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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-05-08 · 19 (8.5.1914) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
19 (8.5.1914)
Date
1914-05-08
Page
– (sequence 9)
Language
German
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1 Dr. Yloch's genommen, dem Herrn Referenten Kultusvorsteher Dr. Leopold Kohn der Dank und im Sinne des Referates dem Oberbuchhalter Ruff und dem Adjunkten der Buchhaltung Leopold Schäfer die Anerkennung votiert. Errichtung eines neuen jüdischen Friedhofes. Aus dem hierüber vom Sekretär-Stellvertreter Emil Engel erstatteten eingehenden Referate sei folgendes hervorgehoben: Das Vertreter-Kollegium legt den. vom Exekutio- Komitee für den zu errichtenden neuen Friedhof ausgearbeiteten Entwurf des Erfordernis-Programmes vor, welcher als Grundlage für die Architekten-Konkurrenz Zu dienen hat. Dieses Erfordernis-Programm hebt als einen leitenden Grundsatz hervor, daß bei voller Wahrung der architektonischen Rücksichten das Hauptgewicht auf die größte Oekonomie inbezug auf Herstellungs- und Erhaltungskosten und insbesondere auf die Ausnützungdes Terrains für die Gräberanlage zu legen sei. Diese Bestimmung mußte deshalb ausgenommen werden, weil erfahrungsgemäß bei derartigen Konkurrenzen das ökonomische Moment weniger berücksichtigt wird. Nichtjüdische Friedhöfe, die zum größten Teile nach Ablauf einer gewissen Zeit wieder benützt werden, können im Hinblicke auf diesen Umstand sich ein größeres Maß von Luxus, namentlich in der gärtnerischen Ausgestaltung der Friedhöfe, gestatten. Bei jüdischen Friedhöfen aber ist eine Wiederbenützung ausgeschlossen, überdies müssen jüdische Gemeinden, wie es auch in Wien der Fall war, die Friedhosgründe zu einem hohen Kaufpreise erwerben, was bei kommunalen Friedhöfen in der Regel nicht der Fall ist. Der Plan für den neuen Friedhof soll schon derzeit projektiert werden. Es ist jedoch in Aussicht genommen, nur mit einem teilweisen Belage, u. zw. in der Weise zu beginnen, daß demnächst ein stadtseits gelegener, durch die ganze Tiefe des Friedhofes gehender Streifen zur Benützung gelangt. Die erforderlichen Gebäude, u. zw. Zeremoniensaal, Leichenhalle und Administrationsgebäude, sind an der Stirnseite des Friedhofes anzulegen. Zu dieser grundsätzlichen Bestimmung hat sich das Eexkutivkomitee deshalb veranlaßt gesehen, weil die bei manchen Anlagen durchgesührte Verlegung der Gebäude in die Mitte des Friedhofterrains sich für den vorliegenden Fäll als unzweckmäßig erwiesen hätte. Bezüglich der Wegführung wird im Erfordernis- Programm ausgesprochen, daß geschwungene Wege zu vermeiden sind. Das Komitee ist bei Festlegung dieses Grundsatzes von der Erwägung ausgegangen, daß die Anlage geschwungener Wege infolge der vielen entstehenden Zwickel eine so ökonomische Ausnützung des Terrains wie bei gerader Wegführung nicht gestattet, daß ferner die Orientierung für das gräberbesuchende Publikum bei geraden Straßen leichter ist. Den 'ästhetischen Forderungen kann auch bei geraden Straßen in weitestgehendem Maße Rechnung getragen werden, wie dies gerade die schönsten neuen Anlagen in Deutschland, z. B. der Frankfurter und Münchener Friedhof, beweisen. Grüfte sollen, wie es auch auf dem derzeit benützten Friedhofe der Fall ist, sowohl an den Hauptwegen wie an der Friedhofmauer angelegt werden. Für die normale Dimensionen übersteigenden Grabstätten ist an den Wegkreuzungen, die platzartig erweitert werden, Vorsorge zu treffen. Auf die Anlage einer größeren Anzahl von Ehrenaräbern an hervorragender Stelle des Friedhofes ist Bedacht zu nehmen. Bezüglich der Gebäude wird u. a. ausgesprochen. Wochenschrift Seite 329 daß das Zeremoniensaatgebäude im unmittelbaren Zusammenhänge mit dem Leichenbeisetzgebäude zu stehen hat, so daß die Einbringung der Leichen in den Zeremoniensaal nicht wie bisher über den Friedhof erfolgen, sondern im Innern der Gebäude vor sich gehen wird. Selbstverständlich ist die Forderung, daß die Projektierung unter strengster Beobachtung der behördlichen Vorschriften in sanitärer und baupolizeilicher Beziehung sowie unter Berücksichtigung der rituellen Vorschriften zu erfolgen hat. Die Konkurrenz ist eine beschränkte. Den Projektanten ist es sreigestellt, sowohl für die Friedhofsanlage selbst und für die Gebäude zusammen oder auch nur für einen der beiden Projektsteile zu konkurrieren. Die Beurteilung der Arbeiten wird durch ein Preisgericht erfolgen, dem die Vorstandsmitglieder Vizepräsident Hofrat Dr. Benjamin R a p p a p o r t, Architekt Gärtner, kais. Rat Siegmund Kauders, Dr. Leopold Kohn. Wilhelm Kusfner und Ing. Robert Stricker sowie 5 hervorragende technische Fachmänner, die um ihre Mitwirkung erst ersucht werden müssen, angehören werden. Als Ersatzmänner für die Juroren werden vom Kultusvorstande Herr Dr. Markus Spitzer und ein außerhalb der Kultusgemeinde stehender Architekt berufen, ferner werden den Sitzungen des Preisgerichtes mit beratender Stimme Sekretär-Stellvertreter Emil Enget und Amtschef Wilhelm F r e i st a d t zugezogen. Es werden drei Preise in der Höhe von Kr. 4000.—, 3000.— und 2000.— ausgesetzt, doch kann, falls das Preisgericht dies beschließt, die Summe von Kr. 9000.— auch in anderer Weife verteilt werden. Weiters sollen zwei nichtprämiierte Arbeiten im Betrage von je Kr. 1000.— angekaust werden. Die Baukosten sind nicht mit einem bestimmten Betrage anzugeben, doch ist im Programme ausdrücklich zu betonen, daß unter sonst gleichen Verhältnissen jenes Projekt den Vorzug erhalten wird, welches sich sowohl bezüglich der Errichtungskosten, wie bezüglich der Ausnützung des Terrains als das ökonomischeste erweist. Die Anträge werden einstimmig genehmigt. Aus der Plenarsitzung des Kullusvorstandes vom 3. Mai 1914. Bon Herrn Leopold Klein (das Ergebnis seiner Sammlung. 7. Sammelbogen) zur Erbauung und Erhaltung Israel. Knaben-Waiienhäuser in Wien.K 1.685-— Von Herrn Simon Leopold Riesz anläßlich der Vermählung seiner Tochter: für die Armenanstalt.K 200*— „ den Waisenverein .„ 200-— „ das Blindeninstitut.,, 200-— „ den Verein zur Unterstützung Brnstleidender auf dem Lande.. 200'— „ den israel. Kindergarten lXX. Bez.) „ 100'— die israel. Versorgnngsanstalt. . 100-— „ 1.000-— Leqat Pknlivv Fischer-Bergstein für das israel. Rothschild-Spital ..* 300 — Von Anonymus zur Verteilung an arme Kinder . ... „ 250'— „ Frau Franziska Löwit für arme Kinder.* 50 — „ Herrn B. Geyerban anläßlich der Verehelichung seiner Tochter für den Präsidialfonds . . ... 40 — Bon Frau Elia Redlich.. 6-— „ F. Ernst für Arme K 10'—. Ferienheim K 6 —, Waisenhaus K 6 —, zusammen.. „ 22 --- Entnahme aus den Sammelbüchsen im Stadt-Tempel: für den Waisenverein. . -.K 540 20 „ das israel. Armenhaus (III. Bez.) . „ 125 20 „ die Chewra-Kadischa.„ 185 65 „ „ Armenanstalt ........ ,t 158 80 „ den Franen-Wohltätigkeitsverein (J. Bezirk!.„ 64'95 „ die Kinderbewahranstalt ......? 1 30 „ den Wöchnerinnen-Berband . . . „ 32-14 „ Arme in Jerusalem.* 44 25 „ die Israelitische Allianz .... . „ 35 45 1.238 03

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