Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-02-20 · 8 (20.2.1914) · page 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
8 (20.2.1914)
Date
1914-02-20
Page
– (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3020846-3022089-3022098--22899-3048069
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 8 Dr. Vlochs Wochenschrift. Seit- 125 kann. Hui) in der Person der Leiterin ist eine liebevolle Gärtnerin, die die jüngeren und älteren Bäumchen hegt und pflegt, und allen gleichmäßig beratende und helfende Freundin ist. Da gibjt es gemütliche Abende, wo sich die frohe Jugend bei einer Näh- oder Flickarbeit, bei einem guten Buche, Zeitungslektüre, bei Spiel und Tanz vereint, oder auch zu ernstem Studium zusammenkvmmt. Hier ist eine Stunde dem Erlernen einer fremden Sprache gewidmet, dort wird Kalligraphie, Stenographie, Korrespondenz oder Rechnen geübt, an einem anderen Abend gibt's eine Literaturstunde, oder es wird von berufener Seite ein wissenschaftlicher Vortrag geboten. Daß neben der geistigen Kost, besonderer Werst auf gute, kräftige und ausreichende Verpflegung gelegt wird, ist selbstverständlich, zumal die jugendlichen Insassinen derselben dringend bedürfen. Alle diesen günstigen -Umstände bewirken, daßdie jungen Mädchen in der Regel tüchtiger, strebsamer, pflichttreuer werden, im Berufsleben 'besseres leisten und daher rascher vorwärtskvmmen, wobei sich außerdem noch der Wert des moralischen Rückhaltes, den das Heim gewährt, geltend macht. Die Heiminsassinen haben weniger das Bedürfnis nach Verkehr mit außenstehenden Kreisen, da sie das gemütliche Familienleben des Heims immer mehr schätzen lernen. Denn die „Heimchen" bilden eigentlich eine große Familie, die Leiden und Freuden gemeinsam teilt und gruppenweise in inniger Kameradschaft und treuer Freundschaft zusammenhält. Mannigfach sind auch die Vorteile und Wirkungen eines Heimes in ethischer B^iehung. Gerade in der Gegenwart sieht ein großer Teil der jüdischen Angestellten sich gezwungen, im Berufsleben die Vorschriften der Religion unbeachtet zu lassen. In jugendlich leichtfertiger Urteilsweise könnten sie, haben sie erst einmal begonnen, mit den althergebrachten Traditionen ihrer Familie zu brechen, leicht zur vollständigen Ungläubigkeit gelangen und sich die Verletzung der Gesetze der Moral und Sitte als weitere natürliche Konsequenz außerdem zugestehen. Welch mächtiges Bollwerk ist dagegen der jüdische Geist, der in solchem Heime herrscht, der mit seinem Freitagabendzauber die 'dunkeln, aufrührerischen Gedanken des Alltags verscheucht und die Seele wieder licht und freudig werden läßt. Wollen, müssen wir nicht darnach streben, daß möglichst in jeder größeren Sadt ein „Israel. Mädchenheim" entstehe? In welcher Weise es einzurichten ist, wie es bestehen kann, soll ein folgender Artikel dartun. Die. n ochsende weibliche Berufstätigkeit 'st nrchr allein aus den größeren wirtschaftlichen Forderungen des Lebens entstanden. Dem Wunsche der Frauen nach einem eigenen, außerhäuslichen Wirkungskreis ist das Aufblühen unserer Industrie, unseres Handels entgegengekommen und immer mehr weibliche Arbeitskraft machte sich notig. Es ist unsere soziale Pflicht, diesen jungen Menschen ein Gegengewicht zu schaffen für die Energie, die sie im Berufsleben verbrauchen. Wir müssen ihnen behilflich sein, ihre geistigen und körperlichen Kräfte frisch zu erhalten. Den Müttern und Frauen unserer Kaufleute und Industriellen eröffnet sich hier eine schöne befriedigende Aufgabe. Auch in den kleineren und mittleren Städten sollten jüdische Mädchen, die der Haushalt nicht braucht, kaufmännisch und gewerblich beschäftigt werden. Dadurch würde dem Massenzuzug nach der Großstadt gesteuert, bliebe eine Anzahl junger Mädchen wenigstens eine Zeitlang in gesünderem und ihren Verhältnissen angemessenerem Milieu. Fände sich so eine Anzahl weiblicher Angestellter an einem wenn auch kleinem Orte zusammen, da müßte es, speziell überall dort, wo Logen sich befinden, das Bestreben der Brüder und ihrer Frauen sein, für die Errichtung gemeinsamer Wohnstätten, für Müdchenheime. zu sorgen, die selbst im einfachsten, bescheidensten Rahmen segensreiche soziale Wirkung zur Folge haben werden. Frankfurt am Main. Frau Camilla B u r st y n. Literatur. Rabbiner W. Reich. Festschrift zum vierzigjährigen Jubiläum der Chewra-Kadischa zu Baden bei Wien. Baden bei Wien, 1914. Die Freistatt. Alljüdische Revue. Jahrgang 1914. Ianuar- Hest. Inhalt: F. M. Kaufmann : Westjüdische Erneuerung. - I. Lewin: Die jüdische Kolonisation in Palästina. 2. - Mathias Ascher : Noch einmal Ost- und Westjudentum. F. M. Kaufmann: Bemerkungen zu einem Gleichnis. - Ludwig S t r a u st : Mittler. — S. Birnbau m : Die jiddische Orthographie. Jiddische Dichtung. - Bücherbesprechungen. Vom jüdischen Leben und Schaffen. Verlag der „Freistatt": Eschweiler. Jung-Illda. Illustrierte Zeitschrift für unsere Jugend. 15. Jahrgang. Nr. 1. Prag, den 23. Jänner 1914. (25. Tebeth 5674). Inhalt: Heinrich © r n nau : Aufmunterung. Ben I e h u d a : Zweites Buch Moses. — - Professor Dr. Nathan ©rün : Die Altneusynagoge und die Altsynagoge in Prag. (Illustr.) Damaskus. (Illustration.) Der Berg Sinai. (Illustration.) - Josef Hart: Die drei Freunde. Ä. M. T e n d l a u : Meister Hunna. — Guck in die Welt. Ilebersetzungsaufgabe. - Preis- Rätsel. — Redaktion und Administration: Prag, I|., Stefansgasse 629. Peter Wiernik, Geschichte der Juden in Amerika. Von der Periode der Entdeckung bis zur heutigen Zeit. From The I e w i s h P r e tz P u b I. Co. E. Broadway 4- Iefferson St. Rewyork. Krieflmste«. ©erjon Wolf in W. Ein Abdruck der Vortrüge ist bei dem beschränkten Raum des Blattes ausgeschlossen. Herr Rabbiner Dr. Mar G r u n w a I d spricht nicht nach einem Manuskript. „S." Der Betreffende ist bereits im Jahre 1894 zuni Christentum übergetreten. Notizen. Jüdische Bühne. Dirtk.-'on: M. Siegler. Hotel Stefanie, ll., Taborstraße 12. EuimNiges Gastspiel des Herrn Ja'ob Sckefner -ni8 Amerika Freitag den 20. Februar: Neu. Dus Leben sin a Frau. Amerikaner Lebensbild in 4 Aufzügen von Zotarefzki. Samstag den 21. Februar, Mcschiachs Zeiten. Sonntag den 22. Februar, halb 4 Uhr Nachmittag bei halben Preisen: Dawids Geige. Sonntag den 22. F bruar, 8 Uhr abends, zu Gunsten des Vereines der „Friedliebende": Das heilige Land. Montag den 23. Februar: Das X Gebot. Dienstag den 24. Februar, Ehrenabend des Herrn L. KUisch: Opferung Isaaks. Mittwoch den 25. Fbruar, zu Gunsten des Vereines „Emes Weschuloim": Das jüdische Herz. Donnerstag den 26. Februar: Rabi Joselmn. In Vorbereitung: Gotts Mischpot. von Leopold Jungwirth. Ehrenabend für Chune Wolfsthat. Samstag, den 28. d. M. findet im jüdischen Theater, ll., Taborstraße 12, ein Abend zu Ehren des berühmten jüdischen Komponisten CH. Wolfsthal statt. Zur Aufführung gelangt das bekannte Wolfsthal'sche Stück „Bostenoi". Es ist zu hoffen, das; die Wiener jüdische Bevölkerung an diesem Ehrenabende sich zahlreich einfinden wird, um dadurch diesem beliebten Komponisten, der seit Dezennien von Jahren die jüdische Musik bereichert, ihre Sympathie zum Ausdruck zu bringen. Dantiagung. Anläßlich der Barmizwah-Feier meines lieben Sohnes habe ich so viele Beweise der Sympathie und der Anhänglichkeit der aufrichtigen Freundschaft und der Liebe erhalten, daß es mir unmöglich wird, wie ich es gerne getan hätte, jedem Einzelnen schriftlich zu danken. Ich bitte alle, die mir anläßlich des schönen Familienfestes, soviel Freude bereitet haben, meinen innigsten Dank auf diesem Wege entgegennehmen zu wollen. Wien, im Februar 1914. Professor M. Kanitz. S ä

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.