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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-06-12 · 24 (12.6.1914) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
24 (12.6.1914)
Date
1914-06-12
Page
– (sequence 7)
Language
German
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•Rr. 24 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 415 öffnete, verstand er auch ,auf die Großen zu wirken und ihre Herzen zu bewegen. _ Es scheint überhaupt, daß R. Samuel b. Schelath itt Sura nebst dem Amte des Kinderlehrers auch das eines öffentlichen Redners, ähnlich dem des Maggid oder Predigers in unserer Zeit, bekleidete.12) Namentlich seine Trauerreden waren von solcher Gewalt, daß sie selbst auf Rab ihre Wirkung nicht verfehlten^und dieser, der im Laufe der Jahre zu Samuel b. schelath in ein innig-persönliches Freundschaftsverhältnis getreten war, den Wunsch äußerte, Samuel möge dereinst auch ihm die Leichenrede halten. „Erwärme dich bei der Trauerrede über mich", d. h. wähle warme, ergreifende Worte, „denn", so fügte er hinzu, „ich werde zugegen sein".2Z Ein Stück einer Trauerrede Samuels ist uns erhalten geblieben, sie knüpft an Koheleth V, 15, an. „Ganz wie er (der Mensch) gekommen, so geht er hinweg." Samuel b. Schelath deutet diese Worte auf die Schwäche und Hinfälligkeit des Menschen bei seiner Geburt und in seinem Älter.14) Als Hörer der Vorträge Rcibs zählt Samuel b. Schelath zu den bedeutenden babylonischen Amoraim des dritten Jahrhunderts und bildet ein wichtiges Glied in der Kette der Tradenten der Lehrmeinungen und Aussprüche dieses Lehrers. R. Samuel b. Schelath hatte einen Sohn, mit Namen Juda, der als Gelehrter eine Berühmtheit erlangte. Wir finden im Talmud achtzehn Lehrmeinungen Räbs durch R. Juda, den Sohn des Samuel b. Schelath, überliefert,^) während der Vater, Samuel b. Schelath selbst, nur an zwei Stellen als Tradent Rabs erscheint, bemerkenswerterweise beidemale im jerusalemischen Talmud.^) Wie lange Samuel b. Schelath das Amt eines Kinderlehrers in Sura bekleidet hat, ist nicht genau feftguftettcn,17) ebensowenig ist das Jahr seines Todes bekannt. (Fortsetzungsfolgt.) Korrespondenzen. Aus der Plenarsitzung des Vorstandes der Wiener israel. Kultusgemeinde vom 3. Juni 1914, 5 Uhr nachmittags, unter dem Vorsitze des ersten Vize-Präsidenten Dr. Gustav Kohn. Im Einlaufe befinden sich: Die Mitteilung der Frau kais. Rat Life Vecsei betreffend eines Freiplatzes in ihrem Sanatorium am Semmering zur Verfügung der isr. Kultusgemeinde. Zuschrift des MUDr. Ignaz Weiß betreffend die Annahme seiner Berufung in das Komitee zur Errichtung des Kinderspitales der isr. Kultusgemeinde. Zuschrift des Herrn Samuel Bernhard betreffend die Ännahme der Berufung als Mitglied des Bethausvorstandes für den 12.—15. Bezirk. Zuschrift des Herrn Heinrich S o n n e n f e l d betreffend die Nichtannahme einer gleichen Berufung. Dankschreiben der isr. Kultusgemeinde Tulln für den Beitrag der Kultusgemeinde zum Tempelbau für Klosterneuburg. Kultusvorsteher Dr. Josef Breuer hält es für seine Pflicht, dem Plenum zu beantragell, dem Präsi- 12) Hymann, Toldoth Tannaim W amoraim S. 1147. 13) Sabbath 153 a. ") Gen. r. 42. 2, Kohel. r. zur Stelle. S. Bacher, Ag. p Am. IN. S. 621, 2. ") Ber. 47 a, 48 a, Sabb. 30b. 118 b, 119 b (nach Äschert), 153 a, Erub. 14b, 28 a, 97 a, Parall. Men. 35 b), Meg. 5 a, Taan. 14 a, 29 a, 29 b (zweimal). Moed. Kat. 16 a, Sukka 46 b, Seb. 64, Ab. Z. 8 a. ") Ier. Meg. 1, 9, IV, 3. 17) Keineswegs weniger als dreizehn Jahre, siehe Erech Milli S. 143. denten Dr. Alfred Stern, welcher infolge geschwächten Gesundheitszustandes seit einigen Wochen seine dem Wohle der Kultusgemeinde gewidmete Tätigkeit zu reduzieren und in Baden Erholung zu suchen sich genötigt sah, die aufrichtigsten Wünsche des Kultusvorstandes für seine baldige Vollkommene Genesung auszusprechen. Dieser Antrag wird von dem Plenum einhellig angenommen. Herr Dr. Josef Breuer nimmt die Gelegenheit wahr, um der nahezu dreißigjährigen hingebungsvollen Arbeit des Präsidenten Dr. Alfred Stern zum Wohle der Wiener Kultusgemeinde zu gedenken, gibt der Hoffnung Ausdruck, daß es Herrn Präsidenten Dr. Ster n baldigst möglich sein werde, vollständig gekräftigt seine Tätigkeit an der Spitze der Gemeinde wieder aufzunebmen und stellt den Antrag, im Anschlüsse an die Wünsche für die Genesung dem' Präsidenten das Vertrauen des Vorstandes zum Ausdrucke zu bringen. Dieser Antrag wird angenommen. Angelegenheit des Herrn Rabbiner Mayersohn. In dieser Angelegenheit hatte das Präsidium die beantragte Einvernahme eines weiteren Zeugen angeordnet. Das Vertreterkollegium hat auf Grund der bezüglichen Protokolle beschlossen, daß eine Reassumierung seines in dieser Angelegenheit bereits gefaßten Beschlusses, wonach kein Grund v o r l i e a e, g e g e n Herrn Rabbiner M a y e r s o h n eine D i s z i v l i - n a r u n t e r s u ch u n g e i n z u l e i t e n. nicht stattzusinden hat, sonach der frühere Beschluß aufrecht bleibt. Dieser Beschluß des Vertreterkollegiums wird nach Verlesung der betreffenden Protokolle dem Plenum zur Kenntnis gebracht. Taxe n für Ehescheidungen und C h a l i z a s. Nach einem eingehenden, mit Beifall aufgenommenen Referate des Herrn Vertreters Dr. Leopold Kohn werden die schon seit längerer Zeit auf der Tagesordnung befindlich gewesenen Anträge des Vertreterkollegiums betreffend eine Neuregelung des Tarwesens für Scheidungen und Chalizas nach einer eingehenden Debatte en bloc angenommen. Dem Referenten wird für sein ausgezeichnetes Referat der Dank ausgesprochen. Seelsorge in der Strafanstalt Stein. Auf Grund von Verhandlungen, welche mit dem Justizministerium und der Oberstaatsanwaltschaft gepflogen wurden, beschließt das Plenum, die von der Justizverwaltung für die Bersehung seelsorgerischer Funktionen in der Strafanstalt Stein an den Bezirksrabbiner in Krems zu leistende Jahresremuneration durch einen Beitrag aus den Mitteln der israelitischen Kultusgemeinde Wien zu ergänzen. Nach Erledigung von P e r s o n a l i e n, 2 t e u e r-, Stiftungs- und Subventions-Angelegenheiten wurde die Sitzung um 11 Uhr nachts geschlossen. Emigrantenfürsorge der Israelitischen Allianz zu Wien. Während des Monates Mai 1914 wurden von der Zentrale der Israelitischen Allianz in Wien insgesamt 144 Emigranten, davon 117 russische und 27 rumänische, weiterbefördert, und zwar 72 nach den Vereinigten Staaten, 7 nach Argentinien, 33 nach Kanada, 11 nach England, 12 nach Frankreich und 9 nach anderen Ländern. In ihre Heimat zurückbefördert wurden 19 russische und 15 rumänische Rückwanderer. Während des Aufenthaltes in Wien wurden im Monate Mai für 51 Personen zusammen 120 Tage Logis und volle Verpflegung bezahlt und an 75 Personen insgesamt 228 Speisemarken für die Israelitische Volksküche ausgegeben. Es fuhren zu ihren Männern 15 Frauen mit ^Kindern, zu Eltern resp. Kindern 18 Erwachsene mit 3 Kin-

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