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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-02-13 · 7 (13.2.1914) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
7 (13.2.1914)
Date
1914-02-13
Page
– (sequence 6)
Language
German
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mKKmtsamm n I—■IlW'limill1 ."'S UKiLÄkSS Geitc 102 Dr. Bl ochs Wochenschrift. Nr. 7 Bergson zu bestimmenöen wohltätigem Zwecke zugeführt. Die von Kautsch ausgeführte Plakette liegt bereits vor: aus öem Avers das sorgfältig öurchgeführte Porträt des Philosophen, den Revers füllt eine Allegorie mit der Legende „Movet vita rntelleetmn". Ein beschwingter Genius mit der Fackel legt die Hand auf die Schulter eines einen stereometrischen Körper betrachtenden Mannes, wie um ihn aufzurütteln und mit sich fortzuziehen. Subskriptionen sind an Henri Kautsch, 5, Rue d Armaille, Paris, zu adressieren. * * Aus Rewyork wird gemeldet: Der japanische Botschafter in Washington hat in einem Bortrage, den er in einer gelehrten Gesellschaft gehalten hat, über die Verbreitung der Philosophie Henri Bergsons erstaunliche Daten mitgeteilt. Das Studium Bergsons beschäftigt die gesamte Intelligenz des japanischen Volkes und wird vermutlich eine grundstürzende Umwälzung im Geistesleben des japanischen Volkes zur Folge haben. Rücktritt Dr. Simons und Dr. Nathans. Wir meldeten nach der zionistischen „Jüdischen Korrespondenz" den Rücktritt der Herren Dr. James Simon und Dr. Paul Nathan aus dem Kuratorium des jüdischen Technikums in Haifa und die Einstellung der Arbeiten am Technikum auf Anweisung des geschäftsführenden Ausschusses in Berlin. Wie aber von Berlin milgeteilt wird, ist diese Nachricht nicht zutreffend. Allerdings tragen sich (die Herren Dr. Simon und Dr. Nathan mit dem Gedanken, die Verantwortung für die Leitung der Geschäfte des Kuratoriums fernerhin nicht mehr zu tragen, doch wird die Entscheidung darüber erst in einer auf den 22. Feber einberufenen Sitzung des Kuratoriums fallen. Korrespondenzen. Der Kampf uw die Palästina-Kommission. (Aus den letzten Voistandssitzungen der Wiener isr. Kultusgemeinde.) Die letzten Sitzungen des israelitischen Kultusvorstandes in Wien waren äußerst beiwegt, es gab heftige geradezu stürmische Debatten, voll Aufregungen und Explosionen. Allein nicht nur diese Begleitumstände, sondern die behandelten Gegenstände selber verdienen die intensivste Aufmerksamkeit aller Kreise der Gemeindemitglieder, aus welchem Grunde wir die Geschehnisse der Aufmerksamkeit der Leser empfehlen. Im Herbst des Jahres 1911 hat Rabbiner Dr. Grunwald eine Reise nach Palästina unternommen und bei jener Gelegenheit einen Auftrag des Vorstandes erhalten, über jene Wohlfahtrtsinstitute und Stiftungen in Palästina, zu welchen die Kuktusgemeinde, sei es historisch durch ihre Stifter, sei es durch regelmäßige Subventionen, in Beziehungen steht, besondere Informationen mitzubringen. Nach seiner Rückkehr erstattete Herr Dr. Grunwald an den Vorstand über seine Wahrnehmungen und Beobachtungen einen schriftlichen Bericht und gelangte schließlich dazu, den Vorschlag zu befürworten, es möge der Vorstand eine eigene Palästina-Kommission bestellen, mit der Aufgabe, die österreichischen Stiftungen in Palästina, wie bic Wertheimer- Stfftu ng, die Lämel-Schule, unter ihre Obhut zu nehmen und auch das Verhältnis des Kultusvorstandes zum hebräischen Gymnasium in Jaffa, wohin jährlich Wiener Stipendien gelangen, im Auge zu behalten. Herr Rabbiner Dr. Grunwald glaubte, daß es dem Einfluß einer solchen Palästina-Kommission nicht schwer fallen bürste, auf den Lehrplan des Gymnasiums in Jaffa, der mancherlei zu wünschen übrig läß.t, Einfluß zu nehmen und die jährlichen reichen Spenden, die aus Oesterreich nach Palästina 'gehen, in das richtige Bett zu leiten. Es entstehen auch neue Wohlfahrtinstitute, die der Unterstützung würdig sind, ihre Förderung wäre nicht minder Aufgabe der Kommission. Der Präsident Dr. Alfted Stern hat den Bericht mit Wohlwollen ausgenommen und auch versprochen, den gestellten Antrag seinerseits zu fördern, daß er zur Ausführung gelange. Als sodann Herr Dr. Grunwald im Zyklus seiner Vorträge in der Eschenbachgasse über seine Palästinareise referierte u. von seinem, dem Vorstand unterbreitetem Antrag Mitteilung inachte, war der Präsident Herr Dr. Alfred Stern anwesend und er ließ es sich nicht nehmen, am Schlüsse des Vortrages dem Redner für seine interessanten und belehrenden Ausführungen zu danken und gleichzeitig die Versicherung auszusprecheNj daß er seinerseits die Anregungen Dr. Grünwalds sich aneigne und im Vorstandskollegium wärmstens befürworten werde. Indes darf die Wahrheit uicht verschwiegen werden, daß die Anregungen Dr. Grün walds nicht bei allen Vorstandsmitgliedern den gleichen Beifall auslösten. Cs waren Vorstandsmitglieder der Meinung, daß es einer solchen Palästina-Kommission nicht bedarf; die der geplanten Kommission zugedachten Agenden können ganz gut von den verschiedenen bereits bestehenden Kommissionen (Unterrichts-Kommission, Historische Kommission u. s. w.) zur vollsten Zufriedenheit besorgt werden. Die Bildung einer eigenen Palästina-Kommission erwecke einen politischen Eindruck, gewinne den Anschein von 'Zugeständnissen an eine politische Partei und könne als Mittel für Agitationszwecke gebraucht und mißbraucht werden. Allein diese Bedenken teilte der Präsident Dr. Alfred Stern nicht,' er war seit je ein Freund des heiligen Landes, die Sache Palästina liegt ihm am Herzen und eine Palästinareise bildet die Sehnsucht seines Greisenalters. Die Chancen des Antrages waren somit überaus günstig. Im November 1911 fanden Kultuswahlen statt und zwei Zionisten zogen kampflos als Kompromiß,kandidaten in die Kultusstube ein. In einer der ersten Sitzungen des Jahres 1912 stellten die Herren Dr. Ehrlich und Ing. Stricker den Initiativantrag, auf Einsetzung einer Palästina-Kommission, welche — und das war das Neue den Siedlungsangelegenheiten ihre Wirksamkeit zuwenden soll. Diese Aktion war gewiß nicht geeignet, dem ursprünglichen Anträge neue Freunde im Vorstandskollegium zu werben; dessen ungeachtet hat das Vertreter-Kollegium auf Andrängen des Präsidenten Dr. Alfred Stern, die Einsetzung einer Palästina-KoMmission befürwortet — allerdings mit Begrenzung auf die Aufgaben, welche der ursprüngliche Antrag als Wirkensbereich dieser Kommission zugewiesen hat. Inzwischen hatte der Vorstand durch die ihm zugewendeten Stiftungen für ein jüdisches Kinderspital, die langwierigen Bemühungen zur Erwerbung eines Baugrun-, des, die schwierigen Unterhandlungen mit den Behörden, die Erwerbung neuer Friedhofsgründe, die Gewinnung einer Area für die Freilegung des Tempels in der Seitenstettengasse, die Veamtenregulierungen und die Aktionen in der Veilis-Affäre u. s. w., soviel Arbeitsmaterial zu bewältigen gehabt, daß es zur Beratung der früher erwähnten Anträge nicht gekommen ist. In der konstituierenden Sitzung des Vorstandes vom 6. Jänner 1914 fanden die Wahlen in Kommissionen

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