Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 31 (1914)
- Issue
- 7 (13.2.1914)
- Date
- 1914-02-13
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 104 Dr- Vlochs Wochenschrift. Nr« 7 Lebens im XIII. Gemeiudebezirke gedachte. In deren Anerkennung hat der Borstand des Tempelvereiues, Herrn Doktor Grunwald, seinen ersten Rabbiner, porträtieren zu lassen und mit seinem Bildnis das Rabbinerzimmer des dmmächst zu erbauenden Tempels zu schmücken, einstimmig beschlossen. In seiner Erwiderung verband dir Gefeierte mit dem Ausdruck des Dankes für diese feinsinnige Ehrung die Bitte, ihm auch nach seinem Scheiden vom Bezirk die alten Sympathien zu bewahren. Am Donnerstag den 5. d. M. hatte sich der Vorstand des Talmud-Thora-B.'reines für die »-westlichen Bezirke mit den Lchrern und Schülern der von ihm geleiteten Anstalt im Sitzungssaal der Kultusgemeiude in der Turnergasse zu Ehren des scheidenden Herrn Rabbiners vereinigt. Nach einer Ansprache des Oberlehrers Herrn L. Wiesner trugen unter Ueberrcichnng von Blumensträußen Schülir und Schülerinnen Worte des Dankes v.r. Herr Kommerzialrat Leopold Baß feierte, als stellvertretender Vorsitzender des Vereines, in küssen Präsidium Herr Dr. Gruuwald bis zur Wahl eines Amtsnachfolgers zu verbleiben sich bereit erklärt hatte, die Fortschritte des Vereines und der Schule unter seiner bisherigen Leitung, worauf Herr Inspektor Julius Braun im Aufträge des Kultusvorstandes und Herr S. Mohr im Namen der Bezirksvertretung ihrer Anerkennung für die Leistungen der Schule in dem abgelaufenen Jahrzeut Ausdruck verliehen. Mit einem Lebewohl des Herrn Rabbiners schloß die erhebende Feier, zu der sich auch Eltern der Schüler eingefuuden hatten. Am Freitag den 6. d. M. beim Abendgottesdi nste nahm Herr Rabbiner Dr. G r u n w a l d, von Herrn Oberkantor Schleifer und dem Chor mit feierlichem Borucli liabbo empsangeu, von seiner vollzählig erschienenen und alle Räume des Tempels in der Turnergasse füllenden Gemeinde Abschied, der sich auch die Herren Kultusvorsteher Emanuel Grüuwald nnd S. Steiner, Hofrat Dr. Schlag und andere Gäste angeschlossen hatten. In Herrn Doktor Grün Walds Wohnung fanden sich im Anschluß an diese Feier die Bethausvorstände des XV. und des XIII. Bezirk s. die Bezirkskommission, Deputationen der Chewra-Kadischa, des Ausspeisungsvereiucs und anderer Korporationen, sowie einzelne Gemeiudemitglieder ein, die von dem Herrn Rabbiner sowie seiner um das Vereinsleben in jenen Bezirken hochv rdienten Frau Gemahlin sich in herzlichen Worten verabschiedeten. Es sprachen Herr Kultusvorsteher S. Steiner im Namen des Bethausvorstandes XII.—XV., der d s in-ige Verhältnis zwischen Rabbiner und Gemeinde und den lisher unter den Gemeindemitgliederu herrschenden Frieden hervorhob, ferner Herr Sam. Mohr als Obmann der Bezirkskommission, Herr Bethausobmannstellvertreter Hermann 'Weinberger im Namen der Chewra-Kadischa, der seine Ausführungen mit geistvollen hebräischen Anspielungen würzte, Herr Dr. S. Kren b erg er, als Präsident des Hietzinger Tempelvereines, Frau Emmy F i f ch l e r - L a n d e i s die Präsidentin des Ausspeisungsvereines, Herr kaiserlicher Rat S. Beer, Frau Emilie M i l l h o f e r, die Präsi.unt n des Vereines „Edelsinn". Der Bethausvorstand des Turnergassentempels hat zum Andenken des Paares im Tempel ein geschmackvoll ausgeführtes Fenster mit entsprechender Widmung gestiftet und der Ausspeisungsverein einen kostbaren Teppich zum Abschiedsgeschenk gewählt. Beim Gottesdienst am Samstag vormittags wurde Herr Dr. Grunwald mit einem von Herrn Oberkautor Schleifer meisterlich verfaßten und mit Unterstützung des Chores vorgetrageneu Micheberach aufgerufen. Am Samstag beim Jugmdgottesdienst hielt Herr Rabbiner Doktor Grunwald die Erhörte, in der er von der Schuljug-nd seiner Gemeinde Abschied nahm. Hierauf sprachen die Restgionslehrer der Volks- und Bürgerschulen des Bezirks bei dem Herrn Rabbiner vor, um ihm für die Unterstützung zu danken, die er ihnen während seiner Amtstätigkeit jedtr zeit habe zuteil werden lassen. Ansprachen hielten die Herren Lehrer Berger, B r o n n e r, L i ch t e n d o r f und Schwertfinger im Namen der Kollegen. Eine Abordnung von Schülerinnen des XIV. Bezirkes sprach den Dank der Schuljugend aus und überreichte eine Blumenspende. Allgemein herrschte der Eindruck vor, daß nicht eine Gemeinde, sondern eine große Familie hier Abschied feierte nnd daß das l'tztvergangeue Jahrzent von allen jüdischen Einw.'hnern der westlichen Bezirke als ein für die Ei Haltung und Pflege des guten Geistes förderlicher Zeitraum betrachtet wird. 21. 8. Generalversammlung des Tempelverelnes Hietzing. Am 3. Feber d. I. fanden sich zahlreiche Mitglieder dieses Vereines zur alljährlichen Generalversammlung ein. Die erhwürdigen Herren Rabbiner Dr. Mar Grunwald und Dr. Protznitz, wie die Kultusvor^ steher Dr. Heinrich Schreiber und Mar Zirner, Sekretär-Stellvertreter Guido Fuchs gelb und Oberkantor Gotthold Friedländer waren die warm begrüßten Gäste des Abends. Vom Hietzinger Frauenverein waren die Damen B i r m a n n und Huppert erschienen. Der Obmann des Vereines, Dir- Dr. S. Kren-, b erg er begrüßte alle Erschienenen und entschuldigte das Fernbleiben der'Herren Vorsteher kais. Rat Kanders, erster Sekretär, kais. Rat, Dr. Theodor Liebem und Sekretär Dr. Adler wie der Herren Samuel Mohr und Anton P i ck. Der Verein hatte im abgelaufenen Jahre den Verlust dreier sehr verdienter Vorstände zu beklagen, der Herren Jakob Popper, Franz Josef Klein und Ferdinand Hevzog, denen der Vorsitzende herzliche Gedenkworte widmete. Das Scheiden des ehrwürdigen Herrn Rabbiners Dr. Mar Grunwald aus den Bezirken XII—XV gab zu Ovationen für diesen hochverehrten Mann der Wissenschaft und der Seelsorge Anlaß und es wurde beschlossen, das Bild des GeV feierten als erstes im Rabbinerzimmer der neuen Synagoge anzubringen und korporativ der Abschiedsrede im Fünfhauser Tempel am 6. d. M. beizuwohnen. In inniger, herzlicher Weise dankte Dr. Grunwald und versprach auch im zweiten Bezirk des dreizehnten und seiner dort wohnenden Freunde nicht zu vergessen. Dann kam die Frage des Jugendgottesdienstes insbesondere für die Schülerinnen des Hietzinger Mädchenlyzeums zur Sprache und die Eingabe des Vereines an den Kultusvorstand um Ansetzung von mindestens 4 Erhörten ausschließlich für diese Mädchen fand Zustimmung und wird nach den Versicherungen des Herrn Sekretär-Sellvertreters F u ch s g e l b noch vor Pessach günstige Erledigung finden. Dagegen braucht die Errichtung einer zweiten Religionsunterrichts-Sation in Hietzing, die wegen der vielen Schüler und der großen Entfernungen sehr nötig ist, noch geraume Zeit, weil hiebei Magistrat und Bezirksschulrat auch dreinzureden haben. Auch die Zulassung der Vereinsfunhtionäre zu den Leichenbegängnissen der Hietzinger ist seit einem Jahre beim Kultusvorstand anhängig, ohne eine günstige baldige Lösung erhoffen zu lassen. Cs ist der alte Gegensatz zwischen Vereins- und GemeindefunRivnären, der endlich eine prinzipielle Lösung finden mutz. In der wichtigsten Frage des Hietzinger Tempelvereins konnte der Vorsitzende nach detaillierter Darle-- gung der Arbeiten und Sorgen des vergangenen Jahres die günstigsten Aspekte für den Beginn des Baues im Frühjahr eröffnen. Auch Herr Kultusrat Dr. Schreiber gab dieser guten Erwartung Ausdruck und sprach seine volle diesbezügliche Unterstützung dem Vereine zu, was stürmischen Dank für den Redner auslöste. Kultusrat Zirner gab die wertvollen Versicherungen, auf Förderung unseres Bauplanes im Kultusvorstand. Endlich wurde die Frage, welche seit Wochen alle Ge-