Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 31 (1914)
- Issue
- 16 (17.4.1914)
- Date
- 1914-04-17
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr 16 Dr. Vkochs Wochenschrift. e«tu 271 Geschenke gemacht ^atIe, hat neuerlich 4000 Bände Hebräica und Judaica gespendet. Die neuere Sammlung enthält eine Anzahl von hebräischen Bibelausgaben mit den verschiedensten Kommentaren Midraschim, Dezisoren, die seltensten Sudurim, dann Werke über Philosophie, Sprachwissenschaft, Geschichte, Geographie und schöne Literatur. Die Kollektion enthält auch eine eigene Sammlung jüdischer Lieder und synagogaler Gesänge mit Noten und Erläuterungen, einiger hundert Bände aus der allerjüngsten Literatur sowie komplette Jahrgänge hebräischer Revuen und Sammelbücher über Palästina. Unter den Büchern befinden sich auch viele wertvolle Erstdrucke und ungefähr 100 Manuskripte aus früheren Jahrhunderten. Die Erziehung der Kinder des Beilis. Aus Jaffa wird berichtet: Beilis, der nunmehr seit zwei Monaten in Palästina weilt, ist noch immer nicht endgiltig darüber orientiert, wie er seine Zukunft in seiner neuen Heimat einrichten soll. Eines ist sicher, daß die Versprechungen und Zusicherungen, welche ihm vor seiner Abreise von verschiedenen Persönlichkeiten und Korporationen gemacht wurden, nicht erfüllt wurden. Beilis, der nunmehr eine ständige Wohnung genommen hat, hat die Kosten des Unterhaltes seiner Familie in Palästina, sowie die Einrichtung seiner Wohnung bisher von dem Honorare gedeckt, das er für seine Memoiren erhalten hat. Hingegen hat Beilis bereits hinsichtlich der Erziehung seiner Kinder Verfügungen getroffen. Sein ältester Sohn Pinkas und das ältere Mädchen erhalten jetzt den Vorbereitungsnnterricht, um in das hebräische Gymnasium in Jaffa ausgenommen zu werden. Die beiden Knaben David und Tobias erhalten bereits ihren Unterricht in der Mittelschule des Tachgemoni, während das jüngste Kind die Fröbelschule besucht. Beilis erhält noch immer zahlreiche Zuschriften aus aller Herren Länder. Die italienischen Juden haben ihm vor einigen Tagen das Ergebnis einer Sammlung von 1500 Franken mit einem sehr herzlichen Schreiben übersendet. Wie erzählt wird, soll der in Palästina weilende amerikanische Botschafter Morgenthau Beilis eine Unterredung gewährt haben. Manche wollen dieses Gespräch mit der angeblichen Absicht des Beilis, nach Amerika auszuwandern, in Zusammenhang bringen. Dem widerspricht jedoch die Tatsache, daß Beilis sowohl bezüglich der Erziehung seiner Kinder, als auch in anderen Beziehungen Anstalten getroffen hat, welche eine dauernde Niederlassung in Palästina zur Voraussetzung haben. Absolventen des Jaffaer Gymnasiums wandern nach Amerika aus. Aus Newyork 'wird uns geschrieben: In letzterer Zeit kommen immer mehr Absolventen des Jaffaer Gymnasiums nach Newyork, um hier sich Existenzen zu gründen. Nicht alle setzen ihre Studien an der Hochschule fort. In einem gewissen Sinne historische Bedeutung hat die Tatsache, daß dieser Tage ein Abiturient des Jaffaer hebräischen Gymnasiums, der in Jaffa geborene Moses Menuchem, in die Newyorker Universität unter Anerkennung des Abiturientenzeugnisses des hebräischen Gymnasiums ohne Aufnahmsprüfung, wie das sonst für Abiturienten nichtamerikanischer Mittelschulen vorgeschrieben ist, als ordentlicher Hörer ausgenommen wurde. Die kanadische Regierung erschwert die Einwanderung russischer Juden. Seit langem schon ist in Kanada ein Gesetz in Kraft, welches der Regierung das Recht gibt, Einwanderer, die nicht int Besitze eines Auslandspasses sind, nicht in das Land einzulassen. Bisher hat die kanadische Regierung von diesem ihrem Rechte nur Italienern und Schwarzem gegenüber Gebrauch gemacht. Seit dem 1. März d. I. nun hat auf Grund eines Erlasses der obersten Einwanderungsbehörde diese Maßregel auch gegenüber den Einwanderern aus Rußland in Anwendung zu kommen. Bedenkt man, daß die meisten russischen Einwanderer in Kanada bisher Juden waren, die aber, weil sie aus politischen Gründen oder wegen ihrer Religion verfolgt, das Land verlassen hatten, begreiflicherweise nicht im Besitze eines Auslandspasses waren, so wird man begreifen, welch schwerer Schlag diese verschärfte Maßregel der kanadischen Regierung für die von den russischen Behörden verfolgten Juden ist. Vermischtes. Kranzablösungsspende« zugunsten der Chewra Kadischa in Wie» I.. Seitenstettengaffe 4 für arme kranke Glanbensgenoffen. __ Anläßlich des Ablebens der sek. Franzi Güdemann: ^>alo und Camilla Cohn Kronen 50.—, Martin und Mathilde Cohn 30.—, Dr. Fritz und Marianne Schick 20.—, Philipp Kohn 20.., Rudolf und Ernestine Kohn 20.—, Dr. Gustav Kohn 10.—, „Ihrer unvergeßlichen einzigen Freundin" — Heddi 10.—, Dr. Elias Münz 10.- -, Die Verwaltungsbeamten der isr. Kultusgemeinde 50.—, Das Damenkomitee des Merores Waisenhaus 50.—, Medizinalrat Dr. Haast 20. —, Hofrat Pros. Dr. Pollitzer 20.—, Dr. Mar Berliner 10. . Mar Zerner 10.—, Adolf Duldner 10.—, Theodor Schur 20.—, S. Simon 10.— , S. Eoldmann 10.—, Nikolaus Fürst und Frau 10.—. Zusammen Kronen 390.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Eduard G a s s i n g e r: Santi und Lili Hirsch! Kronen 10.—, D. Rosentha! 6.—. Zusammen Kronen 16.—. Wien. (V e r IN ä h l u n g.) Sonntag, den 19. April, um 2 Uhr nachmittags, findet im Tempel, III., Untere Viaduktgasse 13, die Trauung des Fräulein Lily Ehrentheil, Tochter des Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. Leo E h r e n t h e i l, mit Herrn Dr. Fritz Gold statt. Atelierausstellung Krestin. Wir bringen unseren Lesern zur Kenntnis, daß der bekannte Maler Lazar Krestin eine Ausstellung seiner Werke im Atelier, I., Concordiaplatz 5, in der Zeit vom 18. bis 21. d. M. veranstaltet. Zutritt frei. Die Ausstellung umfaßt Bilder und Studien von einer Palästinareise sowie aus Galizien, Porträts usw. lieber die Arbeiten Krestins, der, selbst ein echter und treuer Sohn des jüdischen Volkes, wie kaum ein zweiter Maler das jüdische Volk mit intimster Empfindung ungeschminkt zu schildern weiß, hat sich die fachmännische Kritik — und nicht etwa nur die der jüdischen Blätter — anläßlich vieler Ausstellungen im Künstlerhaus ausnahmslos sehr lobend ausgesprochen. 2e. Majestät der Kaiser hat dem Künstler, den er sich vorstellen ließ, wiederholt huldvollst seine Anerkennung auszusprechen geruht. Die 4L ordentliche Generalversammlung der Israelitischen Allianz zu Wien findet Montag, den 20. April 1914, abends 0 Uhr, im Saale der israelitischen Kultusgemeinde, Wien, I., Seitenstettengasse Nr. 4, statt. Tagesordnung: 1. Bericht über die Tätigkeit des Vereines im Jahre 1913; 2. Bericht über die finanzielle Gebarung im Jahre 1913: