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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-07-17 · 29 (17.7.1914) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
29 (17.7.1914)
Date
1914-07-17
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Seite 503 Nr. 29 2>r. Bloch's Wochenschrift Die bisher aufgelaufenen Kosten der Mehrausnützung des Lehrlingsheimes find in den Ausgabeziffern des vorliegenden Berichtes enthalten. Die volle Wirkung dieser Maßnahme sowohl in finanzieller Hinsicht als auch in Hinsicht auf die Zahl der Pfleglinge wird erst späterhin in die Erscheinung treten. Wenn wir nun zum finanziellen Teile unserer Berichterstattung übergehen, können wir nicht umhin, unserem Bedauern Ausdruck zu geben, daß wieder einige Kultusgemeinden, welche bisher unser Wirken materiell unterstiitzten, uns im abgelaufenen Jahre Subventionen nicht mehr zukommen ließen, dadurch haben sich die durch den Abgang mehrerer Mitglieder ohnedies verringerten Einnahmen noch mehr reduziert. Für die uns auch in diesem Jahre gewidmeten Subventionen und geleisteten Rückvergütungen sprechen wir der Direktion der I. Oesterreichifchen Sparkassa in Wien, den israelitischen Kultusgemeinden in Wien, Brünn, Lemberg, Prag usw., ferner dem Kuratorium des mährischjüdischen Landesmasfafonds, dann dem Kuratorium der Baron.Hirsch-Stiftung und dem Hilfsverein für die notleidende jüdische Bevölkerung in Galizien in Wien unseren besten Dank aus. Wir danken auch Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Frey mann in Holleschau, Herren M. Grab S ö h n e in Prag, Herrn Josef Hauser in Mißlitz und Herrn M. Kanarek, Hutfabrikanten in Sternberg, für ihre Bemühungen bei Besorgung des Inkassos von Mitgliedsbeiträgen. Mit inniger Dankbarkeit gedenken wir auch jener Wohltäter, die uns im abgelaufenen Jahre teils mit Legaten, teils mit sonstigen größeren Zuwendungen bedachten. Wir erhielten von Herrn kais. Rat Julius Stern anläßlich der Vermählung seines Sohnes Dr. Alfred Stern Kronen 200.—; von Herrn Dr. Alfons Thorsch aus dem Legate der Frau Ernestine Dchyr sch Kronen 10.000.—; ein Läget des Herrn Salomon F r i e d m a n n im Betrage von Kronen 400.—; von Herrn Dr. Philipp von Gomperz anläßlich des Ablebens des Herrn Max von Gomperz KronenZOO.—. Die vergleichende Zusammenstellung der Eingänge und Erfordernisse in den Jahren 1912 und 1913 ergibt folgende Ziffern: Die Eingänge betrugen: 1913 Jahresbeiträge.K 7.351*— Kapitalisierte Jahresbeiträge . „ 610*32 Spenden und Subventionen . ... „ 4.033— Rückvergütungen ... „ 9.827*23 Zinsen der Wertpapiere und Erträgnis des Vereinshanses (inkl. des Erträgnisses des Moritz und Mathilde Schwarz-Stiftungsvermögens) . . „ 40.607 90 Zusammen . . K 62.429*45 K 1912 7.763— 610*32 4.127— 6.270*16 „ 40 293*06 K 59.063*54 Die Erfordernisse betrugen: 1913 Genossenschaftliche Gebühren . . . . K 5.942*71 Wäsche und Bekleidung ....... 28.106*01 Lehrgelder, Schulrequisiten, Werkzeuge, r; Lehrlings-Unterstützungen . . . „ 2.025*68 Kosten des Lehrlingsheims inkl. Gebäudeerhaltung und Inventar-Instandhaltung . .. 7.383*37 Etablierungsbeiträge. u. Meisterunterstützung (M. S.chwarz-Stiftungs- Vermögen) .. 2 500— Verköstigung7dev Zöglinge am Sederabende u. Abhaltung des Sonntags- Gottesdiesstes.. * 750*10 Gebühren-Aeqüivalent und Personaleinkommensteuer . „ 606*25 piegie upd diverse Auslagen . . . . „ 10.842*45 Zusammen . . K 58.246*57 1912 K 6.085— „ 28.830*42 „ 1.687*46 „ 4.70082 „ 829*30 „ 2.129*31 9.541*29 K 53.803*60 Die vom Vereine verwalteten Stiftungen wurden auch im abgelaufenen Jahre stiftbriefmäßig verwendet. Zur Etablierung von Meistern wurden aus der Hermann Todesko-Stiftung Kronen 3300.— und aus der Moritz und Mathilde Schwarz-Stiftung Kr. 2500.— an 9 Bewerber als unverzinsliche Darlehen*, beziehungsweise als Geschenke bewilligt, endlich aus der Dr. S. Plohn-Stistung Reifeunterstützungen für das Ausland im Gesamtbeträge von Kronen 177.60 verliehen. Die Zinsen der Siegmund v. Wertheimstein-Stiftung wurden am Todestage des Stifters als Prämien an Gehilfen verteilt. Im verflossenen Jahre haben wir 276 Knaben ausgenommen, 168 wurden als Gehilfen freigesprochen und zum Schlüsse des Jahres befanden sich 637 Lehrlinge in der Fürsorge des Vereines. Der Vereins Vorstand: K. k. Komm.-Rat Leopold Simon, Präsident. Dr. Richard Reis, Vizepräsident. Dr. Wilhelm Löwy, Schriftführer. Gustav Brüll. Wilhelm Hirsch, k. k. Kommerzialrat. Leopold Langer, kais. Rat. Adolf Reumann Edler von D i t t e r swaldt, kais. Rat und k. k. Kommerzialrat. Leopold Sachs Edler von Sachsenhall, kais. Rat. Julius Stern, kais. Rat. Edm. Melcher, Architekt und Gemeinderat. Theod. Sachsel, Oberinspektor der k. k. Staatsbahnen. Adolf Straß mann. Wien. In der diesjährigen zahlreich besuchten Generalversammlung des Bethausvereines „Thorat Emeth" erstattete der Onrann Dr. Josef Straffer den Rechenschaftsbericht, dem die erfreuliche Wirksamkeit des altehrwürdigen Vereines zu entnehmen ist. Der Obmann erwähnte dankend die Unterstützung der Kultusgemeinde, insbesondere die Gönnerschaft des Vizepräsidenten Dr. Kohn. Eine größere Spende hatte Herr Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Alfted Straffer dem Vereine zukommen lassen. Der Vorsitzende berichtete auch die hocherfreuliche Tatsache, daß im Herbst mit der Grundsteinlegung eines monumentalen Tempels für den 3. Gemeindebezirk begonnen werde und forderte die Anwesenden auf, das fromme Werk zu unterstützen. Die Neuwahlen ergaben Ne einstimmige Wiederwahl aller Funktionäre. Der Schriftführer Dr. Paul Straffer beantragte eine spezielle Dankeskundgebung für den hochverdienten Kassier S. Millet, die einstimmig angenommen wurde. Der Hilfsverein jüdischer Handwerker in Mähr.- Ostrau und Umgebung versendet folgenden Aufruf: An Eltern und Vormünder! Mach dem Schulschluß tritt an viele die Frage heran: Was soll aus unseren Jungen werden? Bei der Wahl des Berufes soll der Wunsch des Knaben berücksichtigt werden, denn der Erfolg ist ausgeschlossen, wenn man für ein Fach bestimmt wird, für das man keine Neigung hat; oft wählt aber der Junge einen Beruf, zu dem er nicht geschaffen ist oder seine geistige Veranlagung nicht paßt. Darum muß neben der Vorliebe des Knaben für die Berufswahl auch die reifliche Ueberlegung von Eltern und Vormündern bestimmend sein. In den letzten Jahren hat sich die Jugend massenhaft dem Studium zugewendet, und darum ist eine Ueberproduktion von Absolventen verschiedener Lehranstalten geschaffen worden, für die Stellungen nur schwer zu haben sind. Im Handwerkerstande haben immer noch tüchtige, ausgebildete Menschen ihr gutes Fortkommen gefunden, und immer noch wird stets eine gute Handwerkerkraft gesucht.

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