Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 31 (1914)
- Issue
- 14 (3.4.1914)
- Date
- 1914-04-03
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3020846-3022089-3022104--23007-3048183- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 14 Dt. BAchs Wochenschrift. Scllr 337 Emigranten-Fürsorfle der Israelitischen Allianz zu Wien. Während des Monates März 1914 wurden von der Zentralstelle der Israelitischen Allianz in Wien insgesamt 155 Emigranten, davon 126 russische und 29 rumänische, weiterbefördert, und zwar 110 nach den Bereinigten Staaten, 14 nach Argentinien, 3 nach Canada, 3 nach England, 18 nach Frankreich und 7 nach anderen Ländern. In ihre Heimat zurückbefördert wurden 28 Rückwanderer. Während des Aufenthaltes in Wien wurden im Monat März für 47 Personen zusammen 98 Tage Logis und volle Verpflegung bezahlt und an 67 Personen zusammen 157 Speisemarken für die israelitisch? Volksküche ausgegeben. Es fuhren zu ihren Männern 20 Frauen, zu Eltern (resp. Kindern). 37 Erwachsene und 41 Kinder, zu Geschwistern 26' Erwachsene und 3 Kinder, zu sonstigen Verwandten 19 Erwachsene, ohne Verwandte 9 Personen. Von den Erwachsenen hatten 52 keinen bestimmten Beruf, 20 waren Schneider resp. Schneiderinnen, 2 Schuster, 6 Händler oder Handelsangestellte, 8 Tischler, 1 Fleischer, 1 Spengler, 1 Müller, 5 Schlosser oder Schmiede, 1 Putzer, 1 Uhrmacher, 1 Goldarbeiter, 2 Riemer, 1 Faßbinder, 1 Miedermacherin, 1 Korkschneider, 1 Maschinist, 1 Chauffeur und 1 Koffermacher. Wien. (Vortrag.) Samstag den 4. d. M., präzise 11 Uhr vormittags, wird Herr Lektor Dr. S. Rubin im Beth-Hamidraschlo'.alc, II., Ferdinandstraße 23, einen Vortrag halten. Thema: „Die Pessach-Hagadah". Wien. Die diesjährige Generalversammlung des ,.V e r e i n c s zur Bekleidung und Unterstütz ung armer alter Mäniicr israelischer Konfession", der in Anbetracht der ansehnlichen Mittel, die erzur Fürsorge Zür seine Schützlinge aufwendet und nach der sozialen Tendenz seiner Wirksamkeit zu den bedeutsamsten Wohlfahrtsvereinen unserer Gemeinde zählt, fand Samstag, den 28. März, 7 Uhr abends im Sitzungssaale der Kultusgemeinde statt und erfreute sich eines besonders starken Besuches. Der Vorsitzende, Präsident Isidor Schwarz, begrüßte die Erschienenen, insbesondere die Delegierten des Kultusvorstandes Herrn Dr. Heinrich Schreiber und Herrn Rabbiner Dr. Max Grunwald und verlas hierauf den Bericht über das abgelaufene Vereinsjahr, der gleich dem vom Kassier Gustav Planer erstatteten Kassaberichte einstimmig zur Kenntnis genommen wurde. Nach dem Berichte der Revisoren wurde dem Vorstande das Absolutorium erteilt. Herr Dr. Heinrich Schreiber zollte unter lebhaftem Beifalte der Versammlung der Tätigkeit des Vereines und dessen Vorstandes vollste Anerkennung. Bei der per nei-lamationem vorgenommenen Ergänzungswahl des Vorstandes wurden die turnusmäßig ausscheidenden Herren Siegfried Lengsfelder, Sigmund Löwy. 2. Pollitzer und Dr. Julius Weiß wiedergewählt und die Herren Leo pold Bruckner und Leo Reumann neugewählt. Als Revisoren mit einjähriger Funktionsdauer wurden die Herren Emil B e n i s ch, Leo Deutsch und Florian Haas wiedergewählt-. Nach Erschöpfung der Tagesordnung hielt Herr Rabbiner Dr. G r u n >v a l d unter Hinweis auf das segensreiche Wirken dei Vereines einen Vortrag über das Thema „W o h l t n n i st Gotte sd i c n ft", und die gedankenreichen Ausführungen des Redners wurden von der Versammlung mit reichem Beifalle bedacht. Der Vorsitzende dankte dem Herrn Rabbiner Dr. Grunwald, der gleich seinem unvergeßlichen Vorgänger Rabbiner Dr. S ch m i ed l ein so großes Interesse für den Verein bekunde, und schloß hieraus die Generalversammlung. Lulzer-Konzert. Es ist jedesmal ein künstlerisches Ereignis, wenn der Meister des Violineell, Joseph Sulzer, vor sein begeistertes Auditorium tritt, wie es vor übervollem Musikvereinssaale am 26. März der Fall war. Was er bot, war das Vollendetste, besonders die von Sulzer bearbeitete ,.lvonjanf*e onW'.iee und das Präludium von I. S. Bach, von Professor L a f i t e am Klavier und dem Harfenvirtuosen I e l l i n e k begleitet, gleichfalls in der Bearbeitung Snlz.ers, wurden mit stürmischem Jubel ausgenommen. Die Sängerin Finnie Schiep sang, von dem Meister Lasite auf der Orgel und dem Klavier begleitet, mit schöner Stimme und tiefster Empfindung, und wurde Lafites , Tanzlied der Stella" stürmisch akklamiert und mußte wiederholt werden. Im künstlerischen Mittelpunkt blieb Meister Sulzer, der nicht müde wurde, durch Beilagen sein entzücktes Auditorium festzuhalten. „Weibliche Fürsorge". Am 20. März d. I. hat sich über Anregung des Fräulein Berta Pappen heim nach deutschem Muster durch Zusammenschluß vieler Vereine und Privaten eine „Weibliche Fürsorge" gebildet. Die Fürsorge soll kein neuer Verein, sondern eine Sammelstelle und Vereinigungspunkt aller derjenigen Vereine und Korporationen sei, die sich mittelbar und unmittelbar mit der Unterstützung der armen Frau in allen ihren Lebenslagen beschäftigen. Sie soll ihr rascher, Werktätiger und erfolgreicher Hilfe, Rettung, Erziehungs- und Erwerbsmöglichkeiten bringen, als es den Einzelvereinen bei noch so glänzenden Leistungen bisher möglich war. Die Fürsorge w:rd den ihr angeschlossenen Korporationen die vollste Selbständigkeit wahren, ihnen aber dabei die immer dringender werdende Entlastung und Ersparung an Geld, Zeit und Arbeitskraft bieten, ibnen helfen, würdige Armut vom Profess onsdettel zu unterscheiden und ihnen durch engeren Anschluß von Privat- und Vereinstätigkeit und Heranbildung neuer unverbrauchter Kräste einen Stab freiwilliger Armenpflegerinnen und Recherchentinnen zur Verfügung stellen. Wir können dies nur mit vereinten Kräften „Alle für Alke" bewirken und bitten Sie daher dringendst um Ihr Erscheinen oder Delegierung einer Vertretung zu einer V e r s a m m l u.n g, die wir für Freitag, den 3. April, um halb 4 Uhr nachmittags, im Saale des M ä d ch e n u n st e r st ü tz u n g s v e r e i n e s, IX., S e e g a s s e 16, einberusen. Im Verhinderungsfälle wollen Sie uns gefl. schriftlich (IX., Seegasse 16) bekanntgeben, ob Sie sich unserer Vereinigung anschließen wollen. Wir werden Ihnen unser Programm vorlegen und erbitten uns Ihre Anregung und Vorschläge. Mit dem Ausdrucke vorzüglichster Hochachtung zeichnen für das vorbereitende Komitee der „Weiblichen Fürsorge": Frau Clotilde Benedikt, Frau Lea B o n d i, Frau Thekla B l v ch - M e r w i n, Frau R. B u n z l a u, Frau Helene Deutsch, Frau Sofie Deutsch, Frau Iva Diamant, Frau Jenny Frank, Frau Cäcilie Frankl, Frau Charlotte F r i s ch a u e r, Frau Sabine F ö r st e r, Frau Hofrätin v. Frydmann, Frau Else E h r I i ch - F r ä n k l, Frl. Elise v. Goldberger, Frau Sofie G r ü n f e l d, Frau Bertha H o p f i n g e r, Herr Dr. Otto Hochfeld, Frau Hermine K a d i s ch, Frau Louise K u f f l e r, Frau Helene K u r a n d a, Frau Laura Krenberger, Frau Iosefine König, Frl. Emma L e i t n e r, Herr Heinrich M e n d l, Frau Anitta M ü I l e r, Frau Hermine P i s k o, Frau Sofie Ouit 1 ner, Frl. Paula Roth, Frau Clara S a m u e l y, Frl. Röschen Schur, Frau Maloine Schütz. Frau Else Spitzer, Frau Helene Stein, Frau Marie Teleky, Frau Regine U l I m a n n, Frau Gisela Z i r n e r, Frau Henrielle Weiß. Wien. (Akademie des Krankenunte r st ü tz u n g s-, Vereines „C >h e w r a B i k u r - C h o l i m" im IX. Bezirk.) Die Akademie dieses Vereines, welche Dienstag, den 24. März, abgehalten wurde, stand künstlerisch auf einem ganz bedeutenden Niveau. Einleitend trug Fräulein Hilda Beck einen stimmungsvollen Prolog anmutzig und mit vieler Wirkung vor. Herr Konzertsänger Leo Funke brachte mit seiner klangvollen, schönen Tenorstimme eine Arie samt Rezitativ aus der Oper „Die Jüdin" und das Lied des Matthias aus der Oper „Der Evangelimann" zur vollsten Geltung und erntete für seinen vorzüglichen Vortrag großen Beifall, der nicht enden wollte, bis Herr Funke auf