Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 31 (1914)
- Issue
- 22 (29.5.1914)
- Date
- 1914-05-29
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seit? 386 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 22 Wien. (Trauung.) Sonntag, den 7. Juni d. I., um halb 3 Uhr nachmittags, findet im Tempel XVI., Huberqasse 8, die Trauung de^ Fräuleins Grete B l um e n st e i n mit Herrn Leo Weiler, Sohn des Herrn Siamund Weiler, Präses der Chewra-Kadischa für den XVI. und XVII. Bezirk, statt. Wien. (Vortrag.) Sonntag, den 30. d. Mts., um halb 11 Uhr vormittaas, findet im Bethause des Vereines ,.Emes Wescholom". II., Große Schiffaasse 24. ein Vortraa des Herrn Jsak Berlin über „Misrarbi" statt. — Nachmittags halb 5 Uhr hält Herr Jsak Berlin über den gleichen Gegenstand einen Vortrag im Temvel II.. Patzmanitenaasse 6, und Sonntaa, den 31. d. M.. 6 Uhr abends, im Bethause des Vereines , Gern ites Chessed", II., Lilienbrunngasse 18. Wien-Mariabilf. Im Temvel VI.. Schmalzbofaasse. rinden folgende Gastvredigten statt: Samstag. 30. Mai. halb 10 Uhr, Se. Ehvw. Herr Rabbiner Dr. Salomon Gandz: Sonntag, 31. Mai. halb 10 Uhr, Se. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. Arnold frankfurter. Montag, 1. Juli, halst 10 Uhr, Se. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. Arthur Zach. Schwarz. Wien. Der Frauen-Wohltätigkeitsvexein ..Providentia" veranstaltet am 4. Juni im Türfenrchanzpark um halb 5 Uhr nachmittags eine Frühlings) an se mit Musik zum Besten seiner Heimstätte für schwachsinnige Kinder. Bei schlechtem Wetter findet das Fest im Saale statt. Wien. iSvenden.) Laut Ausruf in Nr. 20 sind uns kür Elka I. von Editka Vollak. Sasvar Kr. 5.—. Mir^i R^twsr. MalacEa. Kr. 5.—, Straus; I.. Osiiek I., Kr. 2.—. I. B. Kr. 5 — und JUDr. David Popver, Horazdowitz, Kr. 9.—, I. O., Wien Kr. 10.— zugekommen. Akademischer Verein „Jüdische Kultur". Wie bereits angezeigt, veranstaltet der akademische Verein „Jüdische Kultur", Sonntag den 7. Juni im -Mirabellgarten". XIX., Svverinaerstrahe. ein großes Gartenfest, dessen Reingewinn der nationalen Bolkswende für Tr. Nathan Birnbaum zugewendet wird. Alle nötigen Vorbereitungen sind getroffen um das Fest zu einer jüdischen und animierten Unterhaltung zu gestalten. Wir rechnen in Anbetracht des hohen Zweckes auf zahlreichen Zusvruch. Reqiebeitraa 60 Heller. Beginn 4 Uhr nachm. Tramwayhaltestelle 39. Bei ungünstiger Witterung findet das Fest am 15. Juni statt. Bei zweifelhafter Witterung wird telephonische Anstage empfohlen. Telephon Nr. Döbling 82. Austritte ans dem Judentum. Vom 17. Mai bis 23. Mai 1914.’ Celnay Adolf, Bauunternehmer, XVII., Dombacherstraße 21. Allee von Maravefz, geb. 14. November 1889. Wien, I., Schwarzenbergplatz 17. Breyer Custav, Schriftsteller, geb. 17. November 1884, Eisenstadt, XVH., Dombacherstraße 21. Engel geb. Lnrje, Private, geb. 25. April 1885, Wien, VI., Mariahilferstraße 94. Hartmann Pani, geb. 7. Mai 1884, Wien, IX., Sechsschimmelgasse 8. Hutter Alexander, Buchhalter, geb. 2. Juli 1859, Wien, VII., Schottenfeldgasse 6. Kendo Robert, Reisender, geb. 13. Oktober. 1889, Wien, II., Nickelgasse 1. Ldwinger Bela. Privatbeamter, geb. 22. Jänner 1895, Wien, V., Rampersdorffergasse 14. Mandl Friederike, Kontoristin, geb. 2. Jänner 1888, Wien, VI., Wienzeile 40. Reumann Nettt, Private, geb. 11. Oktober 1880, Wien, IX., Maximilianplatz 12. Pollak Siegfried, Schriftsteller, geb. 12. September 1891, Wien, DL, Liechtensteinstraße 90. Steiner Johann, Privatbeamter, geb. 14. Oktober 1891, Wien, IX., Borschkegasse 6. Singer Ludwig, Kaufmann, geb. 6. Jänner 1884, Linz, VI., Mariahilferstraße 47. Schimetacbek Arthur, Hauptpolier, geb. 9. Juni 1879, Inzersdorf, XIX., Sieveringerstraße 35. Schmu Josef, Hilfsarbeiter, geb. 29. Februar 1877, Wien, XX., Rauscherstraße 12. Boden. Am 1. Tag Schebuoth, 3 Uhr nachmittags, wird Sc. Ehrw. Herr Rabbiner F r i e d m a n n im Bildungsverein „Maimonides" einen Vortrag halten. Rewnitz. 35. Mai. Heute wurde H rr Markus Vollak. der Vater des Chefs der Firma Maier & Hahn Herrn Eduard Pollak (Prag) und der Schwiegervater unseres langjährigen Mitarbeiters, des stadt schen Handelsschullehrers Herrn Alexander Baum (Klattau), unter zahlreicher Beteiligung oller BevölkerungSschichten beerdigt. Der Verblichene, der 79 Lebensjahre wählte, war lange Jahre hindurch Gemeinderat in Rewnitz. Im Trauerbause hielt Herr Rabbiner Dr. Arje aus Smichow eine ergreifende Rede, in der er die hervorragenden Eigenschaften des Entschlafenen schilderte. Eine Deputation d-s Vereines B'nai Brith, der Ortspfarrer P. R. Capek, die Mitglieder Rewnitzer Gemeinderates und viele andere Gäste sah man im Kondukte. Die Leiche wurde nach Litten überführt und dort zur 'wigen Ruhe bestattet. Ei» seltenes Familienfest. Aus Livtoßenrmiklos schreibt man vom 22. d.: Heute feierte hier die Witwe Lotti B a n e t h im Kreise ihrer Kinder, Enkel und Urenkel, unter denen sich mehrere Rabbiner des In- und Auslandes befinden, ihren 90. Geburtstag in vollkommener geistiger Frische. Die Jubilarin hat den hiesigen Wohltätigkeitsvereinen größere Geldspenden zukommen lassen. Feuilleton. Die Mentierimg.*) Bon S ch o l e m A l e i ch e m. „Von wannen ich fahr'? Ach, weh ist mir: ich fahre von der Assentierung. Das dort ist mein Sohn, der junge Mann, der da ausgezogen auf der Bank liegt. Mit ihm fahr' ich von Jehupetz. Bin beim Advokaten gewesen. mit ihm zu beraten, und auf dem Wege habe ich bei Professoren gehorcht, was sie etwa sagen möchten. Eine Assentierung hat mir Gott zugeschickt! Viermal habe ich dort gestanden und bin noch nicht fertig. Und gerade er ist ein einzigdiger Sohn, der einundeinzigdige, ganz echt, wahrhaftig, koscher, mit einem vollkommenen Militärbefreiunas-Privileg . . . Was kuckt ihr mich an? Ihr glaubt nicht! Ihr mögt zuhören, mögt ihr! Das Begeguis von der Geschichte ist nämlich die Mabsse:**) Ich selbst bin eüi Meseretscher vonMesereUch Geboren bin ich in Masevewka und zuaeschrieben bin ich in Worotiliwka. Einmal bin ich nämlich — nicht gedacht soll es beute werden — in Worotiliwka ansässig gewesen. Heute aber wohne ich in Meseretsch. Wer ich bin und wie ich heiße. macht euch wohl nicht viel aus. meine ich. Doch meines Sobne^ Rainen muß ich euch sagen, denn das gehört zur Hanvtsache sehr sogar. Er heißt Ikig. das heißt A w r o h o m I i tz ch o k, aber man ruft ihn Alterchen. Den Namen hat sie ihm gegeben, meine Frau, sie soll gesund sein, weil er ein Angstkind ist. ein einAgdiger, ein einundeinzigdiger. Das heißt, wir hatten außer ihm noch einen Jungen gehabt, um ein Jahr oder anderthalb Jahr jünger als jener, ihm zu längeren Jahren. Eisik hat er geheißen. Eisik. Ist ein Unglück gekommen. Man hat ihn. nämlich Eisik, einmal allein gelassen — ich bin damals, es soll nicht gedacht werden, noch ein Worotiliwkaer gewesen, das heißt, ich hatte mich in Worotiliwka ansässig gemacht — und da hat er, nämlich Eisik. sich niedergeseht und ist unter den Samovar gekrochen und hat den siedigen Samovar — nicht *) Ans bem neuer id) :enenert Werke: „D a s Ghettobuch". Die schönsten Geschichten ans dem Ghetto. Herausgegeben von Arthur Landsberaer. Mit 18 Bildern vyn F. 5V e i a 1. 1914. München, Georg Müller. Preis 7.50 Kronen. 33 Erzählungen und Novellen, teils Oriqinalarbeiten, teils Uebersetzungen aus dem Jiddischen und Hebräischen, sind zu einem wunderbaren, farbenprächtigen, duftenden Blumenstrauß vereinigt. Es ist ein Genuß, das Buch zu sehen; ein noch größerer, es zu lesen. Wir geben aus dieser Sammlung vorstehende Erzählung. **) Sache.