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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-02-06 · 6 (6.2.1914) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
6 (6.2.1914)
Date
1914-02-06
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Dr. Bloch» WochMschrrft. Leite 98 Nr, 6 sandt, das Kapitel bei (öuclfcnrittcr zählte nunmehr einen bürgerlichen Funk zu den meinen, was doch an und für sich genug war — da erschütterte mit einmal die furchtbare Kunde das gesamte tomgliche Hofgeimde: Fregattenkapitän Funk ist Jude! Vticyt einmal getauft Ein X5ube ist Welfenritier! So was ist noch nicht dagewesen! Dqs Ordenskapitel war natürlich grenzenlos ronsterniert, aber so groß das Unglück auch war, ein Zurück gao es nicht mehr, mit der österreichischen Regierung schien es nicht ratsam, irgendwelches Fadeln zu versuchen. So zählte der christliche Welfenhof, der bekanntlich lieber seine erste Musitnotabilität, Herrn Joachim verlieren, als sich von diesem einen jüdiichen Kammermusikanten c^ufdrängen lassen wollte, mit tiefer Schamröte einen jüdischen Guelfenorden-Kommandeur. Funk war undanrbar genug, auch als Jude zu sterben. Der zweite Held jener Epoche, Linienschiffskapitäu Friedrich P i cl Edler von Seewart lebt als hochgeschätztes Mitglied der hiesigen Gemeinde. 1839 zu Reustadt in Böhmen geboren, und Mai 1861 als Seeeleve assentiert, war sein zweiter Feldzug der des Jahres 1866, für welchen er das Signum laudis erntete; er beteiligte sich auch an den militärischen Operationen 1869 in Dalmatien. Seht dem dreißigjährigen Kriege ..hatte kein österreichischer Soldat mehr den Boden Jütlands betreten. Und es ist bezeichnend, daß die dänische Presse vor dem Einmarsch unseres Armeekorps unter dem Kommando Gablenz die Erinnerung an alle Greuel wachrief, die Wallensteins rauhe Soldateska in jenen Landstrichen verüjb-te. Diesmal wurde dem Gegner alle Schonung zuteil, die auch anerkannt wurde und als deren Ausdruck der nachstehend Wiedergegebene Fall der Vergessenheit ententrissen zu werden verdient. Leutnant Jakob Strauß des 9. Jäger-Bataillons, geboren 1843 zu Lukawitz in Böhmen, zeichnete sich im Gefechte bei Oeversee besonders aus und erhielt dafür — er war damals noch Kadett — die kleine silberne Tapferkeitsmedaille. Unmittelbar darauf wurde er laut 6. Armee- Korps-Kommando-Erlasses Seiner Erzellenz des Feldmarschalleutnants von Gablenz, am 14. Februar zum Leutnant ernannt und im August desselben Jahres ward ihm die weitere Auszeichnung, mit Allerhöchster Entschließung belobt zu werden. Er scheint sich auch den besonderen Dank friesischer Einwohner verdient zu haben, denn im Jahre 1865 wurde er zum Ehrenbürger des Fleckens Wyk auf der nordfriesischen Insel Föhr ernannt. Das bezügliche Dokument vermerkt nur die Tatsache, der Ernennung, leider nicht auch den Anlaß hiezu. Nachdem er noch den Feldzug 1866 mitgemacht, quittierte er, gleich zahlreichen anderen, gegen eine einjährige Gagenabfertigung und ohne Beibehalt des Offizierscharäkters, den Militärdienst. Der weitere Lebenslauf dieses interessanten Mannes konnte leider nicht eruiert werden. „Für besondere Tapferkeit und hervorragende verdienstliche Leistungen im Seegefechte bei Helgoland, am 9. Mai 1864" wurde auch der damalige Oberleutnant der Marineinfanterie Heinrich Pokorny, geboren 1832 zu Horiz in Böhmen, mit dem Militärverdienstkreuze ausgezeichnet. Er starb im Jänner 1867 in Wien. Das Ritterkreuz des Franz Joseph-Ordens erhielten: Regimentsarzt Dr. 'Weiß Heinrich, geboren 1816 in Prag, gestorben als Oberstabsarzt erster Klasse im November 1884 in Graz, Oberarzt Dr. Schalek Joseph, geboren 1624 zu Komait in Böhmen, gestorben als Oberstabsarzt zweiter Klasse im April 1892 in Prag. Das goldene Verdienstkreuz mit der Krone: Regimentsarzt Dr. Arzt Einanuel, geboren 1823 zu Uhnow in Galizien, gestorben als Generalstabsarzt int Juli 1894 in Lembergs Fregattenarzt Dr. Fleisch nt a n n Karl, geboren 1831 zu Aussee in Mähren, gestorben als Admiralsstabsarzt im Oktober 1906 in Triest, Oberwundarzt Fuchs Juda, geboren 1827 zu Szczerzec in Galizien, gestorben im Dezember 1885 in Gaudenzdorf. Von dett Personen des Mannschaftsstandes zeichneten sich noch aus: Zugsführer Joseph Deutsch, des 34. Inf.-Reg., geboren zu Toltswa in Ungarn; Feldwebel Samuel Einschlag des 30. Jnf.-Reg. geboren 1824 in Lemberg; Feldwebel Moses Mayer desselben Regiments, geboren 1826 zu Michnowice, ebenfalls in Galizien; Zügsführer Jsak B l o ch, ebenfalls vom 30. Jnf-Reg, geboren 1832 in Glinna, Galizien; Feldwebel Bernhard Frankel des 34. Jnf.-Reg., geboren 1855 in Jaroslau; Gefreiter Jakob Schaffer, geboren 1837 zu Miloczowice, Galizien: Zugsführer Elias Schwarz vom 34. Jnf.-Reg-, geb. 1836 zu Päonin in Ungarn; Feldwebel Eduard Wald vom 34. Jnf-Reg., geboren zu Szerdahely; Zugsführer Samuel Grünbaum vom 34. Jnf.- Reg., geboren 1836 zu Göncz in Ungarn: Zugsführer Wolf Träger vom 30. Jnf -Reg., geboren 1830 zu Spaß in Galizien, die alle, sei es mit der Tapferkeits-. medaille, sei es auch mit dem Ausdrucke der Allerhöchsten Belobung ausgezeichnet wurden. Die Liste ist mit den hier aufgezählten Namen noch nicht erschöpft, wie auch die Schilderung der bezüglichen Waffentaten und die Biographien jedes Einzelnen sich dem enggesteckten Rahmen eines Zeitungsartikels entziehen. _ Literatur. Zur neueren Literatur Uber Moses und sein Werk. In unseren Tagen, in denen der religionsgeschichtliche und literarhistorische Kampf um ddc Bibel, insbesondere den Pentateuch, so viel Unsicherheit und Verwirrung in dir Ileihen des Judentums trägt, ist es wohl angezeigt, mit Nachdruck auf jüdische Arbeiten hinzuweisen, die geeignet sind, dieser unheilvollen Verwirrung zu steuern und dir namentlich dem Lehrer wertvolle Winke zur Behandlung der biblischen Probleme geben. In dem vom jüdischen Verlag lievausgegebenen Sammelwerke „Moses“ spricht Ach ad ha-am meisterhaft über den Moses, „der nicht nur die vierzig Jahre in der Wüste Sinai vior uns einherging, sondern die tausende Jahre in all den Wüsten uns leitete, durch die wir seit dem Auszug aus Aegypten gezogen sind. In ähnlichem Sinne läßt Hugo B e r g m a n n in seinem Buche „W o rt e M o s i s" (in der Sammlung „Die Weisheit der Völker“, herausgegeben vom Verlag Bruns, Minden) d e n Moses sprechen, »der wahrhal'tgewirkt und deshalb in mehr als gewöhnlichem Sinne auch wahrhaft gelebt hat.“ Die richtige Unterscheidung zwischen dem wirklich (real) Seienden und dem historisch Wirksamen läßt alle die Probleme. Prägen und Hypothesen, welche die spezielle Bibel- und Pentateuchkritik beschäftigt, für die Allgemeinheit und besonders für die Schule als nebensächlich zurück treten. „Dasjenige Fünf buch, das wahrhaft war, weil es wahrhaft gewirkt hat, weil es das Menschengeschlecht erzogen hat, dieses Buch ist eine Einheit. Es wäre schlimm um uns bestellt, wenn wir . . . uns jetzt jener einheitlichen Wirkung, die ein Segen im Leben früherer Geschlechter war, entzögen.“ Die Arbeit derjenigen besonnenen Historiker, die sich um die zahlreichen Probleme mühen, welche die Bibel nun einmal darbietet, hat auf das religiöse Erziehungswerk keinen Einfluß. So sagt einer der Besten, Hermann Gunkel: „Wir streben danach, in strenger Unterscheidung der Zeiten den Sinn zu erkennen, den die alten Schriftsteller selber ge-

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