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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-07-03 · 27 (3.7.1914) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
27 (3.7.1914)
Date
1914-07-03
Page
– (sequence 17)
Language
German
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dir. 27 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 477 „Der Früchte Saft erquicket dich l'nci labet dir das Herz, 1) u r c li G ottc s G ü t e in e i s t e r 1 i e h 8 c li m i 1 z t li a r t e n 8 i n n e s Erz. Entziehe deinen Fuß, mein Sohn, Wo GottcKlüuguer geh’n, Delinn’re Friede ist dein Lohn, Bürgt ewiges Besteh’n.“ Also das ist wieder mal verwickelt. Schmilzt das Erz meisterlich? Oder ist Gottes Güte meisterlich? Oder am Ende «rar beide? Wohlaulzuwerfende, jedes fühlende Gemüt schwer beunruhigende Fragen! Aber daß die Verse gewiß nicht meisterlich sind —• so viel ist sicher. Ich will, hochverehrter Herr Doktor, meinen „Fuß entzieh’n", wie die verehrte Dichterin so poe lisch sich ausdrücki, und -meinen Leidensweg beschließen. Ich hätte noch 10!)1 Beispiele heibringen können. Laßt cs genug sein des grausamen Spiels. Dieser flügellahme IVgasim stammt, in gerader Linie von Bileams redendem Esel ab. Der war viel geschmackvoller, sprach wenigstens nicht in Versen. Nein, ich schreib’ darüber nicht! Es ist ja gewiß alles seelengut gemeint und nur so jammervoll geraten. Wenn ich jemals unter einer derartig versifizicrion Grabschrift ruhen müßte, so tü!’ mich die ganze 8terberei nicht mehr freuen und ich schü:teile die ,,Motten" ab . . . Pardon! Ich fange schon selbst zu faseln an. Ich leihe mir daher kurz resolvieri den Rotstift der Dame Klio aus, streiche das ganze Puch energisch durch und bitte den im Weltall -so ziemlich bekannten lieben Gott, er möge mich vor derlei Aufgaben gnädiglich beschützen. Wenden Sie sich doch au einen der Schulinspektoren der israelitischen Kultusgemeinde; denen scheint die geheime Schönheit dieser Abart einer Poesie entsiegelt und erschlossen und als pädagogische Fachmänner ist es ihres Amtes, zu sagen, was als J u g e n d s c h r i f t trefflich sich eignet. Ich bin nur Laie, und wie singt so schön unsere Dichterin: „Gründlich Wissen mangelt sehr“ und durchaus nicht heimisch sind „Kenntnis, Gab’.“ Womit ich mich niedergebrochen gehorsamst empfehle. Nicht böse sein, lieber Doktor, wenn .ich über das Buch wirklich nicht schreiben will, über diese — „Schicksalsrute, mir kommend über Nacht“. Reden Sie mir nicht meisterlich zu — es würde nichts nützen — meines harten Sinnes Erz würde daduich nicht zum Schmelzen gebracht werden. Ihr allzeit in Treue ergebener 8. 8 a 1 o m o n s k i. Adolf Friedemann: Das Leben Theodor Herzls. 141 .Seiten. Preis 2 Mark, in Pappband. Jüdischer Verlag, G. m. b. H., Berlin 1914. Friedemanns Buch ist die erste Biographie des verstorbenen Zionistenführers und darf schon aus diesem Grunde Aufmerksamkeit beanspruchen. Denn sicherlich ist Theodor Herzl die markanteste Persönlichkeit, die das jüdische Volk in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hervorgebracht hat. Der Verfasser ist an seine schwierige Aufgabe mit Geschick herangetreten und hat unter Vermeidung jeglicher Polemik in vornehmem Ton eine sehr gut dokumentierte und literarisch ansprechende Arbeit geliefert. Jede Zeile atmet tiefe Liebe für den verstorbenen Führer und Meister, dessen Wesen, eine einzigartige Verbindung von Kraft und Anmut, von Wollen und Träumen, Freund und Feind bezwang. Die eigentliche Darstellung wird durch eine Reihe von charakteristischen Briefen und Dokumenten ergänzt. Frei und Treu. Jabnehistische Essays von Dr. I. I. Nie - m i r o w e r, Rabbiner der spaniolischen Gemeinde in Bukarest. Druck und Verlag der Graphischen Anstalt Albert B a e r, Bukarest. 1914. _ Wilhelm Rosenstrauch. Joel Deutsch, der Reformator der österreichischen Taubstummenbildung. Kommissionsverlag Hugo Dulde, Leipzig-R. 102. Sammelwerk zeitgenössischer Kanzelredner. Unter dem Motto: „Das Beste vom Besten" wird der Jüdische Buch- und Kunstverlag in Brünn, Adlergasse 9, in einigen Tagen die erste Lieferung des Samntelbuches Predigten zeitgenössischer Kanzelredner auf den Büchermarkt bringen. Die erste Lieferung enthält Reden für sämtliche Fest- und Feiertage des Jahres sowie Kasualien und sonstige Gelegenheitsreden. Die Namen der Autoren, u. a.: Oberrabbiner Dreifuß, Paris, Rabbiner Dr. D. Ferrchtwang, Oberrabbiner Dr. M. Güdsmann, Chiefrabbi Dr. I. Hertz, London, Prof. Dr. A. Kurrein, Rabbiner Dr. D. Leimsörfer, Rabbiner Dr. Littmann, Oberrabbiner Dr. Margulies, Florenz, Rabbiner Dr. W. Münz, Landesrabbincr Dr. B. Placzek, Rabbiner Dr. (£. Werner, welche als Kauze.redner einen Weltruf genießen, bürgen für die Gediegen heit und den überaus reichen Inhalt des ersten Sammelbuches. Für die Ausstattung dieses Werkes bat der Verlag keine Mühe und Opfer gescheut und wird sich das Sammetbuch als Zierde einer jeden Bibliothek repräsentieren. Preis einschließlich Porto 4 Kronen. Kriefkastrn. D. Zum Bürgermeister von Cincinnati ist ein Jude. Friednh 8. o p i e g e 1, gewählt worden. Dr. F. in S. In diese Kategorie gehört natürlich auch die Verleihung des Ehrenbürgerrechts der Stadt Berlin an den Landtagsabgeordneten und stellvertretenden Stadtverordnetenvorsteber, Geh. Justizrat Cassel. C. M. in Berlin. Rein, der kürzlich verstorbene Königs berger Physiologe Professor Dr. Ludimar Herr m a n n war einer der wenigen jüdischen Professoren in Preußen, die ein Ordinariat bekleidet haben. S. H. in Paris. Der berühmte Rationalökonom und edle Menschenfreund Anatole Leroy Beaulieu hat im Juni 1912 das Zeitliche gesegnet. Besten Gruß. Baruch Hersch Seiajeio, Wie». Die Behandlung der früheren jüdischen Agenten durch das Sohlenlederkartell, welche Sie in die Wege leiteten, wurde uns von verläßlichster Seite verbürgt. Ihr Vorgeben gegen galizische Landsleute läßt sich absolut nicht beschönigen, die versuchte Reinwaschung mittels Berichtigung unter Berufung auf Paragraph 19 ist durchaus mißlungen, ebenso wie die hinkende „Rechtfertigung" durch einen dienstbeflissenen Korrespondenten einer Lemberger Zeitung. Das allgemeine Empfinden verurteilt auf das Entschiedenste Ihr Verhallen. Eh. Reubauer in Grdjer»ac. Ein isr. Religionslehrerseminar in Wien gibt es unseres Wissens nicht. K. F. Darüber wundert man sich nicht. Von der „Reichspost" und dem „Deutschen Volksblatt" gilt dasselbe, was man vom Herrn Bürgermeister gesagt hat: „Vorne pickt er, hinten nickt er!" Im Redaktionsteil Judenhetze und im Inseratenteil Judenempsehlung. Herr Tr. Weiskirchner machts nicht anders. „Mohel". Tie Circumcision ist eine rituelle Angelegenheit und untersteht als solche der Aufsicht der Kultusgemcinde. Der Kultusvorftand kann diesfalls Anordnungen an den Mohel ergehen lassen. Fühlt sich letzterer beschwert, so kann er die Entscheidung des Schiedsgerichtes der Kultusgeineinde, eventuell auch die Entscheidung der politischen Behörde anrnfen. Wir empfehlen gütliches Einveruehmen. Zur gefälligen Beachtung! Wrr ersuchen unsere geschätzten Abonnenten um rechtzeitige Einsendung der lausenden Abonnementsgebühr, damit die Zusendung des Blattes keine Unterbrechung erleide. Zur Einsendung der Beträge wolle man sich des der heutigen Nummer beigelegten Posterlag« Scheines bedienen. Die Administration. Die Freistatt Dr. Birnbaum-Jubitäumsnummer mit zahlreichen Beiträgen über den Jubilar u. a. von Maxim Anin Dr. Hugo Bergmann, Adolf Böhm, Dr. Max Brod, S. Dubnow, Berl Locker, 8. Lntlinski, Hille! Zeitlin. — Beide Hefte zusammen zum Ausnahmspreise v. M. x—, Blx.ao Rbl. 0.50, Frcs. 1.25. — Die Freistatt, Alljüdisehe Revue (Herausgeber: Julius Kaufmann; Schriftleiter: Fritz M. Kaufmann) Berlin-Steglitz, Miqnelstrasse 10, ist eine unabhängige Monatsschrift, an der die hervorragendsten jüdischen Schriftsteller aus Ost und West mitarbeiten. — Abonnementpreis halbjährig: M. 3.50, K 4.—, Rbl. 1.75, Frcs. 5.—. Einzelheit M. 0.75. G

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