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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-07-17 · 29 (17.7.1914) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
29 (17.7.1914)
Date
1914-07-17
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 29 Seite 505 Dr. Bloch's 1913, die Bilanz des Rechnungsjahres und den Bericht des vereidigten Sachverständigen, der die Rechnungen geprüft hat, vorlegen. Diese Berichte wurden von der Generalversammlung genehmigt. Die Tagesordnung des „Aguda-Jisroel"-Kongresses. Nachdem vom 19.—23. August in Bad Homburg Tagungen des Rabbinischen Rates und vom 23.—25. August in Frankfurt Sitzungen des Provisorischen Komitees der verschiedenen Kommissionen, der Landcsorg msationen und der Verbände stattgeftmden haben werden, wird am 27. August abends 7Va U h r der Kongreß — die Kenesijoh Gedauloh — eröffnet. Die Tagesordnung des Kongresses ist folgende: Dienstag, abends 71/;* Uhr: a) Eeneralbericht des provisorischen Komitees, b) Vorlage der Geschäftsordnung und Wahl des Präsidiums, c) Begrüßungsansprachen. Mittwoch, 26. August: Vormittagssitzung: a) Bericht des Wahlprüfungsausschusses, b) Vorlage und Generaldiskussion über das Statut der Agudas Jisroel, c) Nominierung des Wahlvorfchlagsausschusses durch die Landesorganisationen. Nachmittagssitzung: Referat und Diskussion über die finanzielle Organisation der Agudas Jisroel und die Grundfragen ihrer Propaganda. Donnerstag, 27. A u g u st: Vormittagssitzung: a) „Stand und Hebung des Thorastudiums in den verschiedenen Ländern der Diaspora" —. Spezialreferate aus den einzelnen Ländern, b) Diskussion. Nachmittagssitzung: a) Fortsetzung der Diskussion, , b) „Erez Jisroel" — General- und Spezialreferate, c) Diskussion. Freitag, 28. August: Vormittagssitzung: . Fortsetzung der Diskussion über die Erez Jisroel-Referate. Samstag, 29. A u g u st: Reden und Vorträge der auswärtigen Rabbinen in den verschiedenen Vereinen. Abends 9 Uhr: Zwanglose Zusammenkunft der Delegierten und Gäste. . W Sonntag, 30. August: Vormittagssitzung: i/ ,. a) „Die ökonomische Läge der Judenheit". — Spezialreferate aus den einzelnen Ländernb) Diskussion. Nachmittagssitzung: Verschiedene Sonderveranstaltungen und Versammlungen von gesetzestreuen Vereinen und Verbänden. Abends: Volksversammlung. Montag, 31. August. Vormittagssitzung: Fortsetzung der Diskussion über die „Oekonomische Lage der Judenheit". Nachmittagssitzung: a) Wahlen, b) Schlußansprachen. Dienstag, 1. September: Sitzungen der neugewählten Verwaltungsorgane und der Landesorganisationen. Breslau. (Jüdischer Treubund.) Die Bewegung in der hiesigen Gemeinde gegen das Renegatentum, über deren einzelne Stadien wir berichtet haben, hat nun zur Begründung einer Organisation: „Jüdischer Treubund", geführt. Ein Aufruf zur Beitrittserklärung mit den Unterschriften einer Anzahl angesehener Gemeindemitglieder, an der Spitze Professor Dr. Braun, Fabrikbesitzer Eugen Freund u. a., spricht sich über die Aufgaben und Ziele der neuen Vereinigung aus: „Der „Jüdische Treubund" strebt u. a. an: 1. Gleichstellung der jüdischen Religionsgemeinschaft mit den christlichen Bekenntnissen in allen Schulangelegenheiten und damit Wochenschrift auch Durchführung des jüdischen Religionsunterrichts. 2. Tatkräftige Förderung jüdischer Gesinnung unter der Jugend. 3. Einrichtung einer jüdischen Generalvormundschaft. 4. Hebung des Interesses am jüdischen Gemeindeleben durch Erweiterung der Leistungen auf sozialem Gebiete, durch Unterstützung aller auf das Wissen vom Judentum, seiner Geschichte und Literatur gerichteten Bestrebungen, durch Erweiterung der Frauentätigkeit in den Gemeindekommissionen, durch Einführung des Gemeindewahlrechts für selbständige Frauen." — Dies Programm allein würde den neuen Verein eher als einen Gemeindeverein charakterisieren, da alle diese Ziele nicht direkt gegen die Täuflinge gerichtet sind, sondern ein Programm jüdischer Gemeindepolitik^ enthalten. Allein auch der Hauptzweck kommt zu seinem Rechte. Gegen das Renegatentum sollen folgende Maßnahmen angewandt werden: „Bekanntgabe ihrer Namen durch den Gemeindevorstand. Bekämpfung <4ler Personen, die vom jüdischen Glauben abgefallen smd oder die Taufe unmündiger Kinder begünstigen, bei Bewerbung um Ehrenämter in Gemeinde, Stadt und Staat." Der Jahresbericht der Alliance Jfraelite Universelle. Der eben erschienene Jahresbericht der Alliance Jfraelite Universelle für das Jahr 1913 bietet auch diesmal einen klaren Ueberblick über die Lage der Juden in drei Erdteilen. In besonderen Abschnitten wird die Lage der Juden in Rußland, Rumänien, im Orient und Marokko behandelt. Die Angaben über die Wirksamkeit der Alliance selbst nehmen einen verhältnismäßig nur geringen Teil in dem 132 Seiten starken Berichte ein. Wir erfahren, daß die Alliance zurzeit über 183 Schulen verfügt, in denen 48.000 Kinder unterrichtet werden und 1472 Lehrer wirken, und daß sie mit einem Zweimillionen-Budget arbeitet. Daß diese 1472 Lehrer von Reinachs Gnaden ihr Bestes einsetzen, um das Licht der französischen Alliancekultur in der Welt zu verbreiten, ist allbekannt, wiewohl im deutschen Jahresberichte dieser heikle Punkt ängstlich umgangen ist. In unseren Kreisen weiß man, was man von diesen Assimilationsschulen zu halten hat, und denen, die es im anderen Lager noch nicht wußten, hat es Martin Philip pson jüngst mit großer Deutlichkeit klargemacht. Eine Lebensfrage für 12.069 Juden. Aus Petersburg wird uns die folgende wichtige Meldung übermittelt: Der Ministerrat hat sich in seiner letzten Sitzung abermals mit der Wohnrechtsfrage derjenigen Juden befaßt, welche auf Grund des vielfach besprochenen Stolypinschen Erlasses außerhalb des jüdischen Ansiedlungsgebietes wohnen. Der Ministerrat hat den Beschluß gefaßt, einen kaiserlichen Ukas zu erwirken, durch welchen diesen Juden — es handelt sich um nicht weniger als 12.000 Personen — das ungestörte Verbleiben in jenen Städten, Städtchen und Dörfern, wo sie derzeit/ leben, ermöglicht wird. Dieser Ukas soll als ein Gnadenakt des Kaisers anläßlich des Romanow- Jubiläums gedacht sein. In derselben Sitzung beriet der Ministerrat auch die Möglichkeit einer gnadenweisen Erweiterung der Rechte der Juden in Rußland. Ein Beschluß hierüber wurde jedoch nicht gefaßt. Die Juden in Turkestan. Bekanntlich hat die Verfolgungswut der russischen Behörden auch die Juden von Turkestan, deren größter Teil von Familien abstammt, die noch vor Eroberung dieses Gebietes durch Rußland dort ansässig waren, nicht verschont. Nun hat eine Senatserklärung diesen Vexa-

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