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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-02-27 · 9 (27.2.1914) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
9 (27.2.1914)
Date
1914-02-27
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. ß Dr. Bkochs Wochenschrift. Seite 143 Akademischer Verein jüdischer Mediziner in Wien. Ausschutzwahlen der Generalversammlung für das Sommersemester 1914. Obmann: MUC. Eugen Scharr, 1. Obmann- Stellvertreter : MllC. Theodor Lustmann, 2. Obmann-Stellvertreter: MllC. Leo Lichtwitz, 1. Schriftführer: MllC. Joses Weizenberg, 2. Schriftführer: MUC. Hugo M a r ch f e l d, Kassier: MllC. Jakob Presser, Bibliothekar: med. Ludwig Jaul, Zeitungsverweser: med. Meier E i r e c o, Oekonom: med. Mar Löwenthal, Vergünstigungswart: med. Leo Wischnow i tz e r, Beisitzer: med. Rahe! P in eles. Jüdische Toynbeehalle. (XX., Othmargasse 46.) Samstag den 28. Februar: Musi aufführung. Konzertmeisterin Frl. Freystädt. — Sonntag den 1. März: Benjamin Franklin. Direktor Emanuel Wilhelm. — Montag den 2. März: Literarischer Abend. »Jugendbund". — Dienstag den 3. März: Das älteste menschliche Kunftgeweibe. Bruno Hohenberg — Mittwoch den 4. März: Bilder aus dem sozialen Leben. Carl Gelbert. — Donnerstag den 5. März: lieber Verhütung ansteckender Krankaeiten. Dr. Stefan Bücher. — Freitag den 6. März: Bibelvortrag. Leopold Weiß. „Beth Haam" (Jüdisches Bolksheim) XVI., Wurlitzergasse II. Samstag, den 28. Feber, 7*8 Uhr abends: Konzert. Arrangement Herr Kand. jur.Robert Strautz, Mitwirkende Frl. Gasti P ü n k ö s d y, Mitglied der „Freien Volksbühne" (Rezitation). Frl. Hedda Skall (Gesang), Herr Joses G r o tz, Opernsänger (Gesang) und Herr Dr. Joses K I a a r (Cello). Mittwoch, den 4. März, Vl*8 Uhr abends: „Zionismus und Rationalismus", Herr Akiba Büchner. Das am Sonntag, den 21. d. M., von Herrn Kantor E. K i s ch n e r arrangierte Konzert zählt zu den gelungensten Veranstaltungen der heurigen Saison in unserer Toynbeehalle. Nachdem die Pianistin Frau Kischner den Abend durch virtuosen Vortrag zweier Konzertstücke am Klavier eingeleitet hatte, sang Herr Kantor Kischner eine Arie und ein Lied mit wohlklingender und prächtigen Baritonstimme, er bewährte sich als fulminanter Sänger, worauf Herr Oberkantor Karl N e u m a n n in vollendet künstlerischer Weise zwei Atrien ovrtrug, die, ebenso wie die folgenden von beiden genannten Sängern vorgetragenen Duette, rauschenden Beifall hervorriesen. Die ausgezeichneten Rezitationen des Fräulein Käthe M e n z e r fanden ungeteiltes Lob. Sehr stürmisch wurde die äußerst graziöse und künstlerisch ausgeführte Tanzproduktion der 10 Jahre alten Lilly Weiß applaudiert. Die technisch vollendeten, gefühlvollen Violinvorträge der jugendlichen Geiger Heinrich Schreiner (9 Jahre), Paul G o l d f e i n (9 Jahre) und Emanuel H o f m a nn (10 Jahre) - sämtliche Schüler des Prof. Hermann Kaplan - lohnte wohlverdienter Beifall. Zum Schluffe rief Herr Schriftsteller Alexander Vallas durch die meisterhafte Wiedergabe eigener humoristischer Dichtungen zwerchfellerschütternde Lachsalven hervor, di: er durch Draufgaben nicht beruhigen, sondern noch steigern konnte. Ilm die Klavierbegleitung während des ganzen Abends hat sich Frau Kischner besonders verdient gemacht. Mit herzlichen Danresworten des Präsidenten Dr. Martin F ö r st e r im Flamen des überaus zahlreich erschienenen Publikums an die Künstlerschar schloß der wohlgelungene Abend. Wien. (Konzert.) Am 25. Jänner fand ein Konzert im Josefsaale statt. Herr Moritz Menzer, der bekannte Orgelvirtuose und feingebildeter Musiker, spielte, unter großem Beifall, auf dem Harmonium Stücke von Bach und Mendelssohn. Herr Leopold Markus sang mit schöner Tenorstimme Lieder von Schubert und Brahms und erntete grotzen Applaus. Der kleine 13jährige Klavierkünstler Albert L i n s ch ü tz hält das redlch, was er als „Wunderkind" versprach und spielte die schwierigsten Stücke von Beethoven, Schumann und Chopin mit staunender Technik und Vortrag. Mit stürmischem Beifall lohnten die aufmerksamen Zuhörer und Mutzte sich der kleine Künstler noch zu einigen Draufgaben entschließen. S. Wien. Freitag Abend-Vorträge im Bethamidrasch „T almud- T h o r a", II., Malzgasse 16 (auch Frauen zugänglich). Am 27. Februar: Herr Wolf Pappenheim: „Das Judentum in der Gegenwart". Am 6. März: Schlutzvortrag in dieser Saison: „Aus dem Leben und Wirkten weil. Rabb. Dr. Abraham Adolf Schmied Ls". Beginn jedesmal um 7.45 Uhr abends. Vom jüdischen Theater in Wien. Die Wintersaison des Jüdischen Theaters in Wien dürfte in absehbarer Zeit beschlossen sein. Die Direktion bemühte sich in der heurigen Saison mehrere neue Stücke zur Aufführung zu bringen, unter welchen die von Wolfstal komponierten Operetten vom Publikum mit vielem Beifall ausgenommen wurden. Vor Schluß der Saison aber soll noch dem jüdischen Theaterpublikum in Wien Gelegenheit geboten werden, ein Stück zweier - dem hiesigen Publikum nicht unbekannter Autoren - aus der jüdischen Bühne zu sehen: „G o t t s M i s ch p o 1", ein Stück aus dem jüdischen Leben in Galizien, in vier Auszügen von Leopold Jungwirth, Mujik von Kantor Josef Grob. Leopold Jungwirth, dem Wiener Publikum der „Jüdischen Bühne" kein Fremder mehr, steht jetzt im 26. Lebensjahr. Was den Verfasser der Musik zu diesem Stücke anbetrifft, ist es wie wir glauben - nicht nötig, denselben in detailierter Form erst vorzustellen. Der im Alter von kaum 33 ^Jahren stehende Kantor Grob war infolge seines vielseitigen Talenles wiederholt Gegenstand begeister Ovationen. Der Autor Leopold Jungwirth und der Komponist Kantor Joses Grob, deren Stück schon in der nächsten Woche im hiesigen Theater „Jüdische Bühne' zur Aufführung gelangt, die Namen schon dieser beiden sind begründete Garantien, daß der Schluß der diesjährigen Saison der „Jüdischen Bühne" in Wien ein guter sein wird. Ch. G. Eine Nordlandreise für rituell lebende Juden wird zum ersten Male im Juni dieses Jahres veranstaltet werden. Das ist eine Neuerung auf dem Gebiete der Touristik, die erwähnt zu werden verdient, weil sie eine Lücke aussüllt und von vielen lebhaft begrüßt werden wird. War es doch bisher allen rituell lebenden Juden unmöglich, eine Nordlandreise zu machen. Sie hätten sonst ihre Lebensgewohnheiten ausgeben oder sich große Entbehrungen auserlegen müssen. Diesem Hebel lande soll nun abgeholsen werden. Die Initiative hierzu geht von dem Reisebureau von Walter Bamberger. Hamburg, Neuerwail 91 93. aus. Dieses Bureau, welches alljährlich Gesellschaftsreisen nach Norwegen veranstaltet, hat sich entschlossen, in der Zeit vom 3. bis 19. Juni eine ähnliche Reise für rituell lebende Juden zu organisieren. Dem uns vorliegenden Programm entnehmen wir, daß diese Reiseveranstaltung unter spezielle Aufsicht des Hamburger Oberrabbiners Dr. Spitzer gestellt worden ist, und daß eine von diesem ernannte Vertrauensperson ofjizie.l an der Reise teilnehmen wird. Für die Reise, die in Hamburg beginnen und enden wird, ist der erstklassige norwegische Touristendampser „Kong Harald" gechartert worden, der ausschließlich für jüdische Teilnehmer bestimmt sein wird. Der Reiseplan ist derartig zusammengestellt, daß die schönsten Gebiete Westnorwegens bis hinauf zum Nordkap aufgesucht werden. Die Teilnehmer werden demnach neben den bekannten Fjorden südlich von Trondhjem auch die Gebiete nördlich des Polarkreises kennen lernen: also das eigentliche Land der Mitternachtssonne. Von den Städten Westnorwegens werden Stavanger, Bergen, Aalesund, Molde, Tromsö und Hammerfest die nördlichste Stadt der Erde — angelaufen, so daß es an Abwechslunq nicht fehlen wird. Die Teilnehmerzahl kann nur eine beschränkte sein. Der „Kong Harald" hat erstklassige Kabineneinrichtungen nur für ca. 100 Personen. Wien, (Kinderjausel Abermals können wir von einem Akte edler Menschenliebe berichten, dessen Schauplatz am letzten Sonntage die „Toynbeehalle" war. Durch die nie rastende Fürsorge des Ehepaares Karl'Freund gelang es. die Mittel aufzubringen. 320 Kinder zu bekleiden und mit nützlichen Dingen zu versehen. Hiezu war die Form einer Kinderjause gewählt worden, die sich durch dir Anwesenheit vieler Vorstandsmitglieder und Jugendfreunde — besonders erwähnt seien R.-R.-A. Dr. Julius Ofner, Schulinspektor Prof. K a n i tz und Kuktusvorstand B r o d und die schönen Liederspiele, Gesänge und Deklamationen der Hortzöglinge, unter umsichtiger Leitung des Lehrerehepaares Zwirn und der Hortverwalterin Klein, zu einem wahren Feste gestaltete. Die herzlichen Ansprachen an die Kinder, die aus dem Munde eines warmen Jugendfreundes kamen, fanden ihren Weg gewih nicht nur zu den Gemütern der freudestrahlenden Kleinen, sondern auch zu den der Erwachsenen, und sind gewiß ein Ansporn, den schon eingangs genannten Kinderfreund ' in seinem edlen Tun zu fördern und nachzufolgen. Austritte aus dem Judentum. Vom 15. Februar bis 23. Februar 1914. Bokkofi David, Kaufmann, geb. 11. Oktober 1891, Ekatberindar, Rußland, Wien, II., Hotel de l’Europe, Asperngasse. Fischer Pani, Kleidermachergehilfe, geb. 22. Februar 1891, Wien, Meidling Hauptstrasse 32. Haas Valerie, Private, geb. 2. März 1879, Wien, XU., Tivolig. 70. Karbach oily geb. Tran, geb. 29. Jänner 1876, (geschieden), Linz

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