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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-07-24 · 30 (24.7.1914) · page 1

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
30 (24.7.1914)
Date
1914-07-24
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Sr. 30 DlV Bloch’s I-chrg-MgXXXI Zentralorgan kür die gesamten Interessen des Judentums. O ö; "■ — -—o o * A. K Sleart ng-VerK edr «r. 810.976. Redaktion und Administration: c »ir« U/1, Praterstrafie 9 1) Telefon 4S3LS Q O ---r-O O 33— Wien, 24. Jnli 1914 : Brgc&ctnt jeden Freitag.: BrieftAdreffe: Wie«. U/i, Praterstraße 9 Telegramm-Adresse: $Ho$’§ Wochenschrift, Wie«. DO oo .— --- »»rugsprrl« Kr Sesterrrirtzr HalbjLhrig 8 Kronen: Uin,eleremplare Sy Heller. Für'« Au»!«nd: HalvjShrtg 10 Kronen. Sanzjllhrig M Kronen. Anzeigen: Die »algespaltene Petttzeile 48 Heller. nO i -- -- Inhalt: Leitartikel: Die Rechtlafigkeitder Jude» in Rumänien. — Eine Organisation der jüdischen Handwerkervereine in Oesterreich — Bom Jahrmarkt des Lebens: Der neue Rektor der Czernowitzer Universität. Mischehen und Taufen in Ungarn. Berechtigte Selbsthilfe. Jüdische Bewerber für. landwirtschaftliche Betriebe. Die SzSkler — ein alter jüdischer Volksstamm. Die portugiesische Regierung für Angolas Juden als Kulturförderer. Erfolge jüdischer Emiqrantenkinder in amerikanischen Lehranstalten. Der „Grundsteinsämann". StraDMMkÄerfolgung antisemitischer Hotelbesitzer. Ein Rabbiner in Audienz beim Papst. Auszeichnung jüdischer Lehrkräfte in Rußland. Mtistüntische Erpressungen. Eine wichtige Entscheidung für Auswanderer. Zur Ethnographie der Juden Rußlands. Die sephardischen Juden. — Die Entdeckung des wilden UrweizenS und seine Bedeutung sür die moderne Weizenkultur. — Korrespondenzen: Trauerkundgebung in Jerusalem. Jüdische Erntearbeiter in Ungarn. Verbot jüdischer Einwanderung nach dem Rheinland. Ein bedeutungsvoller Entschluß der amerikanischen Juden. Die Folge der Ausschließung der Juden auS den russischen Märkten. Die RabbiNerkrise in Nrugriechenland. Arbeitermangel infolge der Judenbedrvckung. Die russischen Adeligen für eine Haftpflicht des Staates bei-Pogromen. Verband der orientalischen Juden in Ntwyork. Waflermangel in Jerusalem. — Vermischtes. — F e u t l l e t o «r Feindliche Liebe. — Literatur — Brieftasten. — Inserate. - ' - ■■ -L.J5g9gi----S.JLJ.JI.- .. JJgJ'JÜJJ!»!"!".!; Die Rechtlosigkeit der Anden i«j Die Vereinigung der bodenständigen Israeliten Rumäniens hat der neugewählten Kammer, welche, die Verfassungsänderung vorzunehmen hat, eine. Petition behufs Erlangung der staatsbürgerlichen Rechte für ihre Mitglieder überreicht.. Wiederholt würde hervorgehoben, daß die rumänischen Juden auf die Rechte nach dein Artikel 44 des Berliner Vertrages vollen Anspruch jbesitzen. Es heißt dort ausdrücklich: „In Rumänien darf Unterschied der Religionen und Bekenntnisse niemand als Grund der Ausschließung oder der Unfähigkeit entgegengestellt werden in bezug auf den Genuß der bürgerlichen und politischen Rechte, die Zulassung zu den öffent-. lichen Aemtern, Funktionen und Ehrenstellen, oder die Ausübung der verschiedenen Gewerbe und Industrien, an welchem Orte es auch sei." Rumänien hat sich bis zum heutigen Tage über die den Mächten gegenüber eingegangene Verpflichtung hinweggesetzt. Das gerade Gegenteil hat Rumänien getan. Hat die Juden zu -Sklaven und Enterbten heruntergedrückt. Sie werden, zu allen Pflichten, selbst zum Militärdienst, herangezogen und haben nicht einmal die bürgerliche Ehre, sie dürfen keinen Besitzt haben, kein Handwerk ausüben, sie sind die Opfer jeder Mißernte und jeder verschwenderischen und ver- . brecherifchen Regierung. Sie, die Juden, sind von Ru-! .Manien und von ganz Europa verraten worden. Mit einer Frivolität, die in der Geschichte der ge- : srtteten Menschheit keine Wiederholung gefunden, hat Rumänien seine jüdischen Bürger zu „Fremden" gestempelt. Es will damit sagen, daß die Juden erst seit kurzem dorthin gekommen und noch als „Fremde" anzusehen sind. Diese Behauptung ist gegen alle Zeugnisse der Geschichte. Aus den Schriften des Ibekannten jüdischen Historikers Josephns Flavins, des römischen Historikers Tertolianus und auch vieler anderer geht unzweideutig hervor, daß noch vor der Eroberung Daziens (das jetzige Rumänien) durch die Römer in diesem Lande viele Juden bereits ansässig waren. - . . Der (rumänische Historiker. Hasdeu hat sogar Km nördlichen Beßarabien eine jüdische Münze aus der Zeit der Makkabäer gefunden und somit die genannte Behauptung am kräftigsten unterstützte) An der Donau legte auch der Kaiser Justinian einen Turm an, den er Judeus nannte, der gewiß auch für diese Behauptung Zeugnis ablegt?) Noch bevor es überhaupt ein rumänisches Volk auf rumänischem Boden gab, verordnete Kaiser T.heodosius im Jahre 379 seinen Statthaltern in Mazedonien und Dazien, die Juden und ihre Gebethäuser zu schützen?) Der berühmte jüdische Reisende Benjamin aus Toledo, der den Balkan im Jahre 1170 durchstreifte, berichtet, daß die Walachen (bekanntlich teilen sich die Rumänen in Walachen und Moldauer) mit den Juden in bestem Einvernehmen leben und sie „Prüder" nennen. Da die Geschichte Rumäniens bis zum 15. Jahrhundert in völligem Dunkel liegt und keine Nachrichten aus dem grauen Mittelalter von diesem Lande vorliegen, so ist auch über die Juden dieses Landes während mehrerer Jahrhunderte nichts zu erfahren. Wahrscheinlich haben sie alle. Stürme, die über dieses Land gekommen waren, miterlebt und erlitten, und wenn die Juden Ungarns unter Ludwig I. in beträchtlicher Zahl nach der Walächai sich wandten, wo sie sogar gewisse Privilegien vom Fürsten Dan erhielten, so geschah dieses wohl, weil die vertriebenen Juden Ungarns bereits wußten, daß es ihre Brüder in diesem.Lande gut haben. Nach^ dem Geschichtsschreiber Prof. Sülzer sollen diese Juden sogar die Stadt Turnu-Severin an der Donau begründet haben?)' Der berühmte Legislator Rabbi Josef Karo erwähnt in seinen Responssn vom Jahre 1598 von Juden, die im Dorfe Bukarest in- RümäNien wohnten?) Roch später wird die Dokuinentenzahl, die das Vorhandensein einer großen Anzahl Juden in den beiden *) Hasdeu, Geschichte der Religionstoleranz m Rumänien S. 76. 2) Prokop. Heb. Bauten rc. Wien 1882.?) Sammlung d. Gesetze d. Theodosms, Buch 16 äs luäasi, Caelicolis et Samaretanis. 4) Prof. I. Sutzer. Gchch. d. transkarpathijcheir Dazien, Wien 1781. . * 2 * 4 5) Pjor n mr*

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