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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-01-23 · 4 (23.1.1914) · page 4

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
4 (23.1.1914)
Date
1914-01-23
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 52 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 4 seine Objektivität und durch die genaue Kenntnis der Geschichte der Juden in Portugal aus. Der Generalkonsul gab ohne Weiteres zu, daß seine Vorfahren, wie er sagte, nicht nur an den Juden, die es vertrieben Hat, sondern auch an ihrem Vaterlande ein Verbrechen begangen haben, welches die heutigen Nachkommen gutzumachen hätten. Entusiastisch rief Senor Mesquita seinen jüdischen Zuhörern, die weist Spaniolen waren, zu: „Wir Portugiesen lieben Euch, weil Ihr in unserem gemeinsamen Vaterlande gelitten und weil Ihr trotz der an Euch begangenen Verbrechen unsere Sprache und zum Teile auch unsere Sitten über die Jahrhunderte hinüber gerettet haben." Besondere Bedeutung aber erlangte der Vortrag durch seine Schlußworte, welche wir -hier in Uebersetzung wörtlich wiedergeben: „Und dann vergessen Sie auch noch folgendes nicht: Trotz des religiösen Einflußes, unter dessen schwerer Last Portugal Jahrhunderte hindurch geächzt hat, kein einziges Gesetz geschaffen wurde. Vergessen Sie ferner nicht, daß . zur selben Zeit, da andere aus Mangel an Mut, den gewöhnlich der edle Kampf zu erheugen pflegt, zu sephistischen Mitteln Zuflucht nehmen, um scheinbar liberale Gesetze gegen Euch zu deuten, das republikanische Portugal durch sein Parlament, durch seine durch den Willen des Volkes entsendete Vertreter, ein Gesetz schaffen ließ, das der Arbeitsfreude der Intelligenz und allen den Machtmitteln ihrer Rasse jenen Teil portugiesischer Erde eröffnet, von welchem wir überzeugt sind, daß sich daselbst unsere besten Schätze verborgen halten,^ ich meine jenes ausgezeichnete Land von Angola, dem sich unsere besten Hoffnungen und unsere größte Fürsorge zuwendet. Vergessen Sie überdies nicht, daß Portugal durch ein eigenes Gosetz den Juden bisher unerhörte Begünstigungen einräumt und als Gegenwert dafür von ihnen nichts anderes verlangt, als daß sie Portugiesen wären. Sie sehen also — schloß Mesquita seine Ansehen erregenden Ausführungen — daß man Ihnen in Portugal nicht nur ein ganz neues Land, sondern auch ein ganzes Herz offenhält." Die amerikanischen Kurato riu msm it glied er für die Hebraisiernng des Technikums in Haifa. Der Kampf um die hebräische Sprache in Palästina tritt durch die Stellungnahme der amerikanischen Kuratoriumsmitglieder in ein neues Stadium ein. Die Mittel für das Technikum in Haifa find größtenteils in Amerika aufgebracht worden und die Stellungnahme der amerikanischen Mitglieder des Kuratoriums des Technikums erhält dadurch, besonderes Gewicht. Ein Kabeltelegramm vom 18. Januar meldet von einer Sitzung in New-Pork, an der sämtliche amerikanischen Mitglieder des Kuratoriums, lauter führende jüdische. Persönlichkeiten, unter ihnen die Herren Strauß, Jacob H. Schiff, Kraus, Mars hall teilgenommen haben. Es wurde beschlossen, daß Hebräisch die offizielle Sprache am Technikum sein solle. Für den Verkehr der Schule mit der Türkei soll neben Hebräisch Arabisch und Türkisch in Betracht kommen, für den Verkehr mit fremden Ländern eine der europäischen Hauptsprachen. Die Unterrichtssprache am Technikum soll prinzipiell Hebräisch sein. Hebräisch als ausschließliche Unterrichtssprache soll in spätestens sieben Jahren eingeführt sein; nur wenn für ein Fach nach Ablauf dieser Frist der Nachweis erbracht werden kann, daß. die Lehrmittel in hebräischer Sprache nicht genügend entwickelt sind, sott eine Ausnahme gestattet werden. Es wurde beschlossen, die Zionistische Organisation um moralische und materielle Unterstützung zu ersuchen und an die Vertreter der zionistischen Bewegung, die Herren Ginsberg, Dr. Lev in und Dr. Tschlenow wegen ihres Wiedereintrittes in das Kuratorium, aus dem sie ausgeschieden waren, heranzutreten. Die Beschlüsse stehen in allen wichtigen Punkten in deutlichem Gegensatz zu dembekannten Beschluß der Kuratoriumssktzun.r in Berlin am 26. Oktober vorigen Jahresan der die amerikanischen Mitglieder nicht teilgenommen haben. . Auszeichnung eines Mischen Generalstabsarztes Aus Konstantinopel wird uns geschrieben: Der Sultan hat dem jüdischen Generalstabsarzt Dr. Behor Bey Camhi den Osmani-Orden dritter Klasse verliehen. Diese Auszeichnung wurde dem ausgezeichneten Arzte in Anerkennung seiner Verdienste um die Organisation des gesamten Sanitätswesens, während des tripolitanischen Krieges und nachher auch auf dem Balkan, zuteil. Eine Mische Staatsarchivärin. Die Amsterdamer Stadlgemeinde hat in der letzten Gemeinderatssitzung das Fräulein Sophie Duparg, die Tochter des bekannten Schriftstellers und Politikers Arje Duparg zur Archivarin für. sämtliche älteren städt. Archive ernannt. Fräulein Duparg hat sich ^auf dem Gebiete des Bibliotheks- und Archivwesens publizistisch betätigt, und ihre Aufsätze in den verschiedenen Fachzeitschriften haben in den Kreisen, der Fachgelehrten allgemeine Beachtung gefunden. Der Krünuer Zeusurstreit vom Jahre 1755 Nach den Quellen dargestellt von Dr. Josef Mieses-Przemysl.*) II. Es ist von besonderem Interesse, die Titel der Bücher kennen zu lernen, welche die Jesuiten in Harnisch gebracht haben. Diese Titel sind in den beiden Gutachten des Universitäts-Professors für Orientalia Paters Milota S. I. aus Olmütz, sowie des Kustos der Universitätsbibliothek Kollar aus Wien enthalten. Merkwürdigerweise besteht zwischen diesen beiden Angaben eine gewisse Differenz. Pater Milota nennt: Lecker tephilos mihei (sic!) haschana. Pirke ayos. Meuora eine neue techina, goder (!), geder (l), goda (!) oder Mannistanna (!) luack oder Calender. Kustos Kottär hingegen erwähnt folgende ihm zugesandte Merke, welche er übrigens verächtlich libelli nennt: 1. Lecker hattephiloth miccol kassana, seu Enehiridion quotidianarum precum totius anni (Das Gebetbuch für das ganze Jahr), 2. Luach chodesck, seu Calendarium pro hoc anno (Der Kalender für dieses Jahr), 3. Leder Tephilatk jom haccipui' katon, seu ordo precum ad celebrandum diem expiationis necessarium (Die Gebetordnung für den Versöhnungstag) (sie!), 4. Sepher likkute tzebi id est liber collectionum ornamenti (d. i. Das Buch der gezierten Sammlungen), 5. Llsnora id est candelabrum (Der Leuchter), 6. Haggada sei pesach seu rituale celebrandi pascha (Die Vorschriften und die Gebete für die Pesachfeier.) Bevor sich P. Milota S. I. an die schwere Arbeit der Erforschung des Inhaltes der vokalisierten Gebete heranmachte, suchte er Schutz und Hilfe bei zwei Schriftstellern, welche ihm das Verständnis und die richtige Einschätzung der Bedeutung und der Tragweite der einzelnen Stetten ermöglichen sollten. Einen hätten wir sicherlich selbst vermutet, auch wenn er selber es uns nicht gesagt hätte, den Eisenmenger nämlich vom entdeckten Judentum. Der zweite, unmittelbare Gewährsmann ist der Prager Jesuit P. Fr. Hasselbauer, dessen Opus er seinem Gutachtenbeizulegen nicht unterläßt. „Änbey ist der Haubt-Schliessel des ermelten P. Francisci Hasselbauer S. I., aus verschiedenen gründlichen Büchern, also Eisenmenger und andern Jüdischen Aus- Vergl. Nr. 35 vom 29. August 1913.

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