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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-04-24 · 17 (24.4.1914) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
17 (24.4.1914)
Date
1914-04-24
Page
– (sequence 14)
Language
German
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©eite 294 Dr. Blochs ptawbtv. Miirchas Zehuda. rrrrv rniö "EC Agadisch-Homiletischer Kommentar zu der Heiligen Schrift und der rabbinisch-midraschischen Agada von Julius E roßmann, Oberrabbiner in Ipolysag (Ungarn). Jpolysag 1914. Selbstverlag des Verfassers. Ladenpreis 6 Kr. Eigenartige Gefühle 'erregte in mir die Lektüre dieses über 400 Quartseiten umfassenden, hübsch ausgestatteten homiletischen Werkes, dessen Vertreter, ein Nachkomme des großen Rabbi Jatr Chajim Bachrach (1628 -1702), Verfassers der bekannten Responsen Chaoos Jalr, eine in Ungarn bekannte rabbinische Größe ist. Anfangs glaubt ntan, es mit gewöhnlichen, trockenen homiletischen Floskeln zu tun zu haben, wie man solche in den zahlreichen Agadawerken mittelmäßiger ungarischer Maggidim häufig findet. Je tiefer aber man sich in den Joeengang des vorliegenden Werkes versenkt, je weiter man in der Lektüre desselben vorwärtsdriugt. desto erwärmter, desto angenehmer überrascht wird der Leser durch die geistreiche Interpretation so manch rätselhaft scheinender Agada, wie durch die scharfsinnige Anwendung derselben auf do^ praktische Leben. Und trotzdem der Verfasser in diesem seinem Werke zumeist als strenger Moralist älterer Observanz auftritt, so fühlt man dennoch die Hiebe, die er nach allen Seiten austeilt, nicht als solche eines rücksichtslosen, unbarmherzigen Geißlers, sondern sie wirken vielmehr, erquickend wie ein kalter Wasserstrahl in der glühenden Hitze eines heißen, schwülen Sommertages. Die milde, sanfte Form, vereint mit dem herrlichen Schwung der Sprache — an manchen Stellen an die mittelalterliche Poesie der hebräischen Poetanen erinnernd —, in die der Verfasser seine ethischen Lehren und moralischen Betrachtungen zu kleiden versteht, macht auf den Leser einen so angenehmen Eindruck, daß er sich in einen blühenden Garten versetzt fühlt, wo unter den herrlichen Jubeltönen gefiederter Sänger und der belebenden Wärme sanfter, milder Sonnenstrahlen eine freudig gestimmte Kinderschar Blumen zur Schmückung des jüdischen Heiligtums pflückt. Ein ziemlich breiter Raum wird im vorliegenden Buche der Betrachtung des jüdischen Frauenlebens gewidmet. In diesem Punkte ist der Verfasser Puritaner, der von den modernen Bestrebungen der Frauen nichts wissen will, ja, die er vom Gesichtspunkte des jüd. Schrifttums ablehnt. Die segensreichste Tätigkeit der jüdischen Frau erblickt der Verfasser in ihrem Wirkungskreise als treue Gattin und hingebungsvolle Mutter, deren Aufgabe zu sein hat, den Schild des Hauses rein zu halten, ihres Mannes bange stunden im schweren und harten Daseinskampf mit Liebe, Sanftmut, Güte, Milde, zarter Empfindung und vornehmer, edier Gesinnung von seiner kummervollen Stirne hinwrgzuwischen. Scharfe Worte' harren Tadels dagegen findet der Verfasser für solche pflichtvergessene Frauen, die durch ihre Dummheit und Unverträglichkeit, durch ihre Hoffart und Eitelkeit, durch ihre 'Skandalsucht und ihren Egoismus, durch ihre Unbotmäßigreit und ihren Starrsinn den lieblichen Herd eines friedlichen Familienheims in eine fluchbeladene Hölle verwandeln. Zu allen diesen Betrachtungen findet der Verfasser aus den weit entlegensten Winkeln der rabbinisch-midraschischen Literatur ein entsprechendes und treffendes Zitat, das er gleichsam als wirkungsvollen Schlager für seine Anschauung ins Treffen führt. Zur besseren Orientierung der Leser hat der Verfassersein Werk mit einem erschöpfenden alphabetischen Sachregister versehen. Vorliegendes Buch ist nach Anschauung des Referenten nicht nur nützlich, sondern geradezu unentbehrlich für jeden jüdischen Rabbiner, der ferne Gemeinde mit gehaltvollen Predigten speisen will. V i r o v i t i c a. ‘ Rabbiner Dr. H. E. Kaufmann. Ein synagogales Musikwerk für die hohen Festtage. Als 2. Teil des die Liturgie des gesamten Gottesdienstes umfassenden Werkes „Kol T'hilloh" von Josef Heller. Oberkantor und Chordirektor der israelitischen Kultusgemeinde in Brünn und Direktor der Kantoren-Bildungsanstalt des israelitischen Proseminares daselbst, wird im Monate Juni d. I. ein umfangreiches synagogales Musikwerk der Oeffentlichkeit übergeben werden, welches dir gottesdienstlichen Vorträge für die hohen Festtage c" r r sin harmonischer Ausgestaltung zur rhythmischen DarsteUünAbringt^ „ Das Wert»*enthält über 800 Nummer n/^daruntör 100 vier- und mehrstimmige Chöre mit und ohne' Orgelbegleitung, zirka 25 Sologesänge mit Orgelbegleitung sowie 5 Anhänge, und zwar sämtliche rrrrbo weiters rr:s rcw brb ferner rrarn rrs'-fri rcE^'nnDB schließlich mehrere Chöre und Gesänge für den Freitagabend-Gottesdienst. Hellers für die Entwicklung des Synagogengesanges bedeutsame künstlerische Eigenart, welche ihm eine von der Fachkritik anerkannte hervorragende Stellung unter den Synagogen- Komponisten geschaffen hat, ist die dem ästhetischen Kunstempfinden und der geläuterten musikalischen Entwicklung entsprechende Veredelung und Vertonung des traditionellen altjüdischen Lhasonus. Nr. 17 Dieses Charakterlstikon des im Jahre 1905 erschienenen 1. Teiles von „Köl T'hr loh", enthaltend die Freitagabend- Und Samstag- Eesünge, gibt auch dem neuerscheinenden, für die hohen Festtage bestimmten 2. Teile, das. spezifische Gepräge. Das Werk dient seiner Anlage nach gleichmäßig dem modernen wie dem konservativen Gottesdienste., Sowohl das alte wie das neue -•••-•* sind unter Zugrundelegung des alten und echten Thasonus in systematischer Reihenfolge und in solcher Vollständigkeit, wie sie bisher überhaupt nicht geböten worden ist, bearbeitet, so daß es dem Vorbeter ermöglicht ist, fast ohne Zuhilfenahme des Gebetbuches den Gottesdienst abhalten zu können. Das Werk ist auch von besonderem Werte als eine erprobte praktische Schule zuni Studium für Kantoren und Kantoratseleven. Der Kostenpreis eines Eermplares des umfangreichen, mehrere hundert Seiten umfassenden, in vornehmer Ausführung erscheinenden Werkes stellt sich für Gemeinden auf Kronen 60.—, für Kantoren Kronen 45.—. Das Werk kann gegen vorherige Einsendung des Betrages oder mittelst Nachnahme vom Autor sowie vom Kommissionsverleger Carl W i n i k e r, k. u. k. Hofmusikalienhandlung in Brünn, wie auch durch alle jüdischen Buch- und Kunsthandlungen des In- und Auslandes bezogen werden. S. Die Erde. Illustrierte Monatsschrift für Länder- und Völkerkunde, Weltverkehr und Kulturpolitik. 2. Jahrgang, Nr. 9, März 1914. E. Wulfsen, Verlag, in Dresden-A. Inhalt: Schindler: Die Wanderungen der Semiten. — Singelmann: Die „Perlen" des portugiesischen Kolonialbesitzes (Illustration). — Krebs: Neue deutsch: Polarerpeditionen (mit Illustration). — 3fr i de: Zur Geschichte der Pitcairn-Insel. — Geographische und geschichtliche Ereignisse. — Kleine Mitteilungen. — Bücherbesprechungen. — Sonstige Eingänge. Jeschnrun. Monatsschrift für Lehre und Leben im Judentum. Herausgeber: Dr.:. I. Wohlgemut h. Verlag des Jeschurun, Berlin N. 24, 1. Jahrgang, Heft 1. Inhalt: Jeschurun. — A. Berliner: Geschichtliche Wanderungen. — I. Unna: Aesthetische Gesichtspunkte am Religionsgesetz. — I. Segall: Bevölkerungs- und Wirtschaftsfragen. — S. Kaatz: Von jüdischer Theologie. Heft 3: M. Lerner: S. R. Hirsch' erste Predigt. — S. Kaatz: Zur Frage des dreijährigen Zyklus. — E. Fink: Versuch einer Eregese von Levit. XI 20 u. 23. — I. W o h'lg e m u t h: Die Natur ein Buch Gottes. - [ H e ft 4: I. Unna: Schulzwang. — D. Hoffmann: Probleme der Pentateucheregese. — I. Barth: Zur Thora- Auffindung unter Josia. — A. Sulzbach: Zur Charakteristik der Weisen des Talmud. — F. Kanter: Das Thorastudium und die Frauen. — L. Rosenthal: Menschsnopferblut und Judentum. — G. M..:-Gesetzestreue._ Das Erwachen. Jahrbuch zur Förderung der Kulturgemein- : schaft. 3. Publikation. Mit einem Bilde des Dichters I. S. Machar. Herausgegeben; won Dr. Heinrich Herbat sch ek. Wien 1914. Verlag des Deutsch-tschechischen Komitees, II., Praterstraße 13. Blau-Weiß Liederbuch/ Herausgegeben von der Führerschaft des Jüdischen Wanderbundes Blau-Weiß Berlin. Jüdischer Verlag, Berlin 1914. Dr. Arthur Ruppin, Leiter des Palästina-Amtes in Jaffa. Zionistische Kolonisationspolitik. Bericht cr'n den 11. Zionistenkongreß. 1914. Jüdischer Verlag, Berlin W. 15, Sächsische Straße 8. Tr. A. K. in W. Sie haben recht. Der verstorbene L. Brunner hat gegen die Kommune dreimal wegen Subventionierung von Kirchenbauten Beschwerden erhoben. Zweimal ist er mit seinem .Proteste beim Verwaltungsgerichtshof durchgedrungen : mit einer Beschwerde wurde er abgewiesen. „Reiigionslehrer in P." Bei den Religionslehrern ist einzig und allein der Kultusvorstand maßgebend, welcher das Recht besitzt, die sachliche Befähigung eines Religionslehrers zu bestätigen. Das gehört zur Kompetenz der israelitischen Religionsgemeinde, und jede einzelne Kultusgemeinde ist nach dieser Hinsicht für sich autonom. Der Landesschulrat prüft lediglich die wissenschaftliche Qualifikation des vorgeschlagenen Kandidaten. „Neugieriger" im XXI. Bezirk (Floridsdorf). "'Der „schöne" Witz über das Vor- und Nachjüdeln der israelitischen Schulkinder ist das ureigene Produkt der „Floridsdorfer Zeitung" in Nr. 11, Seite 4, Spalte 3. Kommentar überflüssig! . . f

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