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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-07-17 · 29 (17.7.1914) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
29 (17.7.1914)
Date
1914-07-17
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Nr. 29 Seite 502 3)r. Bloch's In Wilhelmsburg fand Sonntag den 12. Juli im hiesigen Bethause unter zahlreicher- Beteiligung der Bevölkerung eine feierliche Trauerandacht statt. Der Gottesdienst wurde mit dem Psalm »Michtoin l’dowidc, vom hiesigen Jugendchor wirkungsvoll vorgetragen, eröffnet. Hierauf hielt Herr Religionslehrcr Josef L ö w i n g e r eine ergreifende Trauerrede. . . ' Klageufurt. Im israelitischen Bethaufe fand am 4. Juli über Veranlassung des Vorstandes Ul f Stößt ein Träuergottesdienst für weiland Erzherzog Franz Ferdinand und dessen Gemahlin statt. In Vertretung der k. k. Landesregierung war Bezirkshauptmann Kultusreferent Baron Braun, von der Finanzbehörde Finanzsekretär Dr. Alex. Fleischer erschienen. Außerdem waren zahlreiche Kultusmilglieder mit ihren Damen gekommen, um an der Gedächtnisfeier für den ermordeten Thronfolger teilzuuehmen. Rabbiner Bernhard Glaser hielt eine von patriotischem Geiste getragene Trauerrede und verrichtete ein Gebet für das Seelenheil des allzu früh dahingeschiedenen hohen Paares. Prag. Sonntag vormittag fand im Tempel (Geistgasse) die von dem Vereine für geregelten Gottesdienst der Israeliten in Prag veranstaltete Trauerfeier für den Thronfolger, Se. k. u. k. Hoheit den durchlauchtigsten Herrn Erzherzog Franz Ferdinand und höchstdessen Gemahlin, Ihre Hoheit Frau Herzogin Sofie v. Hohenberg, statt. Lange vor Beginn derselben war der Tempel von einem äußerst distinguierten Publikum gefüllt. Die Galerie war für die Schulfugend reserviert, die von ihrem Direktor und Religionslehrern begleitet war. Zu der Trauerfeier hatten die staatlichen Behörden ihre Vertreter entsendet; der Magistrat und der Stadlrat der Kgl. Hauptstadt Prag- sowie das Stadtverordnetenkollegium waren gleichfalls deputativ vertreten. Die Feier begann mit einem vom Tempelchore unter der Leitung des Chordirigenten Herrn Richard Taussig und mit Orgelbegleitung vor- -getrageneu Choräle, Sodann hielt der Prediger der Tempelgemeinde, Herr Dr. Emanuel Schwach, von den Psalmenworten: „Die im Leben durch die innigste Liebe vereint, sollten auch im Tode nicht getrennt sein", ausgehend, die Trauerrede, in welcher er den Thronfolger als Mann von geklärtem Charakter, von starkem Willen und von religiösem Empfinden pries. Die Trauerrede machte auf die Anwesenden, insbesondere als der Prediger im weiteren Verlaufe' seiner Rede unseres guten, alten Kaisers/-Dem zum zweitenmal« seine stolze Hoffnung in das Grab gesenkt, -und der Kindergedachte, die zu Waisenkindern geworden sind, einen tiefergreifenden Eindruck. Mit weiteren Psalmenworten, daß wir nicht fluchen wollen an geweihter Stätte, von wo aus das ganze Jahr die Menschenliebe gelehrt und gepredigt wird, - sonderni-beten wollen, schloß der Prediger seine tiefempfundene Rede, indem er sodann bei geöffneter Bundeslade das Gebet für das ' Seelenheil der Verschiedenen und das Kaisergebet verrichtete. Mit einem neuerlichen Choräle: „Selig sind , die Toten" wurde die Feier geschlossen. " , Bad Hall, Oberösterreich. Anläßlich des Ablebens des Erz-r Herzogs Franz Ferdinand und der Herzogin von Hohenberg fand in Bad Hall, Oberösterreich, im großen Kurhaussaale, der Trauerschmuck trug, ein Träuergottesdienst statt, an dem sich die daselbst weilenden israelitischen Kurgäste in großer Zahl beteiligten. Der Trauerfeier wohnten bei: Bürgermeister Miller, Direktor der Landeskuranstalten Pefendorfer, Landesbeamter Pichlers Kreisschulinspektor der Baron Hirsch-Stiftung Wilhelm Grünes,' Kurarzt Dr. Ludwig Münch rc. Kantor D. Kaplan verrichtete in sehr weihevoller' Andacht das El-Mol-Rachmingebet, woraus Inspektor Grünes aus Kolonie« in warmempfundenen Worten der Trauer über das ruchlose Attentat und dem tiefschmerzlichen Verluste, den Oesterreichs Völker erlitten, Ausdruck verlieh. Nach dem Gottesdienste begaben sich Inspektor Grünes, Kurarzt Dr. Münch und Herr Fischer zum Bürgermeister Miller und ersuchten ihn, die Trauerder. jüdischen. Kurgäste durch die politische Behörde zur Kenntnis der Allerhöchsten Kabinettskanzlei zu bringen. In Lundenburg fand am 8. d. M. im Tempel ein feierlicher Gottesdienst statt, zu welchem außer dem gesamten Kultusvorstande und zahlreichen Gemeindemitgliedern die Spitzen der kommunalen' -stnd staatlichen Behörden erschienen waren. Herr Rabbiner - Dv -Tchwenger hielt eine ergreifende Gedenkrede, - die-kantpralen Funktionen versah in weihevollster Weise Herr Oberkantor tZoldenberg, begleitet von dem, unter dex trefflichen Leitung des Herrn Robert Reich' stehenden' Tömpelchove/ Für die' Schüler der hiesigen Volks-, Börger- und Mittelschulen wurden am 4. und 11. d. M. besondere Trauerandachtem abgehalten,:-, . In Oderbcrg-Bhs. fand' am' ' 6. Juli im Tempel der israelitischen Kultusgemeinde eine Trauerfeier fürweil. Erzherzog Franz Ferdinand und seine Gemahlin statt, bei. welcher Se. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. Friediger eine tiefempfundene, ergreifende Trauerrede hielt. Anwesend waren die Spitzen aller österreichischen und preußischen Behörden. Der Trauerfeier ging eine Sitzung des Eeineindeansschusses voran, welche an die Kabmettskanzlei - eine Beileidsdepesche äbsandte. Wochenschrift . -In Amstetten fand Samstag, den 4. ds., 10 Uhr vormittags, im Tempel der israelitischen Kultstsgemeinde Amstetten, zu deren Sprengel auch -Artstetten-gehört, wo die Familiengruft des auf so tragische Weise Heimgegangenen Erzherzogs Franz Ferdinand und seiner Gemahlin sich befindet, ein Träuergottesdienst statt, zu dem auch die Spitzen der Behörden eingeläden wurden. Herr Bezirksrabbiner Dr. Cst. G. Bertifch hielt eine wirkungsvolle Gedenkrede und verrichtete bei offener Bundeslade ein tiefergreifendes Gebet für das Seelenheil des durchlauchtigsten Paares, für das Wohl des Vaterlandes und unseres geliebten Kaisers. Die kantoralen Funktionen versah in vortrefflicher Weise der Tempelvorsteher Herr Alexander Deutsch. In Straßnitz wurde am.6. ds. in der Synagoge in Gegenwart der ganzen Gemeinde ein feierlicher Träuergottesdienst abgehalten, der durch die ergreifende Trauerrede unseres Herrn Rabbiners Dr. S. Freifeld und das von Sr. Ehrwürden vorgetragene schöne Seelengebet zu einer besonders imposanten Trauerkundgebung sich gestaltete. Etsdorf a. Kamp. Ein hochachtbares Mitglied des Mirjamvereines hier, Herr Simon Schasranek, Kaufmann, der wegen seines biedern und edlen Charakters und seines Wohltätigkeitssinnes sich der Hochachtung der weitesten Kreise erfreut, begeht am 15. Äs. mit seiner Ehegattin Ernestine, geb. - Weiß aus Wiscovitz in Mähren, die Feier der silbernen Hochzeit. Herr Simon Schasranek ist der-Bruder des Herrn Möriz Schasranek, Produtten- und Weinsteinhändlers, Vereinsobmannes' allhier, und beide Brüder sind eifrige Förderer des Judentums. Möge das Jubelpaar, Herr Simon schasranek und feine Ehegattin Ernestine, auch das goldene f-Hochzeitsjubiläum mit Hilfe Gottes erreichen. Hadern (Böhmens In der hiesigen Kultusgemeinde wurde beim Samstaggottesdienst vom 11. Juli des tragischen Heimganges des verewigten Thronfolgervaares bei offener Bundeslade durch Herrn Rabbiner Alois T a u s i k in dem Gebete erwähnt, wobei der Redner der Trauer Oesterreichs Ausdruck gab und den Segen des Allmächtigen auf das Haupt Sr. Majestät Franz Josef I. herabflehte. Ung-.Osirau. Hier fand die Trauerandacht im schwarzdekorierten Tempel am 7. d. statt Die Trauerrede hielt Herr Rabbiner Dr. Zwick, die TrauergesÜnge „Schinrissi" und „El mole rachamim" trug Herr Oberkanhor M/'Eibenschütz in rührender Weise vor. , Einundsiebzigster Bericht des Vereines zur Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten (Israelitischer Handwerkerverein) sowie dessen Lehtlingsheims. 73. Vereinsjahr. Wir erlauben uns hiermit, über unsere Tätigkeit;..iyk Jahre 1913, unserem 73. Vereinsjahre, folgenden ^Bericht zu-erstatten: : , Die Tatsache, daß bei einer stets größer werdenden Anzahl von Gewerben, und zwar gerade bei jenen, die zu den sogenannten besseren' zählen, wie z. B. daA Buchdrucker-, Elektriker-, Jnstallations-, Kunstryrd Maschw nenschlosser-, Mechaniker-, Uhrmacher-, Zahntechniker-! Gewerbe usw., der Lehrherr dem Lehrling in der Regel weder Wohnung noch Verköstigung gewährt, hat uns veranlaßt, die für die Unterbringung von Lehrlingen vorhandenen Räume unseres Lehrlingsheims nunmehr . vollständig auszunützen. -Bekanntlich 'hat unser Lehrlings- . heim eine doppelte Bestimmung. Es dient dazu, einerseits solche Knaben, die von auswärts kommen undhier keine Unterkunft haben, bis zu ihrer Unterbringung bei einem Meister, der ihnen Wohnung und Verpflegung bietet, vorübergehend zu beherbergen, anderseits Lehrlingen sogenannter besserer Gewerbe, die beim Lehrherrn weder Kost noch: Quartier erhalten, durch ihre ganze Lehrzeit zu versorgen. Mährend bisher für beide'- Zwecke bloß einer der zwei hiefür vorhand.eney- Sale des Lehrlingsheims in Benützung stand, wurde nunmehr auch der zweite Saal in Verwendung genommen. Für die Aufnahme in das Lehrlingsheim zur dauernden Verpflegung wird — abgesehen davon, daß. bei den erwähnten Gewerben schon von den betreffenden ÄenoMnschaften in der Regel die Absolvierung einer mindestens zweiklassigen Bürgerschule verlangt wird — unserseits ge- , fordert, daß der Knabe vorzügliche. Schulzeugnisse beibringt. Verwaiste Knaben werden in erster Linie berücksichtigt. ' '!

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