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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-04-17 · 16 (17.4.1914) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
16 (17.4.1914)
Date
1914-04-17
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 16 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 26b den darauf aufmerksam machten, daß die Resumes nicht eine Kopie der Anklage zu sein haben. Und tatsächlich sind die staatsanwaltlich gefärbten Resumes der Karajan, Holzinger, Lamezan, Adamek etc. von der Oberfläche verschwunden. Diese Rechtsaujsführungen machten Dr. Rosenfeld auch groß vor den Erkenntnissenaten und dem Kassationshof. Die Rechtsausführungen gestalten sich so interessant, so spannend, daß neuernannte Hof rate aus der Provinz, wie icli selbst hörte, oft mit einer gewissen Neugierde fragen: „Wann kommt Rosenfeld dran?“ Man denke übrigens an den Rannersdorfer Mordprozeß vor dem Kassationshof. Ich versuchte nach meinen schwachen Kräften, diese interessante Persönlichkeit in ihrem "Wirken zu schildern. Es werden Berufene nach mir vielleicht es besser machen. Allein keiner wird es gut machen können. Denn wer R o s e n f e 1 d kennen will, kann ihn nicht aus einer Schilderung verstehen. Er kann seine Persönlichkeit nicht aus einer seiner gedruckten Reden erfassen, ebenso wenig wie man ein Orchesterwerk von Beethoven oder einen Wagner aus einer Schilderung oder auch nur aus einem Klavierauszuge begreifen kann. Wer R o s e n f e 1 d begreifen will, kann ihn nur mit Aug und Ohr erfassen. Und ich glaube, ich tue ihm kein Unrecht, wenn ich sage, man mag seine sämtlichen Reden gedruckt für die Nachwelt sammeln, die Nachwelt wird ihn nicht ganz verstehen. Auch ihm flicht — um ein Dichterwort zu variieren — die Nachwelt keine Kränze. Im Verteidigerzimmer des Wiener Landesgerichtes prangen an den Wänden die Porträts unserer bereits verstorbenen berühmten Verteidiger. Es Aväre fürwahr an der Zeit, daß auch einmal einer unserer Großen, während er noch in und mit voller Lebenskraft wirkt, im Bilde die Wand unseres Verteidigerzimmers ziert. Flicht die Nachwelt keine Kränze, so soll es die Mitwelt tun. Dr. Carl L i f c z i s. Dom Jahrmarkt des Lebens. Die Behandlung der jüdischen Emigranten auf den Schiffen der Eanadian-Paeifie-Railmay. In einem Aufsatz „Von denen, die in die Ferne zogen, Anmerkungen zu einer Kanada-Fahrt. Von Jacques Jaeger" im „Wiener Almanach" wird erzählt: »Die russischen und polnischen luden stellten sich des F^etags und Samstags abends beim zweiten Mastbaum mit dem Gesicht gegen Osten zum Gebet, wobei manche von ihnen den bekannten jüdischen Talles, den sogenannten Gebetmantel, umwarfen, um mit ihrem Kantor an der Spitze den Sabbat zu feiern. Kaum waren dieselben mit ihrer Andacht, oie sie auch in zähester Weise bei hochgehenden Wogen abhielten, zu Ende, traten einige Kellner, Mairosen sowie mitreisende englische Kolonialsoldaten an den Mastbaum heran und persiflierten in nachgeahmten Tönen, mit Leintüchern behängen, das Gebet der Juden, die auf diese Weise in ihren religiösen Gefühlen auf das tiefste verletzt wurden. Ueberhaupt stand es mit der Disziplin auf der »Ruthenia« nicht zum bes'en.« Gegen derlei Vorkommnisse muß die Oefsentlichkeit mir allem Nachdruck Protest einlegen. Der Dank der rumänischen Juden. Aus Bukarest wird uns geschrieben: Das Zentralkomitee des „Verbandes der eingeborenen Juden" Hat an Professor Dr. C. Jstrati nachfolgende Adresse gerichtet: Geehrter Herr Professor! Die von erleuchtetem Patriotismus und von der Aufrichtigkeit des nach Wahrheit strebenden Gelehrten erfüllte Rede, die Sie anläßlich der Diskussion über die Revision der Verfassung in der Kammer gehalten haben, war für die eingeborenen Juden eine wahre Wohltat, ein Strahl der Hoffnung auf eine bessere und sehr nahe Zukunft. Als wir in den Kampf für die Eroberung der gesetzlichen Gleichstellung mit den übrigen Bürgern des Vaterlandes auszogen, stützten wir uns in erster Reihe auf den gesunden Sinn des rumänischen Volkes und auf den Geist der Gerechtigkeit seiner erleuchteten Führer. Sie, Herr Professor, der Sohn des Volkes, haben uns den glänzenden Beweis dieses gesunden Sinnes Erbracht und als weiser und erleuchteter Führer haben Sie mit unvergleichlicher Beredsamkeit die Existenz des Geistes hoher Gerechtigkeit bewiesen, auf den wir unsere Hoffnungen auf Erfolg begründeten. Der einstimmige Beifall, mit dem das Parlament Ihre von Wahrheit erfüllten Worte aufnahm, bewies, daß diese Wahrheit ihren Weg gemacht hat. Es hieße den Wert Ihres mutvollen und patriotischen Handelns verringern, wenn wir uns gestatten würden, Ihnen den Dank dafür auszusprechen, was Sie getan haben. Wir wollen uns deshalb darauf beschränken, Sie zu bitten, daß Sie den warmen Ausdruck unserer Bewunderung und die Versicherung entgegennehmen, daß die eingeborenen Juden es verstehen werden, des illustren Verteidigers ihrer gerechten Sache würdig zu sein, und daß sie niemals denjenigen Lüge strafen werden, der vor allen den bürgerlichen Mut gehabt hat, anzuerkennen, daß sie von ganzer Seele Rumänen sind, und daß sie keinen anderen Wunsch haben, als aus allen Kräften an der Erhöhung Rumäniens mitzuarbeiten. In tiefster Ergebenheit Vizepräsident Dr. Erdreich, I. Fareanu, Max Gaster, Dr. Marcovici, I. Sterian, Dr. Codranu, I. Negreanu, I. Hussar, Adolf Salomon. Jüdische Kriegsgeschichte. L-o.l k. u. k. Haupt,nann Josef Rappler. Im Berlage Karl Harbauer in Wien ist das erste Heft eines Werkes erschienen, das sich mit einem bisher von fachmännischer Seite nur sehr dürftig behandelten Stoff befaßt. Der Verfasser ist Offizier und Lehrer für allgemeine Geschichte und Kriegsgeschichte an der Jnfanteriekadettenschule zu Liebenau bei Graz. Die „Jüdische Kriegsgeschichte" soll vorerst die Periode vom Auftreten Juda Makkabis bis zur Eroberung Jerusalems durch die Römer unter Pompejus umfassen. Das vorliegende erste Heft schließt mit dem Tode Juda Makkabis ab. Zum besseren Verständnis der kriegerischen Ereignisse hat der Verfasser seinem Werke eine kurze Vorgeschichte jenes heldenmütigen Freiheitskampfes und auch ein Kapitel über das Heerwesen und die Taktik der alten Syrier vorangesetzt, worauf er dann mit der eigentlichen Kriegsgeschichte einsetzt. Ueber das Heerwesen und die Taktik der Juden, also über Dinge, die vom rein militärischen Standpunkte zum erstenmal behandelt werden, sagt der Verfasser: „Es ist bekannt, daß die Juden ohne jedwede staatliche Einrichtungen waren, welche die Ausstellung einer Armee hätten bewirken können. Als Mattathias ins Gebirge der Wüste Juda floh, folgten ihm viele, denen die Ueberzeugung höher stand, als das Leben. Bon den Syriern verfolgt und gehetzt, lernten jene vorerst die Waffen zur Verteidigung führen, bis sie, durch Erfolge ermutigt, selbst zum Angriff übergingen, zum Teil, um an den Syriern Rache zu nehmen. Diese kleinen Unternehmungen erforderten viel Geschick, Mut und Ausdauer und mußten, um den Erfolg zu sichern, überraschend geschehen. Das Gebirge begünstigte an sich schon jede Art der Ueberraschung und die Juden verstärkten dieselbe noch dadurch, daß sie die Nacht hiezu benützten. Allmählich bildeten sich Abteilungen, denen die Tüchtigsten als Führer voranstanden. Diese Leute waren mit den Wegverhältrmssen vollkommen vertraut, überwältigten in diesen unwirtlichen Gebirgen Judäas alle Hindernisse und lernten rekognoszierend die Stärken und Schwächen des Gegners kennen. Es wäre nach dem Gesagten irrig, anzunehmen, Juda Makkabi hätte seine ersten Schlachten mit unerprobten Neulingen geschlagen. Wohl waren MWW»W>

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