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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-02-06 · 6 (6.2.1914) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
6 (6.2.1914)
Date
1914-02-06
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Geile 86 Dr. Bloch« Wochenschrift. Nc. 6 Dem Berufe nach waren unter den Beförderten: Schneider (Schneiderinnen) 42, ohne bestimmten Beruf (zumeist Frauen) 40, Schuster (Oberteilarbeiter)6, Tischler 6, Händler 5, Fleischer 4. Kappenmacher 3, Drechsler 3, Spengler 3, Müller 2, Aotografen2. Landarbeiter 2, Schmiede- (Schlosser) 2, Kürschner 1, Hutmacher 1, Perückenmacher 1, Anstreicher 1, Bäcker 1. Schriftsetzer 1 und Eiersortierer 1. Wien. Am 1- Februar d. I. fand in den Räumen des Iosefstädter Tempels die ordentliche Generalversammlung des Tempelbauvereines VIII., Neudeggergasse 12, statt. Der Vorsitzende, erster Präses-Stellvertreter kais. Rat Albert Frankl eröffnete die Sitzung und begrüßte die zahlreich erschienenen Mitglieder und Gäste, insbesondere den Vertreter der israelitischen Kultusgemeinde Herrn Vorstandsmitglied S. Brod, sowie den Vereinsrabbiner Dr. Bauer in herzlichen Worten. Sodann gedachte er mit tiefempfundenen Worten des dem Tempel leider zu früh durch den Tod entrissenen Präses des Herrn Hermann Beck, der sich durch sein unermüdliches Wirken um den Tempel ein Denkmal für alle Zeiten gesichert hat. Ebenso gedachte er des Vorstandsmitgliedes, des Herrn kais. Rat Ludwig Weiß, der-nicht nur dem Tempel seine schätzenswerte Kraft widmete, sondern auch den armen Juden des achten Bezirkes in selbstloser Weise als Samariter mit Rat und Tat zur Seite stand. Schließlich auch der übrigen verstorbenen Mitglieder. Der Schriftführer. Dr. Sigmund Goldberger verliest den Geschäftsbericht, hebt hervor, das Wirken des Tempelvereines, sowohl hinsichtlich des Gottesdienstes als auch hinsichtlich des Unterrichtes der Jugend in der, Ursprache unserer Väter in seiner Vibelschule. Er weist bei dieser Gelegenheit auch auf die geringe Subvention hin. die der Tempel von der Kultusgemeinde erhält, auf die zu zahlenden Amortisationszinsen, die die ganze Subvention bereits in Anspruch nehmen, ferner auf die Teuerungsverhältnisse, die eine Gehaltserhöhung der Funktionäre und Bediensteten unerläßlich erscheinen lassen und bittet den Vertreter der Kultusgemeinde. Herrn Brod um feine Intervention. Herr Brod anerkennt die hervorraqende Leistung des Iosefstädter Temvels und seines Vorstandes und verspricht diesfällig bei der Kultusgemeinde fürzusvrechen. Von der Verlesuna des Kasiaberibtes wird Umgang genommen und dem Ausschuß auf Antrag der Revisoren das Absolutorium erteilt. Bei den vorqenommenen Wahlen wurden die oustretenden Ausschußmitalieder Adolf Beck. kais. Rat Albert Frankl, k. u. k Kommerzialrat Generaldirektor Ludwi^ Horch. Leooold R bicsek. Friedrich Schiller und Lazzaro N i tz a l i. ebenso die Revisoren Ianaz V a r a n i), Sal. Bauer und Hermann Stern wiedergemählt. Der Vorsitzende dankt den Anwesenden für ibr Erscheinen und schließt dann die Generalversammlung. Bei der hierauf folgenden Ai»sschußsiünna wurden Herr kaiserlicher Rat Albert Frankl, zum Vrä^s. H»rr Adolf Beck, zum ersten Vrases-Stellvertreter. Herr k k. Kommerzialrat. Generaldirftor Ludwin Horb, zum zweii ten Vräse-i-Stellnertreter. Herr Lazzaro Vitali ,i»m Kasseverwalter. Herr Leovold Robic-;ek. zum Finanzrekerenten. Heri- Architekt Leopold Fuchs zum Baureferenten gewählt. i Brockensammlung für jüdische Arme. Das rührige Vergnügungs-Kommitee dieses jüngst gegründeten Vereines veranstaltete in letzter Woche im Kaffee Adlon einen Theaterabend, der von einem distinguierten Publikum besucht war — Frau Raja B arber brachte drei Lieder zu Gehör, und erntete reichen Beifall; auch Hofburgschauspielerin Frau Danegger, Frau Klaus-Bayer, Herr Kantor Reumann trugen wesentlich dazu bei, die zahlreich erschienenen Gäste durch ihre interessanten Vorträge zu unterhalten. Die Brockensammlung wird demnächst ihr neues Lokal, Albertgasse 16, beziehen. Der strenge Winter^ der sich den Armen besonders fühlbar macht, stellt erhöhte Anforderungen an unseren Wohltätigkeitsverein. Brocken aller Art, Kleider, Wirtschafts-Gegenstände die im Hause entbehrlich sind, werden von der Brockensammlung dakbarst angenommen. Besonders lebhaft ist die Nachfrage nach warmen Kleidungsstücken. Jahresabschluß der ungarischen Ito-Organisation. Dem „Egyenlöszeg" entnehmen wir folgenden Ausweis über die Ito-Organisation am Ende des Jahres 1913. Ordentliche Mitgliederbeiträge K 10.149.53, Zinsen K 783.63, davon sind bloß K 1678.04 auf Bureau- und Propagandaspesen abgegangen. Das Vermögen beträgt jetzt K 34.060. An die Zentrale wurden außerdem 5000 Kronen abgeliefert. Die Organisation zählt 4940 Mitglieder, darunter 5 Stifter mit 500 Kronen. 160 Gründer mit 10 Kronen. Die Organisation zählt 36 Ortsgruppen, welche sich ausschließlich in kernmagyarischer Gegend befinden. Der Kaiser für ein jüdisches Gotteshaus. Wie das Amtsblatt meldet, hat der Kaiser zu den Baukosten eines isarelitischen Bethauses in Iaszladany aus seiner Privatschatulle 200 Kronen gespendet. Dank des Bischofs an den Oderrabbiner. Wie seinerzeit berichtet wurde, hat der Dberrabbiner der Budapester Romnachsynagoge Dr. Elias Adler bei offener Bundeslade für die Genesung des reformierten Bischofs Desiderius Balthasar, der damals von den Aerzten aufegegebn, schwer krank darniederlag, ein Gebet verrichtet. Der Bischof genas und kaum fühlte er die nötige Kraft in sich, griff er zur Feder und schrieb an den Oberrabbiner folgendes Dankschreiben: „Geehrter Herr Oberrabbiner! Unser aller gemeinsamer Vater und Gott hat Ihr und Ihres Volkes Flehen, welches Sie anläßlich der deslade, für mich, Ihren Bruder, in Ihrem Herzen und Gefühl in heiliger hebräischer Sprache zu ihm gerichtet haben, erhört. Eine wundervolle Kraft hat mich wieder auf die Beine gestellt und ich ergreife die erste Gelegenheit. da ich mein Krankenbett verlasse, um Ihnen und der heiligen Gemeinde der RoMbachsynagoge zu danken, für die andachtsvolle Güte, um jenes brüderliche Verhältnis, welches ich auch bisher mit dem Judentum auftecht zu erhalten und zu pftegen, auch bisher so glücklich Mar, in himmlische Höhen zu erheben. Der Herr segne Sie mit allen feinen Segen, für den Edelmut und für die Güte Der Großrabbiner von Saloniki in Athen. Aus Athen wird berichtet: Dieser Tage kam der Großrabbiner von Saloniki Jakob Meir an der Spitze einer jüdischen Deputation nach Athen, um König Konstantin die Huldigung der jüdischen Bevölkerung Neu- Griechenlands zu überbringen. Am Samstag nahm Rabbi Meir mit seinem Gefolge an dem Gottesdienste in der Athener Synagoae teil. Im Rahmen des Gottesdienstes begrüßte Moise Levy den Großrabbiner, indem er dessen große Verdienste hervorhob. In seiner Antwort sprach Rabbi Meir die Hoffnung aus, daß unter allen Juden Griechenlands Frieden herrschen werde, um gemeinsam

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