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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-01-30 · 5 (30.1.1914) · page 3

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
5 (30.1.1914)
Date
1914-01-30
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 5 Dr. Bkochs Wochenschrift. Seite 8? üoanbcrungsämteiauf diese schweren Angriffe erwidern, werden. Es wäre jedenfalls traurig, wenn diese Behauptungen auf Wahrheit beruhen würden und die freien Amerikaner sich von russischen Aerzten eine wohlverdiente Lektion gefallen lassen müßten. «Ein merkwürdiger Mesusah-Streit in Palästina. Aus Jerusalem wird den „Newyorker jüdischen Gazetten" eine fast unglaublich klingende Geschichte gemeldet, die, wenn sie auf Wahrheit beruht, ein trauriger Beweis dafür ist, zu welchen Ausschreitungen und Verkehrtheiten der Kampf zwischen den ertremen jüdischen Parteien in Palästina zu führen vermag. Laut dieser Meldung hat der Misrachi die Führer des jüdisch-nationalen Beth-Haam aufmerksam gemacht, daß es sich wohl schicken würde, daß in allen unter dem Beth-Haam stehenden Lokalen die Mesusah angebracht werde. Ter Misrachi machte nun einige solche Vortragssäle namhaft, welche keine Mesusah aufwiesen.Diese jn Palästina sicherlich selbstverständliche Forderung des Misrachi soll nun laut der angeführten Quelle von den Führern des Beth- Haam kurzwegs abgelehnt worden sein, wodurch der Konflikt zwischen den Religiösen und den Nationalen überflüssigerweise noch verschärft wurde. - Ausgrabungen jüdischer Altertümer in Palästina. Aus Jerusalem wird uns geschrieben: Die staatliche Zentralstelle für die Altertümer in Palästina hat nun endlich gestattet, daß Baron Edmond de Rothmschild von Paris auf Grund einer auf den Namen Antery lautenden Konzession in der Nähe der Ortschaft Silon bei Jerusalem Grabungen vornehmen lasse. Die bezeichnete Gegend wird von bedeutendsten Archäologen und Historikern als eine nahezu unerschöpfliche Fundstelle für palästinensische Altertümer bezeichnet. Die Bewilligung ist ausdrücklich än die Bedingung geknüpft, daß die Grabungen unter der Leitung des bekannten Pariser Archäologen Reinach durchgeführt werden. Da Reinach jedoch verhindert ist, zu diesem Zwecke nach Jerusalem zu kommen, wurde an seine Stelle Kapitän Weil! aus Paris, gleichfalls ein Jude, zum Leiter der Ausgrabungen ernannt, der in Begleitung eines Assistenten auch bereits in Jerusalem angekommen ist. Die türkische Regierung hat ihrerseits zwei Komissäre und zwar den Direktor und den Vizedirektor der archäologischen Zentralstelle mit der Kontrolle der Ausgrabungsarbeiten und insbesonders mit der Registrierung der Funde betraut. Am 5. des türkischen Monates Tischrin wurde mit den Ausgrabungen begonnen, bei denen 120 Arbeiter und zwar zum grüßten Teil yemenitische Juden und zum geringsten Teil Araber beschäftigt werden. Die Aufsicht über die Arbeiter hat ein Mohammedaner. Ueber ausdrücklichen Wunsch des Barons Rothschild werden die Arbeiten an Sabbathen und jüdischen Festtagen gänzlich unterbrochen, und auch die arabischen Arbeiter haben an diesen Tagen die Arbeit einzustellen, obgleich ihnen natürlich auch an ihren eigenen Feiertagen die Arbeitsruhe zugesichert wurde. Baron Rothschild hat in einem Gespräche die Ueberzeugung ausgesprochen, daß diese Arbeiten, welche große Summen verschlingen, sehr viel zur Aufhellung noch mancher dunkler Kapitel der Geschichte der Juden beitragen werden. Efraim Israel Blücher I81&—1913. Am 2. Oktober des vergangenen Jahres waren es hundert Jahre, daß Ephraim Israel Blücher zu Glocksdorf in Mähren geboren wurde. Die emsige wissenschaftliche Tätigkeit Blüchers, seine Verdienste um die jüdische Literatur und um das Unterrichtswesen verdienen es, daß die jüdische Publizistik pietätvoll seiner gedenke anläßlich seines Zentennariums und sein Grab mit dem Zypressenzweig der Anerkennung schmücke. Von Meistern der rabbinischen Literatur in den Talmund eingeführt, absolvierte er seine Mittelschulstudien in Kecr kemet: dann lernte er bei dem großen Begründer der Politik und Literaturtunde in der Wissenschaft des Judentums, S. L. Rappaport. Als Jugendbildner ist er im Waisenhause der Lemberger Religionsgemeinde tätig, gleichzeitig wirkte er als orientalischer Lehrer an der philosophischen Fakultät der Lemberger Universität. Später bekleidet er das Rabbinat in Oswiecim und in Raab. Bald wendet er sich nach Wien, wo er ein jüdisches Realgymnasium begründet. Sein wechselvolles Schicksal bringt ihn später nach Preßburg und Ersekujvas und dann nach Budapest. Ueberall arbeitet er als Pädagoge verdienstvoll und umsichtig. Am 6. April 1882 schließt er auf ewig seine müden Augen. - Schon 1838 erscheint seine grundlegende Arbeit in Wien. Kein geringerer als Nachum Prebelisch- Landesrabbiner zu Mähren, begrüßte das gelungene Werk in einer sehr innig gehaltenen H a s z k a m e. rer gefeierte Gedeon Brecher feiert den jungen Verfasser in einem schönen Gedichte, der Wiener Orientale Josef K ä r l e widmet der Arbeit eine eingehende Besprechung. Als Einleitung des Werkes bespricht der ^Verfasser die oramärischen Studien unter dem Titel M a g i d Meresit. 1862 ermuntert Friedrich D e u t s ch den Verfasser zu einer zweiten Auflage der Arbeit. Auch ein hebräisches Kom- ' mentar zum Buch Ruth fand große Anerkennung, so daß das Werklein in acht Auflagen erschien und bald vergriffen wurde. 1853 erscheint zu Preßburg eine schöne Uebersetzung des Selichbt. Sehr gelungen ist die metrische Uebetragung des P i s m o n i u m. Eine große Zahl Lehrbücher. wie auch über Palästina-Geographie handelnder Abhandlungen floß aus Blüchers Feder, die bei Zeitgenossen allgemeine Anerkennung fanden. Sein einziger Sohn Josef Blücher ist der verdienstvolle Leiter der Wohltätigkeitssektion der Pester israelitischen Religionsgemeinde, welcher auch den blühenden israelitischen Ferienkolonieverein gegründet und entwickelt hat. Das Andenken E. I. Blüchers wird die jüdische Wissenschaft stets Hochhalten. Ka/.üir. Bau einer Wasserleitung in Jerusalem. Die Stadtverwaltung von Jerusalem schreibt eine Anleihe von 2 einhalb bis drei Millionen Francs aus zum Zwecke der Errichtung einer Wasserleitung für Jerusalem: das Ausschreiben dürste Bewerber um die Konzession für die Wasserleitung selbst insofern interessieren, als nach Artikel 9 der Geldgeber unter Umständen gegenüber anderen etwaigen Mitbewerbern den Vorzug erhält. Der französichse Wortlaut der Ausschreibung kann deutschen Interessenten auf Antrag für kurze Zeit übersandt werden. Die Anträge sind unter Beifügung eines mit Aufschrift und Freimarke versehenen großen Briefumschlages an das Bureau der „Nachrichten für Handel, Industrie und Landwirtschaft". Berlin W. 8, Wilhelmstraße 74. zu richten. l„Der Orient"). Beikis letzter Gruß an Rußland. Vor seiner Abreise sandte B e i l i s an sämtliche Kiewer Zeitungen ein Schreiben, das als trauriges Zeitdokument hier folgen möge: „Nach Beendigung meines Prozesses hoffte ich nach zweieinhalb Jahren der Gefangenschaft, mich endlich der Freiheit erfreuen zu dürfen. Meine Hoffnung wurde getäuscht: bis auf den heutigen Tag durfte ist es nicht wagen, mein Haus zu verlassen, wollte ich nicht mein Leben in Gefahr bringen. Denn die Hetze gegen mich und die Juden überhaupt, hat mit meinem Freispruche nicht aufgehört. Unter solchen Umständen ist mir das Leben hier unerträglich geworden und so muß ich denn wohl oder üb»l

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