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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-02-27 · 9 (27.2.1914) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
9 (27.2.1914)
Date
1914-02-27
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 144 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 9 Ratz Albert, geb. 12, Mai 1883. Wien, Prag. Mandel Charlotte, geb. 13. Februar 1891, VVien, I., SSchotteng. 10. Schwarzinger Franziska verehl. Appel, geb. 29. Jänner 1876, Wien, Prag. Sigal Ida, geb. 28. Juni 1899 Wien, XII., Fabriksgasse 12. Stern Heinrich, Disponent, geb. 29. April 1878, Koritschan, Wien, XX., Levslraße 134. Siromek Josef, geb. 24. Juni 1888, Wien, V., Hoi'gasse 5. Weisz Felix, Versicherungsbeamter, geb. 1. August 1889, Wien, Ili., Hetzgasse. Preßburg. (Trau u u g.) Sonntag, den 1. März laufenden Jahres, um 1. Uhr nachmittags, findet im orth. Tempel, Schloßgrundgaffe, die Trauung des Fräuleins Regine Fröhlich mit Herrn Rudolf ,Si r n u ß aus Wien, statt. Baden. (Verein „Maimonides".) In der Generalversammlung des Literaturvereines „Maimonides" vom 8. d. M. wurde über Antrag des Vereinsvorstandes dem Vorstande der ifr. Äultusgemeinde Baden der Dank votiert für die Ucberlaffung des Sitzungssaales zum Zwecke der Abhaltung der Vereinsvorträge. Ferner wurde der Beschluß gefaßt, Sr. Ehrwürden Herrn Rabb. Dr. Wilhelm Reich für seine tatkräftige Förderung des Vereines durch aktive Mitwirkung bei den Veranstaltungen und durch seinen glänzenden Eröffnungsvortrag schriftlich den Dank zu übermitteln. Der nächste Vortrag findet Sonntag, den 1. März, um 6 Uhr abends, im großen Saale des Hotel Kolbe, Wassergasfe 31, statt. Vortragender: Herr Dr. Emil Stein. Thema: „Palästina in Wort und Bild." (Mit Lichtbildern.) Gäste willkommen! Brünn. (Rabbiner Josef Steif s. A.) Sonntag, den 15. Februar, wurde unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung aller Gesellschaftsschichten der in weitesten Kreisen bekannte und geschätzte Rabbiner Joses Steif zur letzten Ruhe geleitet. Der Verblichene, der schon im Alter von 18 Jahren an der Preßburger Talmudhochschule sein 11 unaih hanrooh erlangte, hatte sih auch ein großes allgemeines Wissen zu erwerben gewußt. Rach dem Ableben des Rabbiners Fri'chauer wurde ihm, obwohl sein Streben gemäß seiner alljüdischen Anschauungsweise , durchaus nicht von vornherein auf Erlangung der Rabbinerwürde gerichtet war, diese Würde übertragen, die er durch 32 Jahre, in mustergiltiger Weise ausgeübt, (betragen von einem einzigartigen hohen Idealismus, war er ein Seelsorger im wahrhaft jüdischen Sinn, den neben zahlreichen, rein menschlichen, trefflichen Charaktereigenschaften eine tiesinnerliche Frömmigkeit auszeichnete, wie er auch durch sein schlicht bescheidenes Wesen, durch seine ganze Lebensführung vorbildlich wirkte. Ein Mann nicht nur des Wortes, der sein Publikum durch seine allsabdatlichen, ebenso belehrenden wie erbauenden Vorträge zum Wahren, Guten und Schönen erzog, sondern auch der Tat, der helfend, ausrichtend und tröstend überall dort zu finden war, wo es galt, dem Elend, der Not und der Armut zu steuern. Es ist ein schwerer, nicht leicht zu ersetzender Verlust, den nicht bloß die Brünner Gemeinde, sondern mit ihr auch die Allgemeinheit erlitten durch den Heimgang dieses selten frommen, edlen und ausgezeichneten Mannes. Jehudi. Jgtau. Das 40jährige Dienstjubiläum feiert am 1. März d. I. der Sekretär der israelitischen Kultusgemeinde Herr Salomou S p i e l m a n n, Lehrer i. R. Derselbe versah nebstdem in diesem Zeitraum die Agenden der Chewra-Kadischa, des Frauenvereincs u. v. A. und genoß wegen seines eifrigen Wirkens im Amte das vollste Vertrauen in der Gemeinde. Der Jubilar erfreut sich allgemeiner Wertschätzung und wird voraussichtlich (Gegenstand vielfache Ehrungen sein. Rzeftow. (Trauung.) Dienstag, den.3. März 1914, 5 Uhr abends, findet in Tarnopol, Walowa-Eaffe 6. die Trauung des Fräulein Lilli T eitel bäum mit Herrn Ben-Zion Fett, Sohn des Präsidenten des kaufmännischen Gremiums in Rzeszow, Herrn Samuel Fett, statt. Budapest. (Zwei neue Vorstandsmitglieder.) Die israelitische Kultusgemeinde in Budapest hat in ihrer letzten Ausschußsitzung die Herren Dr. Isidor G l a ß und Bela W a h l per acclamation in den Kültusvorstand gewählt. Dr. G l a ß, als Mensch und Arzt allgemein rühmlichst bekannt, ist ein alter, verdienter Kämpfer im Gemeiudelebeu Budapests und hat nicht nur auf dem Gebiete der Humanität und Wohltätigkeit, sondern auch seit zwanzig Jahren als Mitglied des Ausschusses und des Wahlkomitees und als Präsident des Schulinfpektorates wie auch in allen wichtigen Funktionen, denen er sich unterzogen hat, Ersprießliches geleistet. Dr. G l a ß ist auch als Schriftsteller vielfach hcrvorgctreten. - "Bela Wahl, das zweite Vorstandsmitglied, ist Gesellschafter der angesehenen Firma G uttmann & Wahl und ist erst vor kurzer Zeit für seine ersprießliche öffentliche Wirksamkeit von Sr. Majestät dem Kaiser Franz Joseph durch Verleihung des Eisernen Krouenordens 3. Klasse ausgezeichnet worden. Wahl nimmt regen Anteil au dem Glaubensleben und seine Wohltätigkeit und noble Gesinnung prädestinieren ihn zu seiner neuen Würde. Herr Dr. G l a ß ist ein Bruder der Frau Dr. Hermine Dunkelblau, ehemalige Vorstandsdame des Josefstädter Frauen-Wohltätigkeits-Vereines und des Seehospizes in Grado. Feuilleton. Aas HrUtNrngral«.*) Auf dem Gipfel eines Hügels, an dessen Fuße ein mohammedanisches Dorf lag, erhob sich ein Wely, das ist eines Heiligen Grab. Sein Hüter war Scheich Abdullah, ein freundlicher alter Herr, der sich der Liebe der ganzen Nachbarschaft erfreute. Begleitet von seinem Jünger, einem Waisenknaben, Ali mit Namen, auf einem Esel sitzend, den er von Heiner Fohlenkindheit an aufgezogen hatte, pflegte er von Dorf zu Dorf zu reiten, um den Kranken Arzneien zu bringen und selbstgeschriebene Amulette zu verkaufen, die ihre Träger vor dem bösen Blick und allen sonstigen bösen Zufällen des Lebens sicher bewahrten. Er verstand auch das Horoskop zu stellen und Geheimnisse aus dem Zaüberfpiegel der Tinte und seines Streusandes zu lesen. Als Ali herangewachsen war, sprach der Alte eines Tages zu ihm : „Mein Sohn, ich habe dich alles gelehrt, was ich weiß. Es gibt nur wenige Khatibs**) mit auch nur der Hälfte deines Wissens. Nun fehlt dir nur noch, daß du durch eine Wallfahrt nach den heiligen Stätten ein Hadschi***) werdest. Dann wird es dir, so Gott will, ein Leichtes sein, ein Amt zu finden, wie es das meine ist, ein Amt mit wenig Arbeit und viel Ehren. Als Derwisch brauchst du kein Geld. Nimm alle meine Abajef), dieses Schreibzeug und diesen Esel als Reittier, und morgen früh mache dich auf mit den andern Pilgern." Ali, obschon betrübt darüber, seinen Adoptivvater verlassen zu müssen, folgte dem Rate des Scheikhs, unh nachdem er seinen Segen empfangen hatte, ritt er aus am nächsten Morgen. Allahs Gnade geleitete ihn in Sicherheit einige Monate hindurch, bis er sich eines Tages in einer wüsten Ebene fand, in der ein heißer Wind wehte und weder ein Brunnen noch menschliche Wohnungen zu erblicken waren. Um die versagenden Kräfte seines Esels zu schonen, ging er neben ihm her, da plötzlich blieb das arme Tier stehen, rieb seine Nase gegen Alis Arm und starb. Ali konnte es nicht über sich gewinnen, den Leichknam eines so alten Freundes den Geiern und Hyänan *) Ans »Folklore ok the Holv Land« von I. E. Hanauer. Duckwort u. Co., London 1907. Deutsch von Davis Trietsch. **) Khakib ist der moslemische Dorsprediger oder Schulmeister. ***) Hadschi ist der Ehrentitel eines Mekkapilgers, f) Arabischer Mamel von primitivem Schnitt.

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