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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-03-20 · 12 (20.3.1914) · page 2

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
12 (20.3.1914)
Date
1914-03-20
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Dr. Slochs WochenschrM M. 12 Allerdings darf aber jeder Steuerträger gegen den Hi^nbrjef protestieren, ob ihn seine Folgen nun persönlich: elHilO angeheN oder nicht. Denn das heißt denn doch mD^pül^MettKremdenstroch aus unserem Vaterlande naH MEScHveiz oder Italien.cchdrängen, wo man sich geM^ Wht/cherKch über den Trientiner Fürstbischof Amt.EdeziÄl die italienischen Verhältnisse mögen hier hervorgehoben werden, um die Tiroler Methode am besten zu kennzeichnen. Italien nimmt bekanntlich durch den FreMenyerLehr.alljährlich nicht weniger als zwei Milliarden ein und dadurch kommt es, daß sich trotz des 'Lrrpolistrieges seine Staatsfinanzen in so glänzender OMnung befinden, die bei uns arg beschaffen sind. Daher . kommL es denn auch, daß im richtigen Verständnis der /Sachlage, auch die vatikanischen Kreise alles tun, um den .-Fremdenverkehr zu vergrößern. Der Vatikan, die Peters- /kirche und- Umgebung sind großartige Gaststätten der ''Kunst und Natur und nie ist es jemandem' in diesem ''Bezirke eingefallen, ein Wort gegen den Fremdenverkehr. ^zü sagen,.^>dem zuliebe sogar die.Sonntagsruhe der Ge- . sthäfte nur zum kleinsten Teile eingeführt wird. Deswegen .hat, niemand Schaden an Mora! und Sitte gelitten, ' keine Religion wurde geschädigt und voll Dankbarkeit .gegen die gastfreundliche Kirche reisen die Fremden aller 1 Konfessionen wieder nachhause. Bloß in Tirol ist man noch päpstlicher als der -Papst und zieht sich vor dem Fremdenverkehr auf den geliechten Geist des Mittelalters zurück. Der' Vorteil und der, Ruf des Vaterlandes ist diesen Kreisen gleich giltig,. aber das ist durchaus nichts neues. Wo die Klerikalen regierenherrschen sie streng und absolut und kennen keine. Rüch'ichten. als auf sich selbst, wie man es ja in Spanien und Portugal jetzt sieht. In Tirol scheint die Befürchtung zu herrschen, daß die Bewohner zu denken anfangen. und daß sie nicht nrehr in tiefer Armut der Religiosität so ergeben bleiben wie früher. Wir glauben aber nicht, daß ein Bekenntnis von der Aufklärung und dem Wohlstände. .abhängen kann. Bloß der. Fürstbischof Non Trient . scheint. es zu glauben und er will es in den' Tälern Tirols finster und kalt haben, damit die Furcht, vor den Höllenstrafen ängstliche Ergebenheit ..erhält. ' Das ist aber nicht, unsere Sache. Die Regierung mag rechnen, was unter, solchen Umständen aus dem mühsam .geschussenen.Fremdenverkehr wird und abrechnen mit Lenen, die sie stören, wenn sie es für nötig findet. Tirol wird schließlich nicht nur von Bischöfen regiert, sondern vom. Statthalter als Vertreter des Kaisers. Uns obliegt vielmehr eine. Mahnung, eine Einsicht und Umkehr. Wir Juden sind wirklich viel zu leichtsinnig, wenn wir/ uns auf eine Sommerreise oder auf einen Urlaub .machen. .Wir betrachten nur die Landschaft und nicht auch die Bewohner und hätten wirklich alle Ursache, das zu tun. Denn es ist weher politisch noch wirtschaftlich anständig, jemandem nachzulaufen. Wenn man zusammenrechnen würde, was stie Juden den Sommer über auf dem Lande ausgeben, würden große Summen herauskommen, denn auch der Minderbemittelte, tut viel für. die Gesund- - heit von Frau und.Kindern. Es -ist ein Unsinn, dieses uiele Geld dort auszugeben, wo man damit nur seine Feinde materiell kräftigt. Wir haben schon wiederholt darüber gesprochen und.darauf aufmerksam gemacht, daß -'wir Juden weder den offenen Antisemitismus noch den -versteckten unterstützen sollen, ,der sich nur außerhalb der Mäifon äußerst Wenn wir in dieser Beziehung strenge Musterung halten, -werden.es sich manche Elemente schon überlegen, ihren großmäuligen Antisemitismus werter zu betreiben^ der ihnen bisher nichts geschadet hat. Es gibt /Gegenden .genug, in denen , man nicht- Gäste anlockst.uni fio..nachher zu.beleidigen und. jeder noch so schöne und' günstig gelegene. Ort .hat .mindestens, .zwei Konkurrenten. Wenn nur etwas Konsequenz in der Sache steckt, so werden wir sehr bald Ruhe -Haben voroffener und versteckter-Feindschaft. Der Triensiner HrULestbrief ist eine Mahnung Vox. allein^ an/nns/ .WeM^ünarst uns in Tirol nicht will/ so müssen'wirunssMurParüst erinnern, ‘ daß. andere Länder ängrenzeN, simßfchlnnmsten Falle die Schweiz. Vielleicht aber ' läßt man dochnicht gewaltsam einen Zustand des Mittelalters herbeiführen und erhalten. . . Gleiches Rechte (Aus der „Vosiischen Zeitung" vom. 2. Mäst.) - / Im elsaß-lothringischen Landtag - ist die - Berufung Georg Simmels an die Straßburger. Universität^ besprochen worden. Der Zentrumsabgeordnete Dr. Pflegör führte aus,, die Zahl der jüdischen Dozenten'habe,sich um einen vermehrt: „Ich habe nun gar Nichts dagegen, daß tüchtige jüdische. Gelehrte ebenso zu' ihrem Rechte kommen wie andere; aber ich wollte bloß' dürauß Hinweiseist daß diese Klagen über. unparitätische Behandlung der 'Juden an unserer Universität nicht stichhaltig sind." Dagegen .bestritt der Redner die Befähigung Simmels, nicht bloß Psychologie, sondern auch Pädagogik zu' lehren. Alsbald erklärte der Kurator der'Universität, Exzellenz Dr. Back, namens, der Regierung:/ ' - „Ich kann nur mit den Ausführungen des Abgeordneten übereinstimmen, dätz jede Konfession gleichgeachtet werden soll. Wir haben seinerzeit,- als es sich um die Besetzung einer^ philosophischen Professur handelte, einen Gelehrten berufen, der unzweifelhaft als Katholik gilt. Der Herr Abgeordnete hat also wohl keinen Grund, Klagezu . führen. Uebr-igens ist /neu'. beAfett^WhilofoWe-- professor, soviel ich weiß, nicht Judei" ' Es istrichtig, Simmel ist nicht Jude, seine Berufung also nicht geeignet, Klagen 'über unparitätische- Behandlung der Juden zu widerlegen. Aber wäre' die 'Angabe, daß es sich um einen jüdischen Dozenten - handle, . .zutreffend gewesen, so hätte daran am wenigsten eine'Partei Anstoß nehmen dürfen, die selber fortwährend Beschwerde führt, daß den Katholiken gegenüber" die Parität verletzt' werde.' Sie hätte es um so weniger dürfen--je eifriger sie für die unverkümmerte ÄufrechterhaltuNg der neuen Verfassung Elsaß-Lothringens - eintritt, - die im Paragraph 25 bestimmt: , - „Das Gesetz betreffend die Gleichberechtigung der.Konfessionen in bürgerlicher und - staatsbürgerlicher Beziehung vom Z. Juli'1869 wird in Elsaß-Lothringen eingeführt-"' - : -r- Dieses Gesetz verbürgt gleiches' Recht den Mitgliedern aller Religionsgemeinschaften und macht die' Befähichchg zur Bekleidung öffentlicher Aemter vom religiösen-Mkenntnis' unabhängig. Es - ist ein schönes und 'stolzes -Wort, das der Vertreter 'der -"Regierung-'.'sprach, /Zaß jede Konfession gleichgeachtet werden soll". ' Die' Verwaltung Elsaß-Lothringens hat dieser - Anschauung Mehrfach lange vor der neuen - Verfassung 'Geltung' zu verschaffen gesucht; nicht immer mit Erfolg. Wir -haben vou einigen . Jahren an. die. Szeyen erinnerst die - sich. arn.TM s'Juli 1870 . in . der bayerischen . Kammer abspielten/ König Ludwig II.. erkannte, als. die, frMzösischst Mie^ercklärurrg in Berlin übergeben war, sden Bündnisfall stls g-egebchr an. Es braust. ein Ruf wie Dönnerh.alst. Hie --Partei- .freunde.' des jetzigen . esiaß-chthringifchen Äbgßor.dnewn Dr- . Pfleger aber . beantragten, nicht Geld > zumKxiege zu bewilligen, sondern, nur.>,züstiAüsiMtzchäl^A^affneter Neutralität, gegenüber den Kriegsereigurssen zwrsHen Preußen und Frankreich", und. einer.: der MMfühmr der Partei meinte insbesondere.chon.-den.pfälzWen ^Abgeordneten, sie würden das.kle'inere^ÜÄÄMrziehM.uÄ lieber neutral bleiben,., als drB gpößerx Hebest ins/Haüs zu./ nehmen.. Da. erhob.. sich ein Abgeordnete^ aüsAer Pfatz und protestierte.mistammendeu MWteur/

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