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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-04-17 · 16 (17.4.1914) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
16 (17.4.1914)
Date
1914-04-17
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Sette 272 Dr. Llochs Wochenschrift Nr. 16 3. Wahl von fünf Vorstandsmitgliedern mit vierjähriger Funktionsdauer, ferner Genehmigung der Kooptation von zwei Vorstandsmitgliedern. Der Jahresbericht wird in den nächsten Tagen an die Mitglieder direkt, an die auswärtigen Mitglieder durch Vermittlung der Leitung der Filialen und Vertrauensmänner übersandt. Für die außerhalb Wiens wohnenden Mitglieder gilt die Bekanntmachung in den Blättern zugleich als Einladung und die Mitgliedskarte als Legitimation. Lucian Brunner gestorben. Mittwoch, den 15. d. M., ist in Wien-Döbling, Billrothstraße Nr. 26, der Großindustrielle und ehemalige Gemeinderat Lucian Brunner nach kurzer Krankheit im 63. Lebensjahr gestorben. Lucian Brunner gehörte in den neunziger Jahren als Mitglied der Demokratenpartei und Anhänger K r o n a w e t t e r s zu den eifrigsten Debattern des Wiener Gcmeinderates, und in den damaligen stürmischen Sitzungen trat er sehr häufig als Wortführer auf. Erinnerlich ist, daß er mehrmals gegen Beschlüsse des Gemeinderates in kirchlichen Angelegenheiten den Verwaltungsgerichtshof anrief, der aber seine Beschwerden abwies. Bei den nächsten Wahlen erhielt er kein Mandat mehr und beteiligte sich eine Zeitlang nicht mehr am öffentlichen Leben. Später trat er dann ins Zionistische Lager über, wo er durch opferwillige materielle Unterstützung der Partei zeitweilig einen starken, überragenden Einfluß gewann. Bei den letzten Reichsratswahlen im Jahre 1911 kandidierte er um das Mandat der Städte Radautz, Sereth und Suczmva, kam in die Stichwahl, unterlag jedoch gegen den christlichsozialen Abgeordneten H r u s ch k a. Brunner, der aus Hohenems in Vorarlberg stammte, hatte sich auf vielen industriellen Gebieten betätigt. Lucian Brunner stammte aus sehr vermögendem Hause und ist auch als mehrfacher Millionär gestorben. Er war Präsident der Internationalen Rückversicherungs-Aktiengefellschaft, Verwaltungsrat der Bozen-Meraner Bahn und Direktionsmitglied der Oesterreichischen Volksbank, die eine Gründung Brunners ist. Wien. Freitag, den 24. April a. c., 11 Uhr vorvormittags, findet am Zentralfriedhof die Grabsteinenthüllung für den sel. Herrn Abraham Pekarnik, gew. Kantors des Tempels IX., Müllnergasse 21, statt. Hilfsverein für die notleidende jüdische Bevölkerung in Galizien. Sonntag, den 26. April 1914, präz. um 10 Uhr vormittags, findet in den Räumlichkeiten der Jsr. Humanitäts-Vereine „B'nai B'rith", IX., Universitätsstraßc 4, die ordentliche Generalversammlung des Hilfsvereines für die notleidende jüdische Bevölkerung in Galizien statt. Tagesordnung: 1. Verlesung des Protokolls der letzten ordentlichen Generalversammlung. 2. Bericht über die Vereinstätigkeit in der seit dieser Versammlung abgelaufenen Zeit. 3. Bericht über die Einnahmen und Ausgaben und über den Vermögensstand des Vereines. 4. Bericht des Aufsichtsrates über die Gebarung der Vereinsleitung. 5. Anträge der Vereinsleitung und der Ortsgruppen. 6. Wahlen: a) in die Vereinsleitung; b) in den Aufsichtsrat; e) in das Schiedsgericht. 7. Eventualia. Wien. (Spende.) Das in der letzten Nummer erschienene geistreiche, warmherzig geschriebene Feuilleton Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiners Wilhelm Reich in Baden, welches in einen Appell zum Judenfrieden ausklingt, hat in den Kreisen der Leser der „Oesterr. Wochenschrift"" ein lebhaftes Echo geweckt. — Herr Max Franckl sendet uns eine Spende von 40 Kronen und bemerkt in dem Begleitschreiben: Wer mit Liebe und Verständnis die gegenwärtige Lage unserer Glaubensgenossen betrachtet, weiß, daß Se. Ehrwürden damit eine Warnung und Mahnung von der allergrößten Wichtigkeit ausgesprochen hat. Pflicht aller guten Juden, welcher engeren Partei ste auch angehören mögen, ist es meines Erachtens, den Wunsch Sr. Ehrwürden, der auch der Wunsch eines jeden fein soll, der Verwirklichung näherzubringen. iVoll lleberzeugung von der Richtigkeit seiner Gedanken, erlaube ich mir, Ew. Hochwohlgeboren die beigeschlossene kleine Geldsumme g>u übersenden, mit der ergebenen Bitte, sie dem edlen Zwecke, den Frieden zwischen den Juden herzustellen, zusühren zu wollen, auf eine Weise, die mit den Wünschen Ew. Hochwohlgeboren und Sr. Ehrwürden übereinstimmt. Sie soll, so gering sie auch ist, zeigen, daß eiü weiser Rat auch in unserer Zeit des Verfalles noch vollste Wertschätzung und Billigung findet und sie möge auch andere veranlassen, ihv Interesse und ihre Sympathie der Herstellung des Friedens unter den Juden, als dem notwendigsten Erfordernis, zu widmen, damit, wenn möglich, die schönen Wünsche Sr. Ehrwürden bald verwirklicht werden.! Wien. Am 14. d. M. fand im Sitzungssaale des israel. Kultusgemeinde-Bezirksamtes Fünfhaus die 18. Generalversammlung des Talmud-Thora^Dereines für die Bezirke XII. bis XV. unter dem Vorsitze des 1. Vizepräsidenten Herrn Kommerzialrates Leopold Baß statt. Der Vorsitzende eröffnete die Versammlung, begrüßte die Erschienenen, insbesondere den Delegierten der Kultusgemeinde Herrn Vorsteher Samuel Steiner. Herr Kommerzialrat Baß erwähnte sodann die vielen Verdienste des infolge seiner Ernennung zum Rabbiner für den 2. Bezirk zurückgetretenen bisherigen Vereinspräsidenten Herrn Dr. Mar G r u n w a l d. In warmen Worten schilderte er seine Bemühungen um die Hebung und Förderung dch' Vereines und sein reges Interesse für die religiöse Ausbildung der jüdischen Jugend des Bezirkes. Wenn Herrn Rabbiner Dr. Mar Erunwald zu seiner Beförderung zu gratulieren ist, für den Bezirk seines bisherigen Wirkens bedeute) sein Weggang einen herben Verlust. Die Ausführungen des Vorsitzenden wurden von der Versammlung mit lebhaftem Beifall begleitet und beschlossen, diese Kundgebung der Verehrung für Herrn Dr. Mar Grunwald im Protokolle der Generalversammlung zum Ausdruck zu bringen. — In der hierauf stattgefundenen Wahl wurden folgende Herren einstimmig gewählt: Präsident: Herr Rabbiner Dr. I. Tag licht; 1. Vizepräsident: Herr Kommerzialrat Leopold Baß; 2. Vizepräsident: Herr Julius StraschUow; Schriftführer: Herr Rabbiner i. R. Sal. Baß; Kassier: Herr Moritz Tritsch; Revisoren: die Herren Kommerzialrat Alexander Simon und Josef Löffler. Neugewählt in den Vorstand wurden ferner die Herren Direktoren Karl L a n d e i s und Heinrich F i s ch l e r sowie Herr Emanuel K o h n. Der neugewählte Präsident Herr Rabbiner Dr. I. T a g l i ch t dankte in längerer, beisälligst aufgenommener Rede für die auf ihn gefallene Wahl zum Präsidenten des Vereins und sicherte dem Vereine sein regstes Interesse und die Förderung desselben nach jeder Richtung zu. Kaiser Franz Josephs-Kinderhort für den 12. bis 15. Bezirk. Nach althergebrachter Tradition wurden auch in diesem Jahre die beiden Sederabende im Kaiser Franz Josephs-Kinderhort für den XII.—XV. Bezirk feierlichst begangen,' wobei der Seder am ersten Abende vom Herrn I. W e i n b e r g er, Präsident der Fünfhauser Chewra-Kadischa, und am zweiten Abende vom Leiter der Heimstätte gegeben wurde. Der Feier, an der ungefähr 100 Kinder des Hortes und 30 Kinder der jüdischen Heimstätte teilnahmen, verlieh die Anwesenheit der Präsidentin des Kaiser Franz Josephs-Kinderhortes, Frau F i s ch l e r - L a n d-e i s, und anderer Festgäste ein besonders festliches Gepräge. Herzlicher Dank gebührt den gen. Frau Präsidentin, die auch bei dieser Gelegenheit ihre Fürsorge den Kindern des Hortes sowie den Zöglingen der jüdischen Heimstätte zuteil werden ließ. Dank auch der Frau Vizepräfidentin Einilie M i l l h o f er, der Frau Weinberg er und Frau Dr. M o r g e n st e r n, die immer ihre Kräfte in den Dienst der edlen Sache stellen, sowie dem Herrn Vorsteher, dessen erhebendem Vortrage die Kleinen gleichwie die Gäste in Andacht lauschten. Brockensammlung für jüdische Arme, Wien, 7. Bezirk, Lerchenselderstr. 71. (Tel. 35.310.) Die Verteilung findet wöchentlich dreimal, und zwar am Montag, Mittwoch und Donnerstag statt. Große Nachfrage nach Kleidern, Schuhen, Kindersachen. Eine von ihrem Manne verlassene Frau, die an Gelenkrheumatismus darnieder liegt, bittet für ihre 5 halbnackten Kinder um Wäsche, Schuhe, Jacken usw. Entbehrliches wolle man an den Vorstand der Brockensammlung, Lerchenfelder straße 71, senden; eine Karte genügt, um die Sachen von dem ,Spender abholen zu lassen. — Viel Bedürftige sind vorgemerkt, die dankbar für jede Gabe sind. V.

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