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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-05-08 · 19 (8.5.1914) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
19 (8.5.1914)
Date
1914-05-08
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 19 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 327 Korrespondenzen. Oeffenlliche Plenarsitzung des Vorstandes der Wiener israelitischen Kultusgemeinde vom 4. Mai 1914. nachmittags 6 Uhr, unter Vorsitz des Ersten Vizepräsidenten Dr. Gustav Kohn. Vorsitzender Dr. Gustav Kohn eröffnet die Sitzung, konstatiert die ordnungsmäßige Einberufung derselben im Wege der amtlichen „Wiener Zeitung" sonne die Beschlußfähigkeit. Vor Eingang in die Tagesordnung verliest Erster Sekretär kais. Rat Dr. Theodor Lieben den Einlauf, in welchem sich befinden: 1. Antrag Dr. Ehrl ich--Ing. Stricker auf Herabsetzung des Steuerminimums auf Kr. 10.—. 2. Antrag Dr. E h r l i ch -Stricker lvegen Festsetzung eines genauen Tarifes für die rituellen Funktionen bei Durchführung von Ehescheidungen und für die sonstigen rituellen Funktionen des Rabbinates durch das Vertreterkollegium. Die Autragsteller verlangen, daß. alle' diese Taxen an die Gemeindekasse abgeführt werden mögen. 3. Eine Interpellation der Obengenannten an den Herrn Präsidenten, in welcher die Erledigung eines Subventionsgesuches der Bezirkskommission für beit III. und XI. Bezirk, betreffend den Tempelbau, urgiert wird. Kultnsvorsteher Dr. Leopold K o h n bemerkt hierzu, daß die Regelung der Rabbinatstaxen, wie er dies dem Antragsteller übrigens auch mitgeteilt hat, bereits auf der Tagesordnung der letzten Plenarsitzung stand und nur wegen Zeitmangels nicht zur Behandlung gelangen konnte. Hinsichtlich des Tempelbaues im III. Bezirke verweist Kultusvorsteher Dr. Markus Spitzer als Obmann der Kultuskommission darauf, daß diese Angelegenheit bereits auf der Tagesordnung der für den nächsten Tag anberaumten Sitzung der Kommission I. steht und von dieser Kommission in dieser Sitzung auch wahrscheinlich verabschiedet werden wird. Vizepräsident Dr. Gustav Kohn: Die Anträge und die Interpellation werden der geschäftsordnungsmäßigen Behandlung zugeführt werden. Hierauf erhält Kultusvorsteher Dr. Leopold K o h n das Wort zu seinem Referate zum Rechnungsabschluß für das Jahr 1913. Inhaltlich des vorliegenden Rechnungsabschlusses des Jahres 1913 haben die Gesamteinnahmen unserer Kultusgemeinde betragen .K 3,569.568 59 die ordentlichen Ausgaben haben die außerordentlichen Ausgaben . > 197.431 92 die Gesamtausgaben daher ........ . . . K 3,333.945-40 Es übersteigen daher die Gesamteinnahmen die Gesamtausgaben um. K 235.623 19 Von diesem Ueberschusse sind auf Konto Friedhof-Erwerbungsfonds übertragen.. » 217.52034 daher ein Uebertrag für das Jahr 1914.K 18.102 25 Gegenüber dem Einnahmen-Präliminare pro 1913 per.K 3 325.3^4 52 stellen sich die wirklichen Einnahmen per . . . . > 3,568 568 59 günstiger um ..K 242.214 07 Hauptsächlich trugen hiezu bei: Mehreinnahmen an Kultussteuer per.K 121.236 16 Friedhofstaxen per.» 109.052’12 und die geringe Inanspruchnahme der allgemeinen Reserve per ..» 100.000’— Die wirklichen ordentlichen Ausgaben pro 1913 betragen.. . . ..* 3,136.51148 die präliminierten betragen.. . ■ » 3,461.133 58 daher um ... . . . ..K 24.622 08 weniger ausgegeben wurde als präliminiert. Die faktischen ausserordentlichen Ausgabsn betrugen pro 1913.K präliminiert waren.. ■ * daher um.k weniger als präliminiert. Die Gesamtausgaben betrugen daher um . . . K weniger als das Präliminare. Ein noch günstigeres Bild gewinnt man, wenn berücksichtigt wird, daß das Budget pro 1913 mit einem unbedeckten Mehrerfordernisse von . . . . K geschlossen hat. Ein Vergleich mit dem Ergebnisse ^es Jahres 1912, welches mit einem Ueberschusse von . . . K geschlossen hat, ergibt pro 1913 ein Plus von . . lv 197.433*92 250.7~.Q-— 53.316 08 77.938-16 124.896-21 189.851 82 45.771-37 Redner beleuchtet eingehend die Ziffern eines jeden Kapitels zusammen mit den präliminierten Beträgen, zieht bei jedem einzelnen Posten das Ergebnis des letzten Rechnungsabschlusses zum Vergleich heran, um die Differenzen anfzuzeigen und zu motivieren. Referent führt dann fort: „Aus dem bisher Gesagten ergibt sich, daß, mährend bei Abschnitt A Kultnsangelegenheiten und Abschnitt F Wohltätigkeitsangelegenheiten die Zuschüsse sich höher herausstellten, als im Budget präliminiert war, bei den übrigen Abschnitten geringere Zuschüsse erforderlich waren, als im Präliminare vorgesehen rvurden, und zwar 'stehen diesfalls Mehrzuschüsse in den oberwähnten Abschnitten .Kr. 15.138,39 Minderzuschüsse im Gesamtbeträge von „ 337.290.6L woraus der GebarungsÜberschuß von . „;V22.152.25 resultiert. Bei dem (besagten hätten wir sonach vollen Grniid, mit dem Gebarungsergebnisse des abgelaufenen Jahres befriedigt zu sein.' Jedenfalls ist das ziffernmäßige Ergebnis ein derartiges, wie es seit vielen Fahren nicht zu erzielen war. Wenn ich jedoch dieser Befriedigung nicht nneingegefchränkten Ausdruck gebe, so hat dies in Folgendem feine Begründung: Wir dürfen vor allem nicht übersehen, daß von zwei bndaetierten Ausgabeposten von zusammen Kr. 155.100.— nur ein weniges über Kr. 33.000. - in Anspruch genommen worden ist, und zwar die Post Kr. 50.000.- - für den neuen Friedhof gar nicht, von der großen Reserve von Kr. 100.000. nur etwas über Kr. 33.000. . Den dritten Teil zu dem günstigen Ergebnisse hat sonach die Nichtinanspruchnahme von Reserven beigetragen. Hiezu kommt noch der nachfolgende, schwer ins Gewicht fallende Umstand: Wenn die Gebarungsergebnisse eine-? abgelaufenen Jahres betrachtet und Bemerkungen hieran geknüvft iucr den, so hat dies naturgemäß nach zwei Richtnngert hin zu geschehen. Die eine ist die Prüfung des hinter uns liegenden Jahresergebnisses, die zweite Schlußfolgerung in Bezug ans die nächstkommende int, und in letzterer Beziehung kann ich nicht umhin, Sie, sehr geehrte Herren, wie dies meinerseits schon wiederholt stattgesnnden, darauf aufmerksam zu machen, daß wir schon im taufenden Jahre weit größere Ausgaben als im abgelansenen zu decken haben werden, daß jedoch auch in den hierauf folgenden Jahren namhafte, derzeit durchaus noch nicht abschätzbare Auslagen uns erwachset! werden. Ich spreche da zunächst von dem laufenden Jahre, und da stehen wir vor der bereits vollzogenen Tatsache, daß durch die berechtigte und unbedingt notwendig gewesene Regulierung der Gehalte der Beamten eine Mehrauslage von mindestens Kr. 106.000. erwachsen rvird, so daß im Jahre 1914 das Gehalte-Budget Kr. 1,400.000.— betragen, somit mehr als den dritten Teil des Budgets in Anspruch nehmen wird: und trotzdem muß der Wahrheit gemäß und zur Ehre unseres Be-

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