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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-01-30 · 5 (30.1.1914) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
5 (30.1.1914)
Date
1914-01-30
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Sette 70 Dr. Blochs Wochenschrift. 5 « eftieren und deshalb seien auch hier nur einige Zahlen und Daten angeführt. Vom 1. Juli 1912 bis August 1913, io berichtet Dr. Dicho, wurden 11.022 Patienten behandelt- 'Der eine Monat 1913 brachte 4017 neue Patienten. Der folgende Mjonat Juni brachte zwar bloß 1912 neue Patienten, hatte aber dafür 3400 Gesamtbehandlungen. „Es sind dies Zahlen, die die anderen Kliniken von Namen um das Dreifache übertreffen." Die Zahl der größeren Operationen betrug g37. An die Augenklinik „Lemaan-Zion" drängen sich Juden, Christen und Mohammedaner aller Länder der Welt. Das Bild der Augenkrankheiten selbst ist von dem einer europäischen Ambulanz sehr verschieden. Der Bericht schließt mit dem Trost, daß mit zunehmender Sauberkeit die Gefahr der Epidemien sich verringern werde. Die reinjereu und gesunderen Stadtteile Jerusalems weisen auch die wenigsten Erkrankungen auf. Ein Grund mehr für die Erbauung gesunder Stadtteile für die breiten Volksschichten. Es wäre zn wünschen, daß die segensreiche Tätigkeit des „Lemtan-Zionvereines" von allen anerkannt und tatkräftigst gefördert werde. Korrespondenzen. Aufruf! Die Versorgung der Familie Mendel B e i l i s ist eine Ehrenpflicht der gesamten Judenheil. Halten wir uns vor Augen, welche furchtbaren physischen und seelischen Q.ualen dieser Mann zu ertragen hatte, der nur deshalb weil er Jude ist, infolge der unseligen Ritualmordlegende, welche bereits so viel Unheil angerichtet hat, fast dritthalb Jahre hindurch von Frau und Kind getrennt im russischen Kerker schmachtete, so ist es eine Forderung der Gerechtigkeit, daß seine Glaubensbrüder mit vereinten Kräften für ihn und leine Familie sorgen, ihm und seiner Frau für den Rest des Lebens eine sorgenfreie Existenz verschaffen und ihm die Möglichkeit bieten, die Erziehung seiner im Alter von fünfzehn bis fünf Jahren stehenden fünf Kinder M feiten. D ie in den Tagesblättern verbreitet gewesenen Nachrichten über große Schenkungen zu seinen Gunsten haben sich als unrichtig erwiesen. Wir wenden uns daher jetzt an unsere Glaubensgenossen mit der Bitte, uns hochherzige Beiträge für diesen Zweck zukommen zu lassen. Die Spenden werden in unserem Bureau, Wien II., Untere Donaustraße 33, täglich vormittags zwischen 9 -1 (außer Samstag) oder durch die Postsparkassa (Scheck-Konto Nr. 8162) dankend in Empfang genommen und in den jüdischen Blättern ausgewiesen. Wien, im Jänner 1914. . Der Vorstand der Jsaelitischen Allianz zu Wir«, Dem Andenken Friedrich Jodl's. Wieder ist hingesunken in das Reich der Ewigkeit ein Edler, ein Großer. Aber nicht in die Vergessenheit! Was ihm die Menschheit im Ganzen dankt, ist an zuständiger Stelle bereits gewürdigt worden. Seinem Hochsinne aber konnte nicht die unwürdige Behandlung entsprechen, welche jener durchgeistigten Minorität, die gemeinhin mit dem Namen „Juden" belegt wird, seitens der sie umgebenden robusteren Völkermajoritäten zuteil wird. Er erhob seine weithin töndende Stimme stets dagegen, so oft sich die Notwendigkeit hiezu ergab. Am letzten Male sprach sich, seine tiefe Empörung anläßlich des scheußlichen an dem armen Kiewer Juden B e i l i s begangenen Verbrechens aus und er sandte, als er von der vom Unterzeichneten Vereine beabsichtigten Protestversammlung gegen die Ritualmordlüge /kenntnis erhielt, eine Resolution*) ein, die denn auch mit Begeisterung angenommen wurde. Dafür sei ihm im Grabe gedankt und sein Andenken - gesegnet. Wien, 27. Jänner 1914. Verein zur Abwehr -es Antisemitsmus. Hundertfünfzig Jahre Chewra Kadischa. Im April dieses Jahres, wird die große Wiener Chewra Kadischa das Jubiläum ihres 150 jährigen Bestandes begehen. Wie wir erfahren, ist aus Anlaß dieser seltenen Jubelfeier eine Anzahl von dem Wesen der Chewra Kadischa entsprechenden Festlichkeiten und Wohltätigkeilsakten in Aussicht genommen. Die Chewrasude, stets ein glanzvolles gesellschaftliches Ereignis der Wiener Judenschaft findet diesmal im'tzroßen Saale, des Neuen Konzert- Hauses statt. Von den geplanten Wohltätigkeitsakten sei die Schaffung eines jüdischen Erholungsheimes in Baden bei Wien hervorgehoben. Die Chewra Kadischa hat in Baden ein Haus mit schöner Gartenanlage erworben und läßt es unter Berücksichtigung der Anforderungen der modernen Hygiene zu einem Erholungsheim adaptieren, in welchem verarmte, kurbedürftige Chewramitglieder und in weiterer Folge auch arme, kranke Wiener Juden überhaupt, zeitweilig Erholung finden sollen. Wir werden über die Einzelheiten des Jubiläums noch berichten. * ->- * Anläßlich des bevorstehenden 150 jährigen Bestandjubiläums der Chewra Kadischa wäre es wünschenswert. wenn der Chewra Kadischa möglichst viele, im Privatbesitze befindliche, auf ihre Gründung und ihre Wirksamkeit, insbesondere in.früheren Jahren, bezughabende Akten, Jahresberichte, Druckschriften, etz. etz. zur Verfügung gestellt werden würden. ■ Diesbezügliche Mitteilungen werden - an- ■, das. Bureau der Chewra Kadischa, Wien, >!., Seitenstettengasse 4, erbeten. Prosessorenernemumgen an der Wiener medizinischen Fakultät. Der Kaiser hat mit Entschließung vom 25. Jänner d. I. zu äußerordentl. Professoren an der Universität in Wien und zwar die mit dem Titel eines außerordentlrchen Universitätsprofessors bekleideten Privatdozenten Dr. Salomon Klein, Dr. Johann Paul K a r p I u s, zu wirklichen außerordentlichen Professoren ernannt und dem Privatdozenten Dr. Heinrich Neuman den Titel eines außerordentlichen Universitätsprofessors verliehen. Professor Dr. Salomon Kloin - B äring er ist Vorstand an der Augenheilabteilung der Wiener allgemeinen Poliklinik und hat ein Lehrbuch für Augenheilkunde, ferner zahlreiche kleinere Arbeiten publiziert. Professor Dr. Johann Paul Karplus war längere Zeit Assistent des Hofrates von Krafft-Ebing und habilitierte sich im Jahre 1901 für Neuralgie und Psychiatrie. Später wendete er sich unter Leitung des Hofrates Professor Erner der Physiologie zu; er hat insbesondere auf dem Gebiete der Gehirnphysiologie gearbeitet. Professor Dr. Heinrich Neumann ist ein Schüler des Hofrates Professor Dr. Politzer. Schon als Student beschäftigte er sich mit der Pathologie der Nase und des Ohres. Im Jahre 1903 wurde er klinischer Assistent des Hofrates Dr. Politzer. Im Jahre 1909 erhielt er auf dem internationalen Kongreß in Budapest den Danvalpreis. Später folgte er einem Rufe an die amerikanischen Universitäten zur Abhaltung von Fortbildungskursen. Die Ohrenheilkunde hat er durch zahlreiche therapeutische Verfahren bereichert,

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