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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-04-17 · 16 (17.4.1914) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
16 (17.4.1914)
Date
1914-04-17
Page
– (sequence 16)
Language
German
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©euc 276 Dr. Bwchs Wochenschrift. Nr. 16 Wilhelm Bachi. :. von Rabbiner Dr. B. Heiß, Sissck. Mit dem Tode Wilhelm Bachers hat die theologische Wissenschaft einen großen Verlust erlitten. Bahnbrecher und Entdecker war er auf allen Gebieten der biblisch-lalmudischen Literatur. Die arabisch-hebräische Philologie hat seinem Foftchergciste viele unentbehrliche Werke zu danken. Aus dem großen Alkeere des Talmud hat Bacher sein epochemachendes Werk „Die Agada der Tannaim und Amoraim" geschöpft, das noch künftigen Generationen künden wird von der wissenschaftlichen Tiefe und Größe dieses seltenen Mannes. Vielseitig wie Bacher war, widmete er sein Interesse auch der Erforschung der Poesie der Juden im Orient. Bibeleregese und hebräische Sprachwissenschaft haben seinen großen Forschergeist 'ehr angezogen, wein „Tanchum Ieruschalmi" ijt ein schöner und lehrreicher Beitrag zur hebräisch-talmudischen Lexikographie. Einige Randbemerkungen zu dieser philologischen Arbeit Bachers seien ein Lordeerkranz, aus das frisch: Grab dieses großen Theologen und edlen Menschen in Verehrung gelegt. Von T a n ch u m s Leben wissen wir nur, daß er im 13. Jahrhundert literarisch tätig und Jerusalem seine Heimat war, da er sich selbst als Ieruschalmi bezeichnet: t.bv'rrbzi ppr n ““in p c*r:n Sein Interesse für Poesie bezeugt Tanchum auch in seinem bekannten Wörterbuche „Murschid", in weichem er zwei Kunstausdrücke der neuhebräischen Poetik erläutert; es sind dies die Ausdrücke was gleichbedeutend sei mir cund j Der hebräischen Sprachwissenschaft, als deren großen Meister Tanchum besonders Abul-Walid verehrte, kommt in der schriftstellerischen Tätigkeit Tanchums eine hervorragende Stelle zu. Sein Bibelkommentar ruht auf dem festen Grunde der hebräischen Philologie der spanischen Glanzperiode, und sein Wörterbuch hat das Verdienst, zum erstenmale die Resultate dieser Philologie auf das Reu hebräische anzuwendeu. Zu der talmudischen Formel, „der Mensch ist verpflichtet, so zu sprechen, wie er es von seinem Lehrer übernommen hat" (Ldujoch 1, 3)i) bemerkt Tanchum: „Diese Regel ist bloß dort anwendbar, wo durch die unrichtige Aussprache nicht auch der Sinn des Wortes entstellt wird. In dem Falle, worauf sich jene Regel bezieht, handelt es sich bloß darum, daß H i l l e I, darin seinem Lehrer folgend, statt J-n aramäisierend sagte: j -«‘ro, womit der Sinn des Ausdruckes nicht verändert wurde." Wie bei Maimonides, tritt auch bei Tanchum das geschichtliche Wissen mehr in den Hintergrund. Rur sehr selten nimmt er Anlaß, irgend eine historische Angabe zu machen. In dem Artikel c-n der die Brieftauben dl er Mischna Chuilin XII., 1, zum Gegenstand hat, deduziert Tanchum: „Man sagt, der erste, der sich darum bemüht und die im Freien lebenden Tauben gezüchtet und als Briefboten benützt hat, sei der griechische König H e r o d e s gewesen, weshalb man sie nach ihm benannte." — Tanchum hat Herodes für irgend einen alten Eriechen-König gehalten.-) Zu dem Worte . bemerkt Tanchum: nrri: d kommt von “i crn nvD — vertilgen." Man nennt so jeden, der von dem Religionsgesetze abgefallen ist und den Zaum des Gehorsams gegen dasselbe beseitigte und an dasselbe zu glauben aufgehört hat; denn ein solcher hat wissentlich seine Seele vertilgt. Interessant ist Tanchums Erklärung des von der Halacha formulierten rcn njrzw (Stamm: irc. Hiph. r-crw. Dieses bezeichnet einen Gd, der nicht auf biblischer Satzung beruht, sondern eine Einrichtung der Weisen ist, als ob sie den Betreffenden tauschten mit ihrer Behauptung, daß er zu diesem Eide verpflichtet ist, ohne aber ausdrücklich anzugeben, ob die Verpflichtung biblisch sei oder nicht. So täuscht er sich dann selbst und meint, der Eid, der von ihm gefordert wird, beruhe auf eine biblische Satzung. Die Synonyma rer und r' irr erklärt Tanchum wie folgt: „m ist der Genosse, der Gefährte, welcher Herkunft und Abstammung immer, r-cj? ist der zu deiner Religionsgemeinschaft Gehörige, deine Religion Bekennender, ohne Unterschied, ob er dir lieb ist, ob er zu dir sich gesellt oder nicht." Der Begriffsunterschied zwischen und p-sn er ist nach Tanchum folgender: -vist ein minderwertiges Individuum, dem keinerlei Vorzug innewohnt, weder was sein Denkvermögen, noch was seine Moral betrifft; p-.Rn er hingegen bedeutet ein Individuum, das weder Wissen noch einen Vorzug des Denkvermögen, aber dennoch gewisse moralische Eigenschaften besitzt, wodurch dasselbe für die menschliche Gesellschaft und für die Kultivierung der Erde sowie zum Anschluß an die Bevölkerung des Landes sich eignet, darum wird ein solches Individuum „Volk des Landes" genannt. So hat sich Bacher in allen seinen Werken ein weithinleuchtendes Denkmal gesetzt. „Wenn der Leib in Staub zerfallen, lebt sein edler Name noch!" *) tti pz6- -lö-ib r^n o-irrv 2) Es dürste vielleicht der Historiograph H e r o d o t (480 v. Chk) gemeint sein, der über solche Tauben an iroend einem griechischen Königshofe berichtet haben mag — denn daß ein mittelalterlicher Gelehrte nicht gewußt haben soll, wer H e r o d e s war, ist kaum anzunehmen. Die Erde. Illustrierte Monatsschrift für Länder- und Völkerkunde, Reise und Jagd. 2. Jahr Nr. 8. Februar 1914. Inhalt: Kalender der Erde. — E r t'e s, Peking im Wandel der Zeiten (mit Illustrationen). — Struck, Heber die Herkunft der Eisentechnik. — von M a r g w e l a s ch w i l i, (Oie Osseten und ihr Land. — Herrmann, Der antike Landverkehr zwischen China und den westlichen Kulturvölkern. — Schindler, Berichte über die Juden in China seit ihrem Wi:derauffinden durch P. Ricci (1664) (mit Illustrationen). — Stübe, Das erste Auftreten der Zigeuner in Konstantinopel. — Krebs, Die süddeutschen Erdbeben des November 1911 und Juli 1913 (mit Illustrationen). — Roß, Die Funkentelegraphie in unseren Kolonien und ihr: wirtschaftliche Bedeutung. - Kleine Mitteilungen. — Die Bücher der Erde. — Sonstige Eingänge. — E. Wulffen Verlag in Dresden-A. Dr. Nathan Birnbaum-Jubiläum. Dr. Nathan Birnbaums (Mathias Acher) Ausgewählte Schriften (2 starke Bände) zu bedeutend ermäßigtem Preise. Broschiert Kronen 5.—, elegant gebunden- Kronen 7.—. Für Porte 60 Heller. — Künstlerisch: Origmäl-Ph0iozraphie des Jubilars, letzte Ausnahme (Februar 1914). Sehr gelungen. Hochelegant, aus Karton broschiert, Kr. 2.40. Für Porto 12 Heller. Bestellungen an das Dr. Nathan Birnbaum Iubiläums-Komitee, Berlin-Steglitz. Gleichzeitige Geldsenbung an Commerz- und Discontobank, Depositenkasse C, für das Dr. Birnbaum I ü b i l ä u m s - K o m i t e e, Berlin, Charlottenstraße 47. „Jung Juda." Illustrierte Zeitschrift für unsere Jugend. 15. Jahrgang, Nr. 6. ' Prag, den 10. April 1914 (14. Nisan 5674). Inhalt: Martin Friedländer: Neuer Frühling. — M. Spektor: Der Seder. — Oskar Baum: Die Geschichte vom traurigen Stein. — Josef H a r' t: Die drei Freunde. (Forts.) — Neujahrsaudienz beim indischen Statthalter. (Illustr.) — Ida Böck: Der Ziegenbart. — Ernest Thomson-Seton: Der Luchs. — Leop. Kutscher: Interessante Uhrwerke. (Schluß.) — Guck in die Welt. — Erperimentier-Winkel. — Uebersetzungs-Aufgabe. — Rätsel. — Redaktion und Administration: Prag, II., Stephansgasse 629. ■ ,; Die Freistatt. Altjüdische Revue. Jahrgang 1913/14. März- Heft. Verlag: Eschweiler (Rheinland). Inhalt: Ausruf zur Birnbaum-Jubiläumsspende. — Dr. R. Seligmann: Vom moralischen und künstlerischen Typus. — Benzion Rubstein: Die Iudenfrage in Oesterreich und ihre Zukunft. — Davis Trietsch: Das rote Heft. — Arnold Zweig: Cinema. — Jiddische Dichtung. — Büchereinlauf — Vom jüdischen Leben und Schaffen. Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums. Begründet von Z. Frankel. Organ der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums. Herausgegeben von Dr. M. B r a n n. 58. Jahrgang. Heft 1/2. Neue Folge, 22. Jahrgang. Januar—Februar 1914. Inhaltsverzeichnis. Jakob K l a tzkin: Hermann Cohens methodische Begründung des Judentums. — Louis Ginzberg: Eine unbekannte jüdische Sekte. (Forts.) — Alfred Zweig: Der Pentateuch-Kommentar des Joseph Bechor-Schor zum fünften Buche Moses. (Forts.) — N. Netter: Die Schuldennot der jüdischen Gemeinde Metz (1791—1854). (Forts.) — Felir Lazarus: Das Königlich westfälische Konsistorium der Israeliten. — Josef Baß: Die Darstellung der Juden im deutschen Roman des zwanzigsten Jahrhunderts. (Forts.) — Notiz. — Besprechung. — Elfter Jahresbericht der Gesellschaft. — Protokoll über die Mitgliederversammlung. — Protokolle über die Sitzungen des Ausschusses der Gesellschaft am 20. und 31. Dezember 1913. — Koeber nffche Verlagsbuchhandlung (Barasch u. Riesenfeld), Breslau, Schmiedebrücke 17/18. Nahida Lazarus. Ein deutscher Professor in der Schweiz. Berlin 1910. Ferd. D ü m m l e r s Verlagsbuchhandlung. Dr. Char es Dnschinsky. Jakob Kimchi und Schalom Buzaglo. London 1914. Luzac & Co., 46 Great Rüssel Street. Kriefkafte«. H. F. Die Anzahl der jüdischen Hauseigentümer in Mauer zu eruieren sind wir leider außerstande. Auf viele Anfragen aus dem 21. Bezirke (Floridsdorf) zum Kapitel: Die „Fwridsdorfer Zeitung" und ihr Antisemitismus. Es ist Tatsache, daß die „Floridsdorfer Zeitung" jahrelang in der dortigen bewährten jüdischen Buchdruckerei hergestellt wurde. Ie mehr aber der Herausgeber A. C. Jüngier seinen Gefühlen gegen Judentum und Juden ungenierten, freien Lauf ließ, desto schne:Reit kehrte er, unter einem an den Haaren herbeigezogenen Vorwände, dem

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