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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-03-20 · 12 (20.3.1914) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
12 (20.3.1914)
Date
1914-03-20
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 190 Dr. Blochs Wochenschrift. sich zu Betoersammlungen vereinigten, bis in seine letzten Lebenslage hat er sich an der Pflege der Kultur in den westlichen Bezirken in hervorragender Weise beteiligt; aus jedem Blatte der Geschichte des Mariahilfer Tempel-Vereines ist sein Name verzeichnet und die Errichtung des monumentalen Tempels für alle Zeiten mit seinem Namen verknüpft. Und in seltener Treue hat er seine Anhänglichkeit an den Tempel, sein Wohlwollen für dessen Funktionäre, die den wackeren Mann wie einen Vater ehrten, bis an sein Lebensende bewahrt; denn der Mariahilfer Tempel- Verein war . ihm eine heilige Herzenssache, der Ausfluß seiner religiösen Ueberzeugung, seines gläubigen Gemütes, das er sich allezeit rein zu erhalten wußte. Nächst dem Tempel-Verein bildete der Mariahilfer Frauen-Wohltätigkeits-Verein, eine Gründung seiner edlen Gattin Franziska, den Gegenstand seiner wohltätigen Sympathien, seines regen Wohltätigkeitssinnes; er war fein größter Gönner, und über seinen Wunsch wirkt seine edelgesinnte Tochter, Frau Jda Wolf, als Schriftführerin des Vereines mit nicht genug zu rühmender Pflichttreue. Friedrich P o l l a k hatte das Glück zu sehen, daß seine beiden Söhne, Herr kais. Rat Ernst und Julius P o l l a k, sein Lebenswerk in seinem Sinne und Geiste fortführen und daß sie auch die Erben seiner vornehmen Gesinnung geworden sind. Dies war die Freude und das Glück seines Alters. Was Friedrich P o l l a k im Leben gewesen, zeigte sich bei seinem Leichenbegängnisse. Die weiten Räume seines Hauses konnten die Zahl der Trauergäste nicht fassen, und wollen wir nur hervorheben, daß der greise Präsident der Kultusgemeinde, Herr Dr. Alfred Stern, es sich nicht nehmen ließ, ihm das Ehrengeleite zu geben. Eine unübersehbare Wagenreihe führte die Leidtragenden auf den Zentral-Friedhof, wo nach Rezitierung der Tranergesänge durch Herrn Oberkantor D ü n m a n n Herr Rabbiner Dr. T a g l i ch t den Entschlafenen, dem er auch inenschlich nahestand, in einer gediegenen Trauerrede feierte. Namens des Mariahilfer Tempel-Vereines hielt dessen Präsident, Herr kais. Rat Dr. Jakob Engel, einen ergreifenden Nachruf, der in einigen Herzenstönen heißen Dankes ausklang. Dann nahm für die Angestellten des Hauses Herr K u b i e Abschied von dem geliebten Ehes, und zum Schlüsse stattete der Bürgermeister, Herr Heinrich Brittani, dem verewigten Ehrenbürger den Dank ab für alles, was er der Gemeinde Fulnek geleistet. Hierauf wurde, was von Friedrich P o l l a k sterblich war, in der Familiengruft beigesetzt. B—y. Wien. (Jahresversammlung der „Jüdischen Toynbeehalle".) Sonntag, den 8. d. M., fand unter großer Beteiligung der Mitglieder die Jahresversammlung des Vereines „Indische Toynbeehalle" in den Räumen der „B'nei B'rith", IX., Universitätsstr. 4, statt. Nach Verlesung des Protokolls der letzten Hauptversammlung erstattete der Vorsitzende Dr. I. Samuel y den Bericht, der von der gedeihlichen Entwicklung des schönen Unternehmens deutliches Zeugnis ablegte. (Die genauen Angaben werden wir nach Erscheinen des gedruckten Jahresberichtes mitteilen.) Der isr. Kultusgemeinde, den Humanitätsvereinen „Wien" und „Eintracht" sowie dem „Jugendbund" wurde der aufrichtige Dank für die werktätige Unterstützung ausgesprochen. .Auch dem wegen Ueberbürdung mit Berufsgeschäften nach fast 19 jähriger Amtsführung scheidenden Sekretär Herrn Guido Fuchsgelb wurde die Anerkennung für seine hingebungsvolle Arbeit durch dessen Wahl in den Vorstand ausgedrückt. Nachdem Herr kais. Rat Jonas Weil namens der isr. Kultusgemeinde und der Präsident des Vereines „Wien", Herr Rudolf K o h n, das ersprießliche Wirken der „Toynbeehalle" gekennzeichnet und fernerer Förderung versichert hatten, legte Herr Heinrich Lederer die wirtschaftliche Lage des Vereines dar, worauf Herr Karl Freund sehr ausführlich über die „Kinderjausen" und die Unterstützung der bedürftigen Toynbeehallenbesucher sprach, wobei er des pflichteifrigen Verwalter-Ehepaares Klein lobend gedachte. Auf Grund der Revision des Herrn Jacques Kärpeles wurde der Vereinsleitung das Absolutorium und der aufrichtige Nr. 12 Dank der Versammlung erteilt. Aus Vorschlag des Herrn Trebitsch erfolgte die Wahl des Vorstandes durch Zuruf. Die Vereinsleitung besteht nun aus den Herren Dr. I. Samuely, Karl Freund, Prof. S. Ehrm a n n, Kommerz.-Rat S. R o s e n z w e i g, H. L e d e r e r, Heinr. M e n d l, W. N e u m a n n, G. F u ch s g e l b, Dr. - Eisinger jun., Dr. Jos. Jerusalem, Professor I. P o l l a k, Rud. K o h n, Rich. L i.f s au, Dr. M. Laub, Dr. M. Schnabl, Prof. Wilh. Roth, E. G. T a u s s i k, Dr. Rud. Fürth, Dr. Jul. S' ch o rr, Reg.- Rat Prof. Wilh. Jerusalem, Berth. Glück, Alfr. Zweig, Viktor Heim, Rob. S e r e t h, Dir. I. Bellak, Dr. Boxer und K. S ch a r m a n n. Nun beantragte der Vorsitzende namens der Vereinsleitung, Herrn Heinrich M e n d l, der durch, eine großartige Stiftung der Toynbeehalle paffende Räume für die Zukunft bereitgestellt hat, zum Ehrenmitgliede zu ernennen. Nach herzlicher und allgemeiner Zustimmung zu diesem Vorschläge wurde die Beratung geschlossen. Verein zur Errichtung und Erhaltung von Horten für schulpflichtige Kinder. Am gleichen Tage und Orte wurde die Jahresversammlung dieses Vereines unter starker Beteiligung abgehalten. Nach Begrüßung der Anwesenden gab der Vorsitzende Dr. I. Samuely einen kurzen Ueberblick über die Entstehung der Vereinshorte und gedachte der großen Verdienste des verstorbenen Vorstandsmitgliedes G.-R. Max Frank und der hochherzigen Stiftung des Vorstandsmitgliedes Gottlieb Bettelhcim und dessen Gemahlin Regine. (Den Tätigkeitsbericht werden wir nach dessen Drucklegung mitteilen.) Nach Abstattung herzlichen Dankes für die kräftige Förderung an den „Jugendbund", die isr. Kultusgemeinde, die Vereine „Wien" und „Eintracht", die Herren Relig.-Jnspektor Prof. M. K a n itz, Dir. Hecht, Prof. K h un e r, die Hortlehrer, gedachte der Vorsitzende der Mitarbeit des scheidenden Sekretärs G. Fuchs gelb, der sich schon bei den Gründungsarbeiten eifrig bemüht hatte. Die Hoffnung, Toynbeehalle und Kinderhorte nicht' mehr einmieten zu müssen, ist nun in greifbare Nähe gerückt durch den edlen Entschluß eines großzügigen Menschenfreundes, des Fabrikanten Heinrich Mendl, der zur Erinnerung an seine verewigte Gemahlin im 20. Bezirke ein Haus erbauen läßt, in dem beide Vereine unentgeltlich untergebracht sein werden. Die Verkündigung dieser wahrhaft humanen Tat riß alle Anwesenden zu lauten Beifallskundgebungen hin und führte zu dem einstimmigen Beschluß,, den großmütigen Stifter zum Ehrenpräsidenten zu erwählen. Zugleich gab die Versammlung den durch den Stiftsbrief nötigen Satzungsänderungen ihre bereitwillige Zustimmung. Namens des Vorstandes der isr. Kultusgemeinde zollte Herr kais. Rat Jonas Weil dem Wirken der Vereinsleitung und des Damenkomitees sein uneingeschränktes Lob, während Jnspekt. Prof. Kanitz die Errichtung eines Hortes im Prater im Interesse der israelitischen Jugend für unumgänglich notwendig anregte. Nach dem mit Befriedigung aufgenommenen Berichte des Schatzmeisters Karl Goldschmie dt und des Revisors Dr, Friedr. Boxer wurde der neue Vorstand einstimmig gewählt, und zwar die Herren: Dr. I. Samuely, Karl Freund, Kommerzialrat S. Rosenzweig, K. G o l dschmiedt, kais. Rat Dr. A. Ascher, Ph. Berger, Gottlieb Bettelheim, Dr. M. Grünfeld, Dr. B., Mautner, B. Wiener, Jul. Freund, Dir. A. Hecht, Prof.. S. Khuner, Ernst Simon, kais. Rat Jonas Weil, Alb. Fr an kl, Dr. Subak, Jacqu. Karst e l e s, Karl Lemberger, PH. Koh n, Vikt.- Schwadron, Leop. ' Herz, Leop. £outi e und Ernst Götzl. Hierauf erfolgte durch den Vorsitzenden Dr. I. Samue.ly der Schluß der Versammlung.

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