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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-06-12 · 24 (12.6.1914) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
24 (12.6.1914)
Date
1914-06-12
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Sette 416 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 24 dern, zu Geschwistern 36 Erwachsene mit 9 Kindern, zu sonstigen Verwandten 36 Erwachsene mit 3 Kindern, ohne nähere Verwandte 7 Erwachsene. Dem Berufe nach waren unter den Weiterbeförderten 28 Schneider resp. Schneiderinnen, 8 Händler, 7 Tischler, 5 Handelsangestellte, je 2 «Bügler, Kürschner, Landarbeiter, Schlosser, Schuster, je 1 Schriftsetzer, Bäcker, Drechsler, Dekorateur, Elektrotechniker, Fleischer, Goldarbeiter, Kragenmacher, Lederarbeiter, Maurer, Maschinist, Kunstmaler, Perückenmacher, Spengler und Taschner, 39 (meist Frauen) konnten einen bestimmten Beruf nicht an geben. Kurse für religiöse Fortbildung israelitischer Frauen uud Mädchen. Die für Donnerstag, den 4. Juni d. I., in den Sitzungssaal der israelitischen Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, von dem vorbereitenden Komitee einberufene Versanimlung zur Gründung eines Vereines zur Errichtung religiöser Fortbildungskurse für die israelitischen Frauen und Mädchen Wiens gestaltete sich sowohl durch die Persönlichkeit der Erschienenen als auch durch den Inhalt der regen Diskussionen zu einem beachtenswerten Moment im religiösen Leben unserer Wiener Judenheit. Mit einer durch wiederholte laute Beifallskundgebungen unterbrochenen warmen Empfehlung des geplanten Unternehmens begrüßte Herr Landesschulrat Dr. Gustav K o h n die Versammlung, um sodann dem Herrn Rabbiner Dr. Grunwald zur Entwicklung des Programmes der schon im Herbst zu eröffnenden Fortbildungskurse das Wort zu erteilen. Diese Kurse wollen den Jüdinnen Wiens Gelegenheit bieten, sich in religiösen Fragen im allgemeinen, insbesondere und vor allem aber in der Glaubens- und Sittenlehre des Judentums, in dem Geist seiner Geschichte und der Symbolik des jüdischen Lebens, sowie im jüdischen Schrifttum und Ritus an der Hand berufener Führer diejenigen Kenntnisse zu erwerben, die für ein sicherbegründetes jüdisches Selbstbewußtsein unerläßlich sind. An die in diesem Programmentwurf gipfelnden Ausführungen des Herrn Dr. Grunwald schloß sich eine lebhafte Debatte, an der sich die Damen Frau Rahel E d e l st e i n und Frau Dr. G r ü n w a l d sowie die Herren Oberbibliothekar Dr. B. Münz, Prof. M. Reich, Prof. M. A n t s ch e r l, Bethausvorsteher Dr. Elias Münz, Alois T h e u m a n n, Dr. I. S. B l o ch und Dr. Grunwald beteiligten. Die Versamnilung erklärte sich einstimmig einverstanden mit der vorgeschlagenen Vereinsgründung und mit der vom vorbereitenden Komitee vorgelegten Liste der Vorstandsmitglieder: Landesschulrat Dr. Gustav K o h n, Rabbiner Dr. Grunwald, Hofrat Dr. Julius Schlag, Alois T h e u m a n n, Dr. Julius Weiß, Kommerzialrat S. Rosenzweig, Gustav Planer, Bethausvorsteher Dr. Elias Münz, Prof. Dr. S. Kraus, Prof. Moritz A n t s ch e r l, Dr. Adolf H e r z f e l d, Dr. Adolf K a p r a l i k sowie der Damen Frau Edelstein, Frau Cilli Frankel und Frau Müller- Rosenzweig. Mit Genugtuung wurde die Mitteilung zur Kenntnis genormnen, daß Frau Baronin Charlotte Königs warter, Frau Mathilde von G u t m a n n, Frau Salo Cohn und andere Damen der jüdischen Wiener Gesellschaft die Förderung des Vereines gütigst in Aussicht gestellt haben und daß bereits eine Anzahl von Bethausspenden für diesen Zweck zu verzeichnen sind. Nach Erledigung der Tagesordnung wurde vom Leiter der Versaminlung eine prinzipielle Aussprache über die Tendenz des nun ins Leben getretenen Vereines angeregt, in der Frau Müller-Rosenzweig, Frau Edelstein, Herr Bezirksvorsteher Klebinder und Herr Bürgerschullehrer Josef A n t s ch e r l das Wort ergriffen. Mit einem Schlußwort des Herrn Dr. Grunwald, in dem er der Versammlung für die warme, Aufnahme seiner Anregung den Dank der Einberufer aüssprach, schloß die für alle Anwesenden ersichtlich interessante Besprechung, an die sich noch ein gemütliches Beisammensein im Restaurant New-Aork reihte. Von jedem Mitgliede des Vorstandes werden Anmeldungen zu den Kursen entgegengenommen und jede gewünschte Auskunft erteilt. A. Turnvereine mit jüdischem Kommando. In Lemberg fand während des Schabuoth-Festes die fünfte Konferenz der jüdischen arbeitenden Jugend von Oesterreich statt. Wie dem Berichte zu entnehmen ist, hat die Organisation in der letzten Zeit infolge der Krise und der starken Emigration empfindlich gelitten, nichtsdestoweniger gehören der Organisation 23 Vereine mit mehr als 1500 SRitgtiebevn an. Unter den verschiedenen Beschlüssen erweckt besonders derjenige Aufmerksamkeit, laut welchem der Bildungsausschuß beauftragt wurde, für die zu schaffenden eigenen Sportklubs und Turnvereine ein jüdisches Kommando auszuarbeiten. Es wurde nämlich beschlossen, von den anderen Turnerschaften unabhängige Turnvereine für jüdische jugendliche Arbeiter ins Leben zu rufen, in denen jedoch sowohl das Kommando wie auch die Ansprache „jiddisch" sein müssen. , Auszeichnung eines jüdischen Dichters. Der bedeutendste ungarische Dichter der Gegeuwart, Josef Kiß, wurde in Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste auf dem Gebiete der ungarischen Literatur vom Kaiser mit dem Komtur-Kreuz ausgezeichnet. Josef Kiß, der vor kurzem seinen siebzigsten Geburtstag feierte und aus diesem Anlasse in ganz Ungarn Gegenstand ungezählter Ehrungen war, ist ein überzeugungstreuer Jude, dessen Zugehörigkeit zum Judentum sich auch in seinen poetischen Werken ausdrückt. Anläßlich seines siebzigjährigen Jubiläums dichtete er die „Legende seines Großvaters", der aus Rußland eingewandert war und sich durch seine Fidel und seinen Gesang seinen Teil an der ungarischen Heimat eroberte. Die Auszeichnung des Dichters hat in allen Gesellschaftskreisen Ungarns den besten Eindruck gemacht. Zwangsweise Sabbatheiligung. Aus Preßburg wird uns der folgende Fall gemeldet: In der hiesigen Judengasse wie auch in der sogenannten Kapuzinerstraße bleiben seit undenklichen Zeiten an Sabbaten und jüdischen Feiertagen sämtliche Geschäfte geschlossen. Selbst solche Geschäftsinhaber in den genannten Straßen, welche in ihrem Privatleben es mit der Sabbatheiligung nicht allzu streng nehmen, respektieren gewissermaßen die Tradition dieses Stadtviertels. Am ersten Tage des eben verflossenen Schabuothfestes jedoch geschah etwas in diesem Stadtteil von Preßburg Unerhörtes. Ein erst vor kurzem aus Galizien cingewanderter Schuhhändler namens Kronowitsch hatte am jüdischen Feste sein Geschäft geöffnet und ließ durch seine nichtjüdischen Gehilfen Ware verkaufen. Alsbald versammelte sich! vor dem Geschäftslokal eine große Menschenmenge, welche gewaltigen Lärm darüber schlug, daß Kronowitsch gerade in diesem Stadtteile das Fest verletze. Die Menschenansammlung wurde allmählich so groß und ihre Entrüstung so mächtig, daß, die Polizei sich veranlaßt sah, den Kronowitsch mit der Begründung, daß er durch die Offenhaltung seines Geschäftes öffentliches Aergernis errege und Ruhestörungen verursache, zu zwingen, sein Geschäft zu sperren. Erst nachdem dies geschehen war, hatte sich die Judengasse wieder beruhigt. Enthüllung des Grabdenkmals für Dr. Ludwig Bendiener. Das „Prager Tagblatt" vom 27. Mai 1914 schreibt: Heute fand auf dem israelitischen Friedhof in Straschnitz anläßlich der feierlichen Enthüllung des Grabdenkmals Dr. Ludwig Bendieners eine Trauerkundgebnngstatt, die dem Andenken des Verstorbenen galt, dessen Wirken noch unvergessen ist und in der Erinnerung aller, die Doktor Ludwig Bendiener gekannt haben, fortlebt. Dem festlichen Akte wohnte eine große Zahl andächtig gestimmter Freunde und Verehrer des Verstorbenen bei. Die Advokatenkammer hatte ihren Präsidenten Abg. Dr. Koerner und den Vizepräsidenten Dr. Kaufmann und als Vertreter des Ausschusses Dr. Rudolf Bloch

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