Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 31 (1914)
- Issue
- 8 (20.2.1914)
- Date
- 1914-02-20
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 8 Dr. Vlochs Wochenschrift. Seite 119 der Redner in besonderer Weise ehrte. Zum Schlüsse erhob er sein Glas auf den Präsidenten Herrn Leitner, welcher durch 36 Jahre seil Bestand der Kultusgemeinde an der Spitze derselben stehe. Nach Dankesworten des Präsidenten an den Herrn Rabbiner ergriff der Präsident der Kultusgemeinde Wr.- Neustadt, Herr Dr. Wilhelm Wolf, das Wort. Er dankte für die Einladung der Schwestergemeinde zum seltenen Jubiläum ihrer Chewra Kadischa, dankte für die Wohltaten,- welche diese dem erkrankten Rabbiner seiner Gemeinde, Sr. Ehrw. Herrn Benjamin Weih, während seines Aufenthaltes zur Kur in Baden erwiesen und toastierte auf die Chewra Kadischa. Hierauf entwarf Herr Jakob K o h n, Ausschußmitglied der Badener Kultusgemeinde, in kurzen Zügen die Entstehungsursache der Gemeinde Baden, welche allgeineines Interesse erregte. Als nächster Redner führte Herr Dr. Bloch die Harmonie und das Zusammenwirken der Badener Geineinde vor Augen, gedachte der Festschrift, welche Herr Rabbiner Reich anläßlich! des 40jährigen Jubiläums der Chewra Kadischa verfaßt hatte, durch welche das heutige Fest eine sondere Verherrlichung gefunden habe, rühmte den Wohltätigkeitssinn der Badener und brachte auf das Wohl der Gemeinde Baden und deren Mitglieder ein dreifaches Hoch aus. Sodann wies der Obmann-Stellvertreter der Neunkirchner Chewra Kadischa, Herr Gerstl. darauf hin, daß die Gemeinden Neunkirchen und Baden in Herrn Rabbiner Reich ein gemeinsames, geistliches Oberhaupt besitzen und überbrachte der Chewra Kadischa Baden die herzlichsten Glückwünsche seiner Gemeinde. Als nächster Redner entledigte sich Redakteur A. W e i ß, Vorstandsmitglied der Kultusgemeinde Wr.-Neustadt, eines Auftrages seines Vaters, Herrn Rabbiner Benjamin Weiß, indem er an die Festoersammlung die herzlichsten Grüße und Glückwünsche von demselben übermittelte und in seinem Namen das lebhafteste Bedauern ausdrückte, daß er den heutigen Freudentag zufolge seines leidenden Zustandes nicht in der Mitte feiner Badener Freunde verbringen konnte. Er dankte dem Herrn Dr. Friedrich L a ck e n b a ch e r für dis uneigennützige und aufopfernde Behandlung seines Vaters während seiner Kur in Baden und hob besonders die Opferwilligkeit derjenigen Aerzte in Baden hervor, welche arme Kranke unentgeltlich behandeln und hiedurch bei der Ausübung von Gemilus Chessed. durch welche die Badener Chewra Kadischa berühmt sei, tatkräftigsten Anteil nehmen. Er toastkerte auf die Aerzte der Chewra Kadischa Baden. Rabb. Reich leerte sein Glas auf Herrn Dr. Block, der Vorstand der Chewra Kadischa Wr.-Neustadt, Herr A. Mayer, sprach einen Toast auf die jubilierende Chewra Kadischa. Hierauf wurden die eingelangten Glückwunschdepeschen verlesen, von denen besonders erwähnenswert sind: Chewra Kadischa Graz (Vorsteher Ig. Adler), Adolf S ch r a m e k - Wien, Linienschisfsarzt Dr. S ch n e id er, israelitischer Frauen- und Mädchen-WohlMigkeitsverein Baden (Frau Julie Leitner). Kultus gemeinde St. Pölten (Albert Leicht). Chewra Kadischa St. Pölten (Oberlandesge'ichtsrat D". Spitz köpf, Wien). Em. Fuchs, Budapest. Chewra Kadischa Wien (Salo Cohn, Dr. Markus Spitzer). Kammervirtuose Prof. Alfred Grünfeld u. v. a. Das Festmahl war in jeder Beziehung gelungen und gebührt dem Besitzer des Restaurants Rausnitz für die außerordentlich feine Küche volles Lob, welches ihm auch während der Festversammlung unverholen wiederholt zum Ausdrucke gebracht wurde. Großen Beifall fand die von Herrn Rabbiner Wilhelm Reich herausgegebene Festschrift, welche nebst einem Vorwort eine inhaltsreiche Abhandlung über die Chewra Kadischa im allgemeinen und einen interessanten Aufsatz über die Gründung der Chewra Kadischa in Baden enthält. Treppau. Das 25jährige Vorsteher-Iubi'äum unseres verdienstvollen Kultus-Präsidenten. Herrn Dr. Theodor Sonnenschein, welches am 15. ds. gefeiert wurde, gestaltete sich zu einer imposanten Kundgebung, die nicht nur für den verehrten Jubilar, sondern für die ganze Gemeinde ein Ehrentag in wahrem Sinne des Wortes bedeutete. Zur Festsitzung im blumengeschmückten Gemeindesaal sind erschienen: der Herr Landespräsidenh Sr. Erzellenz Graf Coudenhove, der Herr Bürgergermeister K u d l i ch, und als Vertreter des Landesschulrates Herr Hofrat Chmel, der gesamte Ausschuß der Kultusgemeinde. die Kultusbeamten, die Vertreter sämtlicher hiesiger jüdischer Vereine und die Vorsteher und Vertreter sämtlicher Kultusgemeinden Schlesiens und Ratibor und Mähr.-Ostrau Der zweite Vorsteher, Herr Dr. Wolf, hielt eine eindrucksvolle Festrede, in welcher er einen Rückblick auf die segensreiche Tätigkeit und die bleibenden Verdienste hinwies, die der Jubilar nicht nur für unsere Gemeinde, sondern um das Judentum überhaupt sich erworben hat. Zum Schluß überreichte er eine prachtvoll ausgeführte Dankadresse. Hierauf hielt der Herr Landespräsident. 2e. Erzellenz Graf Coud e n h o v e. eine warme Ansprache an den Jubilar, dessen Verdienste er in sehr liebenswürdigen und schmeichelhaften Worten würdigte, und beglückwünschte ihn im Namen der k. k. Staatsregierung. Aber auch die Kultusgemeinde. so führte der Herr Landespräsident aus, sei zu beglückwünschen, die es verstanden hat, ihren verdienstvollen Verweser so lange an der Spitze ihrer Verwaltung zu fesseln! Sodann sprach der Herr Bürgermeister K u d l i ch im Namen der Stadtgemeinde herzliche Worte. Für die anwesenden Vorsteher und Vertreter der Kultusgemeinden Bielitz. Teschen, Ratibor-, Mähr.-Ostrau, Iägerndorf, Friedeck, Oderberg, Freudenthal, Freiwaldau. Wagstadt und Hotzenplotz beglückwünschte Herr Kultusvorsteher Dr. Hilf aus Mähr- Ostrau den Jubilar und dir Gemeinde zu der schönen Ehe, die heute ihre silberne Hochzeit feiere und wünschte, daß dieser schönen Ehe auch das goldene Hochzeilsfest beschieden sein möge. Für die jüdischen Vereine sprach Herr Dr. Lichtwitz, und für die Beamten Herr Rabbiner Dr. Friedmann. Nun ergriff der Jubilar das Wort und dankte tief ergriffen in schlichten, aber herzlichen Worten für die hohen Ehren und Auszeichnungen, die ihn so tief ergriffen, und schloß mit einem Hoch auf unseren geliebten Kaiser, in das die ganze Versammlung mit Begeisterung einstimmte. Damit schloß die ungemein würdige und erhebende Feier, die allen Anwesenden stets unvergeßlich bleiben wird. Es war ein Ehrentag für unsere Gemeinde, der mit goldenen Buchstaben in die Geschichte der Troppauer Kultusgemeinde eingetragen werden soll. - Um 1 Uhr vereinigte sich die Festversammlung zu einem gemütlichen Bankett, das sehr zahlreich besucht war und den geselligen und gemütlichen Teil dieses herrlichen Festes bildete. In unzähligen Toasten, teils ernsten, teils heiteren Inhalts, wurde Herr Dr. Sonnenschein wieder außerordentlich gefeiert. Nach Hunderten zählenden Telegrammen von nah und weiter Ferne bewiesen, welch großer Beliebtheit und Verehrung sich der Jubilar weit über unsere Grenzen erfreut. Zum Schluß wurde von Oberkantor Singer mann das Tischgebet und ein von ihm in hebräischer Sprache verfaßter „Horochamon" vorgetragen. womit diese herrliche und denkwürdige Feier ihren Abschluß, fand. S—n.