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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-05-15 · 20 (15.5.1914) · page 3

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
20 (15.5.1914)
Date
1914-05-15
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 20 T-r. Bloch's Wochenschrift?A’.i Mohammedaner treffen würde, von denen sie die erst jetzt statlfindende Einwanderung prophetisch voraus sagten, und daß niemand im Hanse den Mnt habe» iverde, diese auszuschließen. Den Vogel schon der heutige Premier, damals Oppositionsführer, Asanith ab, der seine Rede mit den Worten schloß: „Wenn das Hans sich zwischen Worten entscheiden maß, welche dem Asylrecht zu iveite und solchen, die ihm zu enge Grenzen zu ziehen scheinen, so soll meiner Meinung nach das Haus den Intimi auf der Leite der Gros^ mnt begehen." Damals wurde in England feine Opposition er hoben, daß Samuel versprach, die Juden Englands und des .Kontinents würden dafür sorgen, daß die Einwanderer England md)t völlig mittellos betreten, iuäf) rend seit 1907 das amerikanische Gesetz beit Eintritt solchen verbietet, deren Reisegeld von Gemeinden, Vereinen oder Genossenschaften erlegt tvird, und Baron Hirsch-Gereuth schon im Jahre 1.994 beruhigende Versicherungen darüber der amerikanischen Einwanderungs kommissionen geben mußte. Im Jahre 1909 haben nicht weniger als drei Publikationen der Einwandereroberlommissäre Williams und Keese denselben inhumaner, Tenor verfolgt wie das Oiesetz von 1907. Zum Glücl ift der amerikanische Einwanderer nicht ausschließlich auf Glaubensgenossen als Verteidiger seiner Rechte angewiesen, noch das Einwanderungskomitee auf Reden und Schriften Köhlers, Simon Wolfs und anderer großer jüdischer Männer. Seit vierzehn Jahren kämpft z. B. der Schatzsekretär und hervorragende Republikaner Charles Foster für sie und der oberste Richter Word Chief Justice) Campbell von Newyork hat denselben Bestrebungen schon vor einem Menschenalter flammenden Ausdruck geliehen. Tie Befürchtungen, die vielfach an Wilsons Präsidentschaft geknüpft wurden, scheinen sich nicht zu bewahrheiten. Tie heutigen kriegerischen Ereignisse in den Vereinigten Staaten, bei denen unsere Glan bensgenossen hoffentlich unentwegt ihre moralische Pflicht freiwillig im reichsten Maße erfüllen werden, wie im Kubanischen Kriege, mögen als reinigendes Gewitter die Wolken verscheuchen, die unsere Einwanderung bedrohen. C. B e n e d i k t. Oom Jahrmarkt des Lebens. Gebete für Kaiser und König Franz Joseph!, in Jerusalem. Aus Jerusalem wird uns geschrieben: Gleichzeitig mit den Zeitungsnachrichten über die Erkrankung des Kaisers Franz Joseph erhielt die Leitung der nngari schen Gemeinde in Jerusalem das telegraphische Ersuchen, für die Gesundheit des Monarchen Oiebete zn verrichten. Sowohl die österreichischen als and) die ungarischen Ge meinden in Jerusalem veranlaßten sofort die Verrichtnng solcher Gebete in allen ihren Bethäusern. Tie Vorstände ließen diesen Beschluß durch riesige hebräische Plakate zur Kenntnis ihrer Mitglieder gelangen. Tiefe Ans rufe hatten folgenden Wortlallt: „Es ist hier die das Herz eines jeden tief erschütternde Nachricht angelangl. daß Seine Majestät unser gnädiger, barmherziger König Franz Joseph I. großes Erbarmen und vollständige Ge nesung benötigt. Tarum mögen sich alle Mitglieder unseres Kolels. alt nnd jung, morgen nm drei Uhr nachmittags in allen unseren Bethänsern und all allen unseren heiligen Stätten zur Verrichtnng spezieller 0V bete versammeln, lim Erbarmnng zu evLutten. Es Und aus. den Psalnieil die .Kapitel 25>, 21, 72, dann von Kapitel 76 angefangen 10 fortlaufeube Kapitel und zum Schlüsse das „Jehirazon" für Kranke zu rezitieren. Dasselbe geschehe an allen folgelldell Tagen, morgens und abends, ani Sabbat auch das übliche Oiebet für den Monarchen, bis De«: Ewrsre ' -h ■■ r.b..nr. ' das Glück habeif mnemh C>:> -afrwst-chs in: Ni hlnen, daß das Befmü.m i-nr-'-r JJc'yn.?: "O an Oivlles Hilfe voll ständig geö-'O-rt hat. u " 7 2r-~ rang Der nngariichgüdi'chen rr -.au Biichlnne die KabirretrskanUe: Wt--n t--l-'-g.iar'b'i''ch m ständig!, lvoraur am 26. Aocw ns m-lg-m'.- uelegramm einlangte: „An die ungar-'W Owawnmaemeintw. O-, ialem. Beine Mapestä: danken der Gsrnnnse buwoollst für die frommen Gib'- -m rAmmi Ästen Auftrag: Ir-m Herr o. B-in Das Geitündnis eines Bischofs. Aus Budavest wird uns ae'ckr-ebe-n: De:: neue reformierte Bischof Stefan Tüdös meOie rw^-r Tage in Sarvs- Parak, aus -velchem i'tniaV :nst enr: D erutanon :er dortigen orthodoren Gemeinde unter rer Tubrung tdre- Rabbiners begrüßte. Auf Die Anwaacke des Rabbiners erwiderte der BOchof wie folgt: ..Ocn macke tun G-eheimnis daraus, daß ick ein liberaler Menick bin. Und als solcher lege ich anstandlos und offen das Bekenntnis ab, daß die Juden es durchaus verdient naben, nicht nur im Gdetze. sondern auch in Wirklichkeit ch.eicköerechtigt zu fein. Sie haben na: um diese wleicköerecktigung verdient geinackr, und gan; de''anders die vaterländische Judenickaft. denn ne bekunde: auf jffen:L:S:n: Gebiete große O vre rw Öligkeit. 'ie gründe: und erbäl: ununterbrochen großartige Anstalten und nihr: be'onders in religiös-nrrlicher Beziehung ein w reines neben, daß ich diele ihrer Religion enckortugenden 'ckönen Ebarakrerzüge meinen «Räubigen häufig als befolgungswerres Muster hinstellre." Ter Bischof unterhielt ''ich noch längere Zeit mir den Mitgliedern der Devuration und erkundigte sich besonders beim Rabbiner über die Verhältnisse in seiner Gemeinde. Die Ausführungen des Bischofs haben im ganzen Lande einen riefen Eindruck hervorgerufen. Tie Jatnzrir der Preßdurgcr Brandkarastrooüe. Ans Preßbnrg rvird uns beuiditrer: Am 10. Isar war die erste Jahreswende der großen Brandkatastrovhe. von lvelcher das Preßbnrger berühmte Jndenvierrel heim gesucht worden ist. Ans die'em Anlaiie wurden in 'ämt lieben orthodoren Bethäuiern Der Stadt G^äckcnisgottes dienste veranstaltet nnd die von dem Tderradbtner Akida Schreiber festgesetzten Psalmen rennen. Jetzt nach entern Jahre läßt »ich schon mir Sicherheit feststellen, daß der hiesigen Jndengane auch, nach dem gewaltigen Brande, dem ihre meisten Hän'er zum Omer gefallen And. der frühere Charakter erhalten blecht. Es ist interenant;u errvähuen, daß im Laufe des Jahres nn Schoße der Siadtbehörde verschiedene Pläne einer völligen llmge staltnng des bcviitnwcn Preßbnrger Jndenv ierrels auf - geraucht find. Der merkwürdigste Plan war jedenfalls der. aus der Judengane eine Promenade zu machen und zur Erinnerung an das historische Ghecco inmirren der Promenade ein Deiikmal Des Ehacham Sorer;u er richten. Es rvird wohl lischt überflüssig sein, besonders Hi betonen. Daß Dieser Plärr nicht vor', jüdischer Seite, sondern von Seile der Stadtdehörde ecutUtert worden war. Da jedoch die nur Durchführung aller dieser großzügigen Pläne erforderlichen. großen Mittel nacht zn haben umreit, io blieb Die alte Jndengane. abgesehen von einigen neuen, bezrv. adaptierten Häusern, stehen. Schalvm Asch über feine Eindrücke in Palästina. Schalom Aich, der bedeutende jüdische Dramendichter Rußlands, ist nach zwei Monate langem Aufenthalt in Palästina wieder nach Rußland curückgekehrt. lieber feine Eindrücke befragt, erklärte er einem Mitarbeiter der

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