Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 31 (1914)
- Issue
- 7 (13.2.1914)
- Date
- 1914-02-13
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3020846-3022089-3022097--22879-3048048- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 106 Dr. Blochs Wochmschrist. Nr. 7 Gewerbe- oder Handwerkerstande, welche seit mindestens drei Jahren in Wien domizilieren, unverzinsliche Darlehen zu gewähren, und zwar bis zum .Höchstbetrage von tausend Kronen. Dem unter der Verwaltung der Beamten der Angloösterreichischen Bank stehenden Fonds zum Zwecke der Unterstützung von Beamten des Instituts in Fällen von Rot und Krankheit wird der Betrag von lOO.OOü Kmit der Maßgabe gewidmet, daß nur die alljährlich von diesem Betrage sich ergebenden Zinsen veransgabt werden dürfen. Deinen Besitz in Oeynhausen nächst Baden vermachte Präsident v. Morawitz dein Wiener Journalisten und Dchrjftstellerverein „Concordia" mit der Bestimmung, daß der Erlös einem von der „Concordia" verwalteten Fonds zuzuführen sei. Dem Altersveri'orgungshaus der Israelitischen stultusgemeinde in Wien ist nach einer testamentarischen Bestimmung der Erlös aus dem Verkaufe der Villa des Herrn v. Morawitz, Baden, Rainergosst Ar. 10 zuzuführen. Weiter hat der Verblichene die Bestimmung getroffen, daß dem Verein zur Unterstützung und Versorgung hilfsbedürftiger Waisen der israelitischen >lultusgcmeinde in Wien 20,000 K.. dem Wiener Volksbildungsverein 5000 K., dem Lpital der Barn,herzigen Brüder 5000 .st., den zivei von der Mutter des Herrn v. Morawitz in Triefch (Mähren) ins Leben gerufenen Stiftungen iür Arme, respektive st ranke, je (>000 st-, den christlichen Armen der Stadt Wien 4000 st., den jüdischen Ariuen der Stadt Wien 4000 st., ferner je 3000 st. dem Badner Spital für skrofulöse Kinder, dem Unterstützungs- Verein der Wiener Dienstmänner, dem Unterstützimgsstützungsverein der Wiener Briefträger, dem Unterstützungsverein der Hausierer von Wien, dem Verein für Lehrerinnen und Erzieherinnen, dem Unterstützungsvereiu fiir Hörer der Rechte an der Universität Wien, dem Unterstützungsverein für Hörer der Prager Handelsakademie sowie dem Unterstützungsvereiu für Diener der Wiener- Bank- und Kreditinstitute. schließlich der freiwilligen Feuerwehr in Oeynhausen 1000 K. zugewendet tverden. Die neue Leitung drs Budapestec Rabbinerseminars. Infolge des Ablebens des Präsidenten des Kuratoriums des Budapester Landesrabbinerseminars des Baron Josef Hatvany-Deutsch und des Rektors dieser Anstalt Professor Dr. Wilhelm Bacher wurde die Wiederbesetzung dieser beiden Stellen notwendig. Vorige Woche fand nun in Budapest eine Sitzung des Kuratoriums statt, in welcher Dr. Franz Mezey zum Präsidenten des Kuratoriums und der bisherige Rektor-Stellvertreter, Professor Dr. Ludwig Blau, zum Rektor des Landesrabbinerseminars gewählt wurden. Dr. Mezey hat als Schriftführer der großen Chewra-Kadischa in Budapest diese Wohlfahrtsorganisation zur größten und bedeutendsten auf dem ganzen Kontinent gemacht, hat ferner an dem Zustandekommen und Aufblühen der ungarisch-israelitischen Literaturgesellschaft des jüdischen Museums, der jüdischen Mensa academica und vieler anderer moderner jüdischer Institutionen einen großen Anteil. Die Bedeutung des Professor Dr. Ludwig Blau, der ein Schüler Bachers ist, ist in der Gelehrtenwelt viel zu bekannt, als daß wir des Näheren auf seine Würdigung einzugehen brauchen. Durch die neuen Agenden des Rektors Professor Dr. Blau wird er naturgemäß nicht in der Lage sein, seine bisher vorgetragenen Disziplinen, Bihel und Talmud, auch west terhin zu lehren. Für den dadurch freigewordenen Po-, sten eines Professors für Bibel und Talmud wird im Sinne des Kuratoriumsbeschlusses zunächst eine öffentliche Konkurrenz ausgeschrieben werden, und erst wenn diese nicht das gewünschte Ergebnis haben sollte, beabsichtigt das Kuratorium einen Fachgelehrten von europäischem Ruf auf diese Professur zu berufen. Vermischtes. Bortrag aus jüdischer Geschichte, Literatur und Kultur. Donnerstag den 19. Februar 1914, lf^> Uhr abends, findet im Festsaale des Ingenieur- und Architektenvereines, I.. Eschenbachgasse 9, ein Vortrag des Herrn RabbinerlDr. Max Grunwald statt. Thema: „Henri Bergsohn." Eintritt stei — ohne Karten. Wien Zum Professor der Kinderheilkunde und Vorstand der Kinderklinik an dem kärolinischen Institute in Stockholm wurde Dr. Isak Iundell ernannt. Derselbe hat sich auf dem Gebiete der klinischen Bakteriologie, sowohl als auch durch zahlreiche Arbeiten von dauerndem Wert die Anerkennung, die ihm nun zuteil wurde, ehrlich verdient. Außer Iundell wirkt in Upsala unser Glaubensgenosse Professor Josef so n als Professor der Geburtshilfe und Gynaekologie. Wien. Der „Jüdisch-akademische Philosophen-Verein in Wien'' beehrt sich allen seinen Freunden und Bekannten mitzuteilen, daß ihr gegenwärtiger Obmann und Kursierter der slav. Abteilung cand. phil. Ignaz Frankfurter, Freitag, den 13. Februar 1914 um dreiviertel 1 Uhr mittags im großen Festsaale der k. k. Universität zu Wien zum Dr. der Philosophie promovieren wird. Wien. Samstag, den 14. Feber 1914, um ß Uhr nachmittags findet in her Bibelschule, II., Rembrandtstraße 34, eine Besprechung zwecks Gründung eines Misrachjugendbundes statt. Gäste, Damen und Herren, willkommen! Wien. Donnerstag früh starb hier Herr Sigmund B o n d i, Restaurateur zum ,<König David". II.. Untere Augartenstraße 8. Der Heimgegangene entstammte einer jüdischen Gelehrtenfamilie und erfreute sich in weiten Kreisen zahlreicher Sympathien. Wien. Der jüdische Schulverein für den zehnten Bezirk in Wien, welcher seit fünfzehn Jahren im genannten Bezirke segensreich wirkt, hat in seiner am 4. Feber d. I. stättgehabten konstituierenden Vorstandssitzung die Herren Jacob S. Straßberg zum Obmann, Moritz Faltitscheker zum Obmann-Stellvertreter. Samuel Insel zum Schriftführer, Hermann F i s ch m a n n zum Kassier mit Stimmeneinhelligkeit gewählt. Wien. (Humanitärer Verein ..Tiferes Bachuri m). Derselbe hält Sonntag den 15. Februar 1914 präzise halb 7 Uhr abends im Turnsaale der Talmud- Thora-Schule, II.. Malzgasse 16 die siebzehnte ordentliche Generalversammlung und im Hotel Rewyork, II., Kleine Sperlgasse 5, ein Festbankett ab. Gründung eines jüdischen Gesangsveremes. Die Gründung eines jüdischen Eesangsvereines war längst ein Bedürfnis innerhalb der jüdischen Gemeinschaft Wiens. Der Pflege des jüdischen Liedes eine Heim- Wtte zu schaffen, bildete die Sehnsucht vieler treuer Juden. Es ist darum freudig zu begrüßen, daß eine Schar begeisterter Männer am Werke ist, der Sangesfreude unserer hiesigen Volkesgenossen durch Gründung eines jüdischen Gesangsvereines eine würdige Stätte zu bereiten. Die Persönlichkeit des künstlerischen Leiters, des Herrn Gesangsprofessors Artur Wolf,- eines Schwagers des Oberkantors Don Fuchs, verbürgt ein sicheres Gelingen der schönen Aufgabe. (Sprechstunde: Jeden Dienstag von 6—9 Uhr abends im Industriellen-Kaffee, I.. Concordiaplatz). Möge jeder nach Kräften dazu beitragen, daß die Liebe zu unserem Volke in gewaltigem Vhore ertöne, tausendfachen Wiederhall erweckend in gleichgestimmten