Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 31 (1914)
- Issue
- 9 (27.2.1914)
- Date
- 1914-02-27
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Seite 140 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 9 4. und 5. Bezirk (Israel. Frauen-Wohltätigkeitsverein für die Bezirke IV und V) 5 Pet. 6. und 7. Bezirk (Israel. Frauen-Wohltäligkeitsverein für die Bezirke VI und VII) 5 „ 8. Bezirk (Ist. Frauen-Wohltäligkeitsverein „Josefstadt") 0 „ 9. Bezirk (3fr. Frauen-Wohltäliqkeitsverein „Frauenhort") 7 „ 11. Bezirk (Ist. Frauen-Wohltätigkeitsverein „Simmering") 1 „ 12. —15. Bezirk (Jsr. Frauen-Wohltätigkeitsverein im Bezirk Sechshaus) 19 „ 16. und 17. Bezirk (Jfr. Frauen-Wohltätigkeitsverein für den Bezirk XVI. und XVII.) 24 „ 18. Bezirk (Jsr. Frauen-Wohltätigkeitsverein für den 18. Bezirk) 5 „ 19. Bezirk (Jüd. Frauen-Wohltätigkeitsverein für den 19. Bezirk) 2 „ 20. Bezirk (1. Brigitt. Frauen-Wohltätigkeitsverein) 181 „ 21. Bezirk (Jsr. Frauen-Wohltäligkeitsverein Floridsdorf) 2 „ Von den verschiedenen Arten von Hilfeleistung wurden bewilligt : Geldunterstützungen an 377 Patientinnen, Bettwäsche an 16 „ Leibwäsche an 15 „ Kindwäsche an 336 „ Geburtshilfliche Utensilien an 269 „ Honorierung von Hebammen an 294 „ Honorierung von Aerzten an 99 „ Honorierung von Pflegerinnen an 114 „ Kosten der Hilsstätigkeit des Verbandes im Jahre 1913 22.519,16 Kronen. An die vom Verbände unterstützten Wöchnerinnen wurden nebst den Gaben aus Verbandsmitteln überdies gewährt: 1. Geldunrer st Ätzungen seitens der ifrael. Kultusgemeinde aus den in der Verwaltung derselben befindlichen Stiftungen und Widmungen an 14 Petentinnen mit dem Betrage von 732 Kronen. 2. Kindermilch seitens der i s r. A r m e n a n st a l t an 168 Petentinnen im Ausmaße von 4050 Liter mit dem Kostenbeträge von 1215 Kronen. Statistisches: Im Jahre 1913 sind im Geburtsbuche der ist. Kultusgemeinde Wien 2268, im Gemeindegebiete der Stadt Wien erfolgte Geburten ifrael. Kinder eingetragen. Es beträgt somit die Zahl jener Geburtsfälle, rücksichtlich welcher seitens des Verbandes Unterstützungen bewilligt worden sind (unter Annahme von 457 Wöchnerinnen) rund 20 Prozent sämtlicher Geburten im Jahre 1913. Bemerkung: Von den in der Geb ä ran st alt und im Wöchnerinnenheim „L u z i n a" im Jahre 1913 entbundenen israelitischen Wöchnerinnen wurden 156 Wöchnerinnen mit dem Betrage von 2988 Kr. von der i s r. K u l t u s g e m e i nd e unterstützt. Der Verband zur Unterstützung armer israelitischer Wöchnerinnen ist eine Vereinigung der Wiener ist. Frauen-Wohltätigkeits- Vereine zu gemeinsamer, planmäßig geregelter Pflege armer jüdischer Wöchnerinnen in einer den Anforderungen der Hugiene entsprechenden Weise. Hilfsbedürftige Wöchnerinnen erhalten Geldunterstützungen, Wäsche, Utensi'ien, Beistellung der Hebamme, erforderlichenfalls auch ärztliche Hilfe und Wartung durch eine Pflegsperson. Jüdische grauen und Mütter! , Gedenket Eurer armen Glaubensschwestern zur Zeit ihrer schweren Stunde! Helfet den Armen in dem Momente, da fit hilflos in bedrängter Lage fremden Beistandes bedürfen! Geldspenden und für die Wöchnerinnenpflege geeignete Naturalien — außer Verwendung gesetzte Bett-, Leib- und Kindwäsche in hygienisch unbedenklichem gebrauchsfähigen Zustande — werden erbeten an den Verband zur Unterstützung armer israelitischer Wöchnerinnen, I., Seitenstettengasse Nr. 2. Diese Gaben wollen mit Namensnennung oder anonym gewidmet werden. Naturalien werden über Wunsch auch abgeholt. Der neue seph«ardischr Ober abbiner von Sarajevo Der langjährige Oberrabbiner von Sarajevo Chaim D. Finzi ging vor kurzem in den wohlverdienten Ruhestand und bei der vor einigen Tagen stattgehabten Sitzung des Wahlmännerkollegiums behufs Nominierung eines Kandidaten für diesen Posten, erhielt der bisherige Rabbiner-Stellvertreter Dr. Moritz Löwy, ein Absolvent des Wiener theologischen Seminars, die meisten Stimmen. Seine Wahl scheint auch gesichert. Der pensionierte Oberrabbiner Finzi beschloß, mit seiner Familie zu dauerndem Aufenthalte nach Palästina zu übersiedeln. Vor einigen Tagen führte Rabbiner Finzi seinen Entschluß auch aus. Aus diesem Anlasse hat eine aus etwa hundert Personen bestehende Gesellschaft von Freunden und Bekannten der angesehenen Familie unter Führung des Herrn Alkali) einen Sonderzug bis Gravosa gemietet, und einen Tag in Gravosa-Ragusa verbracht, von wo die Familie Finzi sich nach herzlichem Abschiede von den Vertretern seiner bisherigen Gemeinde sich auf ihren künftigen Bestimmungsort begab. A. I. K. O. in Deutschland. Berlin, 17. Februar. Im Januar und Februar fanden in acht größeren deutschen Städten Versammlungen statt, die der Allgemeinen Jüdischen Kolonisations-Organisation gewidmet waren. Die 'Einladungen ergingen von den namhaftesten Persönlichkeiten der Gemeinden. Den Vorsitz führteni in Wiesbaden R.-A. Marrheimer, in Darmstadt der Vorsitzende der Gemeinde Herr Otto W olff, in Stuttgart Kirchenrat Dr. Krön er, in Karlsruhe Rabbiner Dr. Appel, in Straßburg Direktor Dr. Grombacher, in Posen Justizrat M. Placzek, in Köln Justizrat Dr. M- Call mann. Die Versammlungen trugen, je nach den Wünschen der einladenden Komitees, in manchen Städten einen geschlossenen, in anderen einen öffentlichen Charakter. Wo sie größeren Kreisen zugänglich gemacht wurden, waren die Säle zumeist überfüllt, so in Stuttgart. Posen, Köln, in den übrigen Städten wohnten die angesehensten Gemeindemitglieder den Veranstaltungen bei. Die Referate wurden zumeist von Herrn Ernst Löwenberg- Verlin und Dr. Alfred No ssig-Berlin erstattet, in Posen trat auch Herr Alois A. F. ^Marcus-Berlin als Referent auf. Ueberall erweckte das gemeinnützige Werk der A. A. K. O. Sympathien, was sich darin äußerte, daß im Laufe von wenigen Wochen gegen 1000 neue Mitglieder mit namhafteren Jahresbeiträgen der Organisation sich anschlossen und zahlreiche Aktien ihres Agrarkredit-Institutes „The Orient Colonising Company, Ltd." gezeichnet wurden. In allen genannten Städten Haben sich Ortskomitees der A. I. K. O. gebildet, denen die Spitzen der Gemeinden angehören. Die in den vorangehenden Monaten gegründeten Ortskomitees entfalten eine außerordentlich rührige Werbetätigkeit, ganz besonders in Kassel. Mannheim, Gießen, München, Würzburg, Bamberg. Im Laufe der letzten Wochen hat die A. I. K. O. auch eine^Frauenabteilung ins Leben gerufen, die zur Entwicklung der Organisation wesentlich beiträgt. Gelegentlich der konstituierenden Versammlung der Berliner Ortsgruppe der F. A, welche am 25. Januar 1914 unter dem Vorsitz von Frau Kommerzienrat Margarethe Simon stattfand, traten der Abteilung Frau Geheimrat Becker. Frau Rudolf Mosse, Frau Geheimrat Rathenau, Frau Dr. Isidor Ginsberg, Frau Georg Lach mann, Frau Geheimrat Friedländer. Frau Oskar Tietz, Frau Direktor Minden, Frau Kommerzienrat Wagner und zahlreiche andere Damen bei, welche beträchtlichere Mitgliedsbeiträge und Spenden für die Fonds der A. I. K. O. zeichneten. Größere Damen-Komitees, die eine intensive Tätigkeit entwickeln, haben sich überdies in Posen und Köln gebildet, in anderen Städten sind sie im Entstehen begriffen. Die Organisation der marokkanischen Juden. In Tanger (Marokko) erschien vorigen Monat die erste Nummer der spaniolischen Zeitschrift „Kol Israel" („Stimme Israels"). Das Blatt stellt sich die Aufgabe, die Interessen der marokkanischen Juden, die zum größten Teile Spaniolen sind, nach jeder Richtung hin zu vertreten und eine Organisation der marokkanischen Juden vorzubereiten. Die Redaktion weist in ihrem Appell auf die erfolgreiche Tätigkeit der spaniolischen Juden im