Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 31 (1914)
- Issue
- 28 (10.7.1914)
- Date
- 1914-07-10
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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m *»i 28 Dr. Bloch's Ans dem Perichl über die Tätigkeit der Aaron Kirfch-Stistung 1912/1913. Volksschule n. Im abgelaufenen Schuljahre mürben in den 42 Schulen der Baron Hirsch-Stiftung von J51 Lehrpersonen, und zwar 125 Lehrpersonen für die Volksschulgegenstände und 26 Lehrpersonen für das Hebräische, in 134 Klassen 5744 Schüler unterrichtet. Ueber die Verteilttng der wirkenden Lehrkräfte, die Kostender einzelnen Schulen, des Unterrichtes, der Bekleidung und Beköstigung enthält die am Schlüsse des Berichtes angeführte Tabelle nähere Daten. Bon den 40 in Galizien bestehenden Schulen waren 18 höheren und 22 niederen Typus, 30 Schulgebäude sind Eigentum der Stiftung. An 12 Orten wurden Schulräume gemietet, wofür 10.909.83 Kr. an Mietzins entrichtet wurden. Neben den Bolksschulgegenständen nuirde an sechs Schulen von sechs Lehrern in 15 Abteilungen an 175 Kinder Unterricht in Handfertigkeit fSlöjd) erteilt. Auch der Pflege der Jugendspiele, dem Turnunterrichte und der Veranstaltung von Ausflügen haben mehrere Lehrkörper ihre vollste Aufmerksamkeit zugewendet. Es haben am Turnen 4041, an Jugendspielon 4260 und an Ausflügen 2854 Schüler teilgenommen. Ein bisher an den Stistungsschulen noch nicht eingeführtes Experiment wurde mit Erfolg in Jezierna versucht. Es betrifft die Heranziehung der Schulkinder zur Bienenzucht. Da in dem Schuljahre 1911/12 der dortige Lehrer Feldmann im Vereine mit den Schulkindern befriedigende Resultate erzielte, wurden während der Ferien 1913 zwei Lehrer zu dem Zwecke nach Jezierna gesendet, sich dort die erforderlichen Kenntnisse zu erwerben und diese an ihren Schulen zu verwerten. Nach Beendigung des Kurses wurde über die Jmkerkonferenz ein Protokoll verfaßt und den: Kuratorium übersendet, welchem mit großer Befriedigung die ersprießliche Tätigkeit der Lehrer und Schüler entnomnteit werden konnte. Sollten die Erfolge auch an anderen Schulen konstatiert werden können, so würde das Kuratorium ermangeln, die Bienenzüchterei an möglichst vielen Schuleil einzuführen und dadurch den Kindern nicht bloß die Liebe zur Natur ulid für landwirtschaftliche Beschäftigung einzuflößen, sondern auch eventuell den Eltern derselben materielle Vorteile zu verschaffen. Mit ganz besoilderer Befriediguilg hat das Kuratorium den Bericht des k. k. Bezirksschulinspektors Herrn Szumski über seine im Juli 1913 vorgenommene Visitation der Stiftungsschule in Tarnow zur Kenntnis genommen. Diesbezüglich kam dem Kuratorium folgende Note zu: „Aus dem Berichte des k. k. Bezirksschutinspektors, von welchem im Monate Juli d. I. die hierortige vierklassige Baron Hirsch- Stiftungs-Volksschule für Knaben visitiert wurde, hat der 1. t. Bezirksschulrat mit Vergnügen wahrgenommen, daß sich diese Schule unter der fachwissenschaftlichen Leitung des Herrn Wilhelm..(£ n gländer derart günstig entwickelt, daß sie als Muster für viele Privat- und öffentliche Schulen gellen kann. Der k. k. Bezirksschukinspektor konstatierte eine musterhafte Ordnung im Schulgebäude und in den Lehrsälen, die Schüler kommen reinlich in die Schule, obschon sie der ärmsten Bevölkerungsklasse entstammen; die Disziplin ist sehr gut; die Frequenz ist in einigen KlassM sehr und sogar vollkommen regelmäßig; der Unterricht wird nach einer fortschrittlichen und richtigen Methode erteilt; der Lehrkörper arbeitet in dieser Schule sehr fleißig und gewissenhaft, übt die Schüler in der Erlangung der Selbständigkeit und berücksichtigt beim Unterrichte dessen formale Richtung. In Würdigung des ersprießlichen Wirkens des Herrn Schulinspektors Engländer und des Lehrkörpers hat der k. k. Bezirksschulrat in seiner Sitzung am 5. Juli d. I. beschlossen, Herrn Engländer für die ausgezeichnete Leitung der Schule und dem Lehrkörper für dessen Arbeit um die Erziehung und Ausbildung der Schuljugend den Dank und die Anerkennung auszudrücken." Wochenschrift 5eitf 487 Diese Anstalt wurde am 10. Feber 1913 übrigens auch von dem Schatzmeister des Kuratoriums, Herrn Dr. Edmund Kohn, besucht, welcher in der Lage war, gleich günstige Wahrnehmungen zu machen und dein Kuratorium über die außerordentlich ersprießlichen Erfolge des Werksunterrichtes mit großer Genugtuung zu berichten. Außer denr für den Unterricht für Volksschulen verausgabten Betrag von 445.774 Kronen 37 Heller wurden für Unterstützung der Kinder durch Verteilung voll 22.791 neuen Büchern, 41.178 Heften, auch 16.403 sonstigen Schulreguisiten 13.591 Kronen 92 Heller gegen 12 877 Kronen 70 Heller im Vorjahre verausgabt. Aus den Mitteln der Jubiläums-Stiftung gelangten an die unsere Schulen besuchenden Kinder 10.967 Frühstücke, 82.639 Mittagmahle, 1250 lleue, 2025 reparierte Lodenröcke, 1865 Hosen, 1965 Barchentleibel, 3513 Stiefelvorschieber, 2107 Sommeranzüge und 4147 Hemden sowie 7036 Sacktücher mit einem Kostenaustvande von 77.519 Kronen 92 Heller zur Verteilung. Hiebei sei auch an dieser Stelle bemerkt, daß sämtliche an unseren Schulen verteilte Hemden in den vom Kuratorium gegründeten Mädchenschulen, bezw. Nähschulen angesertigt wurden. Seitens einzelner Schulleiter wurde anläßlich der Bespeisung und Bekleidung armer Schulkinder die lokale Wohltägikeit herangezogen; ein Ausweis der eingeflossenen Beiträge ist diesem Berichte angeschlossen. An Subventionen wurden wie im Vorjahre für die voll den Kultusgemeinden in Brody und Zablocie erhaltenen Schulen 10.350 Kronen bewilligt. Abendkurse. Die Fahl der im abgelaufenen Schuljahre abge haltenen Abendkurse betrug 15, dieselben wurden von .533 Schülern besucht, von 35 Lehrern geleitet und erfordertell eine Ausgabe von 2815 Kronen gegen 2526 Kr. 10 Heller. In diesen Abendkursen wurden Analphabeten, die das schulpflichtige Alter überschritten hatten, in den Bolksschulgegenständen unterwiesen, ferner wurden Knaben, die vor Erreichung des vollständigen Lehrzieles die Schule verlassen hatten und bei Handwerkern oder Geschäftsleuten untergebracht waren, weiter unterrichtet. Handwerk. Im Laufe des Jahres lvurden auf Kosten der Stiftllng 206 Lehrlinge neu ausgenommen, so daß nach Abrechnung von 123 Austritten durch Freisprechung, Auswanderung oder Aufgebung der Lehrstelle am 1. September 1913 519 Lehrlinge verzeichnet waren. Die Bekleidung der Knaben, welche unsere Abend schulen besuchten, erfolgte aus den Mitteln der Baronin Clara von Hirsch-Kaiser-Jubiläums-Stiftung. Der für Handwerkslehrlinge im Vorjahre verausgabte Betrag erhöhte sich von 14.851 Kronen 8 Heller auf 18.286 Kr. 17 Heller. Gleichwohl ist das Kuratorium bemüht, die Anzahl der bei Handwerkern untergebrachten Lehrlinge ständig zu erhöhen und hat in wiederholten Zirkularen die Lehrer aufgesordert, dieser für die Stiftungstätigkeit außerordentlich wichtigen Angelegenheit die größte Aufmerksamkeit zuzuwenden. Die in Wien untergebrachten Lehrlinge stehen unter Obhut des Vereines zur Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten. Für 15 wurden die von dem Vorstande ermäßigten Kosten seitens des Kuratoriums bestritten. Für 45 kam der Hilfsverein für die notleidende jüdische Bevölkerung in Galizien auf, 30 Lehrlingen wurde von dem Vorstände des Vereines zur Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten die unentgeltliche Ausnahme bewilligt.