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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-03-06 · 10 (6.3.1914) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
10 (6.3.1914)
Date
1914-03-06
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 10 Dr. Bkochs Wochenschrift. Seite 165 Dem Berufe nach waren unter den Beförderten 29 Schneider (Schneiderinnen), 3 Handelsangestellte, 4 Tischler, 4 Maler (Anstreicher), 3 Händler, 3 Hutmacher, 2 Schmiede (Schlosser), 2 Friseure (Perückenmacher), 1 Schumacher, 1 Müllner, 1 Photograph, 1 Bäcker, 1 Eiersortierer, 1 Mechaniker, 1 Zuckerbäcker, 1 Monteur, 1 Weber, 1 Graveur, 1 Gammaschenmacher, 21 ohne bestimmten Beruf (zumeist Frauen). Eröffnung der zweiten Anstatt der Frhr. v. Rothschildfchen Stiftung für Nervenkranke. Die zweite von der Nathaniel Freiherr v. Rothschildschen Stiftung für Nervenkranke errichtete Anstalt „Maria Theresien-Schlössel" in Wien, 19. Bezirk, Hofzeile Nr. 18/20, ist nunmehr fertiggestellt und wird in den ersten Tagen des März eröffnet werden. Die Anstalt kann 66 Kranke (Männer und Frauen) aufnehmen. Auch findet eine ambulatorische Behandlung unbemittelter Nervenkranker an Wochentagen (v2ll bis ‘412 Uhr) statt. Die Anstalt ist nach den Bestimmungen des Stiftes zur Aufnahme solcher Nervenkranker ohne Unterschied der Nationalität und Konfession bestimmt, denen die Anstaltsbehandlung Heilung oder Besserung ihres Leidens zu bringen vermag und die sich wegen der Beschränktheit ihrer Mittel die erforderliche Anstaltsbehandlung anderweitig nicht zu beschaffen vermögen. Kranke mit schweren Gehirn- oder Rückenmarksveränderungen und Geistesgestörte sind von der Aufnahme ausgeschlossen. Die Kranken müssen österreichische Staatsbürger sein. Gesuche um Aufnahme sind schriftlich an das Kuratorium der Nathaniel Freiherr v. Rothschildfchen Stiftung für Nervenkranke in Wien, 19. Bez., Hofzeile Nr. 18/20, zu richten oder persönlich in der Anstalt an Wochentagen von '411 bis y312 Uhr vorzubringen. Wilhelm Dannhauser. Vorsteher der israelit. Kultusgemeinde in Innsbruck, zu seinem 75. Geburtstage. Am 19. März dieses Jahres begeht der' in den breitesten Schichten unserer Bevölkerung hochgeachtete Mitbürger Wilhelm Dannhauser sein 75. Wiegenfest. Als ein Mann von festumrissener Eigenart, weitausschauendem Blicke und unbeugsamen Gerechtigkeitssinn, der seine überragende Intelligenz und berufliche Tüchtigkeit in den Dienst der Allgemeinheit stellt, hat er es im reichsten Maße verdient, daß wir dem wackeren, ehrenfesten Greise mit seinem schmucken Silberhaar einen Huldigungsgruß entbieten, wiewohl es sicherlich nicht im Sinne dieses bescheidenen und vornehm denkenden Mannes ist, sich umjubeln und sein Lebensbild durch sentimentale Seelenmalerei in dämmerndweichem Märchenlichte erstrahlen zu lassen. Wilhelm Dannhauser entstammt einer alten, ehrwürdigen Patriarchenfamilie, des ehemaligen „Judendoktors Jakob von Tannhausen", in dessen Elternhaus tiefer religiöser Sinn, unentwegte Treue zu unserer Glaubensgenieinschaft, Bildung und vornehme Denkungsart heimisch waren. Zum Kaufmanne herangebildet, schloß er sich als würdiges Glied an die edle Kette seiner Ahnen und hütete mit wachem Auge das blanke Goldschild des väterlichen Namens, um es im alten, ja erhöhten Glanze zu erhalten. Er verband mit einem biederen Charakter von tiefstem Untergründe eine nie erlahmende Schaffenslust und brachte das väterliche Unternehmen, das auch außerhalb unseres Landes einen klangvollen Namen hat, zu bedeutsamer Höhe. Durch das Vertrauen seiner Mitbürger wurde er in den Gemeinderat gewählt und bekleidete dieses Ehrenamt durch 25 Jahre. Sein mannhaftes Eintreten für Rechtlichkeit und Wahrheit, seine geradezu abweisende Art jeder Schmeichelei und Gleisnerei, seine vielseitigen Verdienste um die kommunalen Angelegenheiten der Stadt sichern ihm den rückhaltlosen Dank aller, denen das Aufblühen der Landeshauptstadt Tirols in kultureller Hinsicht am Herzen liegt. Auf das Zusammenwirken seiner streng rechtlichen Objektivität und seines sicheren und besonnenen Urteiles bauend, wurde er in die Handels- und Gewerbekammer berufen und war durch 18 Jahre Obmann der Gewerbesektion, woselbst die Segnungen seiner stets von lauteren Beweggründen getragenen ersprießlichen Tätigkeit dauernd fortwirken. Worin sich aber die schönsten Ausstrahlungen seiner Geistesgaben kraftvoll ausprägen und was sein jüdisches Herz immer höher und wärmer schlagen läßt, das offenbart sich am deutlichsten, so es gilt, als guter und bewußter Jude für die Ehre des Judentums in die Schanze zu treten, die Gemeindeinstirutionen auszubauen und für deren dauernde Erhaltung Vorsorge zu treffen. So ist er denn prädestiniert, Führer und Leiter seiner Gemeinde zu sein, und ist es vornehmlich seinen eifrigen Bemühungen zu danken, daß wir nunmehr eine Kultusgemeinde als gesetzliche Körperschaft bilden, deren herrliche Krone in unserem Wilhelm Dannhauser noch lange, lange ihre schönste Zierde bleibe, ad lmiltes annes. Innsbruck. Hans H e s s e. Das Wahlrecht der bosnischen Juden. Aus Sarajevo wird uns gemeldet: In einer der letzten Sitzungen des Landtages brachte der serbische Abgeordnete Kosta Majkic eine Resolution gegen das Wahlrecht der Juden in der ersten Kurie ein. Diese Frage wurde gelegentlich einer im vorigen Jahre in der ersten serbischen Kurie stattgefundenen Ergänzungswahl aufgeworfen und seither in der Presse, insbesondere in der serbischen, viel besprochen. Die Resolution des Abgeordneten Majkie wurde vom Hause dem Rechtsausschusse zugewiesen, der sich in seiner jüngsten Sitzung mit ihr befaßte. Nach einer längeren Debatte faßte der Rechtsausfchuß mit zwei Drittel Majorität den Beschluß, daß die Juden nach den Bestimmungen der Verfassung in der ersten Wahlkurie wahlberechtigt sind. Es ist kein Zweifel, daß auch das Plenum des bosnifchen Landtages diesen Beschluß des Justizausschusses zustimmend zur Kenntnis uehmen wird. Klattau. Unlängst wurde hier das neue Kaiser Franz- Joseph-Jubilüums-Bezirkskrankenhaus, das mit einem Koftenaufwande von 1,200.000 Kronen errichtet wurde und das inbezug auf Anlage, Einrichtung und Ausstattung unstreitig zu den modernsten Anstalten unseres Vaterlandes gehört, feierlichst eingeweiht. Die Weihe vollzog der Bischof von Budweis, Monsignore Hulka. In seiner Rede bemerkte der geistliche Würdenträger unter anderm folgendes: „Ich weiß am besten aus eigener Erfahrung die Wichtigkeit einer solchen Anstalt zu würdigen; denn ich war vor Jahren gefährlich erkrankt und lag in einem derartigen Spitale darnieder. Nächst der Hilfe Gottes habe ich die Wiederherstellung meiner Gesundheit der unermüdlichen Fürsorge und der reichen Erfahrung des israelitischen, ich betone eS, des jüdischen Spitalarztes sowie der hingebungsvollen Pflege der dortigen Nonnen-Wärterinnen zu verdanken. Mein Tankgefühl wird insbesondere dem erwähnten Arzte gegenüber nie erlöschen." Dieser Passus der Rede des Seelenhirten machte auf die zahlreichen Anwesenden einen ganz besonderen Eindruck. Von den hiesigen Glaubensgenossen nahmen als Deputations Mitglieder an der einfachen, aber würdevollen Feier, bei der die Regierung durch den Hofrat Spora von der Prager Statthalterei vertreten war, teil die Herren: Kultusvorsteher Josef Feigl, Vorstandsmitglied Ignaz Pollak, Bezirksausschußmitglied Heinrich Singer, Stadtverordneter Franz Lanner und Stadtverordneter Albert Schütz. B.

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