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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-04-10 · 15 (10.4.1914) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
15 (10.4.1914)
Date
1914-04-10
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 248 Dr. Blochs Wochenschrift. Ne. 1b Faksimile eines Briefes von Wallenstein an Bassevi. Geschenk des Herrn Dr. I. Schwarz, Wien. Faksimile von 2 jüdisch-deutschen Briefen der Mutter Heinrich Heines, Peierche von Geldern. Geschenk des Herrn Reg.-Rates Dr. S. Frankfurter, Vizepräsident des „Jüdischen Museums". Ferner liefen Bücherspenden ein von den Herren Kuratoren Dr. I. Schwarz und Dr. Sigmund Stiaßny. Den geehrten Spendern sprechen wir an dieser Stelle nochmals unseren verbindlichsten Dank aus. Weitere Spenden werden im Bureau des „I ü d ischen Museum s", II., Malzgasse 16, 3. Stock, jederzeit dankend entgegengenommen . Besuchsstunden an Samstagen und Sonntagen von 11—1 Uhr bei freiem Entree! Vereine und Schulen können gegen vorheriges Ansuchen auch außerhalb der Besuchszeit das Museum besichtigen. Beratung der weiblichen Fürsorge. Unter diesem Titel streben in der Wiener Wohlfahrtspflege hervorragend tätige Damen und Herren jeinen Vereinigungspunkt aller jener Faktoren an, die sich im engeren oder weiteren Sinne mit der Bekämpfung der Not in allen Alters- und Lebensphasen beschäftigen. Dem Ruf der Proponenten waren am 3. April nicht weniger als 180 Persönlichkeiten gefolgt, während viele hervorragende Korporationen ihre Zustimmung schriftlich und telegraphisch gaben. Unter den Anwesenden bemerkten wir die Vereinspräsidentinnen Jda Diamant, Kopstein, Rosa Steiner, Frau O. Helene Stein, Hopfinger, k. Rat K rennberg er, Frau Cohn- Luzatto, Frau Dr. Herzl, Kann, Hofrätin!von Frydmann, Bankdirektorin Kuranda, die Schriftstellerinnen Clotilde Benedikt, ...Thekla Blech- Mervin, Ilse Don Arlt und Elise von Goldberger, Hofrätin Löwner, Frau Professor Teum a n n, Frau Primarius I n f e l d, die bekannte Weltreisende Frau Sofie Deutsch, Frau kais. Rat S ch e f t e l, Frl. Röschen S ch o r r, die Herren Direktor Pappenheim, Dr. Hochfeld, Amtsleiter Krauß und viele andere. Frau Direktor Regine Ullmann vom Mädchenunterstützungsverein leitete unter dem Ehrenpräsidium der Damen Marianne H a i n i s ch und Charlotte Baronin Königswarter die Versammlung, in der Frau Dozent Sofie Grünfeld ein glänzendes Referat über das Zukunftsprogramm der nach deutschem Muster zu bildenden Vereinigung gab, zu der die in Frankfurt lebenden Wienerinnen Frl. Bertha Pappenheim und Frau Stefanie Forchheimer-Fialla den ersten Anstoß gaben. An der Debatte beteiligten sich Frau Hofrätin Kühnelt, Frau Helene Deutsch, Frau Hermine K a d i s ch, Herr Dr. S ch o r st e i n, Herr Dr. K a - pralik, Herr Lemberger und andere. Es wurde einstimmig beschlossen, an die Gründung der Fürsorge zu gehen, die erst im Herbst ihre Tätigkeit beginnen wird. Sie wendet sich aber schon jetzt an weite Schichten der Wiener besitzenden und erwerbenden Frauen- und Mädchenwelt mit der Bitte, ihr zur Linderung der immer steigenden Not der Arbeitslosen und Obdachlosen, Kranken und Siechen als Arbeitskräfte, Recherchentinnen und Mitglieder (2 K. Jahresbeitrag für Private, 10 h für Vereine) beizutreten, damit sie zu Beginn ihrer Tätigkeit schon über genügend ausübende Kräfte verfügt. Anmeldungen nimmt Frl. Röschen S ch o r r, I. Schotteng. 10, entgegen. Zentralverein zur Pflege jüdischer Angelegenheiten in Prag. (Vorlesung Oskar Baum.) Der auch schon in Wien gleich wie in Berlin rühmlichst bekannte Prager jüdische Dichter Oskar Baum erschien gelegentlich des letzten Vereinsabendes des Zentralvereines am 1. d. M. als dessen Gast am Vorlesetische. Er bot hiebei zunächst zwei Kapitel aus seinem schon stark verbreiteten jüdischen Kleinstadtroman „Die böse Unschuld", in welchem er Gelegenheit fand, das Milieu des jüdischen Familienlebens, insbesondere die Typen der Familie Budweiser und Beinstein in kräftigen Strichen in überzeugender Weise zu schildern und Proben seiner hochstehenden Charakterisierungskunst zu geben. Bedauert wurde hiebei nur, daß Baum nicht auch noch wenigstens jene Kapitel, die das Bild des Versöhnungstages in der Kleinstadt entrollen und die heute schon als Prachtfigur.anerkannte Persönlichkeit des alten David Braun zeichnen, vermitteln konnte und das eigen geartete Problem des Romans, der heute schon ein großes Lesepublikum gefunden, nur andeutungsweise zu erkennen war. In dem weiteren Vorlesungsstücke der noch ungedruckten Novelle „Die Geopferten" wird in erschütternder Weise der tragische Konflikt behandelt, der ans der heutzutage leider vielfach zur Mode gewordenen Abwendung des Kindes von seinem angestammten Glauben Zwischen diesem und seinen Eltern entsteht und in künstlerisch äußerst delikater Form die Konsequenz gezogen, die dem plastischen Werke den herzbewegenden Ausklang gibt. Die Wirkung war denn auch, zumal bei der schlichten, aber trefflich nuancierten Interpretation, eine bezwingende. Auch einige eingeschaltete Poesien zeigten die reife Meisterschaft und das reiche Innenleben Baums, der, heute im besten Mannesalter stehend, bekanntlich in seiner Jugend durch einen Unfall sein Augenlicht verlor, dafür aber gleichsam mit nach innen gekehrtem Gesicht das Gegenständliche bis ins feinstverzweigte Detail zu erfassen versteht und den Reiz seiner Erzählungen durch geradezu farbenprächtige Schilderungen zu erhöhen weiß. Nicht nur in diesen, sondern auch im Leben bekennt rr sich immer als selbstbewußter Jude. Baum, der, nebenbei bemerkt, auch ein respektabler Musiksachmann ist, hat bereits in früheren Jahren durch seine Erzählungen und Romane, insbesondere „Das Leben im Dunkel", „Uferdasein" und „Memoiren der Marianne Rollberg", allseitige Anerkennung und Würdigung gefunden. Es erübrigt noch zu berichten, daß zum Schlüsse Dichter wie Vorleser von dem überaus zahlreichen Publikum, unter dem auch die Damen ttt stattlicher Menge vertreten waren, durch stürmischen, sich immer wieder erneuernden Beifall ausgezeichnet wurden. Judenfemdliche Kundgebungen in Braila. Kurz vor der Eröffnung der vom Verbände der eingeborenen Juden in Braila einberusenen Versammlung begann eine Anzahl von Gymnasiasten, unter die sich eine Menge von Straßengesindel gemischt hatte, in der Straße Regata Kundgebungen zu veranstalten, mit der Absicht, die Versammlung Zu stören. Die Polizei, die rechtzeitig verständigt worden war, hatte schon vorher im Hofe des Versammlungslokals eine Abteilung von Polizeisergeanten aufgestellt und hielt gleichzeitig den ganzen Polizeiapparat in Bereitschaft. Als die Demonstranten sich dem Versammlungsorte näherten, wurden sie auseinandergetrieben und gleichzeitig Maßregeln getroffen, damit die beiden Synagogen in der St. Coroanei und der St. Petru, wohin die Gymnasiasten ihre Schritte richteten, geschützt lvurden. Es fanden einige Zusammenstöße zwischen der Polizei und den Demonstranten statt, die sich schließlich zurückzogen und sich damit vergnügten, in den Wohnungen mehrerer Juden durch Steinwürfe die Fenster einzuschlagen. So wurden im Hause des Herrn Kaufmann in der Strada Frumousa Nr. 83, im Hause des Herrn Steininger in der Strada St. Petru, in der Schneiderwerkstätte „Femina" in der

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