Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 31 (1914)
- Issue
- 19 (8.5.1914)
- Date
- 1914-05-08
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Seite 330 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 19 Spenden im Bethause II.,Tempelgasse pro März 1914. Bon den Herren: Samuel Dohan K 50.—, Guido Fuchsgelb 20.—, Ludwig Sabbat 70.—, Tr. Jakob Engel 50. , Isidor Fleischer 5.—, Bernhard Winterstein 10.—, Heinrich Neurath 40.—, Julius Abeles 10.—, Max Schwager IO.-, Wilhelm Freund IO.—; von IO Personen z u s a m m e n K 275.—. Spenden pro April 1914. Bon den Herren: Julius Abeles K 10.—, Bernhard Winterstein 10.—, Jakob Kohn 50. , Simon Horwitz 10 —, Karl Lcmberger 100 —, Hermann Witrofsky 100.—, Jg. Blum 150.—, Adolf Schrämet 300.—, Hermann Plaschkes 20.—, Direktor David Löwit IO.—, Jakob Kann 1OO.—, Julius Gröbel 120.—, Rektor Dr. Adolf Schwarz 30.—, Leopold Löwenfeld 20. -, Martin Rosenberg 60.—, Samuel Pick 50.—, Josef Flesch 70.—, Heinrich Landsberger 20.—, N. Salzer 10.—, Georg Adlerstein 20.—, Sigmund Löwu 50.—, Leopold Winter 60.—, Ignaz Beckmann 150.—, Sigmund Paschkes 40.—, Leop. Feßler lüü. - , Wilhelm Schallinger 450.—, Narhan Goldschmidt 20.—, Viktor Schwadron 60.-, Leopold Ledetsch 20.—, Samuel Schallinger 500.—, S. Brod 20.—; ton 31 Personen 3 u j a m m c n K 2.710.— Ferner: Eine Zuschrift der k. k. n.-ö. Statthalterei betr. die Kenntnisnahme der Berufung des Gemeinderabbiners Dr. Israel T a g l i ch t zum Gemeinderabbiner mit dem Amtssitze XV., Turnergasse 22. Dankschreiben des k. k. Hofrates Dr. Earl Ritter v. Helly für die Beglückwünschung des Kultusvorstandes zur Ernennung zum k. k. Hofrat. Dankschreiben des Ehepaares Siegmund und Cäcilie Z i l s e r für die Gratulation des Vorstandes anläßlich der goldenen Hochzeit. Am Sonntag, den 3. Mai 1914, vormittags 10 Uhr, fand eine vertrauliche Plenarsitzung des Wiener israelitischen Kultusvorstandes unter dem Vorsitze des Präsidenten Dr. Alfred Stern statt. Vor Eingang in die Tagesordnung und nach Verlesung des Einlaufes durch den Ersten Sekretär kais. Rat Dr. Lieben machte der Präsident die Mitteilung, daß bei dem Brudermahle, welches die Chewra-Kadischa in Wien anläßlich ihres 15Ojährigen Gründungsjubiläums veranstaltet hat, das verehrte Mitglied des Vertreter- Kollegiums, Herr Salo C 0 h n, als Präsident der Chewra- Kadischa für die humanitären Zwecke derselben eine Spende von 100.000 Kr. gemacht hat. Er habe damit seine vor nicht langer Zeit gewidmete Spende von 50.000 Kr. auf 150.000 Kr. erhöht. Redner handle gewiß im Sinne aller Anwesenden, wenn er dem' sehr geehrten Kollegen für diese munifizente Spende den herzlichsten Dank des Vorstandes ausspricht. (Beifall.) Hierauf wird beschlossen, den Namen des vor Jahresfrist verstorbenen Vorstandsmitgliedes der Wiener israelitischen Kultusgemeinde und Präsidenten der „Israelitischen Allianz zu Wien", David Ritter v. G u t m a n n, in Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste um das Judentum im allgemeinen und um die Wiener Kultusgemeinde im besonderen im Sinne des bestehenden Normales in die Haskarah aufzunehmen. Hiernach wird über Vorschlag des „Aerztlichen Komitees des zu errichtenden Kinderspitales" Herr JUDr. Ignaz Weiß in das große Komitee für das Kinderspital berufen. Nach Erledigung von Stiftungs-, Spitals- und Personalangelegenheiten wird die Sitzung nach 1 Uhr geschlossen. Im Anschlüsse an die öffentliche Plenarsitzung vom 4. Mai 1914, über welche wir an anderer Stelle berichten, fand gleichfalls eine vertrauliche Sitzung statt, in welcher nach Erledigung von verschiedenen Subventions- und Friedhofsangelegenheiten beschlossen wurde, daß in Hinkunft für die Genehmigung der Anbringung von Blumendekorationen bei Trauungen eine Taxe von 50 Kr. einzuheben sei. Wiener Chewra-Kadischa. Unserem vorwöchentlichen Berichte haben wir hinzuzufügen, daß auch der Vorstand der Budapester autonomen orthodoxen Kultusgemeinde ein herzliches Glückwunschtelegramm eingesendet hat. Von der Chewra- Kadischa der orthodoxen israelitischen Kultusgenieinde Pozsony ist nachfolgendes Telegramm eingelaufen: „In der heute abgehaltenen Generalversammlung der Chewra- Kadischa der orthodoxen israelitischen Kultusgemeinde wurde durch den Präses Lazar Gestetner in schwungvollen Worten der von der Wiener Chewra-Kadischa anläßlich der verheerenden Brandkatastrophe eingeleiteten Sammlung und in Bereitschaft gehaltenen Hilseleistungssumme rühmlichst Erwähnung getan und mit allseiuger Begeisterung beschlossen, an den Vorstand des Schwestervereines, vorzüglich an dessen Präsidenten Herrn Salo Cohn, wärmsten Dank abzustatten, und nehmen wir zugleich Anlaß, dem löblichen Vorstand der Chewra-Kadischa gelegentlich des 150jährigen Jubiläums herzlich zu gratulieren." Dem Brudermahle wohnten auch das Vorstandsmitglied der Chewra-Kadischa, Herr Carl Le mb erg er, ferner folgende Delegierte des Vorstandes bei, und zwar die Herren: Alfred Abt, Ignaz Beckmann, Josef Beer, Simon Feuer, Moses Firtel, Jacques Fischihof, Salo Fuchs, Alois Grub er, Israel Grub er, Alois G r u b e r, Chune Maier H a ß, D. H 0 r 0 w i tz, Adolf Huppert, Moritz Kann, Gerson K 0 r a l e k, M. Krakauer, Berth. L ö w e n st a m m, Moriz Mantl e r, A. Metzger, S. M e tz g e r, Samuel O e st e r - reicher, Alfred Pollitzer, Hugo Popper, Martin R 0 s e n b e r g, I. R 0 s n e r, Michael S z a m e k, David Tänzer, Moritz T i l l e r, Jakob Weichselbau m, Elias Weiß und Philipp Weiß. Ein Heim für die „Einheit"! Die abgelaufenen Pessachfesttage haben an die Leitung der jüdischen Volksspeisehalle des Vereines „Einheit" abermals geradezu übermenschliche Anforderungen gestellt. Insbesondere waren es auch diesmal, wie alljährlich, die Sederabende, welche sich zu unvergeßlichen, großen Familien- und Verbrüderungsfesten all jener, welche hier das Fest feierten, gestalteten. Achthundert Personen aller Berufe, Männer, Frauen und Kinder, Studenten, Kleingewerbetreibende, Handelsangestellte und Arbeiter waren in den prachtvoll erleuchteten und mit Blumen geschmückten Sälen versammelt, um in festlicher Stimmung den Seder zu hören und das schmackhafte reichliche Festmahl sich munden zu lassen. An der Spitze eines jeden Tisches trug je ein eigens hiezu bestellter fachkundiger Mann die Hagadah vor. Aber leider waren all die zu Gebote stehenden Räumlichkeiten nicht ausreichend, um alle, die gekommen waren, auf einmal aufzunehmen und zu speisen. Während die Gäste des Vereines „Tomech Ewjonim", zweihundert an der Zahl, und sechzig Schützlinge des Pestalozzivereines, die gleichfalls im Vereine „Einheit" gespeist wurden, im Turnsaale, beziehungsweise im Kinderspeisesaale des Talmud- Thoravereines versorgt werden mußten, sah sich der Verein gezwungen, an beiden Sederabenden nach 10 Uhr abends diejenigen, die bis dahin keinen.Platz finden konnten, einen eigenen Seder mit separatem Mahle zu geben. Es war tatsächlich eine überaus große Leistung, um deren glatte Abwicklung sowohl in der Küche als auch im Speisesaale selbst ganz besonders das verdienstvolle Vorstandsmitglied Herr M a n h e i t und seine liebenswürdige Gemahlin sich verdient gemacht haben. Wie alljährlich, waren auch diesmal verschiedene Ehrengäste erschienen, unter anderen der Protektor des Vereines, Ehrwürden Herr Rabbiner Fürst, Oberlandesgerichtsrat S. Spitz köpf, Armenrat M. A. Pollak, Redakteur Dr. I. S. Bloch re. re. Alle diese bewunderten die Rührigkeit des Vorstandes und seines Obmannes Herrn Bernhard Hof b a u e r an der Spitze und die