Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 31 (1914)
- Issue
- 4 (23.1.1914)
- Date
- 1914-01-23
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Sette 58 Dr. Bkochs Wochenschrift. Nr. 4 hatte, sein Amt angetreten. Botschafter Rifat Pascha bereitete dem Rabbiner einen herzlichen. Empfang und wies, im Laufe des Gespräches auf die besonders loyale Haltung der in Paris lebenden üttomanischen Juden hin. Als Beweis hiefür führte er an, daß Mme. Rifaat anläßlich der letzten Balkankrjege eine Sammlung zugunsten des roten Halbmondes eingeleitet hatte, und daß die hunderttausend Francs, welche bei dieser Sammlung erzielt wurden, fast ausschließlich von Juden gespendet wurden. Unter den Mitgliedern der türkischen Judengemeinde in Paris befinden sich zahlreiche Emigranten, die aus Anlaß der Vorjährigen Wirren, es vorzogen, auszuwandern und ottcmanische Untertanen zu bleiben. Indisches Vermögen konfisziert. Die ..Birsewyja Wedomosti" schreiben: Der 8 1171 des russischen Staatsgesetzes bestimmt, daß Juden, welche außerhalb ihres Ansäßigkeilsortes einen ande en Handel als den ihnen gestatteten, betreiben, der Beschlagnahme ihrer Waren und der sofortigen Ausweisung nach dem Ansäßigkeitsrayon unterliegen. Die Anwendung dieses Gesetzartikels erstreckt sich auch auf den Fall, wenn die Polizei einen solchen Handel dem Angeklagten gestattet hatte, da die administrative Behörde eine ..Gesetzübertretung nicht begünstigen kann und darf." Der jüdische Wursthändler, der Käse und Konserven feilhält, ist ein Uek-ertreter des § 1171. Der jüdische Besitzer einer Weißnäherei ist nicht berechtigt. Hemdknöpfe und Krawatten zu verkaufen. Ein Uhrmacher, der Jude ist. kann nur Uhren eigener Erzeugung ve kaufen und reparieren, der Verkauf von Uhrketten. Silber-. Gold- und Juwelenerzeugnissen aber bildet schon ein Verbrechen und eine ernste Uebertretung des 8 1171. Am 31. Dezember 1913 vormittags wurde eine solche Uebertretung dieses Pa"agravhen von den Polizeiorganen im Juwelierladen des Juden S. Schillow entdeckt- Die Geheimpolizei erhob gegen Schilow die Anklage nach § 1171 und beschlagnahmte im Laden buchstäblich sämtliche Waren im Werte von 109.000 Rubel. Alle Versicherungen Schilows, daß der ganze Inhalt des Ladens aus seiner eigenen Werkstcitte hervorgegangen, und weder Kommissionsware, noch fremde Erzeugnisse auf Lager seien, blieben unbeachtet, die Beschlagnahme dehnte sich bis zum Abend aus und wurde aufs peinlichste durchgesührt. Vermischtes. Aufruf! Gemäß den Bestimmungen des Protokolls. Nr. 1 in Verbindung mit den Bestimmungen des Artikels IV des Friedensvertrages von Athen zwischen Griechenland und der Türkei haben diejenigen, welche aus den an Griechenland abgetretenen Gebieten stammen, und welche ihren Wohnort im Auslande haben, das Recht, der Option für die griechische Staatsbürgerschaft durch eine Erklärung, welche vor dem kompetenten griechischen Konsularamte binnen sechs Monaten nach dem 1. 14. November 1913 zu geschehen hat und welche Erklärung von dem kompetenten kaiserlich ottomanischen Konsulate registriert werden muß. Daher werden die Interessenten eingeladen, das Obige zur Kenntnis zu nehmen, und sich rechtzeitig danach zu richten, indem sie sich in die Kanzlei des k. griechischen Generalkonsulates in Wien, IV., Brahmsplatz 8, während der Amtsstunden von 1 2 Uhr nachmittags begeben. Wien, am 1. 14. Jänner 1914. Der königl. griechische Gen er al ko ns ul. Wien. (Regierungsrat Benedikt Fischer). Der Kaiser hat den Chefredakteur der „Politischen Korrespondenz". Herrn Benedikt Fischer, den Titel eines Regierungsrates verliehen. Derselbe ist ein Sohn des vor einigen Jahren verstorbenen, bestbekannten hebräischen Schriftstellers, Jakob Fischer. Wien. Sonntag den 25. Jänner 1914, präzise '/z10 Uhr vormittags, findet im Tempelgebäude, XIX., Dollinergasse 3 die ordentliche Generalversammlung des israelitischen Tempelv?rer'nes für den XIX. Bezirk staU. Wien. (Trauung.' Sonntag den 18. d. M.. 2 Uhr nachinittag, fand im Tempel, I., Seitenstettengasse, die Trauung des Fräulein Margarethe M ü n z, Tochter des Bethausvorstehers, Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. Elias M ü n z, mit dem Hast und Gerichtsadvotaten Dr. Anton Oberland e r statt. Ein fehr zahlreiches und distinguiertes Publikum füllte den .hellerleuchteten Tenipel in allen Räumen. Unter den Anwefenden bemerkte man: Den Präsidenten der israelitischen Knltusgemeinde Dr. Alfred Ster n, den I. Vizepräsidenten Dr. Gustav K o b n, die Knltnsvvrstände Dr. Markus Spitz e r und Adolf S ch r a m e k, die Bethausvorstände Karl F r e n n d, Theodor K o h n, Rudolf K v h n und S. A. W a f f e r v o g e l, den I. Sekretrr, kaiserlicher Rat Dr. Theodor Lieben, Sekretär Dr. Emil 'Adle r, Oberkantor Josef M v r g e n ft e r n, Chordirigent I. H e i m a n n, Hofopernmufiker Julius Stwertka, Gemeinderat Dr. Alfred M i t t l e r, Hofrat Dr. S ch l a g, kaiserlicher Rat R u z i c k a, Professor Dr. Heinrich Poll a k, den Präsidenten des Vereines zur Bekleidung armer, alter Männer I. S ch w a r z und Vorsteher Gustav Plan e r und viele Advokaten und Freunde des Brautpaares. Oberrabbiner Dr. G ü d e m ci it u hieit anknüpfeud an den Wochenabschnitt an das Brautpaar eine herzliche, auf alle Zuhörer einen mächtigen Eindruck übende Traurede. Die täntvrale Funktion versah Oberkantor Don F u ch s mit Chor-, Orgel- und Harsenbegleitung in -würdiger. Weife. -Biele-hunderte Telegramme, die dem jungen Ehepaare ans Nah und Fern znlämen, zeilgen von der allgem.nnen Sympathie, deren ftch sowohl die Familien der Braut als auch die des Bräutigams erfreuen. Wien. (T r a u n n g.> Sonntag den 18, Jänner fand im Bereiustempel, IX., Müllnergasse, die Trauung von Fräulein Ella, Tochter des Chefadministrators der „Oefterr. Volkszeitung" Herrn Ignaz G r u e n b e r g, mit Herrn Doktor Karl B e t t e l h c i m in Anwesenheit eines zahlreichen distinguierten Publikums statt. Die Traunngssnnktivn nahm Herr Rabbiner Dr. B a ch als ehemaliger Religionslehrer der Braut vor und er hielt an das Brautpaar eine herzliche Ansprache und gedachte dabei des Umstandes, daß der Vater des Bräutigams, Herr Gottlieb B e t t e l h e i m, als Begründer und langjähriger Präsident des Tempelvereines Müllnergasse um die Jndenschaft im IX. Bezirk unvergängliche Verdienste sich erworben hat. In Würdigung dieser Tatsache richtete auch Herr Dr. Moriz S ch n e p P, Chefarzt der Wiener Bezirkskrankentasse, nach Abschluß der religiöscn Zeremonie an den langjährigen, verdienstvollen Vereinspräsidenten eine tiefempfundene Ansprache, der in herzlichen Worten den Kollegen für die ihm bereitete Ovation den Dank abstattete. Die kantorale Funktion versah Herr Oberkantor Kläger mit Chor. Ans Anlaß dieser Fa'iiilienseier sind dem beiderseitigen Elternpaar ans weiten Kreisen zahlreiche Zeichen der Sympathien und aufrichtiger Verehrung zugemittelt worden. Wien. (Tempelbauverein des VIII. B e z. der Stadt Wien.) Sonntag den 1. Februar d. I. präzise 10 Uhr vormittags findet die ordentliche Generalversammlung des Josefstädter Tempelbauvereines im Tempelgebäudes VIII., Neudeggergasfe 12 statt. Gäste willkommen. Wien. (Verband der Religionslehrer an den österreichischen Mittelschulen.) Der Ausschuß des Verbandes der israelitischen Religionslehrer an den österreichischen Mittelschulen hielt am 14. Jänner