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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-05-15 · 20 (15.5.1914) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
20 (15.5.1914)
Date
1914-05-15
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 20 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 347 jenige, das vorläufige Arbeitskomitee, das sich aus den bereits angeschlossenen Vereinen ergänzen wird, in den vorbereitenden Arbeiten zu belassen, enunziert. Frau Dozent Grünfeld hat alle an sie gestellten Fragen in sachlichster Weise beantwortet und über die mit Hilfe des Seehospizes, Ferienheims, Frauen Hortes und Vereines für unentgeltlichen Arbeitsnach weis und Armenamt bereits sanierten Fälle berichtet. Es erfolgten zahlreiche Anmeldungen bei der Kassiert» Frau Bankdirektor Helene Kuranda, XIX., Colleredo gaffe 49. Der Minimalbeitrag ist für Private mit 2, für Vereitle mit 10 Kronen festgesetzt: es ist daher die Möglichkeit geboten, daß die breitesten Schichten, sowohl kleinere Verein^ als alle Frauen und Mädchen des Mittel standes und eriverbender Klassen an der Vereinigung sich beteiligen, die in aktivster Weise durch praktische Heranbildung von ^kecherchentinnen, Heranziehung neuer Kräfte.und gemeinsames, daher intensiveres Wirken der bewährten alten, alle schlummernden Faktoren zur Linderung des Großstadtelends verwerten will. Meldungen von freiwilligen Helferinnen werden bei Frl. Rosa 3 ch u r, I. Schottengasse 10, enitgegengenommen, wo auch Sammelbogen für Mitglieder erhältlich sind. (I., Schottengasse 10.)' Baronin C h a r l o t t e K ö lt i g s w a r t e r hat in liebenswürdigster Weife das Ehrenpräsidium überuom men. Unter der Flagge dieser Admiralin. die seit frühester Jugend nicht nur durch ihre werktätige Güte, son dern durch ihr minutiöses, aufreibendes Arbeiten, durch ihren weiten Blick und durch den Zauber ihres Wesens und, den Glanz ihres Namens jedem von ihr geführten Verein zum Siege im Kampfe gegen die Armut verholsen hat, .wird das Schiff der „weiblichen Fürsorge" mutig gegen die Wellen des Großstadtelends einerseits und der Indolenz weiter Kreise, die sich moderner Armenfürsorge verschließen, andererseits kämpfen und, wenn auch nach manchem harten - Strauß, den Sieg erfechten. Generalversammlung des Vereines der Holleschaner. Eine überaus schöne und würdevolle Generalversammlung wurde Samstag den 25. v. M, abends 81/, llfir in dem Saale des Hotel Guth, Stephaniestraße, von dem Humanitären Geselligkeitsvereine der Holleschauer in Wien abgehalten. Der Obmann dieses erst seit 5 Jahren bestehenden ersprießlichen Vereines, Herr Albert L ö w, verfaßte für diese Generalversammlung zwei biographische Schilderungen zweier in der Jsraelitengemeinde Holleschau gelebten verdienstvollen Zeitgenossen, und zwar des hiesigen Rabbiners M. P o ll a k, welcher 23 Jahre, und des Ober- und Musterlehrer Jonas G o l d m a n n, welcher 28 Jahre in der vieljahrhundertalten ehrwürdigen Gemeinde im Berufe segensreich, Licht und Wärme um sich verbreitend, gewirkt hat. Zuerst begrüßte der Obmann Herr Löw die erschienenen vielen Gäste, worunter Ehrwürden Rabbiner Herr Dr. Mar G r u n w a I d, viele illustre Mitglieder von Holleschau, welche es wert gefunden hatten, zu dieser Generalversammlung zu kommen, Herrn und Frau Heinrich Beer, Herrn Siegmund Markus, Herrn Josef Fall und sämtliche verehrten .Damen und Herren Mitglieder der Körperschaft. Die Leitung und Absolvierung der vorgeschriebenen Tagesordnung übernahm der hochgeachtete Obmannstelloertreter Herr Dr. Friedrich Berg und gedachte mit warmen Worten der im verflossenen Vereinsjahre verstorbenen Mitglieder, u. zw. des Präses der Brünner israelitischen Kultusgemeinde Herrn Dr. Hieronymus F i a l l a, des kais. Rates Herrn Eduard Glaser- Wien, des so rasch Heimgegangenen Oberinspektors und Baurates Herrn Mar Knöpflmacher in Linz und zweier hochgeachteter Frauen, Frau Betti L ö w. Gattin des Obmannes, uud Frau Veronika Nuß bäum, Gattin des sehr geehrten Mitgliedes Herrn Josef N u ß b a u m. Sämtliche Gäste zollten diesen Verblichenen stehend gebührende Trauer. Herr Albert L ö w ersuchte nach erfolgter Wahl zwei Herren aus dem Vorstände, und zwar Herrn Dr. Leopold Berg und Herrn Dr. Otto Müller, die biographische Schilderung dieser zwei hervorragenden Männer zu verlesen, welches abwechselnd in einer überaus exakten, mustergültigen Weise geschah. Hierauf betrat der in unseren Mauern wohlbekannte Herr Professor Dr. Heinrich P o l l a k, Sohn des verstorbenen Rabbiners Herrn Markus Pollak, Ine Estrade und dankte in überaus schöner Redeweise für die seinem seligen Vater gewidmete Schilderung, worauf der in den besten Kreisen gleichfalls wohlbekannte Bürgerschuldirektor Herr Markus Beer für das Gedenken seines seligen Onkels Herrn Jonas Goldmann herzlichst mit gewählten Worten dankte. Der Obmann Herr Albert L ö w trug dann ein von seinem seligen Lehrer Jonas Goldmann verfaßtes überaus schönes großes Gedicht im ^pädagogischen Stil vor, und ein frenetischer Jubel erfüllte den Saal. Akklamierend drängte sich alles zur Estrade, dem Deklamator herzlichst zu danken. Zu bemerken ist, daß der verehrenswerte Synagogenvorstand des Bethauses Schönlaterngasse ein überaus schönes, ungemein großes Gebet für unseren geliebten Monarchen, unseren glorreichen Kaiser Franz Joseph I., von Lehrer Jonas Goldmann im Jahre 1857 zierlich ausgeführt, zur Ansicht im Saale Guth zur Verfügung stellte. So endete würdig und nachahmungswert diese schöne Generalversammlung der Holleschauer. Jsr. öilssverein „Maskil ei Tot" für die westlichen Bezirke Wiens. Fünfhaus, Turnergasse Nr. 22. Der israelitische Hilfsverein „Maskil el Dol" für die westlichen Bezirke Wiens trat soeben in das vierzigste Jahr seiner Wirksamkeit. In der am 29. April stattgefundenen Generalversammlung konnte man dem Jahresbericht entnehmen, daß der Verein seit seiner Gründung mehr als 140.000 Kr. für wohltätige Zwecke aufgebracht und zweckgemäß verwendet hat, denn durch eine durch und durch systematische Evidenzführung aller im Wirkungskreise wohnenden Armen konnte es geradezu verhindert werden, daß das Vereinsvermögen Unwürdigen zugewendet wurde; ein Vorzug, der dein Kassier Herrn D u s ch i n s k y nicht hoch genug angerechnet werden kann. Durch eine wohlüberlegte Differenzierung werden an Bedürftige entweder einmalige Geldbeträge verabreicht, oder es werden periodische Spenden oder regelmäßige monatliche Pfründen gewährt. — Ein rühriges Damenkomitee befaßt sich im Vereine mit den anderen Vorstandsmitgliedern auf das intensivste mit persönlichen Recherchen und hilft so mit, die musterhafte Ordnung des Armendienstes aufrecht zu erhalten. — Den ganzen nicht unbedeutenden Wohltätigkeitsapparat hält Herr Präsident Mohr in festen Händen, aus das ausgiebigste unterstützt vom Vizepräsidenten Herrn kais. Rat S. Beer und der in jeder Weise hervorleuchtenden Präsidentin Frau Dr. Margarethe G r u n w a l d, die sich trotz Domiziländerung nicht abhalten läßt, ihre übernommenen Pflichten strengstens zu erfüllen. Wie jedes einzelne Mitglied des Vorstandes sich mit vollem Eifer bemüht, dem guten Zweck zu dienen, so tun es auch die Schriftführer und Revisoren. Im ganzen ein höchst erfreuliches Bild zielsicheren Zusammenwirkens in der privaten Armenpflege. Gewählt wurden: Samuel M o h r, Präsident, Margarethe Gruuwald, 1. Vizepräsidentin, kais. Rat Salomon Beer, Vizepräsident, Apotheker Leopold L ö w y, Schriftführer, Isidor D u s ch i n s k y, Kassaverwahrer; für den Vorstand: die Damen Eugenie Frank, Klara Jurberger, Malvine A l b a r s, Lisa Kafka, Olga Langfelder, Berta K i r s ch m a n n, Sofie >R a d i n g e r, Direktor R o s n e r, Leppoldine Schick, Hermine T r i t s ch, Sidonie Wallis; die _ Herren Siegfried Dörfler, S. Goldsand, Ignatz L ö f l e r, Samuel Steiner, Jakob Schick, Moritz Tritsch; Revisoren: Julius Fritz, Isidor Spitz. Generalversammlung des Hietzinger Frauenvereines zum Schutze armer, verlassener Kinder. Am 11. d. M. fand in den Räumen des Restaurants Tonelto die ungemein gut besuchte Generalversammlung dieses Vereines statt, der unter Führung der Frau Dr. Laura K rennberge r im Verbände * mit der Kultusgemeinde sich um l>xc_ Sorge der lös tu Privatpfle g e und 12c in Anstalten »»gebrachten verlassenen KKrrder, alw im ganzen 285 K inde r, kümmert, lvelche der Kultusgemeinde unterstehen. Nachdem die Damen Heller uitb D i a m a ll t den Jahresuild Rechenschaftsbericht erstattet hatten, sprach Frau Gisela Z i r n e r - Z lv i e b a ck in besonders zu Herzen gehender Weise über ihr dein Vereitle angegliedertes „Ludwig Z rv i e b a ck-H e i m", das sie für 18 Kinder in Parkers darf zu Ehren ihres Vaters gegründet hat. Herr Dr. Löwen so hu erstattete den ärztlichen Jnspektiousbericht, ans dem auch die Anteil nähme der Wiener Poliklinik an dem Fürsorgewerke her-

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