Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 31 (1914)
- Issue
- 13 (27.3.1914)
- Date
- 1914-03-27
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Seite 212 Dr. Blochs Wochettschrift. Nr. 13 legen. In der Tat wurde beim nächsten Besuch der eine Bruder so sestgesangen und von den Fangeisen eingeklemmt, daß keine Rettung möglich war. „Bruder!" sagte der Gefangene, „ich bin verloren: damit aber du und die Mutter nicht büßen müsset, schneide mir den Kopf ab und nimm ihn mir dir, damit mich niemand renne". Ter Bruder schnitt ihm den Kops ab. Am anderen Tage kam der König und sah den kopflosen Rumps vor sich. Doch dachte er, den Dieb wohl hcrauszubringcn, da niemand in Aegypten so gottlos sei, seinen Verwandten unbeerdigt zu lassen. Er ließ den Rumps an die Mauer hängen, stellte Wächter hin und jeder Vorbeigehende, der eine traurige oder sonst verdächtige Miene machte, sollte sogleich verhaftet iverden. Tic Mutter der Brüder mar untröstlich, daß ihr Sohn nicht beerdigt werden sollte, und sie drohte dem überlebenden Lohne, dem Könige das ganze Geheimnis zu verraten, wenn er den Leichnam des Bruders nicht herschaffe. Not macht erfinderisch. Ter Bruder füllt lederne Schläuche mit Wein, beladet seine Esel damit und treibt sie in der Dämmerung an den Ort hin, wo der Leichnam mit den Wächtern war. Als er nicht mehr weit davon entfernt ist, bindet er heimlich einen Schlauch aus. Ter Wein läuft aus uud die Wächter fangen ihn lachend aus. Der Eseltreiber wird wild, jammert und als er sieht, daß die Wächter um so schadenfroher lachen und trinken, reißt er auch, wie verzweifelt, die anderen Schläuche auf und trinkt wie in Verzweiflung mit ihnen. Die Wächter benützen tüchtig die Gelegenheit, die ihnen der einfältige Eseltreiber bietet, trinken darauf los, bis sic berauscht einschlafen. Ties ist für den Eseltreiber die richtige Zeit, den Leichnam abzunehmen, und nicht genug damit, schneidet er jedem der Wächter, wie zum Schimpf, den halben Bart ab. Nun erstaunte der König erst recht und er ließ in der Stadt kundmachen, er gäbe seine eigene Tochter demjenigen, der ihr die listigste und die böseste Tat seines Lebens erzählen werde. Der Bruder des Toten merkte wohl, worauf diese Kundmachung abziele, ging aber in später Abendstunde doch zu der Prinzessin, die ihn sogleich bei der Hand nahm und sich erzählen ließ. „Lchöne Prinzessin", sagte er, „meine böseste Tat ist, daß ich meinem Bruder den Kopf abschnitt und meine listigste, wie ich mit Gefahr meines Lebens den Leichnam meines Bruders wieder in meinen Besitz brachte und hiebei den Wächtern eures Vaters den Bart geschoren habe." Die Prinzessin wollte jetzt den Schlaukopf festhalten: wie erschrak sie aber, als derselbe dennoch entfliehen konnte und sie selbst nur eine tote Hand in der ihrigen zurückbehielt. Der Listige hatte dem toten Bruder eine Hand abgeschnitten, welche er der Prinzessin anstatt der eigenen unter dem Mantel dargereicht hatte. Nun verzweifelte der König, einen solchen Schlaukopf zu überlisten und machte feierlich bekannt, er solle von aller Strafe frei bleiben und auch die Hand des Verstorbenen zur Bestattung zurückerhalten, wenn er sich melde. Jetzt meldete er sich, wie er alles gemacht habe und der König bewunderte ihn so sehr, daß er ihm sogar seine Tochter zur Frau gab. Diese kleine Abschweifung dient nur dazu, um zu zeigen, wie tief eingewurzelt der Totenkultus einer Bestattung des Verstorbenen bei den alten Aegyptern war, daß derselbe in eine der ältesten Sagen mitverwoben erscheint. Die Mutter war bereit, ihren zweiten Sohn zu opfern, um den Leichnam des ersten zurückzuerhalten? - (Fortsetzung folgt.) Sprchwort. Das betreffende albanische Sprichwort lautet: „Wenn der Stein auf den Topf fällt, wehe dem Topfe, — Wenn der Tops auf den Stein fällt, wehe dem Topfe. — Unter allen Umständen : wehe dem Topfe." Sie haben wohl recht, daß dieses Sprichwort zu sehr an die Leidensgeschichte der Juden erinnert und es nicht ausgeschlossen ist, daß es jüdischen Ursprungs ist. Ob dies wirtlich der Fall ist, ist uns nicht bekannt. Forscher. Die „Jewish Historical Society" in Amerika hat in ihrer letzten Vorstandssitzung in Philadelphia den Beschluß gefaßt, die wissenschaftliche Untersuchung über die Abstammung Christoph Columbus' selbst in die Hand zu nehmen. Ob mit der Forschungsarbeit eine Einzelperson oder ein kleines Arbeitskomitec betraut werden soll, hierüber so.l in nächster Zeit Beschluß gefaßt werden. Die Direktion der obenerwähnten historischen Gesellschaft ist fest entschlossen, auf solche Weise den verschiedenen abenteuerlichen Gerüchten und der mit denselben gewöhnlich verbundenen unfruchtbaren unwissenschaftlichen Polemik ein Ende zu bereiten. Ob ihr der Nachweis der Historizität der einen oder anderen Anschauung gelingen wird, ist allerdings noch fraglich. Notizen. Jüdische Bühne 'Suifittn M. Siegler. Hotel Slefanie, H-, Tavorstcaße 12. Freitua den 27. und Samstag den 28. März: Zum ersten Male: Chawale So intag den 29. und Montag den 30. März: Neu! Die Strapenkinder. Sonntag den : 9. März, nachmittags halb 4 Uhr: Der lustige Vogel. Tierstag den öl. März: Die drei Matunes von Eh. Wocfstyal. Mittwoch den 1. April: Die weiße Sklavin. Donnerstag den 2. April: Ehrenaber,d des Herrn Direktor M. Siegler. Großer Lachabend. Zar Aufführung gelangt: 1. Chumez-Ve: brennen. 2. Abale Babale von Frau Segler und Herrn Streu-. 3. Schmerle Berke von Herrn Sieg er und Rnßmann. 4. Der lebendige Tot-. An diesem Ab ng b kommt jeder Besucher einen Klavier-Auszug mit unterlegtem Dxt aus Schir tzasch:- nm, zum Andenken. K. k. priv. Assicurazioni Generali. Aus dem am 17. März 1914 der Generalversammlung erstatteten Berichte der Zentral- Direktion der k. k. priv. Assicurazioni Generali zu den Rechnungsabschlüssen pro 1913, dem 82. Betriebsjahre, geht hervor, daß die Earantiemittel der Gesellschaft im abgelaufenen Jahre um 22,581.796,50 Kronen gewachsen sind und am Jahresschlüsse die Höhe von 456,9^9.184,97 Kronen erreicht haben. Auch im Jahre 1913 hat sich der Lebensversicherungszweig der Anstalt in sehr erfreulicher Weise erweitert; ebenso war in allen Elementarbranchen die Eeschäftsentwicklung eine anhaltend günstige. Den Rechnungsabschlüssen sind im wesentlichen folgende Daten zu entnehmen: Die Prämien-Reserven der Lebensversicherungs-Abteilung betragen 398,114.196,97 Kronen, d. i. um 22,566.540,30 Kronen mehr als im Vorjahre, und 'beziehen sich auf 1.297,036.630,20' Kro rcu Kapital und aus 1,826.835,47 Kronen Rente. Die Reserve für schwebend gebliebene Schäden beträgt 6,301.945,46 Kronen. Zur Deckung der am 31. Dezember 1913 laufenden Risken wurde für die Feuerversicherung eine Prämicn-Reserve von 15,425.174,22 Kronen, für die E'mbruchsversicherung 982.230,66 Kronen, für die Transportversicherung 505.203,47 Kronen (zusammen 16,912.608.30 Kronen, gegen 16,503.351,79 Kronen im Vorjahre) zurüagestellt. Die Prämienscheine und die in nachfolgenden Geschäftsjahren einzuhebenden Prämien aus den Feuer- und Einbruchsverficherungs- Branch.n betragen 160,193.898,15 Kronen gegen 155,630.256,27 Kronen am Schlüsse des Jahres 1912, und blieben aus der bilanzmäßigen Abrechnung gänzlich ausgeschieden. Die Gewinn-Reserve beträgt 7,360.599,26 Kronen, die Reserve jü: Kursschwankungen 3,736.435,11 Kronen, die Jmmobil'.eu-Aeserve 2,219.026,79 Kronen. Die Gesellschaft gewärtigt an jährlichen Prämien nebst Zinsen über 100,00 3.000 Kronen aus sämtlichen Zweigen. Durch die im Jahre 1913 für Schäden bezahlten 50,202.042,11 Kronen erreicht die Summe der seit Bestehen der Gesellschaft vergüteten Schäden die Höhe von 1.163,020.163,67 Kronen. Zur gefälligen Beachtung! Wir ersuchen diejenigen unserer Abonnenten, welche noch mit der Abonnementsgebühr im Rückstände sind, die zur Einhebnng derselben von uns versendeten Post“ aüfträge gefälligst honorieren zu wollen. Die Administration.