazin f. rumän. Geschichte S. 77. 8) Hasdeu, idem. S. 80. 9) Hormuzache, Ges. Schriften, Bd. III., Seite 153, und Dr. E. Schwarzfeld. „Ein Jude auf dem Throne der Moldau" im „Anuar pentru Jsraeliti", 7. Jahrg. ie) Mag. f. rum. Gesch. S. 17'4. ZHoHenschM? > y Nc. 30 Nur in der Walachai hatten sie mehr zu ertragen, da chie Malachen ihnen zum größten Teil immer, feindlich gesinnt svaren. In den Revolutionen der Jahre 1770 und 1806 snchip das Doll, die-: Inden zur-Muse . zu zwiNgM,Änd besorKers etgrÄfend ist die GeschichttzeMer Mb-Wchr Hräü/ ^ie.Man Zwingen wöllA, 'mit ihren.vier Kittöercheü ' zum Christentum überzugehen.' Die Frau sagte nämlich, daß sie bereit sei, dem Wunsche ihrer Zwingerzu willfahren, aber die Kinder will sie. eher tob als' getauft sehen. Daraufhin'wurden' in "ihrer Gegenwart die vier Kinderchen getötet und sie nachher üuf- 'gefordert, zum. Christentum überzutreten. Nun lachte die unglücklichst'Mutter bitter und sagte: „Ach, ihr Dummköpfe! Ich fürchtete, daß Ihr mich töten und meine Kruder gewaltsam taufen werdet. Jetzt aber — fürchte ich nichts mW und werde äls Jüdin sterben!" Sie rief dann: laut das „Sch'ma Israel" und' ließ sich von den Verfolgern aufs grausamste töten.") Das jüdische Volk hat auf rumänischem Boden, eine ruhmreiche Geschichte, mit dem kostbaren Blute heiliger -Märtyrer hat es den Boden gesättigt und genährt, daß es mit ihm verwachsen wurde. Sv lauten die Zeugnisse der Geschichte. Deutschlands Kulturpolitik'und die rumänische Judenfrage. Aus B u k a r e st, im Juni, wird der „Frankfurter Zeitung" geschrieben: Professor Karl Lampr.echt hat in der Osternummer der „Frankfurter Zeitung" einen Artikel über auswärtige Kulturpolitik veröffentlicht. Die Richtigkeit der Meinungen, die er dort vertritt, kann gar nicht besser illustriert werden, als an der Hand der deutsch-rumänischen Beziehungen. Die Einfuhr deutscher Waren ist kolossal gestiegen, Deutschlands Erzeugnisse haben jene anderer Länder verdrängt. Mit deutschem Gelde hat Rumänien seine öffentlichen Bauten und Einrichtungen, seine Eisenbahnen und. seine nationale Verteidigung entwickelt. Aber. Frankreichs moralischen, geistigen Einfluß hat es nicht verdrängen können. Während der wirtschaftliche Einfluß Deutschlands .wuchs, wuchs gleichzeitig der moralische Einfluß Frankreichs. Nichts, was zwischen Rumänien und Deutschland geistige Beziehungen Herstellen konnte, wurde' unternommen, kein Schritt.getan, üm den wirtschaftlichen Errungenschaften, die leicht abgelöst werden können, jene moralische Unterlage zu. schaffen, welche in die Tiefe geht und zu den materiellen Interessen die Sympathie der Herzen und Köpfe "die geistigen und kulturellen Wirkungen, die allein von Dauer sein können, hinzugefügt. Man wird nun sagen, daß wenn es den Franzosen gelungen ist, sich seelisch hier einzupflanzen, dies vielleicht, auf eine Gemeinsamkeit der Abstammung, auf die Latinität der Rumänen zürückzuführen sei. Diesem Elemente ist eine gewisse Bedeutung nicht abzusprechen. Doch kann das nicht heißen, daß. deutscherseits /nicht vieles unterlassen worden ist, was Voraussetzungen geschaffen hätte auch für eine stärkere Verbreitung deutscher Kultur. Dazu, gehört etwa die politische Preisgabe der rumänischen Juden, die Bismarck für einenbe-. sonders, geschickten Schachzug gehalten hat, und zwar deren Preisgabe gegen den Eintausch finanzieller Vorteile. Diese Juden nämlich sind der Deutschen Kultur immer besonders zugänglich gewesen) In den meisten jüdischen Häusern wird man deutsche Klassiker und andere deutsche Bücher finden. In ihren Schulen ist die deutsche Sprache immer gründlich gepflegt worden. Der jetzige Rektor der Jassy er Universität, Professor Stere, ehemaliger russischer Revolutionär, der nach Sibirien verbannt gewesen und nach Rumänien flüchten konnte, "V Gedenkbuch d. Vereines f. jüd. Gesch. . in Rumänien „I.. Barasch"t . -